Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Freitag, 27. November 2020

Der Nebel lichtet sich...

Sternwarte auf dem SFN:  Um 18.30 Uhr kam immer mal wieder der Mond durch den Hochnebel durch.

                                           Aber für eine Online-Live-Führung hat es sich nicht gelohnt.

Kassel-Wilhelmshöhe: Der Nebel ist weg und der Mond, 3 Tage vor Vollmond, strahlt über Kasssel. Etwas weiter rechts von ihm steht Mars (nicht auf dem Bild).

 






Die größte Fehleinschätzung aller Zeiten: Teil2: Die Rechnung

In diesem Post wollen wir nun abschätzen, welche Energie in Vakuumfluktuationen steckt und ob das ausreicht, die Dunkle Energie  zu deuten:

Vakuumfluktuationen unterliegen zwei grundlegenden Regeln:

- Es müssen immer Paare aus Materie und Antimaterie entstehen, also z.B. immer ein Elektron gemeinsam mit einem Positron. Dadurch heben sich alle Eigenschaften auf und letztlich ändert sich nichts.
- Die Paare aus Materie und Antimaterie erfordern eine Energie E. Die Zeitdauer ihrer Existenz t ist durch die Gleichung E*t = h bestimmt (Unbestimmtheitsrelation UBR für Energie und Zeit).

h = 6,6*10^(-34) Jsec ist die kleinstmögliche Wirkung in unserer Welt (Plancksches Wirkungsquantum).

Während dieser Zeit t können sich die Objekte maximal um die Strecke L = c*t bewegen (c: Lichtgeschwindigkeit).

Die UBR ergibt t = h/E, das setzen wir für t in die Formelö für L ein und erhalten: 

 L = h*c/E oder E = h*c/L.

Kennen wir die Energie, so können wir die Energiedichte berechnen, in dem wir durch das Volumen L³ teilen:

  ρ = E/L³ = h*c/L^4

Wenn L abnimmt, d.h. das Volumen immer kleiner wird, steigt ρ stetig an, d.h.immer mehr Vakuumfluktuationen entstehen.

Das kann nicht unbegrenzt weiter gehen, denn sonst hätte ein Vakuum unendlich viel Energie.

Es muss also ein Minimum für L geben. Die kleinst mögliche Länge, die man aus Naturkonstanten konstruieren kann, ist die Planck-Länge l = (h*G/c³)^1/2. Dabei ist G die Graviationskonstante.

Setzt man die Konstanten ein, so ergibt sich l = 1,6*10^(-34) m für die Plancklänge. 

Allgemein wird diese extrem kurze Distanz als die Grenze für die Anwendbarkeit jeglicher bekannter Physik angesehen.

Wie kann man sich diese Zahl veranschaulichen?

Nehmen wir einen Punkt ".". Die Größe dieses Punktes liegt genau zwischen der Größe des Universums und der Größe der Plancklänge.

Setzt man nun diesen Wert für l in  die Formel für die Energiedichte des Vakuums ein, so erhält man ungefähr für die Energiedichte des Vakuums:

 ρ = c^5/(h*G²) ~ 10^97 kg/m³


Die Kosmologen können durch Messungen höchstens auf ρ = 10(-26) kg/m³ kommen....


Das ist eine Abweichung von 123 Größenordnungen zwischen Messung und theoretischer Abschätzung!

Das ist die schlechteste Übereinstimmung zwischen Theorie und Messung, die es jemals gegeben hat.

Woran liegt das?

Wir haben keine Ahnung was Dunkle Energie ist....


Zum Bild: An der Technischen Hochschule in Zürich ist es gelungen Vakuumfluktuationen durch Laserstrahlen zu beobachtenn und zu charakterisieren.

ETH Zürich

 


 


Donnerstag, 26. November 2020

Kameravergleich SONY mit SONY

 Ganz früher habe ich mit einer Spiegelreflex von Canon gearbeitet und dafür auch ein 400 mm Tele gekauft.

Als ich die Kamera dann einem unbekannten Kasseler geschenkt habe (...in der Bahn liegengelassen...), entschloss ich mich in Zukunft weg  von den großen Gewichten und dem ständigen Objektivwechsel zu kommen (und so toll fand ich das Tele auch nicht...).

