Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Montag, 2. Januar 2023

Neustes Bild aus Calden: Galaxienpaar Holm 46

Ich freue mich ein weiteres Astrofoto aus Calden hier zeigen zu können! 

Dietmars neue Sternwarte liegt unterhalb des Grundstückes der alten Sternwarte Calden.

KP

Das Galaxienpaar Holm 46 (NGC 672 und IC 1727)

NGC 672 ist eine Balkenspirale im Sternbild Dreieck in 25 Mill. LJ Entfernung. Gemeinsam mit der nahestehenden, gravitativ gebundenen IC 1727 bildet sie das Galaxienpaar Holm 46.

Es besteht eine starke Wechselwirkung zwischen den beiden Galaxien, was besonders an der starken Asymmetrie und der exzentrischen Kernregion von IC 1727 erkennbar ist.

Bei der Analyse der Sternentstehungsprozesse zeigte sich ein interessantes Phänomen:

In beiden Galaxien gab es synchrone, periodische Sternentstehungsprozesse, die wahrscheinlich durch wiederkehrende Annäherungen und der damit einhergehenden Aufwirbelung von Gas und Staub ausgelöst wurden.

Die Aufnahmebedingungen waren in den Nächten vom 15.12. und 17.12.2022 nicht gerade optimal. Die Transparenz war wegen der relativ hohen Luftfeuchtigkeit nicht sehr gut und immer wieder musste ich die Session wegen einlaufenden Nebels unterbrechen.

Aufnahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenbau) im Primärfokus mit ASA-Korrektor @ f=2070mm

Kamera: CCD QSI583wsg

Guiding: Lodestar Pro am OAG

Filter: Astrodon-Filtersatz

Belichtungszeiten: L: 20x600s; RGB: je 6x600s @ -25°C Sensortemperatur

Gesamtbelichtungszeit: 6h20m

Mit den besten Wünschen für das Jahr 2023

Dietmar Gutermuth

DistantHorizonObservatory, Calden



Donnerstag, 18. August 2022

Eine Galaxie mit zwei Zentren, noch...

 Die 89 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 7721 ist vor einer  Milliarden Jahren durch Verschmelzung zweier Galaxien entstanden.

Zahlreiche schweifartige Strukturen aus Gasen und Sternen zeugen von dieser Vergangenheit. Und sie besitzt zwei Zentren, die besonders im zweiten Bild aufgelöst sind.

In beiden Zentren sitzen supermassive Schwarze Löcher, die in etwas 250 Millionen Jahren zu einem sehr massereichen Schwarzen Loch verschmelzen werden.

Dann erinnert nur noch wenig an die Entstehung dieser großen Galaxie.

Galaxienverschmelzungen sind sehr häufig im Kosmos. Es sind eher Durchdringungen und dann eine Verbindung der Strukturen. Sterne stoßen dabei nahezu nie zusammen, überleben diesen Prozess unbeschadet.

credit: ESO




Donnerstag, 11. August 2022

Beginn einer Verschmelzung

 Mit Daten des Gemini-Nord Teleskops ist jetzt diese Aufnahme der beiden verschmelzenden Galaxien NGC 4568 und NGC 4567 (oben) im Sternbild Jungfrau erzeugt worden.

Die beiden etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxien beginnen gerade ihren Verschmelzungsprozess, noch sind die beiden Zentren etwa 20 000 Lichtjahre voneinander entfernt (das ist etwa der Abstand der Sonne zum Zentrum unserer Galaxis).

In etwa 500 Millionen Jahren wird der Verschmelzungsprozess abgeschlossen sein und eine große elliptische Galaxie entstanden sein. Zahlreiche neue Sterne sind in der Zwischenzeit entstanden.

Im kleinen Bild sieht man auch eine Supernova, die 2020 während der Belichtung des Bildes, dort sichtbar war.

Man beachte das schöne ZOOM-In Video.

credit: Gemini-Nord, NOIRLab/NSF/AURA






Samstag, 6. August 2022

JWST blickt auf Wagenradgalaxie

 Die neusten Bilder vom James Webb Space Teleskop JEWST zeigen Aufnahmen der 500 Millionen Lichtjahre entfernten Wagenradgalaxie.

Mit etwa 130 000 Lichtjahre Durchmesser ist sie recht groß, hat aber nur etwa 5 Milliarden Sonnenmassen.

Vor etwa 440 Millionen Jahren ist eine große Spiralgalaxie mit einer kleineren Galaxie verschmolzen. Die Spiralarme bilden die Speichen des heute sichtbaren Wagenrades.

