Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Mittwoch, 6. Juli 2022

Mond am Dienstag

 Am Dienstag kam gegen 22.50 Uhr der Mond schon recht tief im Westen durch die Wolken durch. Die Schattengrenze wandert nun in das Mare  Imbrium hinein, die Randgebirge stehen schon im Sonnenlicht.



Dienstag, 5. Juli 2022

Exoplaneten

Am Mi, 6.7. spricht um 15.00 Uhr Johannes Deutschmann im FutureSpace über seine Simulationen zu stabilen Bahnen von Exoplaneten in Mehrfachsternsystemen. 

Wir kommen um den Urknall wohl nicht herum: Wie man den Kosmos modelliert, I

Fortsetzung vom 29.6.

Wie man den Kosmos modelliert, Teil 1

Voraussetzungen

Das Standardmodell der Kosmologie muss drei ganz wesentliche Grundannahmen treffen, um überhaupt funktionieren zu können:

1. Isotropie:

In jeder Richtung sieht der Kosmos gleich aus. Das gilt natürlich nicht für kleine Distanzen: In einer bestimmten Richtung sehen wir heute Abend den Mond, in einer anderen Richtung den Jupiter...

Aber auch das Band der Milchstraße ist nur in einem schmalen Bereich am Himmel sichtbar.

Nur wenn man sehr weit entfernte Galaxienhaufen beobachtet, stellt man diese Isotropie fest...je besser umso weiter diese Objekte stehen. Das weiteste Objekte ist das Leuchten des Urknallgases als 3 K -Strahlung. Bis auf Schwankungen im 0,001 % - Bereich ist dieses Gas in allen Richtungen gleich verteilt.

Und aus diesen Schwankungen haben sich unsere heutigen Galaxien gebildet.

2. Kopernikanisches Prinzip

Wir sind in keiner ausgezeichneten Position im Kosmos. Egal wo wir wären würden wir ein vergleichbares Bild vom großräumigen Kosmos bekommen.

Somit muss der Kosmos um jeden der Punkte im Raum isotrop erscheinen, damit ist er homogen.

Wie gesagt, diese Homogenität und Isotropie kann nur in großen Maßstäben existieren, denn ein ideal homogenes und isotropes Universum würde keinerlei Strukturen hervorbringen, also auch nicht unsere Erde und uns.

Das Bild von Ned Wright zeigt links eine homogene, aber nicht isotrope (es gibt eine Vorzugsrichtung) Struktur und rechts eine am Mittelpunkt isotrope aber nicht homogene (die Linien bekommen größere Abstände) Struktur.



3. Gültigkeit der ART

Zur Beschreibung des Kosmos müssen wir voraussetzen, dass Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie (ART) richtig ist:

Die Verteilung der Materie (normale Materie und Dunkle Materie) sagt der Raum-Zeit wie sie sich zu verändern hat.

Und die Veränderung der Raum-Zeit sagt der Materie wie sie sich zu bewegen hat.

Ein Universum, das durch diese drei Forderungen charakterisiert wird, kann durch die sog. Robertson - Walker -Metrik beschrieben werden:

Eine Metrik beschreibt, wie man Koordinaten in Raum und zeit Abstände zuordnen kann.

Eine Folgerung der sog. euklidischen Metrik, die auf einem Blatt Papier existiert, ist der Satz des Pythagoras: c² = 1* a² + 1* b² + 0*a*b + 0 * b*a

Ich habe ihn bewusst einmal etwas ausführlicher hingeschrieben: Die Vorfaktoren 1,1,0,0 beschreiben genau diese euklidische Metrik.

Unter diesen drei Annahmen kann man Weltmodelle mit maximal möglicher Symmetrie konstruieren. Für diese lassen sich die Einsteinschen Feldgleichungen der ART gut  vereinfachen.

wird fortgesetzt

Die Welt des Chaos

 Am Donnerstag, 7.7. berichtet Jason v. Juterczenka um 15.00 Uhr im FutureSpace über chaotische Systeme.

Der Vortrag ist öffentlich.

Trotz intensiver Querlüftung und ausgiebiger Luftdesinfektion bitten wir um das Tragen einer Maske.

Der Vortrag wird auch online gestreamt: https://youtu.be/ClhXn3BnZHI




Montag, 4. Juli 2022

Mond über der Wilhelmshöher Allee

 Am Montag konnte ich um 22.05 Uhr den Mond schräg über der Wilhelmshöher Allee aufnehmen.

In der nachvergrößerten Aufnahme mit dem 600 mm Tele ist  der Landeplatz von Apollo 11 markiert.

Gut zu sehen ist die 550 km lange Klippe Rupes Altai, die direkt an der Schattengrenze beginnt.

Als drittes Bild ist eine Aufnahme vom 24.8.2020 zu sehen, fast die gleiche Mondphase. Aber das Mare Crisium ist deutlich weiter vom Rand der Mondscheibe entfernt. Das ist eine Folge der Libration:

Der Mond rotiert ums eine eigene Achse in der gleichen Zeit, in der er um die Erde läuft. Aber manchmal ist er wegen der elliptischen Bahnform etwas langsamer, dann eilt die Rotation voraus und wir können am rechten Rand etwas um die Ecke schauen.

Das war damals der Fall.








Der Tod der Galaxis

 Dieser Blick in die Zukunft ist bekannt, aber immer wieder faszinierend:

Der Kosmos dehnt sich aus, aber kleine Gruppen von Galaxien werden durch die Schwerkraft zusammengehalten.