Ich kaufte eine kleine Bridgekamera mit Tele von 24 mm bis 1200 mm:  

Sony DSC HX 400

Kurze Bewertung:

- Objektivgröße 55 mm, kleiner Sensor 1/2,3 Zoll, 20 MPixel, ISO 80 - 12800 (aber ab 1000 unbrauchbar)

- Lichtstärke 2,8 bis 6,3

- sehr leicht (1,2 kg), 

- extrem guter Stabilisator (Mondaufnahmen bei 1200 mm ohne Stativ möglich).

- Liefert sehr gute Aufnahmen von Mond, Jupitermonden, schlecht geeignet für Sternfeldaufnahmen außerhalb der Stadt

- Autofocus wirksam bei Mond und Jupitermonden im Tele, manuelle Fokussierung aufwändig

- liefert kein RAW - Format

- Video: Monoton

- Preis bei 350.- € sehr erschwinglich

Ideale Begleitung für Wanderungen etc, da sehr leicht und alle Telebereiche abgedeckt werden

Inzwischen habe ich diese Kamera ersetzt durch eine andere Sony:

 Sony SC-RX10M4

Kurze Bewertung:

- Objektivgröße 72 mm, 1" Sensor, 20 MPixel, ISO 65 - 25600 (habe bisher bis 12000 ohne Probleme verwendet)

- Lichtstärke 2,4 bis 4,0

- etwas schwerer (1,9 kg), Stabilisator nicht so gut

Sehr gute Sternfeldaufnahmen, es müsste nur ein dunklerer Himmel sein, um das auszunutzen...

- Tele von 24 mm bis 600 mm

Kann aber durch Nachvergrößerungen ohne Qualitätsverlust auf 1200 mm erweitert werden

Autofokus funktioniert bei astronomischen Motiven nicht gut, aber: man sieht auf dem Monitor bei der manueller Fokussierung Sterne bis  3 mag und mehr ...das ist dann wesentlich besser als mit jedem Autofokus!

- Preis bei 1700.-€, also schon teurer...

Viele andere Eigenschaften habe ich noch nicht ausprobiert (wie Zeitlupe und Zeitraffereinstellungen, beliebig lange Belichtungszeit....)

- liefert RAW - Format

- wesentlich mehr eigene Einstellmöglichkeiten

- Blendenring! 

- Video: Stereoton

Alles in allem auch eine sehr gute Kamera mit wesentlich besseren Ergebnissen bei Sternfeldaufnahmen außerhalb der Stadt

Aber auf Wanderungen werde ich weiterhin die "Kleine" mitnehmen...

 Also: Wer für überschaubares Geld eine Allzweckkamera haben möchte, mit der man auch Himmelsereignisse festhalten kann, sollte die kleine SONY getrost kaufen. 

Den Kauf der großen Kamera habe ich nicht bereut, ich freue mich auf weitere Einsatzmöglichkeiten, die sind noch lange nicht ausgereizt....

Hier nun einige, jeweils für die Kamera optimiert aufgenommene, Vergleichsbilder, alle komprimiert.

Am besten anklicken und in der Bildergalerie vergrößert ansehen.

Kleine Sony

20.11., 19.20 Uhr 1200 mm Tele

Große Sony:

20.11., 17.10 Uhr, 600 mm Tele, verschiedene Nachvergrößerungen

Schwan mit Milchstraße, Weitwinkel, Essigberg (Stadtrand) beleuchteter Fernsehturm rechts...

Kleine Sony (22.46 Uhr)


 Große Sony (22.57 Uhr)

Zum Schluss noch der Orionnebel aus der Stadt heraus über heller Straße (alle Bilder komprimiert, zu verschiedenen Zeiten aufgenommen):

Kleine Sony:

Große Sony:
 




Die größte Fehleinschätzung aller Zeiten: Teil 1, Die Lage

 Unser Kosmos expandiert und scheint nicht gekrümmten, sog. flachen, Raum zu besitzen.

Das was ihn expandieren lässt und auch den Raum in die Krümmung 0 überführt, muss eine innere Energie sein. Sie darf nicht zu groß sein, sonst würde der Raum zu schnell expandieren. Sie darf aber auch nicht zu klein sein, sonst würde die Schwerkraft den Raum positiv krümmen.

