Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Freitag, 3. Februar 2023

Bald gibt es mehr Gold in der Galaxis...

 Wenn zwei Neutronensterne miteinanderverschmelzen werden große Mengen an schweren Elementen produziert, u.a. auch Gold und Silber.

Mit dem 1,5 m Teleskop auf dem Cerro Tololo in Chile ist nun ein Doppelsternsystem in 11400 Lichtjahren Entfernung identifiziert worden, das in Zukunft diese Entwicklung eingehen wird.

Das Bild beschreibt die Entwicklungsstufen:

1: Zwei massereiche blaue Sterne bilden ein Doppelsternsystem

2: Der massereichere Stern expandiert

3: Es fließt Materia auf den masseärmeren Stern über

4: Der massereichere Stern explodiert als Supernova, aber wegen des Massenverlustes so abgeschwächt, dass der andere Stern nicht aus dem System gekickt wird

5: Der massereichere Stern ist zum Neutronenstern geworden und zieht nun umgekehrt Materie von seinem Begleiter ab

>>> Das ist die jetzt beobachtete Phase

6: In 1 Millionen Jahre wird auch der masseärmere Stern sich zur abgeschwächten Supernova entwickelt haben. Wieder bleibt deshalb der andere Stern im Ssystem.

7: Nun umkreisen sich zwei Neutronensterne

8: Durch Abgabe u.a. von Gravitationswellen verlieren sie Energie und spiralen aufeinander zu.

9: Die beiden Neutronensterne kollidieren und erzeugen u.a. Gold (og. Kilonovaausbruch).

credit: CTIO/NOIRLab/NSF/AURA/Mauerfeld




Mittwoch, 7. Dezember 2022

Breaking News: Verschmelzung zweier Neutronensterne erzeugt langen Gammablitz

 Embargo bis 17 Uhr:

In Nature werden heute zwei Arbeiten veröffentlicht, die unabhängig voneinander mit verschiedenen Methoden zeigen, dass das Nachleuchten eines langen Gammastrahlenausbruchs nicht durch eine Supernova sondern durch Verschmelzen zweier Neutronensterne entstanden ist.

Üblicherweise werden Gammastrahlungsausbrüche GRB (GammaRayBursts) von Satelliten aus entdeckt.

Kurze GRB (Dauer unter 2 Sekunden) führt man auf das Verschmelzen zweier Neutronensterne zurück. Dieses Ereignis bezeichnet man als Kilonova.

Lange GRB (Sekunden bis Minuten) werden auf die Supernovaexplosion eines mehr als 10 Sonnenmassen großen Sternes zurückgeführt.

Da der beobachtete GRB so nahe steht, dass das Licht weniger als 1 Milliarden Jahre unterwegs war, konnte mit irdischen Teleskopen (u.a. Gemini Nord und Süd) genauere Untersuchungen gemacht werden, die trotz des langen GRB auf eine Kilonova hindeuten.

Dazu passt auch das Helligkeitsverhältnis zwischen dem nahen IR und dem sichtbaren Licht: Bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne entstehen sehr viele schwere Elemente, die das sichtbare Licht absorbieren und somit abschwächen.

Das Bild zeigt eine Aufnahme des HST, in die eine Nah-IR Aufnahme des Gemini Nord Teleskops einkopiert ist, die das lange Nachleuchten im IR zeigt.

credit: Int.Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/NASA