Die Ringe bestehen aus Gas, Staub und vielen jungen Sternen, deren Entstehung durch eine Druckwelle im Gas bei der Verschmelzung ausgelöst wurde. Der äußre Ring dreht sich mit etwa 220 km/sec.

Das JWST hat nun bei mehreren Wellenlängen im IR fotografiert. Diese langwellige Strahlung kann Staubwolken durchdringen. Deshalb werden viele innere Strukturen erstmalig sichtbar.

Bild 1: Aufnahme im nahen und mittleren IR (600 nm bis 5000 nm). Blau gefärbt sind die kürzeren, rot gefärbt die längeren IR Wellen. Man sieht Staub, Sternentstehungsgebiete und heiße Gase. Die blauen Punkte sind einzelne Sterne.

Bild 2: Aufnahme im mittleren IR, die vor allem Kohlenwasserstoffe und Staubwolken zeigt.

Video: Schwenk über die Galaxie bei verschiedenen Wellenlängen.

credit: NASA/ESA/CSA








Donnerstag, 30. Juni 2022

Breaking News: Fossil ganz in der Nähe

 Embargo bis 17.00 Uhr

In den äußeren Bereichen der Andromedagalaxie (12° vom Zentrum entfernt) hat ein Amateurastronom beim Durchsehen alter archivierter Daten eine sog. "ultraschwache Zwerggalaxie" entdeckt, die Pegasus V genannt wurde.

Nun ist sie mit dem 8,1 m Teleskop der Sternwarte Gemini-Nord genauer untersucht worden.

Es konnten einzelne Sterne beobachtet werden, an denen auch die Entfernung gemessen werden konnte. Deren Spektren zeigen eine ungewöhnlich niedrige Häufigkeit schwerer Elemente.

Pegasus V muss deshalb zu den ersten Galaxien gehören, die sich im Universum gebildet haben.

Das Standardmodell der Kosmologie sagt viel mehr solcher Galaxien vorher als bisher beobachtet werden konnten. Deswegen hat diese Entdeckung eine besonders große Bedeutung.

credit: Gemini/NOIRLab/NSF/Aura




Freitag, 24. Juni 2022

Eine seltsam geformte Galaxie

 Mit dem 8m Teleskop Gemini-Süd ist die 140 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 7020 fotografiert worden. Sie ist mit einem Durchmesser von 145 000 Lichtjahren etwa so groß wie unsere Galaxis.

Sie gehört zu den linsenförmigen SO-Galaxien. Sie sind ein Mitteltyp zwischen elliptischen und Spiralgalaxien: Vermutlich Spiralgalaxien, denen die interstellare Materie ausgegangen ist.

NGC 7020 hat einen sehr ungewöhnlichen Zentralbereich: Die Sterne haben sich in einem sechseckigen Gebilde angeordnet. Links und rechts gibt es kreisförmige Verdichtungen an Sternen.

Wie eine solche Struktur entsteht, ist unbekannt.

credit: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/H. Dottori, R. J. Díaz, G. Gimeno




Samstag, 4. Juni 2022

Von Kopernikus zur Dunklen Materie, V

 Kepler und die Dunkle Materie

Auch unsere Galaxis besteht zum größten Teil aus nicht sichtbarer Dunkler Materie DM.

Woher wissen wir das?

In den Außenbereichen dreht sich unsere Galaxis so schnell, dass durch die Fliehkraft alle Sterne schon längst weggeflogen wären, würden sie nur von den anderen sichtbaren Sternen angezogen. Unsere Galaxis hätte sich ohne DM schon längst aufgelöst....

Die Sterne  werden also von DM auf ihrer Bahn gehalten.

Die Beobachtungen dazu wurden von der Astronomin Vera C. Rubin (1928-2016) durchgeführt. 1962 stellte sie einer ihrer Studentengruppen die Aufgabe, eine Rotationskurve von unserer Galaxis zu messen.






In dieser Kurve soll die Rotationsgeschwindigkeit für verschiedene Abstände vom Zentrum bestimmt werden.

Wieder geht das nur, in dem man die Farbveränderungen beobachtet, die durch die Rotationsbewegungen von leuchtenden Gasen entstehen (Dopplereffekt: zeigt der Geschwindigkeitsvektor von uns fort, beobachtet man eine Rotverschiebung, ansonsten eine Blauverschiebung).

Was war zu erwarten?