Wir nennen diese Größe Dunkle Energie DE. Sie macht zur Zeit etwa 70% der Substanz unseres Kosmos aus. 

Die beobachtete beschleunigte Expansion und die nichtvorhandene Krümmung sprechen für ein Massenäquivalent von 10^(-26) kg/m³. Das entspricht etwa 100 000 Elektronen in einem Kubikmeter.

Das hört sich viel an, ist aber sehr sehr wenig. Diese Elektronen würden den Kubikmeter mit 10 Femto-Coulomb (1 fC ist ein Billiardstel Coulomb) aufladen. Unmessbar...

Obwohl die Dunkle Energie den höchsten Anteil hat, ist der Raum somit nahezu leer....

In  manchen Bereichen hat sich die Materie zu Galaxien verdichtet, aber dazwischen ist umso weniger Materie vorhanden.

Dieser Messwert für die DE steht und ist durch viele kosmologische Untersuchungen immer wieder bestätigt.

Früher war der Anteil der DE am Kosmos gerigner, in Zukufnt wird sie immer mehr dominieren.

Der Grund: Die DE ist unmittelbar mit dem Raum verbunden, sie ist ein Teil von dem, was wir Raum nennen.

Sobald durch die Expansion neuer Raum hinzukommt, gibt es somit auch mehr DE. Diese sorgt für weitere Expansion, also für noch mehr DE.

Die DE vermehrt sich selbst.

Wir wissen aber  nicht, woraus diese DE besteht.

Eine Idee gibt es aber. Leerer Raum ist nicht total leer, sondern enthält immer sogenannte Vakuumfluktuationen. Das sind Paare aus Materie und Antimaterie, die aus dem Nichts auftauchen und nach sehr  kurzer Zeit wieder verschwinden. Das geht zwar sehr schnell, aber trotzdem ist im Mittel immer etwas im Vakuum vorhanden. Das ist mehr als eine Idee, denn man kann die Auswirkungen der Vakuumfluktuationen als Kräfte in der Nanotechnologie messen. Auch würde kein Laser ohne Vakuumfluktuationen funktionieren.

Wenn  diese Vakuumfluktuationen die DE darstellen, dann müsste ihre Energiedichte gleich der gemessenen kosmologischen Energiedichte der DE sein, also glech 10^(-26) kg/m³.

Im nächsten Post wollen wir einmal die theoretische Energiedichte der Vakuumfluktuationen ausrechnen und schauen, ob der bekannte kosmologische Wert herauskommt.



Mittwoch, 25. November 2020

Ein Riesenfleck auf der Sonne

 Der neue Sonnenfleckenzyklus nimmt Fahrt auf. Erneut sind große Aktivitätsgebiete durch die Sonnenrotation aufgetaucht. Auffällig dieses Mal ist ein riesiger einzelner Fleck, dessen Zentrum deutlich größer als die Erde ist.In den Gesamtfleck passt die Erde mehrfach hinein.

Die Sonnenflecken entstehen durch Abkühlung über aus dem Inneren durchbrechende Magnetfelder. Auffällig sind auch riesige Fackelgebiete, das sind heißere Wolken, die über den Aktivitätsgebieten schweben.

Die Flecken sind nur etwa 1000 Grad kühler als die Umgebung. Das reicht aber aus um den Eindruck "Scharz" beim Fotografieren zu erzeugen.In Wirklichkeit strahlen solche Flecken Millionen Mal heller als der Vollmond.

(Aufnahme SOHO)

Oft gehen auf Explosionen und Strahlenausbrüche von den Magnetfeldern aus, z.B. wenn sich unterschiedlich gepolte Felder zusammenschließen.

Einen solchen Flare-Ausbruch hat der SDO-Satellit aufgenommen. Hierzu eine gif-Animation. 





Dienstag, 24. November 2020

Spektren 8) Spektralklassen Teil 2

 In diesem Post möchte ich erklären, wieso die Wasserstofflinien bei Sternen der Klasse A besonders intensiv sind, dagegen bei heißeren und bei kühleren Sternen schwächer sind.