Das gilt auch für unsere lokale Gruppe, die aus etwa 80 Galaxien besteht. Die meisten sind Zwerggalaxien, unsere Galaxis und M 31 (Andromedagalaxie) und M 33 im Dreieck sind die größten.

M31 ist von uns 2,5 Millionen Lichtjahre und M 33 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt.

M 31 bewegt sich mit 120 km/sec auf uns zu. Da der Satellit GAIA auch die seitliche Bewegung vermessen konnte, können wir die zukünftige Entwicklung gut berechnen:

In etwa 4,5 Milliarden Jahren, wenn die Sonne schon längst zum Roten Riesen geworden ist und die Erde zur Lavawüste, werden M31 und unsere Galaxis sich auf 400 000 Lichtjahren annähern. Nach einem kosmischen Tanz werden sie dann 5 Milliarden Jahre später zu einer riesigen elliptischen Galaxie verschmelzen. Die Sonne ist dann längst ausgeglüht.

Im Video kann man sich alles als Simulation ansehen.




Sonntag, 3. Juli 2022

Die Schattengrenze wandert weiter...

 Eine fast goldene schmale Sichel stand gut sichtbar am Sonntagabend im Westen.

Die Aufnahme mit 600 mm Tele ist um 22.05 Uhr gemacht worden.



Sternenhimmel im Juli 22

Glitzernder Feenstaub in den Sommernächten

Jetzt im Juli noch bis in den August hinein sieht man sehr oft abends mit fortschreitender Dämmerung am Nordhimmel  weißlich leuchtende filigrane Wolken. Es sind die leuchtenden Nachtwolken, LNC (Luminous Night Clouds) abgekürzt.

Um sie zu sehen, muss der Himmel erst einmal nahezu wolkenfrei sein. Dann sollte die Sonne schon einige Zeit untergegangen sein, aber noch nicht zu tief unter dem Horizont stehen. Der Horizont sollte eher noch hell erleuchtet sein.

Die LNC können von Nordwesten bis Nordosten in Horizontabständen bis zu 40 Grad auftreten. Wenn es dunkler wird, die Sonne also noch weiter unter dem Horizont steht, ziehen sich die Wolken scheinbar Richtung Horizont zurück und verschwinden dann.

Was passiert da?

Normale Wolken reichen maximal bis zu Höhen von 15 km. LNC stehen in Höhen von 85 km. Dort werden sie noch von der Sonne angeleuchtet, während es am Boden schon langsam dunkel wird.

Im Frühjahr steigt immer mehr Wasserdampf in die Lufthülle der Erde. Wenn in den Monaten Juni bis August die Temperatur in großen Höhen auf – 130°C gesunken ist, dann wird der Wasserdampf zu Eis. Dazu aber braucht er den kosmischen Staub von Meteoren, an denen die Eiskristalle einen glitzernden Überzug bilden.

Das sind dann unsere LNC. Leuchtende Nachtwolken sind also Staubwolken aus den Tiefen des Sonnensystems, die sich im Sommer in großer Höhe mit Eis überziehen. Nur in den Sommermonaten gibt es ausreichend Wasserdampf für die Eisbildung in diesen großen Höhen.

Anfang Juli hat der NASA Satellit AIM (Aeronomy of Ice in the Mesosphere) die stärkste Aktivität von Wasserdampf in diesen Höhen in den letzten 15 Jahren gemessen. Ursache könnten Raketenstarts Ende Juni sein. Ein abendlicher Blick an den Nordhimmel sollte sich lohnen: leuchtende Nachtwolken im Juli können gehäuft auftreten.

Sternenhimmel im Juli

Im Süden sieht man den Riesenstern Antares mit dem Stachel des Skorpions über dem Horizont.

Der 600 Lichtjahre entfernte Antares ist ein Riesenstern, am Ende seines Lebens angekommen. Der hellste Stern im Skorpion hat einen Durchmesser von fast 1 Milliarde km! Da Antares gerade mal 3400 Grad Außentemperatur besitzt, leuchtet er trotz seiner relativen Nähe von 600 Lichtjahren nicht allzu hell am Himmel, das meiste Licht strahlt er im Bereich der Wärmestrahlung  ab.

Trotzdem bildet er im Sommer auch in unseren Breiten zusammen mit seinem Stachel einen markanten Blickfang am Südhimmel.

Über allem steht das Sommerdreieck mit Atair im Adler als untersten Eckpunkt. Die anderen Eckpunkte werden von Wega in der Leier und Deneb im Schwan gebildet.

Die Planeten sieht man erst in der zweiten Nachthälfte, Venus bleibt als Morgenstern im NO aber unauffällig.

Vollmond ist am 13.7., er hat die Position der Januarsonne, d.h. er steht tief am Horizont, geht im SO auf und nach kurzer Nacht im SW unter.

 Planeten im Juli

Merkur: zu dicht an der Sonne, unsichtbar

Venus: Morgenstern, dicht am Nordost-Horizont

Mars: Mars folgt nach 1.00 Uhr den beiden Gasplaneten im Osten

Jupiter: geht nach Mitternacht  im O auf

Saturn: geht als erster der Planeten noch vor Mitternacht im SO auf

 Sternkarte:

Die Sternkarte zeigt den Anblick gegen 23.00 Uhr am Mi, 13.7. in der Vollmondnacht.




Samstag, 2. Juli 2022

Mond: 3 Tage alt

 Der 3 Tage alte Mond war am Abend immer wieder von Wolken verdeckt im NW zu sehen.

