Das Jahrtausendereignis: Jupiter und Saturn verschmelzen zum
Weihnachtsstern
Schon
seit Wochen sieht man abends nach Einbruch der Dunkelheit den hellen Jupiter
und links oberhalb von ihm den etwas lichtschwächeren Saturn tief im Südwesten.
Im Laufe des
Dezembers kommen sie sich am Himmel immer näher. Am Abend des 21.12. stehen sie
sich so nahe, dass sie für das freie Auge zu einem hellen Lichtfleck
verschmelzen.
Nur 0,1
Grad, also 20% der Vollmondscheibe, sind die beiden Planeten dann noch getrennt.
Im Fernglas sieht man um Jupiter herum seine vier hellen Monde, oberhalb steht
Saturn mit seinem Ring und dem helleren Mond Titan.
Vor 2027
Jahren war das auch so der Fall, und vermutlich war das die physikalische
Vorlage für den Stern von Bethlehem.
Ein besonders
schöner Anblick bietet der Abend des 17.12.: Da sieht man die beiden Planeten
noch getrennt, sehr dicht stehend, und links von ihnen die erst drei Tage alte
schmale Mondsichel.
Leider
findet dieses seltene Himmelsereignis sehr tief am Südwesthorizont statt. Man sollte
schon während der Dämmerung gegen 17 Uhr nach den Planeten Ausschau halten,
schon gegen 18.00 Uhr verschwinden sie hinter dem Horizont.
Natürlich
begegnen sich die beiden Planeten nicht wirklich. Saturn ist ungefähr doppelt
so weit von der Erde entfernt wie Jupiter. Nur im Dezember sehen wir die
Planeten in der gleichen Blickrichtung.
Beide
bewegen sich am Himmel nach Osten, also nach links. Jupiter ist dabei scheinbar
doppelt so schnell, deshalb holt er Saturn am 21.12. ein. Diese Bewegung wird
durch den Umlauf der Erde um die Sonne vorgetäuscht. Die Erdbewegung spiegelt
sich am näheren Jupiter eben stärker wider als am entfernten Saturn.
Alle 20 Jahre
finden solche Begegnungen der beiden Gasplaneten am Himmel statt, nur meistens
in sehr viel größerem Abstand.
Das
letzte Mal konnte man eine so enge Begegnung vor 800 Jahren beobachten, das
nächste Mal in 60 Jahren am 15.3.2080!
Also das ist wirklich ein Jahrtausend Ereignis.
Weihnachten
bewegt sich Jupiter dann weiter, von Saturn weg. Letztmalig wird man die beiden
Planeten, dann mit größerem Abstand, zum Jahresende in der Abenddämmerung kurz
vor ihrem Untergang sehen können.
Informationen
zu den Planeten und Monden:
Jupiter
und Saturn sind riesige Gasplaneten, meist aus Wasserstoff und Helium bestehend,
etwa 10 bis 12-mal größer als unsere Erde. Da Jupiter sich sehr schnell dreht,
sieht man die Wolken schon im Fernglas zu Bändern auseinandergezogen.
Die
Jupitermonde Ganymed, Callisto und Europa sind Eismonde mit einem warmen Ozean
unter dem Eis, Io ist ein Mond mit aktiven Vulkanen und Lava überzogen.
Der
Saturnring besteht aus Milliarden kleiner Eis- und Geröllteile. Der Mond Titan
besitzt Meere aus Methan.
Wintersternbilder
Nachdem
es richtig dunkel geworden ist, blicken wir nun nach Osten. Dort gehen gerade
die Wintersternbilder auf:
Besonders auffällig ist das
Sternbilder Orion, der Himmelsjäger: Der Schulterstern links oben, Beteigeuze,
ist am Ende seines Lebens angekommen. Dagegen stehen unterhalb der drei
Gürtelsterne junge, gerade erst entstandene Sterne. Auch der alte Stern
Aldebaran im Stieroberhalb vom Orion ist
von jungen Sternen umgeben (Sternhaufen Hyaden). Über ihm steht auch der
Sternhaufen der Plejaden, eine der jüngsten Ansammlungen von Sternen, die wir
kennen. Das Sternbild Fuhrmann links von
Aldebaran mit dem hellsten Stern Capella und das Sternbild der Zwillinge links
neben Orion mit Castor und Pollux machen den Reigen der wichtigsten
Wintersternbilder komplett.
Etwas später werden dann Procyon
und der helle Sirius über dem Osthorizont stehen.
Podcast:
Der Stern von Bethlehem? Zur
Konjunktion Jupiter/Saturn Weihnachten 2020
www.natur-science-schule.info/podcasts
Sternkarte:
Blick nach Südwesten am 17.12. gegen 17.20 Uhr
(credit: Stellarium)
Angebot:
Wegen der Corona-Beschränkungen bieten wir für alle an,
dieses Ereignis Online zu verfolgen:
1)
Online – Live-Beobachtung, übertragen aus
der Sternwarte auf dem SFN, von Jupiter, Saturn, Mond am 17.12. 17.00 Uhr bis
17.30 Uhr unter sfn-kssel.de/live
2 Online-Vortrag Mi, 16.12.00 18.00 Uhr
KP Haupt: Das Jahrtausendereignis: Der Weihnachtsstern 2020
www.sfn-kassel.de/live
3)
Laufend aktuelle Bilder seit Oktober in www.astronomiekassel.blogspot.com
Planeten im Dezember
Merkur: Bleibt dicht bei der Sonne stehend unsichtbar
Venus: Beendet zum Monatsende ihre Zeit als Morgenstern im
SO
Mars: Steht hell leuchtend abends hoch im Süden
Jupiter: Im Südwesten bis etwa 18.00 Uhr
Saturn: Im Südwesten bis etwa 18.00 Uhr