Wäre unsere Galaxis eine starre rotierende Scheibe, so würde die Rotationsgeschwindigkeit v proportional zum Abstand r ansteigen: v = ω * r.

Dabei ist ω   die Winkelgeschwindigkeit, also die Gradangabe pro Sekunde, mit der sich die Galaxis dreht. Bei einer sich drehenden Scheibe ist   überall gleich groß.


Würden alle Sterne wie Planeten um eine zentrale Masse kreisen (Kepler Rotation) so gilt (siehe Post vom 26.5.):

v = √ ( G * M / r), d.h. die Rotationsgeschwindigkeit nimmt mit der Wurzel aus dem Abstand ab.

G ist die Gravitationskonstante und M die von der Bahn eingeschlossene Masse.

Was haben Rubin und ihre Studenten gesehen?

In den äußeren Bereichen bleibt die Rotationsgeschwindigkeit nahezu konstant, vollkommen unerwartet..


Das kann nur so erklärt werden, dass weit außen, also da, wo man keine Sterne mehr sieht, große Mengen an DM die schnelle Rotationsbewegung der Sterne verursachen.

Als nächstes (1970) bestimmte sie die Rotationskurve der Andromedagalaxie, unserer großen Nachbargalaxie:

Im Zentrum rotiert sie wie eine starre Scheibe, dann gibt es einen kleinen Bereich mit Kepler Rotation und ab da geht es ab...die DM macht Dampf!


In den Jahren danach hat Rubin die Rotationskurven von vielen anderen Galaxien  bestimmt und immer wieder das gleiche Ergebnis gefunden:


In einer Veröffentlichung von 1980 schreibt sie:

"The conclusion is inescapable that non-luminous matter exists beyond the optical galaxy.”

Die Entdeckung Zwickys fast 50 Jahre vorher konnte sie als allgemeines Gesetz bestätigen.

Sie hat die DM nicht entdeckt. Als Rubin ihre Ausbildung begann, war die Idee der DM schon da. Aber sie hat zweifelsfrei die Existenz von DM in den Galaxien nachgewiesen.

Heute vermuten wir, dass DM einen entscheidenden Anteil an der Bildung von kosmischen Strukturen hat. DM bildet ein Netzwerk im Kosmos (das auch beobachtet wird), an deren Knoten sich die sichtbare Materie angelagert hat, konzentriert wurde und Sterne und Galaxien gebildet hat.

Wir leben und sind gefangen in einem gigantischen Netzwerk aus Dunkler Materie.

Das Bild zeigt eine Computersimulation der Strukturbildung im Kosmos durch DM.


Ende der Postserie

Donnerstag, 12. Mai 2022

Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy, Teil 4

 Zuerst ein Größenvergleich der beiden SL in M87 und unserer Galaxis:


Hier ein Schaubild der ESO zum Aufbau eines Supermassiven Schwarzen Loches:


Singularität: 
Im Zentrum eines SL versagt die Physik. Dies wird durch eine Singularität ausgedrückt (alle Werte gehen ins Unendliche).
Ereignishorizont: 
Auch das ist eine Singularität, die aber durch Wahl eines geschicktes Koordinatensystems verschwindet. Am Ereignishorizont passiert eigentlich nichts, außer, dass ab da nichts mehr den Bereich innerhalb verlassen kann.
Photonen Sphäre:
Durch die starke Raumkrümmung wird Licht gefangen und bildet einen hellen Ring
Relativistische Jets: 
Einstürzende Materie wird durch Magnetfelder und Schwerkraft so abgelenkt, dass sie in schmalen Plasmastrahlen den Bereich des SL verlässt.
Innerer stabiler Orbit: 
Der innere Rand der Akkretionsscheibe, der in wenigen Stunde um das SL auf stabilen Bahnen umlaufen kann.
Akkretionsscheibe: 
Einfallende Materie sammelt sich aus Drehimpulserhaltung in einer dünnen Scheibe.

In Zukunft werden Rotationsfilme der Gaswolken um den Schatten des SL produziert. Einer der ersten Videos ist auf der Pressekonferenz gezeigt aber noch nicht zur Verfügung gestellt worden:
Man sieht wie die hellen Gasflecken um das SL herumwirbeln...

Ende für heute?

Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy, Teil 3

 Die insgesamt 8 Teleskope haben individuell unter Ausnutzung der Erdrotation Daten gesammelt und mit präzisen Zeitstempeln versehen . Diese wurden dann an Rechenzentren verschickt, wo das eigentliche Interferenzsignal erzeugt wurde und zu einem Bild des SL zusammengesetzt wurde.