Aufnahmen:

22.44 Uhr, 22.45 Uhr, 23.06 Uhr (Tele), 23.11 Uhr (Untergang)

Bei der 600mm Teleaufnahme kurz vor dem Untergang kann man das 430  km lange und bis zu 30 km breite Rheita-Tal gut an der Schattengrenze erkennen. Bei den länger belichteten Aufnahmen ist auch der dunkle Teil der Mondscheibe gut im Licht der Erde zu erkennen.






Sternenführung auf dem Dörnberg findet statt!

 22.30 Uhr Hütte am ersten Parkplatz

Ein kosmisches Konzert

Müonen sind sozusagen die Eltern der Elektronen, sie haben gleiche Ladungszustände (+ und - sowie Positronen und Elektronen) und wandeln sich durch die schwache Wechselwirkung in Elektronen oder Positronen um. 

Dabei wird deutlich, dass sie noch weitere Eigenschaften besitzen, denn in der Natur darf nie eine Eigenschaft verloren gehen oder gar neu auftauchen:

Das verschwindende Müon  überträgt seine Müoneneigenschaft auf ein Müonenneutrino, das mit dem Elektron auftaucht. Und das auftauchende Elektron kompensiert die Elektroneneigenschaft durch ein ebenfalls auftauchendes Anti-Elektronenneutrino.

   Bild: Universität Bonn

Im Mittel wandeln sich Müonen nach 2,2 Mikrosekunden um. Sie entstehen durch das Einwirken der kosmischen Strahlung in der Hochatmosphäre bei etwa 80 km. Trotz nahezu Lichtgeschwindigkeit können sie somit nur 660 m weit kommen, bevor sie sich umwandeln.

Wir können sie aber 80 km tiefer an der Erdoberfläche nachweisen. Das liegt daran, dass für die fast lichtschnellen Müonen die Zeit langsamer vergeht und sie somit gemessen in ihrer Eigenzeit weiter kommen, nämlich bis zu uns runter.

Jeder Nachweis von Müonen an der Erdoberfläche ist nicht nur ein spannendes Experiment  zur Elementarteilchenphysik, sondern auch eine Bestätigung der Relativitätstheorie, die diese Zeitverlangsamung vorhergesagt hat.

Im FutureSpace hat David Spyra zusammen mit seinem Onkel, dem Klangkünstler Wolfram DER Spyra eine Klanginstallation "Sonification of Muons" aufgebaut.


Ein hinter dem Sofa versteckter Plastikklotz wird zum Leuchten angeregt, wenn ein Müon hindurchsaust. Dieses Licht wird seitlich von einem Photomultiplier erfasst und zu einem Stromstoß umgewandelt. Dieser Strom startet einen Synthesizer, der ein kurzes Klangmuster erzeugt.

Somit kann man zuhören, wie Müonen durch den Raum fliegen...und, da die Häufigkeitsverteilung der Müonen einer Poissonverteilung genügt, kann man auch eine Poissonverteilung akustisch wahrnehmen.

Wollen Sie einmal zuhören, wie die Erde von Müonen bombardiert wird?

Kommen Sie einmal vorbei...am besten täglich nach 14 Uhr in den FutureSpace in der Wilhelmsstraße 2...



Freitag, 1. Juli 2022

Ein Gast aus den Tiefen des Kosmos

2017 wurde der Komet C/2017 K2 PANSTARRS, kurz K2 genannt, entdeckt. Seit 3 Millionen Jahren fällt er, vermutlich auf eine hyperbolischen Bahn, ins Innere des Sonnensystems. Am 14.7. hat er seinen ersten Vorübergang an der Erde mit einem Abstand von 270 Millionen km.

Den sonnennächsten Punkt, das Perihel, erreicht er mit einem Sonnenabstand von 269 Millionen km am 19.12.22. Auf seinem Rückweg kommt er am 14.2.23 wieder, allerdings in etwas größerem Abstand an der Erde vorbei.

Zur Zeit steht er im Sternbild Schlangenträger, dass nach Ende der Dämmerung gut im Süden zu sehen ist.

Mit erwarteten 7 bis 8 mag wird er gut mit einem Fernglas erkennbar sein.

David Scherf konnte K2 ind er Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag fotografieren.

Er schreibt dazu:

 Vor ca 2 Monaten konnte ich den Besucher aus der oortschen Wolke Komet C/2017 K2 PANSTARRS noch nicht abbilden, vermutlich aufgrund seiner damaligen Nähe zum Horizont. Der Versuch aus letzter Nacht war hingegen erfolgreicher. Man kann sogar einen leichten Schweif erkennen. Es reichte leider nur für schlecht kalibrierte 15x 60" Belichtungen, da nach Sonnenuntergang prompt Wolken aufzogen. 

Kometen bestehen aus dem Urmaterial des Sonnensystems, aus einem Eis-Staub-Gemisch, alles fest gefroren im Kometenkern.

Der Kern von K2 ist mit etwas 18 km deutlich größer als bei anderen Kometen.

Kommt ein Komet dann näher zur Sonne, so verdampft das Eis und bildet die bis zu 100 000 km große Gashülle Koma.

Aus der Koma drücken dann Sonnenwind (abgeblasene Sonnenkorona) und das Sonnenlicht Gase und Staub zum viele Millionen Kilometer langen Kometenschweif von der Sonne weg.

Die Bahnform von K2 deutet daraufhin, dass es kein sog. periodischer Komet ist, sondern dass er nach seinem einmaligen Besuch im Inneren des Planetensystems wieder in den Tiefen des Alls verschwindet.

Dafür spricht auch die fast senkrecht zu den Planetenbahnen verlaufende Bahn.

