Aktuelle Informationen über Himmelsereignisse, die besonders von Kassel aus zu beobachten sind / Neues aus der Wissenschaft / Veranstaltungshinweise
FutureSpace /
Astronomischer Arbeitskreis Kassel (AAK) e.V.
Zwei Plasmawolken von der Sonne haben sich auf dem Weg zur Erde vereinigt und eine besonders dichte Plasmastruktur erzeugt. Das ermöglicht ihre etwas unterschiedlichen Geschwindigkeiten: 1260 km/sec für die zuerst und 1700 km/sec für die 8 Stunden später ausgesandte Wolke.
Am 31.3., um 5.00 Uhr Sommerzeit (also heute Nacht!) wird die "Kannibalen-Wolke" an der Erde ankommen und magnetische Stürme und Polarlichter erzeugen.
Das Video zeigt eine Simulation der NOAA zur Entwicklung der Plasmadichte. Im Bildausschnitt sind erläuternde Bezeichnungen. Dort sind die beiden Wolken noch getrennt zu sehen.
Pulsierende Polarlichter entstehen, wenn geomagnetische Stürme Elektronen in die untere Atmosphäre streuen, die dann wie ein Regen eindringen und die Luft zum Leuchten anregen.
Die Pulsationen erfolgen mit akustischen Frequenzen und sind direkt in Radioempfängern als aufsteigender Ton zu hören.
Vor wenigen Tagen sah man über Alaska solche pulsierenden Lichter. Die NASA hat eine Rakete zur Erforschung der Ursachen mitten in das Polarlicht geschossen.
Das Video zeigt am Anfang das pulsierende Leuchten und dann den beeindruckenden Raketenstart nördlich von Fairbanks in Alaska.
Die Riesen-Sonnenfleckengruppe hat einen koronalen Massenauswurf erzeugt, der auf den Weg zur Erde ist und am 2.2. nachmittags eintreffen wird.
Interessant ist die Beobachtung durch den Satelliten SOHO (Bild 2) und die Simulation der Ausbreitung durch das Space Weather Prediction Center.
Sehr schön sieht man hier auch die durch die Sonnenrotation hervorgerufene rasensprengerähnliche Ausbreitung des Sonnenwindes.
Ob das auch in Deutschland zu einer verstärkten Polarlichtaktivität am Dienstagabend kommt, bleibt abzuwarten. Wegen der Wetterlage werden wir eh kaum etwas beobachten können....
SAR steht für Stable Aurora Red Arc (stabiler roter Polarlichtbogen).
Der Name ist falsch gewählt, denn ein SAR ist ein rötlich leuchtender Bogen, aber weder stabil noch eine Polarlichterscheinung.
Polarlichter entstehen durch das Eindringen geladener Teilchen vom Sonnenwind in die Erdatmosphäre, ein SAR entsteht durch Energiefluss aus einem Ringstrom von Ionen, der zwischen 10 000 km und 60 000 km Abstand am Rand des Van Allen Gürtels ständig um die Erde kreist. Er wird von Ionen aus der Atmosphäre gespeist, die letztlich durch kosmische Strahlung entstehen.
Vor wenigen Wochen hat Rico Janusch dieses Polarlichtbild aus einem Flugzeug heraus gemacht. Auf der rechten Hälfte erkennt man das Sternbild Großer Wagen.
Polarlichter entstehen, wenn Plasmawolken, u.a. von der Sonne, vom Magnetfeld der Erde eingefangen werden und in den Polregionen in die obere Atmosphäre eindringen und dann die Luftatome und-moleküle zum Leuchten bringen.
In der Regel werden Polarlichter durch einfallenden und umgelenkten Sonnenwind erzeugt.
Das wird u.a. sehr schön im zweiten Video erklärt.
Schon lange aber sind besonders diffuse Polarlichterscheinungnen bekannt, die sich wenig an der Sonnenaktivität orientieren.
Nun sind mit Hilfe von Beobachtungen der Themis-Satelliten aus 2011 Modelle entwickelt, die diese Polarlichter auf Elektronen zurückführen, die vom Magnetfeld der Erde selbst erzeugt werden.
Ich versuche den Mechanismus mal zu beschreiben:
Elektronen aus den Polargebieten der Magnetosphäre werden nach Außen gezogen und beschleunigt (rot) und in der Magnetosphäre (blau) festgehalten.
Dort erzeugen sie ECH (elctron cyclotron magnetic waves) (rosa), das sind normale elektromagnetische Wellen, die bei Schraubenbewegungen der Elektronen abgestrahlt werden.
Ihre Frequenzen entsprechen hörbaren Tonfrequenzen, so kommen die Töne im zweiten Video zustande.
Diese strahlen auch nach Innen und beschleunigen andere Elektronen zu den Polen (orange).
Dort erzeugen sie die diffusen Polarlichter (grün).
Bild 1: Abstrahlung der Wellen bei der Schraubenbewegung der Elektronen (research gate)