Dazu müssen wir wissen, dass wir im sichtbaren Licht nur die sog. Balmerlinien von Wasserstoff sehen.

Dies sind Spektrallinien, die durch Sprünge des Elektrons ab der zweiten Bahn (Absorption) oder auf die zweite Bahn (Emission) entstehen.

Die berühmteste ist Hα durch Wechsel zwischen Bahn 2 und 3.

Spektrallinien entstehen ja durch Quantensprünge der Elektronen im Inneren der Atome, vereinfacht gesagt, wenn sie die Bahn um den Atomkern wechseln.

Damit das eine Elektron des Wasserstoffatoms im sichtbaren Licht absorbieren kann, muss es auf der zweiten Bahn sein (man sagt im Zustand n = 2 sein). Das aber erfordert Energie, die es durch Stöße der Atome untereinander bekommt, denn üblicherweise sind die Elektronen im kleinst möglichen Energiezustand, also bei Wasserstoff im Zustand n = 1.

Wasserstofflinien in Emission, University of Tennessee
Das Bild zeigt das Schema für Emissionslinien des Wasserstoffs.
 

Sollten sie durch einen Stoß auf n=2 kommen, gehen sie innerhalb einer Millionstel Sekunde wieder zurück auf n =1. Die Differenzenergie geben sie als UV-Strahlung ab, wir sehen sie also im sichtbaren Licht nicht.

Ist die Temperatur der Photosphäre zu niedrig, so reicht die bei Stößen übertragene Energie nicht aus, die Elektronen von n=1 auf n=2 zu bekommen. Die meisten Wasserstoffatome können im sichtbaren Licht nicht absorbieren.

Das ist der Grund, warum die Absorptionslinien des Wasserstoffs bei kühlen Sterne  schwach sind.

Je höher die Temperatur, desto größer der Anteil der Atome, die im Moment bei n= 2 sind.

Ist die Temperatur zu hoch, so gehen die Elektronen nicht auf n=2 sondern auf n =3. Damit können sie auch kein sichtbares Licht mehr absorbieren. Von n= 3 aus geht es nur mit IR-Strahlung.

Das ist der Grund, warum bei heißen Sternen die Wasserstofflinien schwächer werden, weil eben immer mehr Elektronen auf n = 3 statt n = 2 sind.

Bei einer Temperatur der Klasse A von 10 000 K liegt eine Optimierung vor:

Es sind ausreichend Elektronen schon auf n = 2 aber noch nicht zu viele auf n=3...die Wasserstofflinien sind am intensivsten.

Daran sehen wir, dass die Stärke der Spektrallinien nicht nur von der Elementhäufigkeit abhängt (natürlich gäbe es keine Linien, wenn kein  Wasserstoff vorhanden ist..) ,sondern sehr stark von dernphysikalischen Bedingungen im Stern.

 

 


Auf dem Weg zum Weihnachtsstern 14: Erstmals gemeinsam im Tele

 Am Montag habe ich dann um 18.09 Uhr die beiden Gasplaneten Jupiter und Saturn fotografiert.

Sie kommen sich immer näher...wer im Blog mal auf das entsprechende Label klickt, bekommt alle Posts angezeigt und kann die Bewegung verfolgen.

Ganz am Anfang stand der Jupiter unterhalb des Sternes HIP 95077...jetzt ist er fast bei f Sgr angekommen....

In weniger als vier Wochen verschmelzen die beiden Planeten für das Auge...

Das erste Bild ist mit 50 mm Brennweite aufgenopmmen, so etwa sieht man das mit dem freien Auge.

Zum ersten mal passten Jupiter und Saturn gemeinsam in ein Bild bei 600 mm Brennweite.





Montag, 23. November 2020

Klarer Blick zum Mond: Lange Wand zu sehen

 Schon in der Dämmerung stand der zunehmende Mond hoch im SO.

Aufnahmen um 16.42 Uhr in der frühen Dämmerung.

Interessante Kraterformationen sind im 600 mm Tele mit Nachvergrößerung zu sehen.

Rupes Recta (auch Lange Wand genannt) ist eine 2...3 km breite nur 250 m hohe Wand, die sich über 120 km am Rand des Mare Nubiums entlang zieht. Nur für wenige Tage ist sie sichtbar, davon nur einen kleinen Teil im Fernglas.