Bild und Animation: David Scherf




Donnerstag, 30. Juni 2022

Auf ins Mathematikum nach Kassel

 Auf ins Mathematikum nach Kassel im Futurespace im Rahmen von 100 Tage MINT für alle geöffnet Fr 13-18 Uhr, Sa und So 10 -18.00, Mo 13-17 Uhr

Zu diesen Zeiten können sich auch noch Gruppen anmelden unter anmeldung@futurespace.org
Bitte Maske tragen!




Breaking News: Fossil ganz in der Nähe

 Embargo bis 17.00 Uhr

In den äußeren Bereichen der Andromedagalaxie (12° vom Zentrum entfernt) hat ein Amateurastronom beim Durchsehen alter archivierter Daten eine sog. "ultraschwache Zwerggalaxie" entdeckt, die Pegasus V genannt wurde.

Nun ist sie mit dem 8,1 m Teleskop der Sternwarte Gemini-Nord genauer untersucht worden.

Es konnten einzelne Sterne beobachtet werden, an denen auch die Entfernung gemessen werden konnte. Deren Spektren zeigen eine ungewöhnlich niedrige Häufigkeit schwerer Elemente.

Pegasus V muss deshalb zu den ersten Galaxien gehören, die sich im Universum gebildet haben.

Das Standardmodell der Kosmologie sagt viel mehr solcher Galaxien vorher als bisher beobachtet werden konnten. Deswegen hat diese Entdeckung eine besonders große Bedeutung.

credit: Gemini/NOIRLab/NSF/Aura




Sternenhimmel live

 Ich möchte auf zwei Veranstaltungen hinweisen:

Freitag, 1.7., 22.00 Uhr  Beobachtungen in der Sternwarte auf dem SFN

 Es soll nach verregnetem Tag abends wieder aufklaren. Allerdings ist wegen Corona eine Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de notwendig.

Bei Bewölkung fällt der Termin aus.

Sa, 2.7., 22.30 Uhr Sternenführung auf dem Dörnberg

Treffpunkt ist am Infoplatz am ersten Parkplatz. Mark Woskowski zeigt den aktuellen Sternenhimmel.

Bei (unerwartetem) Regen oder Bewölkung fällt dieser Termin aus.


Mittwoch, 29. Juni 2022

Gespräch Nummer 3

 Der Kreis schließt sich: Was kann der Mensch tun? Wir sprechen über Klima, Armut, Wachstum, Verzicht und Bildung und kommen wieder bei Teil 1 an: Das Wissen über den Aufbau der Welt

Der dritte und letzte Teil des Gesprächs mit Der Mensch als Lösung
in unserem neuen YouTube Kanal:

https://youtu.be/-Djj6SV1s3k




Wir kommen um einen Urknall wohl nicht herum....: Alles ist noch recht jung

 Nehmen wir einmal an, wir hätten keinerlei theoretische Vorstellungen über einen möglichen Anfang des Kosmos und ob es diesen überhaupt gibt, aber wir wären kluge und gute Beobachter.

Gibt es Hinweise auf einen Anfang, auf einen Urknall?

Ja, ich möchte einmal einige aufzählen:

- Nachts ist es dunkel...(für uns)

Was ist damit gemeint? Bei klarem Wetter sieht man Sterne oder Galaxien am Himmel und dahinter dunklen Raum.

Wäre unser Universum sehr alt und sehr groß, dann müsste uns das Licht vieler weit entfernter Galaxien  erreicht haben, die alle zusammen den Nachthimmel aufhellen.

Woran liegt das? Die Intensität der Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, aber auch die Fläche unter der wir eine Galaxie am Himmel sehen. Damit bleibt die sog. Flächenhelligkeit einer Galaxie konstant, sie ist immer gleich groß, egal wie weit sie entfernt ist.

Wäre der Kosmos Billionen mal größer und Billionen mal älter, so würde sich das Licht aller Galaxien überlappen und den Himmel aufhellen.

Das ist in abgewandelter Form das berühmte Olbersche Paradoxon (1823).

Es kann also keinen ewigen unendlich großen Kosmos geben. Er muss also einen Anfang gehabt haben.

- Für Mikrowellenteleskope ist es nachts hell.

Im Bereich der Mikrowellen sehen wir ein nahezu gleichförmiges Leuchten am Himmel, dessen Energieverteilung auf die einzelnen Wellenlängen einer Temperatur von 2,7 K entspricht. Dieses Leuchten kann man nicht als Überlagerung weit entfernter Quellen erklären. Die naheliegende Erklärung erfordert aber auch theoretische Ideen, nämlich eine Abkühlung eines weit in der Vergangenheit liegenden Gases durch Expansion des Kosmos. Beides zusammen deutet auf einen Urknall hin.


Bild: Schwedische Akademie der Wissenschaften

- Galaxien entwickeln sich

Wir können recht eindeutig erkennen, dass weit entfernte Galaxien anders aufgebaut sind, andere Größen haben als nahe Galaxien. Galaxien in großer Entfernung sehen wir aber in weit zurückliegender Vergangenheit. Es muss also eine Entwicklung der Galaxien von jung zu alt geben. Damit hat die Existenz der Galaxien einen Anfang, vor etwa 13,4 Milliarden Jahren.

Aus größerer Vergangenheit bekommen wir kein Licht von Galaxien, da es sie da noch nicht gegeben hat.

- Der Kosmos expandiert.

Hubble hat vor fast 100 Jahren entdeckt, dass das Licht der Galaxien zu längeren Wellenlängen auseinander gezogen wird, wenn die Galaxie weiter entfernt ist. Das deutet darauf hin, dass der Kosmos sich ausdehnt, während das Licht zu uns unterwegs ist.