Damit das bei einer Wellenlänge von 1 mm funktioniert, waren 25 Jahre Entwicklungszeit nötig.

Man sieht den Schatten des SL im Zentrum, umgeben von heißen Gasen und Lichtverstärkungen durch die starke Raumkrümmung der leuchtenden Gase hinter dem SL.

Bild EHT



Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy

 


mehr Infos kommen

Breaking News: Sensationelle Bilder aus dem Herzen unserer Galaxis, Vorabinformationen Teil 2

 Was wissen wir über das Zentrum unserer Galaxis?

In einem Bereich von 3 Lichtjahren gibt es etwa 10 Millionen Sterne. Staubwolken verhindern die direkte Beobachtung mit sichtbarem Licht. Die Entfernung zu uns liegt bei 27 000 Lichtjahren.

Mit Radiostrahlen erkennt man eine kompakte Radioquelle Sag A*, die sich als supermassives SL darstellt. Die Masse kann aus den Umlaufsdaten naher Sterne gut bestimmt werden, sie liegt bei 4 Millionen Sonnenmassen.

Der Nobelpreisträger Genzel hat u.a. den Stern S2 über Jahre beobachtet. Erst vor kurzem hat er weitere Sterne in unmittelbarer Nähe des SL untersucht, mit Hilfe des VLTI in Paranal, Chile, bei dem vier 8,4 m Teleskope als Interferometer für kurzwelliges IR zusammengeschaltet sind.

Der Ereignishorizont hat einen Radius von etwa 12 Millionen km, das sind nur wenige Mikrobogensekunden Durchmesser.

Der Ereignishorizont ist das, was man den Rand des SL nennt: Ab hier kann selbst Licht nicht mehr fortfliegen. Aber schon weiter draußen werden Lichtstrahlen so abgelenkt, dass uns diese Bereiche ebenfalls schwarz erscheinen.

Die innerste stabile Bahn um das SL hat eine Umlaufszeit von nur 4,5 Minuten. Im Vergleich dazu muss dass EHT etwas 5 Stunden "belichtet" werden.

Gleich ist es soweit...im nächsten Post werde ich wohl ein Bild zeigen können...das in die Astronomiegeschichte eingeht...

Das Bild (ESO/Gravity) zeigt die Sterne in unmittelbarer Umgebung des SL im Zentrum der Galaxis.





Breaking News: Sensationelle Bilder aus dem Herzen unserer Galaxis, Vorabinformationen

Seit 15.00 Uhr wird eine weltweite Pressekonferenz abgehalten, von de r ich hie r berichte:

Embargo bis 15.07 Uhr 

Teilnehmer der Pressekonferenz:

  • The ESO Director General will deliver the opening words. EHT Project Director Huib Jan van Langevelde and EHT Collaboration Board Founding Chair Anton Zensus will also deliver remarks. A panel of EHT researchers will explain the result and answer questions. This panel is composed of:
    • Thomas Krichbaum, Max Planck Institute for Radio Astronomy, Germany
    • Sara Issaoun, Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian, US and Radboud University, the Netherlands
    • José L. Gómez, Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC), Spain
    • Christian Fromm, Würzburg University, Germany
    • Mariafelicia de Laurentis, University of Naples “Federico II” and the National Institute for Nuclear Physics (INFN), Italy 

Vorabinformationen:
Event Horizon Telescope Collaboration EHT
Gründung 2015 um durch Zusammenschaltung weltweit verteilter Radioteleskope unmittelbare Umgebung von supermassiven Schwarzen Löchern SL aufzunehmen.
Die von uns aus größten SL liegen im Zentrum von M87 und der Galaxis.

Verfahren: Very Long Baseline Interferometrie VLBI erzeugt erdgroßes Radioteleskop im mm- und submm-Bereich der Wellenlängen, unter 1,3 mm. Damit könnte man einen Tischtennisball auf dem Mond erkennen.

Um den Einfluss der Erdatmosphäre zu minimieren, sind Radioteleskope in großen Höhen wie ALMA (5100 m) in der Atacamawüste in Chile mit insgesamt 64 Teleskopen, in der Nevada in Spanien, auf Vulkanen in Hawaii und am Südpol eingesetzt worden.

