Venus – ein prachtvoller Morgenstern
Das ganze
zweite Halbjahr 2021 hindurch war Venus Abendstern. Aber wenig beeindruckend
stand sie tief am Westhorizont und war nur kurz während der Dämmerung zu sehen.
Nun ist sie an
der Sonne vorbeigezogen und steht nun rechts von ihr. Dadurch geht sie morgens
vor der Sonne auf und ist somit ein heller Morgenstern.
Im Februar
steht sie auch deutlich über der Sonne, d.h. wir können sie wirklich gut
morgens im SO schon ab 5.45 Uhr sehen. Bis zum Ende der Dämmerung gegen 7.30
Uhr steht sie hell leuchtend immer höher am Himmel.
Auf dem Weg zur
Schule oder zur Arbeit ein wirklich prachtvoller Anblick!
Nach 6.30 Uhr
taucht rechts unterhalb der Venus der Mars und ab 6.50 Uhr links unterhalb der
Merkur auf. Diese beiden Planeten sind aber, da sie deutlich lichtschwächer als
Venus sind, nur bis etwas 7.10 Uhr gut auszumachen.
Am 10.2. hat
Venus ihre größte Helligkeit erreicht. Sie ist dann nach Sonne und Mond das
hellste Objekt am Himmel.
Woran liegt
das?
Einmal hat
Venus eine sehr dichte Atmosphäre, die fast das gesamte Sonnenlicht
reflektiert.
Dann steht uns
Venus zurzeit besonders nahe: nur etwa 60 Millionen km steht sie von uns
entfernt. Das kann bis September auf 250 Millionen km anwachsen.
Die große Nähe
trägt entscheidend zur Helligkeit bei:
Denn da die
Sonne seitlich links von Venus steht, sehen wir nicht die gesamte von der Sonne
beleuchtete Hälfte der Venus. In der Tat, in einem kleinen Fernrohr oder einem
guten Fernglas sieht man eine schmale und relativ große Sichel.
In den nächsten
Monaten wird die Sichelgestalt der Venus zunehmen, aber sie erscheint uns immer
kleiner, da ihr Abstand zur Erde wächst.
Am 22.10. zieht
sie erneut an der Sonne vorbei, diesmal aber weit hinten, und wechselt zum Abendstern.
Am 13.2. sieht
man Mars, Venus und Merkur am besten kurz vor 7.00 Uhr morgens angeordnet in
Form eines kleinen Dreiecks. Ende Februar, am 27.2., ist Merkur nicht mehr
sichtbar, da er wieder zu dicht an der Sonne steht. Aber zu Mars und Venus
gesellt sich die schmale abnehmende Mondsichel.
Dann haben wir
zwei Sicheln am Morgenhimmel, gut sichtbar ab 6.30 Uhr. Venus, Mars und Mond
scheinen fast auf einer Linie zu stehen.
Wenn man dann
noch rechts neben den Planeten den hellen Stern Antares im Skorpion und links
oberhalb Atair im Adler sieht, dann hat sich der Blick an den Morgenhimmel
gelohnt.
Der abendliche
Sternenhimmel wird im Februar wie auch im Januar im Südosten durch die markanten
Wintersternbilder geprägt: Orion mit seinen markanten Gürtelsternen, links
unterhalb der helle Sirius und oberhalb vom Orion der Aldebaran im Stier mit
dem Sternhaufen der Plejaden.
Vier Sterne
bilden den Körper des Orion, der einen Jäger darstellen soll. Rigel steht am
rechten Fuß und Beteigeuze ist der linke obere Schulterstern des Himmelsjägers.
Auffällig sind besonders die drei
Gürtelsterne des Orion, deren Verbindungslinie nach links unten auf den
hellsten Stern des Sternenhimmels, den Sirius im Sternbild „Großer Hund“,
zeigt.
Planeten im Februar:
Merkur: Bis 20.2. in der Morgendämmerung unterhalb von Venus
Venus: Unübersehbar hell leuchtender Morgenstern
Mars: In der
Morgendämmerung rechts unterhalb der Venus
Jupiter: unsichtbar, da zu dicht bei der Sonne
Saturn: unsichtbar, da zu dicht bei der Sonne
Sternkarte:
Sternenhimmel am 13.2. gegen 7.00 Uhr in südöstlicher
Richtung (Sternkarte von Stellarium)
Venusbild:
Mit 600 mm Tele, sehr kurzer Belichtung und starker
Nachvergrößerung am So, 30.1., 7.00 Uhr aufgenommen.
Online Veranstaltungen der Sternwarte auf dem SFN:
Jeden Freitag um 20.00 Uhr
Zugang: sfn-kassel.de/live