Ein sich ausdehnender Kosmos aber war früher kleiner. Und die Ausdehnung muss mal begonnen haben.

- Der Anfang war heißer

Wendet man das so gefundene Ausdehnungsgesetz auf die Mikrowellenstrahlung an, so muss sie von einem 3000 K heißen Gas stammen. Je jünger der Kosmos ist, desto heißer ist diese Strahlung. Auch Zwischenwerte von etwa 10 K in mittleren Entfernungen lassen sich inzwischen messen.

- Es gibt Altersgrenzen

Mit immer genaueren Methoden können wir das Alter der Objktre im Univerusm abshcätzen und daraus eine Grenze für das Alter des Kosmos ableiten:

Radioaktivität auf der Erde: Kosmos älter als  7 - 13 Mrd. Jahre

Kugelsternhaufen: Kosmos etwa 13 - 14 Mrd. Jahre alt

Weißer Zwerge: Kosmos muss etwas über 12 Mrd. Jahre alt sein

Kosmische Expansion: Alter des Kosmos 13,4 +/- 0,3 Mrd. Jahre

Im nächsten Post lernen wir, was uns die Modelle zum Anfang sagen...denn sie lassen einen Kosmos ohne Urknall zu.

Danach lernen wir, welche Beobachtungen des gegenwärtigen Kosmos diese Urknallvorstellung erklären kann, ein weiteres Plus für den Urknall..




Dienstag, 28. Juni 2022

Um den Polarkreis rum...

 Ein interessantes Video hat der NASA Satellit AIM (Aeronomy of Ice in the Mesosphere) aufgenommen.

Es zeigt wie leuchtende Nachtwolken um den Nordpol am  Polarkreis herumwirbeln. Dabei kommen sie bis auf 47° Breite nach Süden.

Diese Wolken entstehen, wenn Meteorstaub durch aufsteigenden Wasserdampf in 80 km Höhe vereist.

Von Mitte Mai bis Mitte August kann man oft auch von Kassel aus solche leuchtenden Nachtwolken (LNC) sehen.

Einfach mal im Blog danach suchen oder das Label anklicken...



Der Stachel des Skorpions

 Nachdem am Montag sich die Wolken verzogen hatten, kam nach Mitternacht Antares und der Stachel des Skorpions über den Südhorizont.

Die Aufnahme habe ich in der Nacht vom Montag auf Dienstag um 0.37 Uhr gemacht.

Der 600 Lichtjahre entfernte Antares ist ein Riesenstern, am Ende seines Lebens angekommen. Der hellste Stern im Skorpion hat einen Durchmesser von fast 1 Milliarde km! Da Antares gerade mal 3400 Grad Photosphärentemperatur besitzt, leuchtet er trotz seiner relativen Nähe von 600 Lichtjahren nicht allzu hell am Himmel, das meiste Licht strahlt er im IR ab.

Trotzdem bildet er im Sommer auch in unseren Breiten zusammen mit seinem Stachel einen markanten Blickfang am Südhimmel.



Montag, 27. Juni 2022

Mein zweites Gespräch mit Jason

 Teil 2 unseres Gesprächs über Jasons Buch, aufgezeichnet auf YouTube:

https://youtu.be/DlA2GoIjzCY

Am Mittwoch geht es weiter: 17.00 Uhr im FutureSpace




Die Sonne heute

Mit dem Satellit SOHO blicken wir mal auf die aktuelle Sonne. Das S/W Bild ist vom SDO Observatorium aufgenommen worden. Sehr schön sieht man an den Rändern die über den Sonnenflecken schwebenden heißeren Wolken, die Sonnenfackeln.




Sonntag, 26. Juni 2022

Wir kommen um einen Urknall wohl nicht herum...: Begriffsklärung

 Der Begriff Urknall (Big Bang im Englischen) ist eigentlich eher als  Kritik an einem Weltmodell entstanden, das dem Kosmos einen Anfang setzt.

Viele denken dabei an einen Schöpfungsakt. Wann hat der stattgefunden? In unserer Zeit? Dann muss es auch etwas davor gegeben haben, etwas, was diesen Akt ausgelöst hat...und so können wir den Anfang von allem immer weiter nach hinten verschieben.

Für mich sind auch religiöse Deutungen keine Möglichkeit, die ich ernsthaft in Betracht ziehe.

Alle Religionen sind menschenzentriert, denn sie sind von Menschen ausgedacht und von Menschen erfunden worden...bewusst oder unbewusst, das spielt keine Rolle: Immer steht der Mensch auf dieser Erde im Mittelpunkt des göttlichen Wirkens.

Ein Schöpfergott passt nicht in ein Universum mit 300 Milliarden Galaxien aus jeweils 300 Milliarden Sternen, von denen viele wohl Planeten haben, auf denen sich durchaus auch Leben, vielleicht sogar intelligenteres Leben als bei uns, hat bilden können.

Unser Bild vom Kosmos hat sich in den letzten 50 Jahren drastisch geändert: Von einem zyklischen, ewigen Kosmos (ohne Beobachtungsgrundlage, nur aus der philosophischen Überzeugung heraus postuliert!) bis hin zu einer Einmaligkeit der Existenz, so wie alles im Kosmos auch einmalig und vergänglich ist. Von einem Universum, in dem es keinerlei Hinweise auf Leben außerhalb der Erde gab bis hin zu einem Kosmos, bei dem wir überall Moleküle des Lebens entdecken.

Dem haben keine religiöse Deutungen Rechnung getragen, wie auch...sie sind ja aus der Phantasie früherer Jahrhunderte entstanden.

