Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
Posts mit dem Label DART werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label DART werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. März 2023

Breaking News: Kosmische Schuttwolke

Embargo bis 21.3., 14.00 Uhr 

Am 26.9.22 knallte die Raumsonde DART in den Asteroiden Diomorphos und setzte riesige Mengen an Schutt frei (siehe früherer Posts, Label  DART).

Damit wollte man sehen, wie gut man Asteroiden aus ihrer Bahn ablenken kann (das war sehr erfolgreich!) und Material aus dem ursprünglichen Sonnensystem aus dem Inneren freisetzen und analysieren.

Alle vier großen 8,4 m Teleskope des VLT haben danach für einen Monat lang die Schuttwolke beobachtet (der Asteroid und auch sein Begleiter waren bei 11 Mill km Entfernung nicht auflösbar).

Am Anfang war die Farbe der  Schuttwolke bläulich, was auf sehr feine Staubteilchen hinweist. Später gab es Klumpen, Spiralen und einen langen vom Sonnenwind angetriebenen Schweif, wie bei einem Kometen. Die Farbe wurde rötlicher, was auf größere Teilchen hinweist.

Mit dem Spektrographen MUSE  suchte man nach Atomen und Molekülen, fand aber weder Sauerstoff noch Wasser.

Um Informationen über die Oberflächenstruktur zu erhalten wurden Polarisationsmessungen des Lichtes durchgeführt. Mit dem Impakt sank der Polarisationsgrad stark ab, was auch auf feinen Staub auf der Oberfläche hindeutet.

Das wird sehr schön in dem Video der ESP dargestellt.

Die Bilderserie zeigt Aufnahmen, beginnend am 26.9.22, kurz vor dem Impakt, bis zum 25.10.22. Die querverlaufenden dicken Striche sind Sternstrichspuren, denn die Fernrohre wurden der Asteroidbewegung am Himmel nachgeführt.

siehe auch Post vom 7.3.

credit: ESO/Opitom et al





Dienstag, 7. März 2023

DART: Noch immer strömt der Staub

 Am 26.9. ist die Raumsonde DART (545 kg) mit 21000 km/h auf den kleinen Asteroidenmond Dimorphos gestürzt.

Ziel war die Untersuchung, ob man einen Bahnwechsel so erzwingen kann.

Mit dem Hubble Space Teleskop ist nun die Staubentwicklung aufgenommen worden. Nach 17 Stunden zeigt sich durch die Wechselwirkung mit dem Hauptkörper Didymos das Auftreten von Verwirbelungen und Verformungen.

Danach wird der Staub durch den Strahlungsdruck der Sonne fortgetrieben.

Noch immer ist der Staubstrom beobachtbar.

Das Video zeigt die Entwicklung der Staubabgabe.

credit: NASA/ESA/PSI/STS





Mittwoch, 12. Oktober 2022

Wir bewegen den Himmel...DART - Mission erfolgreich!

 Ja, es hat geklappt...die Bahnänderung des kleinen Asteroiden Dimorphos konnte nun nachgewiesen werden.

Zur Bahnänderung hat sowohl der Impakt als auch der Rückstoß des ausgestoßenen Materials beigetragen.

Wie hat man die Bahnänderung bestimmt:

Diomorphos umkreist ja den größeren Asteroiden Didymos. Dadurch kommt es, von der Erde aus gesehen, zu regelmäßigen Helligkeitsänderungen des Gesamtsystems.

Daraus kann man die Umlaufsperiode bestimmen. Sie war 11h 55 m vor dem Impakt. Nun hat sie sich auf 11h 23 m verkürzt, also um 32 Minuten! Schon bei einer Änderung von weniger als einer Minute hätte die NASA von einem Erfolg gesprochen.

Übrigens: Der Staubschweif des 170 m großen Asteroidenmondes hat inzwischen eine Länge von 10 000 km!

Bild: Vergleich zwischen alter und neuer Umlaufsperiode

Animation: Bedeckungen und Helligkeitsänderungen

credit: NASA/JPL