Bei der ersten Beobachtungskampagne vom 4.-14-4-2017 wurden eingesetzt:
● Atacama Large Millimeter Array (ALMA) in Chile
● Atacama Pathfinder Experiment (APEX) in Chile
● IRAM 30-m Telescope at Pico Veleta, Spain
● James Clark Maxwell Telescope (JCMT) on Maunakea, Hawaii, USA
● Large Millimeter Telescope (LMT) Alfonso Serrano in Mexico
● South Pole Telescope (SPT)
● Submillimeter Array (SMA) on Maunakea, Hawaii, USA
● Submillimeter Telescope  (SMT) on Mount Graham in Arizona, USA

Damit konnte am 10.4.2019 das erste Bild der unmittelbaren Umgebung eines Schwarzen Loches in der 53 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 87 veröffentlicht werden.
Neue Auswertungen der Daten führten 2021 sogar dazu, dass man die Magnetfeldstruktruen im Gas um das SL registrieren konnte.
(siehe Post vom 24.3.2021
Es folgten weitere Untersuchungen von Quasaren und aktiven Galaxienkernen.
Die Auswertung der letzten Beobachtungsreihe 2021 wird heute veröffentlicht.

wird fortgesetzt



Dienstag, 3. Mai 2022

Breaking News: Galaxienkollision

 Embargo bis Di, 3.5., 16.00 Uhr MESZ

Heute wird eine Arbeit veröffentlicht, in der zwei miteinander  verschmelzende Galaxien näher untersucht werden.

Das Galaxienpaar NGC 1512 (links) und NGC 1510 steht seit etwa 400 Millionen Jahren in Wechselwirkung.

Ein Brücke aus Gas, Staub und Sternen zwischen beiden Galaxien hat sich gebildet. Hier können auch regelmäßige "Sternbildungswellen" nachgewiesen werden.

Die Aufnahme wurde mit der DarkEnergy-Camera am 4 m Teleskop in Cerro Tololo in Chile aufgenommen. Sie ist Teil eines von NOIRLab geförderten Programms.





Dienstag, 26. April 2022

Ein Hauch von Galaxie

 Ultra-diffuse Galaxien sind kaum wahrnehmbar, obwohl sie die Ausdehnung unserer Galaxis haben.

Sie zeigen keinerlei Sternentstehung mehr, haben sehr viele alte Sterne in Form von Kugelsternhaufen.

Ihre Massen sind gering, sie liegen bei einigen 100 Millionen Sonnenmassen.

Manche von ihnen zeigen Anzeichen von sehr wenig Dunkler Materie, andere scheinen große Mengen davon zu haben.

Es ist unbekannt, wieso diese Galaxien so sind, vielleicht haben sie in frühen Entwicklungsstadien ihre interstellare Materie durch Wechselwirkung mit anderen Galaxien vollständig verloren.

Die 4 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie GAMA 526784 gehört zu ihnen. Das Bild vom HubbleSpaceTeleskop wurde jetzt von der NASA veröffentlicht.

credit: NASA/ESA/HST



Montag, 25. April 2022

Die Beobachtung von Starburst Galaxien

 Im frühen Universum war die Sternentstehungsrate in Galaxien sehr hoch, dann ist sie schnell auf ein niedriges aber konstantes Maß gesunken.

Alte Galaxien, also solche, die ihre Gasanteile verloren oder aufgebraucht haben, können keine neuen Sterne mehr bilden.

Die Graphik (NASA/DSI/DLR) zeigt eint typisches Spektrum einer Galaxie mit intensiver Sternbildung (weiße Linie). Zusätzlich ist die Lage vieler wichtiger Emissionslinien u.a. von Wasserstoff und organischen Molekülen eingezeichnet.

Darunter sieht man die Wellenlängenbereiche, die vom fliegenden IR-Teleskop SOFIA, dem JWST und ALMA abgedeckt werden können.

Ganz unten sehen wir die Durchlässigkeit der Erdatmosphäre, einmal für SOFIA in 14 km Höhe und dann für ALMA in 5,1 km Höhe. In fast allen Bereichen kann SOFIA besser aus der Erdatmosphäre hinaussehen.



Donnerstag, 21. April 2022

Ein Galaxien-Meeting, mitten im Nichts...

 Das HubbleSpaceTeleskop HST hat dieses Bild von 5 Galaxien gemacht, die so nahe zusammenstehen, dass sie sich in etwa 1 Milliarden Jahren treffen. Schon jetzt ist das Gebiet um "Hickson Compact Group 40"  nur unwesentlich größer als unsere Galaxis. Dort aber stehen 3 Spiralgalaxien, eine elliptische und eine linsenförmige Galaxie.