Auch die Astrologen ignorieren moderne Erkenntnisse, wie die Taumelbewegung der Erdachse, die zu einer Abweichung zwischen Tierkreiszeichen und Tierkreissternbildern geführt hat: Die Jungfrau ist inzwischen ein Löwe!

Im Standardmodell der Kosmologie  ist  die Inflationsphase integriert: Ein nahezu unmittelbar zu Beginn erfolgtes Aufblähen des winzigen Universums auf eine gigantische Größe. Ob die unverstandene Dunkle Energie dafür verantwortlich ist oder eine andere Kraft ist letztlich unbekannt. Aber mit dieser nahezu schlagartigen Vergrößerung können wir sehr viele Beobachtungen deuten:

- Der beobachtbare Teil des Universums scheint keinerlei Raum-Zeit-Krümmung zu besitzen. Das lässt sich leicht auf die exponentielle Vergrößerung zurückführen: Auch der Königsplatz auf der Erde zeigt nicht die Krümmung der Erdoberfläche an.

- Der heutige Kosmos (wir schauen in jede Richtung auf etwa 45 Milliarden Lichtjahre) ist im Großen und Ganzen gesehen gleichartig aufgebaut. Innerhalb des Weltalters von knapp 14 Milliarden Jahren könnte man das in einem so großen Universum mit der Lichtgeschwindigkeit als höchste Signalgeschwindigkeit nicht bewerkstelligen.

- Das Inflationsmodell kann die Struktur des Kosmos (Netzwerk aus Galaxienhaufen) durch Quantenfluktuationen erklären, die durch die Inflation auf makroskopische Größen ausgedehnt wurden.

Darüber wollen wir aber in dieser kleinen Postserie nicht sprechen: Aber diesen Prozess des inflationären Aufblähens könnte man durchaus auch als Urknall bezeichnen.

Überhaupt ist die Frage nach dem Anfang des Kosmos letztlich nur eine typisch menschliche Frage.

Unsere Lebenserfahrung sagt uns von Kind an: Alles was da ist, hat etwas aus dem es hervorgegangen ist. Ich als Kind habe Eltern, die haben meine Großeltern als Eltern. Das Haus wurde von Menschen aus Steinen und anderem Material gebaut.

Aber unsere Erfahrung stammt aus der Interpretation der Sinneseindrücke, die unser Gehirn erhält und über ererbte Mechanismen interpretiert.

Das ist unsere Wirklichkeit, die mit einer wie auch immer gearteten Realität nichts zu tun haben muss...

Also suchen wir in unserer Wirklichkeit auf Hinweise auf einen Anfang des Kosmos, die haben wir nachvollziehbar gefunden.

Und somit muss es etwas gegeben haben, was diesen Anfang ausgelöst hat.

Das zeigt auch das Modell der Kosmologin Anna Ijjas, in deren Bild ich Beschriftungen eingefügt habe:


Und wenn wir Menschen das nicht finden, was vorher war,  dann erfinden wir es...so funktioniert unser Gehirn.

Da gibt es dann die religiöse Erfindung eines Schöpfers oder die "wissenschaftliche (?)" Erfindung eines Multiversums oder die von Roger Penrose, der an ein Universum vor dem Universum glaubt (was auch immer das bringen mag...).

Und Albert Einstein hat uns mit seiner Relativitätstheorie gezeigt, dass Zeit relativ ist: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eine Illusion. Braucht es da noch eine Ursache und einen Anfang: Alles IST!?

In der Wissenschaft gibt es den Prozess der Autopoiese:

Ein System erzeugt sich selbst aus den Elementen aus denen es besteht. Es gibt keinen Anfang, keine Ursache und keine Schöpfung.

Das passt nun so gar nicht in unsere Wirklichkeit....aber vielleicht zu unserem Kosmos?

Wie schön wäre es also, wenn es diesen lästigen Urknall gar nicht geben würde, wenn wir in einem ewigen Universum leben würden und uns keine Gedanken über den Anfang und den Erzeugungsprozess machen müssten.

In den nächsten Posts möchte ich nun die Beobachtungen beschreiben, die uns   auf die Existenz eines Anfangszustandes unseres Kosmos hinweisen. Den wollen wir weiterhin Urknall nennen.

In der Summe scheint der Urknall eine gesetzte Tatsache zu sein, die wir in unseren Kosmologien berücksichtigen müssen.


wird fortgesetzt





Mathematik zum Anfassen

Mathematik zum Anfassen – für jung und alt!

Das Mathematikum in Gießen ist das erste Mitmachmuseum für Mathematik auf der Erde.

Wer die tollsten und wichtigsten Exponate einmal selbst erleben und ausprobieren möchte:

Das Mathematikum kommt im Rahmen der Aktion „100 Tage MINT“ nach Kassel in den FutureSpace (Wilhelmsstraße 2).

Mathematik zum Anfassen im FutureSpace

Öffnungszeiten:

Fr., 1.7., 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Sa, 2.7.und So, 3.7., 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

Mo, 4.7., 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Schulklassen sollten unter anmeldung@futurespace.org einen Termin reservieren lassen.

Es stehen Mitarbeitende des Mathematikums und des FutureSpace  zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei!

Vortrag  Mathematische Experimente

Referent: Prof.Dr.Dr.hc.Albert Beutelspacher (Gründer und Leiter des Mathematikums)

Fr, 1.7., 11.00 Uhr FutureSpace

In diesem Vortrag führt Prof. Beutelspacher mit Hilfe einfachster Materialien faszinierende Experimente vor und erläutert sie.

