Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Samstag, 7. Dezember 2019

The Day after...

Freitags ist Klimatag...seit etwa einem Jahr wird weltweit freitags auf die Klimaproblematik aufmerksam gemacht.
Auch das SFN positioniert sich, bietet eigene Veranstaltungen freitags an (siehe: Klima-Café, der nächste Vortrag am 13.12. um 16.00 Uhr von Prof. Dr. Rohrig, IEE, geht über Windenergie.).
Wir wollen informieren, Gespräche ermöglichen und möglichst Jugendlichen die Möglichkeit zu eigenen Forschungen geben.

Das ist ein Blog über astronomische Themen. Nicht nur  am Rand gehört da natürlich auch die Erde und somit auch das Erdklima dazu, zumal viele astronomische Faktoren das Erdklima beeinflussen.

Ich möchte deshalb, möglichst wöchentlich, immer nach dem "Klima-Freitag" zu einem Thema aus diesem Bereich posten, dabei durchaus auch meine eigene Ansicht vertreten.

Beginnen wir heute mit einigen allgemeinen Anmerkungen.

Seit 1982 behandle ich die physikalischen Aspekte des Treibhauseffektes in meinen Oberstufenkursen. Früher konnte ich mit für die damalige Zeit verblüffenden Zahlen einsteigen:
Wenn man die Strahlungsgesetze benutzt und mit einfachen, aber sinnvollen Annahmen, die durch die Sonneneinstrahlung entstehende mittlere Oberflächentemperatur der Erde ausrechnet, kommt man auf - 18° C.

Sofort wird klar, dass dieser Wert mit der wirklichen mittleren (über die Oberfläche und über das Jahr gemittelt)  Oberflächentemperatur der Erde nicht übereinstimmt.
Vor fast 40 Jahren haben die Jugendlichen den Fehler in der Rechnung und den Annahmen gesucht. Heute ist sofort klar: das ist ein Treibhauseffekt.

Die Erde erwärmt sich dabei so, dass die mittlere Temperatur bei ungefährt 15°C liegt.

Der Treibhauseffekt sorgt also dafür, dass sich die Erdoberfläche so erwärmt, dass überhaupt erst einmal Leben auf der Erde möglich ist. Der Treibhauseffekt hat also durchaus auch für uns eine positive Auswirkung.

Wie das passiert, wird in einem späteren Post geklärt.

Zu diesem natürlichen Treibhauseffekt, kommt  ein weiterer Effekt hinzu, den (fast alle) auf das Einwirken des Menschen zurückführen.

Im Unterricht habe ich dann immer die Messungen der CO2-Konzentration in Mauna Loa, Hawaii, vorgestellt. Hier sieht man jahreszeitliche Schwankungen (Blätterwachstum auf der Nordhalbkugel), aber auch ein gleichmäßiges Ansteigen.

Vor Jahrzehnten war viel Unterrichtszeit notwendig um mögliche Ursachen und Folgen zu diskutieren, heute ist das weitestgehend bekannt.

Ich kann mich an einen Artikel des damaligen Leiters des Stuttgarter Planetariums erinnern, in dem dieser in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" vor einem Klimakrieg gewarnt hat. Durch Veränderungen des Erdklimas werden weite Bereiche nicht mehr so bewohnbar wie bisher und es beginnt ein, so die damalige Ansicht, kriegerischer Kampf um Nutzflächen und Lebensmöglichkeiten: Der dritte Weltkrieg würde ein Klimakrieg sein.

Diese Idee griff 1992 meine Klima-AG der Mittelstufe auf, die ein Szenarium erdachte und in einem Spielfilm umsetzte: 2052 - Das Jahr nach dem Klimakrieg.

In einer Sendung des neu gegründeten Offenen Kanals diskutierten wir diese Sichtweise und stellten auch den Film vor, der ebenso mehrfach öffentlich gezeigt wurde.

Über die technischen Möglichkeiten und die schauspielerischen Qualitäten werfe ich heute eher einen Mantel des Vergessens, aber uns gelang es, eine mögliche Gefahr eines von Menschen erzeugten Klimawandels öffentlich zu machen und davor zu warnen.
Im Film überleben Gruppen von Jugendlichen den Klimakrieg, organisieren sich und eine Gesellschaft neu. Die eine Gruppe versucht es besser als die Vorfahren zu machen, die andere Gruppe wiederholt die gleichen Fehler.
Zum Schluss bekämpfen sie sich, ein neuer Krieg droht auszubrechen, aber durch eine Beziehung zwischen einem Jungen und einem Mädchen aus den beiden Gruppen deutet sich ein Happy End an...

Über die Reaktion vieler Erwachsener, insbesondere Lehrer/innen, schweige ich...die Zeit war noch nicht reif...(eine Fachkollegin sagte mir, dass der Treibhauseffekt doch gar nicht erwiesen sei...).

Fast 30 Jahre sind vergangen...Treibhauseffekt und Klimaproblematik sind in das Bewusstsein vieler Menschen eingetreten.
Das ist sicherlich auch eines der Verdienste von FFF!
Trotzdem habe ich durchaus auch eine kritische Position gegenüber FFF, mehr darüber in den nächsten Posts.


(nächste Woche mehr...am Tag nach dem Freitag).


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