Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Montag, 20. März 2023

Großes schwarzes Loch in der Sonnenkorona

 ...nein kein Schwarzes Loch, sondern ein koronales Loch, ein coronal hole.

Normalerweise sind die Magnetfeldstrukturen in der Korona geschlossen und halten das heiße Plasma fest.

Öffnet sich aber das Magnetfeld, kann nicht nur Plasma als starker Sonnenwind abströmen, sondern Temperatur und Dichte sinken in diesem Bereich auf 1% der Umgebung.

Der Sonnenwindstrom wird die Erde am 23. und 24.3. erreichen. Vielleicht gibt es wieder starke Polarlichter?

Die tiefere Temperatur sorgt für eine geringere Abstrahlung von Röntgenstrahlen und deshalb sind diese Bereiche im Röntgenlicht und kurzwelligem UV dunkel.

Aufnahme am Montag um 20.47 Uhr

Das zweite Bild zeigt eine Weißlichtaufnahme, auf der linken Seite sind einige fette Sonnenflecken mit starken Magnetfeldern aufgetaucht. Vergleiche mit dem Post vom 18.3.

Das letzte Bild zeigt die Magnetfeldstruktur in einem koronalen Loch (wikipedia common)

credit: SDO






Sonntag, 27. November 2022

Ein aktueller Blick auf die Sonne: Verstärkter Sonnenwind

 Blicken wir mit Hilfe des Satelliten SDO (Solar Dynamics Observatory) auf die Sonne. SDO fotografiert die Sonne bei 13 verschiedenen Wellenlängen. Jedes Bild untersucht eine bestimmte Schicht in der äußeren Sonnenatmosphäre. Zusätzlich werden Sonnenbeben vermessen und das gesamte solare Magnetfeld überwacht.

Die aktuellen Bilder sind von heute Mittag.

Das erste Bild ist im extremen UV bei einer Wellenlänge von 19,3 nm aufgenommen worden. Damit sieht man sowohl die Korona am Rand der Sonne als auch über der hellen Sonnenscheibe.

Das Licht stammt  von 11-fach ionisiertem Eisen bei knapp 1 Millionen Grad.

Auffällig sind zwei besondere Strukturen: ein sogenanntes koronales Loch (schwarz) und oben drüber ein Flareausbruch.

Koronale Löcher sind deutlich verdünnte Regionen der Korona mit niedrigerer Temperatur (deswegen erscheinen sie schwarz). Sie haben offene Magnetfeldstrukturen (siehe Bild aus wikipedia common), die ein Abfließen des Koronaplasmas als Sonnenwind erleichtern.

Da dieses koronale Loch heute fast Richtung Erde steht, wird am 1.12. ein verstärkter Sonnenwind erwartet.

Oberhalb befindet sich ein besonders helles Gebiet: Hier entsteht eine Sonneneruption, verursacht durch das Kurzschließen zweier unterschiedlicher Magnetfelder.

Und in der Tat zeigt das Magnetogramm (Darstellung von Nord- und Südpolregionen durch schwarz und weiß) hier ein Zusammentreffen unterschiedlich gepolter Felder.

Im sichtbaren Licht sieht man hier nur eine unscheinbare Sonnenfleckengruppe (durch Magnetfelder abgekühlte Bereiche der Photosphäre) und auch sonst scheint auf der Sonne gerade wenig los zu sein...ein paar kleine Flecken und einige hellere Fackelgebiete.

credfit: SDO, NASA/wikipedia




Magnetogramm:





Mittwoch, 8. Juni 2022

Erstaunlich wenig los...,oder?

 Nach hohen Aktivitäten scheint nun eine Flaute auf der Sonne zu sein.

Im aktuellen Bild vom Satelliten SDO sieht man keine Sonnenflecken, nur links und rechts am Rand einige helle Fackelgebiete (das sind Aktivitätsgebiete aus der unteren Chromosphäre, die über den Sonnenflecken schweben).

Aber die Magnetogramme (Magnetfeldstrukturen) zeigen, dass zumindest magnetisch aktive Gebiete sich unterhalb des Sonnenäquators befinden. Die verschiedenen Magnetpole sind durch schwarz und weiß codiert.

Die Auswirkungen auf die Korona sieht man auch bei Wellenlängen von 30 nm, die hauptsächlich von heißem Plasma der Korona abgestrahlt werden. Die "körnige" Struktur besteht aus großen Konvektionszellen, deren Auswirkungen bis in die Korona hineinreichen.

Das Video zeigt die sich drehende Sonne des letzten Tages bei 20 nm. Auch hier sind die koronalen Strukturen gut sichtbar.