Schulklassen sollten sich für diesen Vortrag ebenfalls anmelden, ansonsten ist eine Teilnahme ohne Voranmeldung möglich.

 


100 Tage MINT:

Während der documenta gibt es täglich Vorträge, Workshops, Experimente aus Naturwissenschaften und Technik:

Wollen Sie Mikrowellen mit der Hand einfangen, ihre DNA  bestimmen oder hören, wie kosmische Teilchen durch den Raum fliegen?

Dann kommen Sie zu uns in den FutureSpace!

Die nächste Veranstaltung:

Mo, 25.6. und Mi, 27.6., jeweils 17.00 Uhr

KP Haupt im Gespräch mit Jason v. Juterczenka

(T)raumschiff Erde:

 - Eine Bestandsaufnahme (Mo)

- Der Mensch als Lösung (Mi)


Samstag, 25. Juni 2022

Zum Gegenschein der Sonne zoomen

 Als Bild der Woche haben das Gemini-Süd Observatorium in Chile (links) und das Gemini-Nord Observatorium auf Hawaii Weitwinkelaufnahmen des jeweiligen Nachthimmels kombiniert.

Wir sehen das Band der Milchstraße. Aber besonders auffällig ist der weißliche Streifen, der sich horizontal durch das gesamte Bild zieht. Er ist das Zodiakallicht: Sonnenlicht wird am Staub im Planetensystem gestreut, der sich in der Ebene der Planetenbahnen angesammelt hat.

Und genau mitten in diesem Lichtgürtel verläuft die Ekliptik, die Jahresbahn der Sonne. Der hellste Lichtfleck links kommt von der Venus. Jupiter links von Venus geht gerade auf, rechts von ihr stehen Mars und Saturn.

Die größere scheibenförmige Aufhellung in der Mitte des Zodiakallichtes ist der Gegenschein der Sonne:

Hier leuchtet die Sonne frontal auf alle Staubteilchen, die somit besonders viel Licht reflektieren.

Rechts, am anderen Ende des Zodiakallichtes sehen wir Aldebaran mit den V-förmigen Hyaden und daneben die Plejaden. Weiter links sehen wir Castor und Pollux. Am unteren Bildrand steht der Orion: Rigel ist nicht mehr zu sehen, aber Beteigeuze fällt allein durch ihre Färbung auf.

Das Bild kann durch Anklicken vergrößert werden und dann kann man auch hineinzoomen.

credit:NOIRLab/NSF/AURA/ P. Horálek (Institute of Physics in Opava), T. Slovinsk



Freitag, 24. Juni 2022

Eine seltsam geformte Galaxie

 Mit dem 8m Teleskop Gemini-Süd ist die 140 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 7020 fotografiert worden. Sie ist mit einem Durchmesser von 145 000 Lichtjahren etwa so groß wie unsere Galaxis.

Sie gehört zu den linsenförmigen SO-Galaxien. Sie sind ein Mitteltyp zwischen elliptischen und Spiralgalaxien: Vermutlich Spiralgalaxien, denen die interstellare Materie ausgegangen ist.

NGC 7020 hat einen sehr ungewöhnlichen Zentralbereich: Die Sterne haben sich in einem sechseckigen Gebilde angeordnet. Links und rechts gibt es kreisförmige Verdichtungen an Sternen.

Wie eine solche Struktur entsteht, ist unbekannt.

credit: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/H. Dottori, R. J. Díaz, G. Gimeno




Donnerstag, 23. Juni 2022

Die Mondsichel heute früh

 Bevor es wieder vom Bismarckturm zurück ging (unvergessen der Abstieg vor Sonnenaufgang im Morgenkonzert der Waldvögel) habe ich noch die schmale Mondsichel mit dem 600 mm Tele aufgenommen (4.30 Uhr).



Ein Panorama

 Leider aus zwei nicht ganz angepassten Bildern zusammengesetzt...aber ich denke, es gibt trotzdem gut den Eindruck wieder, der sich mir heute früh auf dem Bismarckturm anbot.



Morgenhimmel: Planetenreigen

 Heute früh (Donnerstag) steht Merkur noch nicht ganz optimal, an den nächsten beiden Tagen ist er etwas höher. Aber die Wetterbedingungen sollen sich deutlich verschlechtern.

Deswegen: Wecker klingelt um 3.15 Uhr, Abfahrt zum Parkplatz unterhalb der Bismarckturms, Aufstieg (2 km) und ab 4.00 Uhr fotografieren...

Ich habe mit vielen Aufnahmen von Weitwinkel bis Tele den Horizont abgescannt...Merkur war wieder nicht drauf. Er steht einfach zu tief im Horizontdunst. Und wenn er sich da freigekämpft hat, ist es schon zu hell...

Im letzten Bild habe ich seine ungefähre Position eingekringelt.

Aber trotzdem: Auch die vier anderen Planeten, mit der schmalen Mondsichel und Erdlicht, mit tollem Blick über Kassel und Baunatal...das war wieder ein unvergessener Anblick.

Da habe ich sogar die Horde von etwa 25 "Mörderhummeln" ignoriert, die mehrere Angriffe auf mich flogen...

Der Mond stand bei Mars, Venus beendet wirklich bald ihre Sichtbarkeit als Morgenstern. So richtig hell kommt sie nicht mehr gegen die Dämmerung an.

Rechts von Mond und Mars kommen Jupiter und weit außen Saturn.

Die Aufnahmen entstanden zwischen 4.05 Uhr und 4.20 Uhr.