Wie Radiountersuchungen zeigen, haben alle Galaxien supermassive Schwarze Löcher in den Zentren.

Diese Galaxienansammlung steht nicht im Zentrum eines Galaxienhaufens, da wäre es eher so zu erwarten.

Wieso sich diese fünf Galaxien so nahe gekommen sind, kann man nur erahnen. Sind sie von riesigen Mengen Dunkler Materie umgeben?

credit: NASA/HST



Sonntag, 10. April 2022

Ein galaktisches Feuerwerk

 Mit dem multiwellenlängen Spektrograph MUSE am VLT ist dieses Bild der 49 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M99 entstanden.

Die von Sternentstehungsgebieten ausgehenden Strahlungen sind farblich markiert: rot zeigt Wasserstoffwolken, Blau den Sauerstoff und Orange den Schwefel.

Auf der zweiten Aufnahme des VLT erkennt man sehr gut, dass der Kern von M99 verschoben ist. Das wird auf eine Wechselwirkung mit der benachbarten Galaxie M98 zurückgeführt.

credit: ESO/VLT




Donnerstag, 7. April 2022

Blick in eine Spirale

 Das Bild der Spiralgalaxie NGC 4571 ist mit der Weitwinkelkamera des HubbleSpaceTeleskops aufgenommen worden. Zahlreiche fernere Galaxien schimmern durch die Außenbereiche hindurch.

Die im UV empfindliche Aufnahme zeigt viele der heißen jungen Sterne.

NGC 4571 ist, wie unsere Galaxis, Teil des Virgo-Galaxienhaufens, der tausende von Galaxien enthält und Bestandteil des Virgo-Superhaufens ist. Dieser Superhaufen enthält etwa 200 Galaxienhaufen und hat eine Ausdehnung von 200 Millionen Lichtjahren. Er ist Teil eines noch größeren Systems, dem Laniakea-Superhaufen.

Bild: NASA/ESA/HST



Sonntag, 3. April 2022

Eine filigrane Galaxie, die es in sich hat

Vor wenigen Tagen wurde dieses Bild vom HubbleSpaceTeleskop  HST veröffentlicht. Es zeigt die etwa 110 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 7172. Wir blicken auf die Kante einer Spiralgalaxie.
Filigrane Strukturen aus Staub durchziehen die Sterngebiete.
Erst eine genaue Analyse des Spektrums zeigt, dass die Galaxie eine Seyfert-Galaxie ist. Ein  supermassives Schwarzes Loch im Zentrum erzeugt einen aktiven galaktischen Kern.
Es sind im Prinzip Quasare, deren zugehörige Galaxie aber wegen der großen Nähe gut sichtbar ist.
credit: NASA/Hubble/ESA



Donnerstag, 31. März 2022

Rekord: Entferntester Stern gefunden!

 Auf einem Bild des HubbleSpaceTeleskops HST wurde ein einzelner Stern entdeckt, der bei einer Rotverschiebung z= 6,2 so weit von uns entfernt steht, dass sein Licht 12,9 Milliarden Jahre zu uns unterwegs war. Der Kosmos hatte damals 7% seines heutigen Alters!

(verglichen mit meinem Alter: Ich wäre da gerade in den Kindergarten gekommen...)

Wie ist das möglich?

Das HST kann in solchen Abständen nur Galaxien bestenfalls Sternhaufen als kleine Lichtflecken erkennen. Aber hier hat der Blick durch eine Gravitationslinse geholfen:

Das Licht des Sternes ging gerade so an einer besonders starken Raumkrümmung vorbei, dass es extrem verstärkt wurde.

Die Galaxie, zu dem der Stern gehört, ist als Bogen abgebildet worden ("Sunrise Arc"), der Stern selbst wurde Earendel (Morgenstern im alten Englisch) getauft.

Er muss ein sog. Population III - Stern sein, der fast nur aus Wasserstoff und Helium besteht, deswegen viel mehr Materie enthält als heutige Sterne, man schätzt etwa 50 Sonnenmassen, bei millionenfacher Sonnenleuchtkraft.

Woran liegt das? Schwere Elemente tragen deutlich zur Abkühlung der Protosterne bei und können deshalb masseärmere, kleinere Endzustände ermöglichen.

Das James Webb Space Teleskop wird von diesem Objekt ein Spektrum herstellen können und damit endgültig die Deutung als Einzelstern bestätigen.

credit: NASA/ESA