Sobald die Sonne zu hoch steht, erkennt man sie nicht mehr.

Auch das Alpental im Norden ist gut zu sehen. Dies ist eine etwa 180 km lange Furche quer durch die Mondalpen hindurch.


 




Venus war da...

 ...der Komet sicher auch, aber verdeckt durch Dunst und Wolken...

Bevor der wohl sonnenreiche Tag losging, gaben die Wolken um 6.20 Uhr nur kurz den Blick zur Venus frei.

Merkur war links außerhalb des Bildes noch unter dem Horizont. Der Komet hätte links unten neben dem Haus mit dem rauchenden Schornstein sichtbar gsein sollen...

Auf dem Originalbild sind Sterne mit 7 mag zu sehen, es wäre also eine Chance für den Komeen gewesen.

Aber die Wolken haben es verhindert.

Interessant: Venus steht wirklich vor Sonnenaufgang nur noch tief am SO-Himmel. Bald wird sie ganz als Morgenstern verschwunden sein.



Sonntag, 22. November 2020

Zwei Vorträge über Quantenmechanik am kommenden Donnerstag

 Beide Vorträge werden online angeboten:

Zugang:

sfn-kassel.de/live

Danach sind sie über meine Homepage www.natur-science-schule.info zugänglich.

Die ersten beiden Vorträge der Reihe über die Photonen sowie die Präsentation als PDF können ebenfalls dort jetzt schon eingesehen werden:

Bisherige Vorträge und Folien

 https://www.natur-science-schule.info/videos-kurs-photonen-oktober-20-feb

 Vorträge: Do, 26.11.:

18.00 Uhr  Beschreibung von Photonen durch Brakets, den Zustandsvektoren von Dirac.

 19.30 Uhr Vom Unsinn des Dualismus  Welle - Teilchen

  (Wiederholung vom Kongress, aber live und neu gestaltet)



Komet Erasmus am Morgenhimmel

Komet Erasmus:

 Eigentlich fast unmöglich...7 mag, dicht am Horizont, die Dämmerung hat schon eingesetzt...

Aber da Venus und Spica in der Nähe stehen, hat man gute Chancen Fernglas oder Kamera auszurichten.

Der Komet hat einen extrem langen Schweif, über 3° sind gut sichtbar.

Es muss aber bis zum Horizont hin klar und ohne Dunst sein .

 Beste Zeit: Zwischen 6.15 Uhr und 6.30 Uhr!

Beste Chancen: Montag oder Dienstag früh...auch danach geht es vielleicht, der Komet steht aber jeden Tag etwas tiefer...

Sternkarte von Stellarium, ungefähre Kometenposition  eingezeichnet


 


Videostream: Führung in der Sternwarte auf dem SFN

 Am Freitagabend haben wir eine Live - Online -Führung von der Sternwarte auf dem SFN aus gestreamt.

Das Video ist auf meiner Homepage im Astronomieteil abrufbar:

Stream: Führung ind er Sternwarte

 https://www.natur-science-schule.info/astronomie

Ich verlinke es aber auch hier im Blog:


Es beginnt nach etwas über 3 Minuten.

Hier noch einige Bilder dazu:

- Livebeobachtung des Mars

- Mark vor dem Computer

- Publikum in  der Bibliothek





Samstag, 21. November 2020

Der Sommer zieht sich zurück

 Am Fr, 20.10. konnte ich bei leicht mit Wasserdampf angefülltem Himmel nach dem Monduntergang gegen 21.36 Uhr die untergehenden Sommersternbilder Schwan und Leier fotografieren.

Der roten Schein rechts stammt von der Turmsignalbeleuchtung des ehemaligen Fernsehturms am Essigberg, der direkt neben meinem Standort war.

Erstmals waren es hier unter -1°C und der Boden war mit Eis bedeckt.

Es wird Winter.




Monduntergang mit Shutter und Musik

 Ich überlasse es den Betrachtern selbst, die Bidler zu deuten...das, was da als Shutter vorbeizieht hat mit dem zu tun, was unten wie ein kleiner Leuchtturm leuchtet und am "Sutter" angebracht ist...

Man achte auf die vielen atmosphärischen Störungen am Mondrand, der fast den Horizont erreicht hat.

Musik

www.musicfox.com 



PS: Sollte hier das falsche Video zu sehen sein, bitte Cache löschen und Browser neu starten.

ISS von Kassel aus zu sehen

 Um 18.09 Uhr war für kurze Zeit die ISS von Kassel aus zu sehen.

Sie flog über Norditalien, als sie bei uns im Süden auftauchte, dicht am Horizont, an Fomalhaut vorbei,  entlang zog und schon nach zwei Minuten wieder im Erdschatten verschwand.

 



Auf dem Weg zum Weihnachtsstern 13, wieder mit Mond

 Am Freitag, 20.11., konnte man gegen 18.10 Uhr vom Dach der Sternwarte auf dem SFN die beiden Gasriesen gut über dem Kasseler Becken sehen.

Der fast halbmondförmige Mond stand links daneben, der  dunkle Mondteil leuchtete im Erdlicht.

Der Mond hat einen Winkeldurchmesser von 0°,5, d.h. Jupiter und Saturn sind noch fast 3° voneinander entfernt.

Am 21.12. werden sie sich bis auf 0°,1 nahe kommen, sie würden scheinbar in das Mare Tranquilitatis "hineinpassen" Ein Jahrhundert-Ereignis!


 

 

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Freitag, 20. November 2020

Klippen und Rillen auf dem Mond

 Am Freitagabend klarte es endlich auf.

Die Mondsichel mit Saturn und Jupiter standen dicht am Horizont.

Das Bild um 18.00 Uhr entstand von der Dachterrasse des SFN aus. Der dunkle Teil des Modnes leuchtet im Erdlicht.

Besonders markant sieht man den Krater Posidonius. Von ihm aus geht das Taurus-Gebirge nach Süden.

Auch den Krater Fractorius am utneren rand des Mare Nectaris kann man gut sehen. Er ist schon sehr zerfallen und nur bei niedrgem Sonnenstand wahrnehmbar.

Unter ihm wird schon ein Teil der Klippe Rupes Altai beleuchtet, die sich noch viele 100 km weit in den Norden zieht, aber das alles liegt noch im Schatten der Mondnacht.

Im linken  Teil  des Mare Nectaris sieht man die Lavarille Beaumonti, die sich von Theophilus nach Süden erstreckt.

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Beobachtungstipps für die kommende Nacht

 Es könnte heute klar werden.

Dann lohnt sich der Blick an den südwestlichen Teil des Abendhimmels.

Jupiter und Saturn sind gut zu sehen, noch etwas näher beieinander als in den Tagen davor.

Links davon, ebenfalls dicht am Horizont die Mondsichel. 

Um 18.07 Uhr taucht genau im Süden die internationale Raumstation ISS auf. In einemk flachen Bogen, dicht über dem Horizont, fliegt sie Richtung SO, wo sie schon nach 2 Minuten im Erdschatten verschwindet.

Am Sonntagabend wird die ISS zu ähnlicher Zeit auf einem ähnlich flachen Bogen über den Himmel ziehen. Die anderen Überflüge sind kaum zu beobachten.

Um 19.00 Uhr sollte man ins Internet gehen: sfn-kassel.de/live

Mark Woskowski wird live von der Sternwarte auf dem SFN aus Mond und Jupiter im Fernrohr zeigen.

Führungen in der Sternwarte sind leider zur Zeit wegen Corona nicht möglich.

Wenn der Mond nach 21.00 Uhr untergegangen ist, lohnt sich ein Blick auf den Sternenhimmel.

Mars steht hoch im Süden und im Südosten, fast auf gleicher Höhe, sieht man die Plejaden. Unter ihnen geht gerade das Wintersternbild Orion auf.

Am Samstagfrüh kann man Venus ab ca. 5.00 Uhr im OSO aufgehen sehen. Sie steht jetzt leicht unterhalb von Spica.

Etwa ab 6.30 Uhr folgt ihr in der beginnenden Morgendämemrung der Merkur.

Bis maximal 7.00 Uhr wird man ihn wohl im helleren Licht noch erkennen können.

Das ist vielleicht eine der letzten Möglichkeiten in der nächsten Zeit den Merkur noch zu sehen.

Er wird sich jetzt sehr schnell der Sonne nähern und nicht beobachtbar sein. Etwas zeitverzögert wird Venus ihm folgen.



Vielleicht kommt bald der erste Schnee?

 Schon früh kann man nun im Osten und Südosten die Wintersternbilder aufgehen sehen.

Gegen Mitternacht wurde es nochmal klar und Orion sowie Sirius standen über dem SO-Horizont von Kassel.


Blicke auf den Sternenhimmel

 Am Mittwochabend haben Jonas Plum und Mark Woskwoski beobachtet und mir Bilder bzw. ein kurzes Video geschickt.

Jonas war bei der Sababurg mit sehr dunklem Himmel.

Auf den Aufnahmen  sehen wir einmal die Sommersternbilder Schwan und Leier sowie die Wintersternbilder Orion und Stier.


 

Mark hat die Umgebung der Andromedagalaxie fotografiert und daraus ein kurzes Video gemacht.

Er schreibt:

Die Zeitraffer ist mit einer 600D gestern Abend zwischen 19:30 und 22:10 entstanden. Jedes Bild wurde 22s belichtet in einem Intervall von 25s bei ISO 3200 und 14mm auf Blende F2.8. Mithilfe des Programms Sequator habe ich jeweils 10 Bilder gemittelt, das erste herausgenommen und das nächste eingeschoben, bis alle verarbeitet waren – vollautomatisch. Das dauerte über 3h und wurde über Nacht gemacht. Am Morgen um 6 habe ich dann die verarbeiteten Bilder mithilfe von Lightroom farbkorrigiert, Tiefen, Lichter, Gradationskurven angepasst etc. und diese exportiert. Im Anschluss habe ich in 24fps die Bildsequenz gerendert.

 


Donnerstag, 19. November 2020

Die drei Zeitalter des Universums: Die Ära der Dunklen Energie

 

Post 1 (Einführung): 14.10.

Post 2 (Strahlungsära) 26.10. 

Post 3: (Materie-Ära) 13.11.

Die Ära der Dunklen Energie DE 

DE ist etwas, dass unseren Kosmos erfüllt, also untrennbar mit dem Raum im Vakuum existiert.

Wir wissen nicht, woraus DE besteht. Wir wissen nur, was DE macht: neuen Raum mit neuer DE.

Das ist der Grund für die Ausdehnung des Universusm und das ist der Grund dafür, dass die Dichte der DE immer gleich bleibt.

Materie dagegen wird nicht neu erschaffen, ihre Dichte muss sinken, wenn der Raum größer wird.

Und somit ist es unausweichlich, dass die Materiedichte unter die Dichte der DE sinkt und die DE die Kontrolle über den Kosmos übernimmt.

Davor müssen wir uns nicht fürchten, denn das hat schon stattgefunden, vor etwa 5 Milliarden Jahren.

Auf der Graphik von Post 1 sehen wir das wieder (wir sind ganz rechts...):

Cosmology for the Curious von Perlov und Vilenkin (Springer)

Die Materie führt anziehende Gravitation aus und hat bis zu diesem Zeitpunkt die Ausdehnung des Kosmos abgebremst.

Nun dominiert die DE und die macht den Kosmos größer, immer schneller, vielleicht sogar exponentiell und der Kosmos wird dann vielleicht auseinander gerissen.

Aber davon wird niemand im Kosmos etwas mitbekommen. Wieso?

 Die Größe des kosmischen Horizontes, also des Bereiches, den wir überblicken können, wächst propoprtional zur Zeit t:

In jeder Sekunde kommt eine Strecke von 1 Lichtsekunde (also 300 000 km) dazu.

Durch die exponentielle Aufblähung am Anfang (Inflation) ist der Kosmos eigentlich viel größer als wir überblicken können: 43 Milliarden Lichtjahre in jeder Richtung, jetzt, 14 Milliarden Jahre nach seiner Entstehung.

In der Strahlungsära ist der Kosmos mit  R(t) ~ √t gewachsen, also alle Abstände sind mit der Wurzel aus der Zeit t größer geworden (gemeint sind  die ganz großen Abstände zwischen Galaxienhaufen).

Das ist langsamer als das Wachstum des Horizontes, des überschaubaren Universums. Der wächst porportional zur Zeit t. Da aber viel mehr Kosmos da ist, als wir sehen, bedeutet das, dass in der Strahlungsära ständig neue Bereiche des Kosmos auftauchen.

Man sieht immer mehr vom Kosmos.

So ist es auch während der Materie-Ära: Große Abstände wachsen mit t2/3 

Das ist immer noch langsamer als der Horizont anwächst.

Nun sind wir in der Ära der DE. Abstände wachsen immer schneller, bald schneller als der Horizont anwächst.

Dann sehen unsere Nachfahren nicht immer  mehr vom größeren Kosmos, sondern immer weniger, ferne Galaxien und Galaxienhaufen schwinden aus der Sicht.

Und ganz zum Schluss bleibt nur noch unsere Galaxis als einzige sichtbar.

Kosmologen dieser fernen Zukunft werden ein seltsames Bild vom Weltall haben. Für sie ist unsere Galaxis das Universum.Und noch später, wenn die Ausdehnung exponentiell ist, wird es auch unsere Galaxis zerreißen und nichts von all ihren Sternen  bleibt sichtbar.

Unsere Nachfahren würden in die tiefe Leere der Dunklen Energie blicken. Und dabei würden sie spüren, wie auch diese DE an ihrem Planeten und schließlich an ihren Körpern zerrt und diese zerreißt.

Das ist das Ende.







Mars im Sturm

 Da klare Nächte zur Zeit doch etwas rar sind, wollte ich gegen Abend am Mittwoch die Marsposition fotografieren und das mit der alten und der neuen Kamera machen, um Vergleichsbilder zu haben.

Ich plane bald einen Post über einen Kameravergleich zu schreiben.

Ich fuhr extra an den Stadtrand. Kaum angekommen, wehte mich ein nahezu orkanartiger Wind fast weg.

Die Kamera, ständig um den Hals hängend, schraubte ich  auf das kleine Stativ und versuchte Pausen im Sturm abzuwarten....

Ich musste das ISO hochdrehen um möglichst kurze Belichtungszeiten zu bekommen, länger als 3...4 Sekunden pausierte der Wind nicht.

Immerhin ein brauchbares Bild, aber Vergleichsaufnahmen muss ich ein anderes mal machen.

Auf dem Bild (18.11., 21.04 Uhr) sehen wir Mars und Uranus. Mars ist  ist deutlich weitergezogen. Der Positionsunterschied zum 14.11. ist sichtbar, der zum 24.10. deutlich.

Vergleicht man auch die Uranuspositionen vom 24.10. und 18.11. erkennt man auch eine kleine Bewegung nach schräg rechts oben.

Auch Mira ist weiter abgeschwächt. Ihre Helligkeit dürfte um 4 mag liegen.



Vergleichsbild 24.10.:



Mittwoch, 18. November 2020

Sichel am Mittwoch

 In der Abenddämmerung stand die Mondsichel dicht über dem SW-Horizont (siehe letzter Post).

Rechts unterhalb von ihr sah man Nunki (Aufnahmen um 17.25 Uhr).

Der Ausschnitt stammt aus einer Aufnahme von 18.08 Uhr, als es noch recht hell am Himmel war.





Auf dem Weg zum Weihnachtsstern 12, heute mit Mondsichel

 Es hat lange gedauert, bis sich der angekündigte Sionnenschein in kassel durchgesetzt hat.

Aber gegen Abend schließlich klarte es auf.

Von der Sternwarte auf dem SFN aus konnte ich über das Kasseler Becken blicken und sah Saturn, Jupiter und Mond in einer Linie dicht über dem SW-Horizont, untermalt von einem kräftigen Abendrot.

Erstes Bild: 17.11 Uhr

Zweites Bild: 17.29 Uhr, jetzt kommt auch Saturn gut durch und einige hellere Sterne des Schützen. Auch das Erdlicht, das den dunklen Teil des Mondes beleuchtet, ist gut zu sehen.

Verglichen mit der letzten Aufnahme vom 14.11. sind Jupiter und Saturn weiter zusammengerückt (siehe frühere Posts).