Mittwoch, 22. Juni 2022

Hinweis: Seltene Planetenstellung am Morgenhimmel

 Mit viel Glück erwischt man am Donnerstag zwischen 4.15 Uhr und 4.30 Uhr auch den Merkur dicht am NO-Horizont. Rechts daneben steht Venus, dann kommen Mond und Mars, dann Jupiter und Saturn. Das sind alle hellen Planeten auf einer Reihe.-b Ein Jahrzehnt Ereignis!

In den nächsten Tage wird Merkur leicht besser zu sehen sein, aber das Wetter wird deutlich unbeständiger, gerade in den Morgenstunden.

Man braucht freie Sicht von NO bis SW. In Kassel empfehle ich den Bismarckturm. Vielleicht sehen wir uns ja..



(T)raumschiff Erde

Am Montag habe ich das erste von drei Gesprächen mit Jason v. Juterczenka geführt. Zentrales Thema ist sein Buch (T)raumschiff Erde, das er im Alter von 14 Jahren geschrieben hat. Jason ist inzwischen 16 Jahre alt.


Wir haben gestern über das erste große Kapitel gesprochen: Die Geburt eines Wunders

Wer Jason und mich kennt, weiß, dass es dabei nicht um eine religiöse Botschaft geht...

Wir unterhalten uns über die Entstehung von Kosmos und leben, welche Bedeutung Leben im Kosmos hat. Dabei gehen wir auch auf die besonderen Umstände ein, unter dem ein Jugendlicher heute auf seine und die Zukunft der Welt blickt.

Wir haben es aufgezeichnet und im FutureSpace YouTube Kanal veröffentlicht:

https://youtu.be/oSGxtsFXcus

Das zweite Gespräch ist am kommenden Montag um 17.00 Uhr live im FutureSpace. Es geht um "Wir - eine Bestandsaufnahme".

Das dritte Gespräch ist dann nächste Woche Mittwoch um 17.00 Uhr.





Dienstag, 21. Juni 2022

Der längste Tag des Jahres


 Wir sind in der Zeit der längsten Tage und der kürzesten Nächte.


Bis zum Di, 21.6. (genau bis 11.13 Uhr) entfernt sich die Sonne noch vom Himmelsäqautor (ihre Deklination (Abstandswinkel vom Himmelsäquator) steigt, wenn auch nur sehr gering).
Dann ist die Sommersonnenwende, d.h. die Sonne wendet ihre Bewegung um und nähert sich wieder (mit fallender Deklination) dem Himmelsäquator. Dies ist auch der längste Tag des Jahres.
Rundet man auf volle Minuten, dann haben wir vom 18.6. bis zum 24.6. eine Tageslänge von 16h33m in Kassel.
Die Mittagshöhe der Sonne liegt in Kassel dann bei etwas über 62°
Den frühesten Sonnenaufgang erleben wir mit 5.06 Uhr vom 13.6. bis zum 21.6., den spätesten Sonnenuntergang mit 21.40 Uhr vom 19.6. bis zum 1.7.!
Ursache ist die Abweichung von wahrer Sonnenbewegung und der mittleren Sonnenbewegung, die für unsere Zeitrechnung bestimmend ist.
Dass der Abstand Erde-Sonne mit den Jahreszeiten nichts zu tun hat, kann man auch daran erkennen, dass die Erde am 4.7. ihren sonnenfernsten Punkt der Bahn mit 152,1 Millionen km, erreicht hat.

Bild: Stellarium


Kosmologievortrag am Mittwoch: Live und Link

Mein Vortrag am Mi, 22.6., 18.00 Uhr im FutureSpace kann auch live in unserem neuen YouTube Kanal angeschaut werden:

https://youtu.be/JN-vMbNLiaU

Trotzdem würde ich mich über viele Gäste im FutureSpace freuen. Wir haben eine intensive Querlüftung sowie drei große Luftreiniger mit zusätzlicher UV-Desinfektion.


Thema: Vom Anfang und Ende des Universums




Einer hat gefehlt....

 Nun...NLCs vor Mitternacht  und NLCs ein paar Stunden später in der Morgendämmerung.

Gegen 4.00 Uhr fuhr ich zur Rasenallee. An wenigen Stellen hat man einen recht guten Blick über Kassel.

Die Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn waren leicht zu sehen, der Mond hatte genau Halbmond und stand in der Nähe von Jupiter (viertes Bild)

Merkur sollte auch nach 4.15 Uhr sichtbar werden. Aber die Horizontbewölkung verwehrte den Blick auf den innersten Planeten (drittes Bild).. Somit waren es eben nicht alle 5 auf einmal...







Leuchtende Nachtwolken über Harleshausen

 Von meinem Schlafzimmerfenster aus konnte ich am Montagabend gegen 23.27 Uhr leuchtende Nachtwolken LNCs sichten und fotografieren.

Sie entstehen, wenn Wasserdampf an Meteorstaub zu Eis kondensiert (siehe frühere Posts).

Die NLCs waren nicht sehr hoch und auch nicht sonderlich ausgeprägt, aber gut sichtbar.




Montag, 20. Juni 2022

Was für ein Zufall?

 Rico Janusch und ich wohnen etwa 4 km auseinander und müssen wohl die gleiche Blitzerscheinung erwischt haben...



Nachthimmel mal anders....

 Zwischen 0.20 Uhr und 0.45 Uhr zog in der Nacht von Sonntag auf Montag ein recht heftiges Gewitter über Kassel hinweg.

Einige Aufnahmen davon hier:









Und diese beiden Bilder hat Rico Janusch über der Südstadt aufgenommen: