Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Sonntag, 9. April 2023

AUREA und der Verlust des Sternenhimmels, Teil 3

 Sensoren helfen Licht zu reduzieren

AUREA heißt das Projekt von SMART City der Stadt Kassel. Im Bereich des Auebades sind viele Sensoren montiert, die Umweltdaten erheben und an Bürgerinnen und Bürger weitergeben. U.a. auch im FutureSpace können diese Daten abgerufen und genutzt werden. Hier kann man auch selbst mit der Sensortechnik arbeiten.

Wie kann man z.B. die Straßenbeleuchtung sinnvoll anpassen?

 9 Straßenlaternen sind nachts nur leicht gedimmt. Bewegungssensoren (Radar) erkennen, wenn jemand auf dem Bürgersteig im Einzugsbereich der Lampe ist und erhöhen die Helligkeit. Das spart nicht nur Licht, sondern auch elektrische Energie.

Wer mal vorbeischaut: An den Stationen ist ein QR-Code zu sehen. Mit dem handy erscheine ich dadurch als virtuelle Person und erläutere die Sensortechnik.

Wenn eine ganze Stadt mit solchen Bewegungssensoren ausgestattet wird, kann man die Nachthimmelhelligkeit deutlich reduzieren.

Man muss aber auch dafür sorgen, dass bei der Beleuchtung von Objekten das Licht nicht nach oben gestrahlt wird. Und müssen Schaufenster die ganze Nach hell sein? Die Menschen, die nachts um 2 Uhr durch die Straßen laufen, interessieren sich nicht für die Auslagen...da eicht ein deutlich gedimmtes Licht aus.

Es gibt viele Möglichkeiten uns wenigstens etwas Sicht auf den Sternenhimmel zu erhalten.

Bild 1: Lampe mit Bewegungssensor

Bild 2: Stromverbrauch der Lampen (AUREA/SMART City)

Bild 3: Das AUREA-Gelände

Bild 4: Ich stehe immer zur Verfügung...

Save the Date: 

Am 1.5. startet um 15.00 Uhr am SFN, Parkstr.16 ein 1. Mai Ausflug mit Bollerwagen und Musik. Es geht über das SFN zum PIKSL-Labor, dann zum FutureSpace, dann durch die Aue hindurch zu AUREA. Dort laufen René Boeing und ich alle Sensorstationen ab und erläutern sie.







Samstag, 8. April 2023

AUREA und der Verlust des Sternenhimmels, Teil 2

 Ein kultureller Verlust für alle

Haben Sie das schon mal erlebt?

Das Band unserer Milchstraße überdeckt den Himmel, so hell, dass ein schwacher Schatten entsteht?

Die Venus wirft einen deutlichen Schatten des eigenen Körpers?

Wahrscheinlich nicht...ich hatte das Glück, mitten in der Atacamawüste in Chile oder im australischen Outback.

Unsere Vorfahren konnten das oft noch neben ihren Wohnungen erleben.

In großen Städten sieht man keine Milchstraße mehr, nur noch die hellsten Sterne und selbst die helle Venus geht im Hintergrund der Straßenlaternen verloren...

Nicht schlimm?

Doch!

Helles Licht stört nachtaktive Tiere. Insekten sammeln sich an den Lampen und werden leicht erbeutet.

Der Blick an den Himmel ist auch ein Teil unserer Kultur, zeigt er uns doch die wahre Stellung des Menschen im Kosmos. Wie soll man Zukunfts-Enscheidungen treffen, wenn man nicht über den Tellerrand der Erde hinausblicken kann?

83% aller Menschen leben unter einem mit Lichtverschmutzten Himmel und können die Milchstraße nicht mehr sehen.

Rund 3000 Sterne könnten wir über Kassel sehen, 250 sind es wirklich. Ein Kind, das heute geboren wird, kann, wenn es 18 Jahre alt ist, nur noch etwas 100 Sterne erkennen.

Bild 1: Milchstraße über der Atacamawüste in Chile (2500 m)

Bild 2: Winterhimmel über dem Gornergrat (3100 m)

Bild 3: Der Große Wagen über Kassel

Bild 4: Nachts in Europa (NASA)

Bild 5: Blick vom Kitt Peak National Observatory: 1959 bis 2003 (NOAO)

Bild  6: Stufen der Himmelshelligkeit in Magnituden (in Kassel sind wir bei 3...4 angekommen) (NOIRLAB)

Fortsetzung: Teil 3: Straßenlaternen in AUREA









Donnerstag, 6. April 2023

AUREA und der Verlust des Sternenlichtes, Teil 1

Helligkeit des Nachthimmels über Kassel

Seit 2019 messen wir auf dem Dach der Sternwarte auf dem SFN die Himmelshelligkeit über Kassel. Die aktuellen Nachtwerte kann man in diesem Blog abrufen (bitte nach rechts schauen, ev. durch Klicken aktualisieren).

Tagsüber erhält man auch die aktuelle Leistung der Solaranlage.

Je größer die Zahl ist, desto dunkler ist der Himmel: 6,0 würde einem absolut dunklem Himmel entsprechen.

Auf der waagerechten Achse ist die Uhrzeit der Messung aufgetragen. Der Messwert wird während der Nachtstunden stündlich aktualisiert.

Rechts wird die Mondhöhe angezeigt (falls der Mond zu sehen ist). Der Mond, vor allem bei Vollmond, trägt erheblich zur Aufhellung des Himmels bei.

Auf der linken Skala ist die Grenzgröße in Magnituden aufgetragen. 3,8 bedeutet, dass man noch Sterne mit der Helligkeit 3,8 Magnituden erkennen kann. Je größer diese Zahl ist, desto dunkler ist der Himmel.

Das freie Auge kann bei absolutem dunklem Himmel (Hochgebirge) Sterne bis zu 6 Magnituden erkennen.

Ein Stern, der 5 Magnituden heller ist, also 1 Magnitude hat, strahlt 100- mal so viel Licht in unser Auge!

5 Magnituden Unterschied bedeutet ein Faktor 100 in der Intensität.

(Für Fachleute: magnitude 1 - magnitude 2 = - 2,5 * log(Intensität1/Intensität2)

Das Logarithmieren entsteht durch die Umsetzung der Lichtintensität in einen Helligkeitseindruck (Magnitude) durch unseren Körper. Unser Körper logarithmiert die Reize zu Empfindungen  (d.h. er stellt nur die Hochzahlen (die Logarithmen) dar). In der Akustik erhält man so Lautstärkeangaben in Phon oder dB.)

Die Magnitudenangabe in der Astronomie ist also so etwas wie das dB in der Akustik.

Am besten macht man sich diese Zahlenskala an Beispielen klar:

Sonne - 26 mag

Vollmond - 13 mag

Venus bis zu - 4,7 mag

Sirius - 1,5 mag

Beteigeuze +0,5 mag

Polarstern + 2 mag

Sterne des Großen Wagens zwischen 2 und 3 mag

Uranus 5,9 mag

Pluto 14 mag

Das HubbleSpaceTeleskop erfasst Sterne bis zu 31 mag.

In den nächsten Posts:

- Lichtverschmutzung, ein weltweites Problem

- AUREA: Eine Möglichkeit mit Sensoren Helligkeiten zu regeln

Der Lichtsensor und Beispielmessung: