Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Freitag, 10. Februar 2023

JWST: Felsen entdeckt

 Ein unter 200 m großer Asteroid (Felsbrocken) ist bei Kalibrierungsarbeiten  der IR-Kamera für mittlere Wellenlängen (MIRI)  des James Webb Space Teleskops (JWST) zufällig entdeckt worden.

Es liegt im inneren Asteroidengürtel, etwa 100 Mill. km entfernt. Davon wird es noch weit über eine Millionen anderer Brocken aus der Anfangszeit des Planetensystems geben.

Aber der Felsbrocken ist das bisher kleinste Objekt, was vom JWST beobachtet wurde.

Das Bild zeigt eine künstlerische Darstellung

credit: NASA/ESA/JWST/Hartmann/Kornmesser



Mittwoch, 25. Januar 2023

Streifschuss am Donnerstag

 Erst am Sonntag wurde der Apollo-Asteroid 2023 BU entdeckt. Am Donnerstag um 22.17 Uhr wird er 3500 km über der Erdoberfläche (Südamerika) vorbeirasen.

Geostationäre Satelliten haben Höhe von 35 000 km.

Gefahren erwartet man nicht, da er nur 4m bis 8m groß ist und deshalb bei einem nicht erwarteten Eindringen in die Erdatmosphäre zerbrechen würde.

Seine Helligkeit liegt bei 19 mag, ist also nur etwas für größere Fernrohre.

In 425 Tagen ist er wieder im sonnennächsten Punkt. Da wird aber die Erde woanders stehen.

Bild: TheSkyLive




Freitag, 16. Dezember 2022

Die Suche nach Ceres

 Heute morgen soll der Zwergplanet Ceres nur 2 Bogenminuten neben dem Stern 12 Vir stehen.

Das bringt einige Herausforderungen mit sich:

1) Man muss mit einer ehe größeren Brennweite (150 mm) arbeiten, um die beiden Objekte noch zu trennen.

2) Man muss recht lange belichten, um die lichtschwache Ceres zu sehen.

Das ist zusammen genommen kaum lösbar, da:

Bei längerer Belichtung und größerer Brennweite die Erdrotation die Himmelsobjekte zu Strichen auseinander zieht (was wieder die Grenzhelligkeit, die man erreicht reduziert) Außerdem steht der Halbmond in unmittelbarer Nähe, so dass auch bei leichtestem Dunst  der Hintergrund aufgehellt wird.

Ich habe es trotzdem versucht und in der Tat die Ceres als kleinen lichtschwachen Strich oberhalb vom Stern 12 Vir gefunden.

Ceres ist mit 960 km der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel. Sie besitzt  eine kohlenstoffreiche, stark vereiste, Oberfläche. Ceres um kreist die Sonne in einem Abstand von 2,8 AE (AW: Entfernung Erde-Sonne) in 4,6 Jahren. Zur Zeit ist sie nur 8,8 mag hell.




Montag, 31. Oktober 2022

Breaking News: Möglicher Killerasteroid entdeckt

 Embargo: 16.00 Uhr MEZ

Mit der Dark Energy Kamera des Cerro Tololo Observatoriums in Chile konnten jetzt in der Dämmerung drei Asteroiden entdeckt werden, die innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreisen.

Sie zählen zu den NEOs (Near EarthObjects).

Die Beobachtung ist nicht leicht, da sie nahe der Sonne am Himmel stehen und nur während einer kurzen Zeit (etwa 10 Minuten)  in der Dämmerung beobachtet werden können.

2022 AP7 ist mit 1,5 km der größte von ihnen. Seine Bahn verläuft so, dass er durchaus die Erdbahn auch mal kreuzen kann.

Die anderen beiden (2021 LJ4 und PH27) sind etwas kleiner ( 1km) und bleiben dauerhaft innerhalb der Erdbahn.

PH27 ist sogar der bisher der Sonne am nächsten kommende Asteroid. An seiner Bahn machen sich Effekte der Allgemeinen Relativitätstheorie (Periheldrehung) bemerkbar.

Das Bild ist eine künstlerische Darstellung!

credit: DOE/FNAL/DECam/NOIRLab/NSF



Mittwoch, 12. Oktober 2022

Wir bewegen den Himmel...DART - Mission erfolgreich!

 Ja, es hat geklappt...die Bahnänderung des kleinen Asteroiden Dimorphos konnte nun nachgewiesen werden.

Zur Bahnänderung hat sowohl der Impakt als auch der Rückstoß des ausgestoßenen Materials beigetragen.

Wie hat man die Bahnänderung bestimmt:

Diomorphos umkreist ja den größeren Asteroiden Didymos. Dadurch kommt es, von der Erde aus gesehen, zu regelmäßigen Helligkeitsänderungen des Gesamtsystems.

Daraus kann man die Umlaufsperiode bestimmen. Sie war 11h 55 m vor dem Impakt. Nun hat sie sich auf 11h 23 m verkürzt, also um 32 Minuten! Schon bei einer Änderung von weniger als einer Minute hätte die NASA von einem Erfolg gesprochen.

Übrigens: Der Staubschweif des 170 m großen Asteroidenmondes hat inzwischen eine Länge von 10 000 km!

Bild: Vergleich zwischen alter und neuer Umlaufsperiode

Animation: Bedeckungen und Helligkeitsänderungen

credit: NASA/JPL








Dienstag, 4. Oktober 2022

DART erzeugt 10 000 km langen Staub-Schweif

Am 26.9. krachte ja die NASA Sonde DART in den Asteroidenmond Dimorphos.

Inzwischen ist die riesige Staubwolke durch den Strahlungsdruck der Sonne zu einem 10 000 km langen Staubschweif auseinandergezogen worden. 

Die Aufnahmen entstanden mit dem 4,2 m großen SOAR Teleskop in Chile.

credit: CTIO/NOIRLab/SOAR/NSF/AURA/T. Kareta (Lowell Observatory), M. Knight (US Naval Academy)



Donnerstag, 29. September 2022

Breaking News: Webb und Hubble beobachten DARTs Impakt

 Embargo: 15.00 Uhr

Inzwischen sind auch Bilder vom James Webb Space Teleskop JWST  und vom Hubble Space Teleskop HST veröffentlicht.

Sie zeigen fahnenartige Ausbrüche, die von der Impaktstelle ausgehen.

Das HST hat im blauen Licht bei 350 nm beobachtet, das JWST im nahen IR bei 700 nm. JWST hat für 5 Stunden insgesamt 10 Bilder aufgenommen.

Die Helligkeit des Asteroiden stieg durch den Impakt um den Faktor 3, unerwartet sogar für mindestens 8 Stunden.

credit: NASA/ESA/STScl

Bild 1: Bildsequenz vom HST

Bild 2: Vergleich HST und JWST

Video: Sehr kurze Sequenz von Bildfolgen (HST)









Mittwoch, 28. September 2022

Unglaublich: Blick auf DARTs Ende

 Sogar von der Erde aus war der Einschlag zu beobachten, vor allem die riesige Menge an Staub (und DART-Überresten), die wegflogen.

Die Bewegung der Sterne kommt dadurch zu Stande, dass das Teleskop auf den Asteroiden ausgerichtet war und der hat sich ja bewegt.

Die Aufnahmen wurden mit dem ATLAS (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System) in Hawaii gemacht, einem Frühwarnsystem für Asteroideneinschläge. Es besteht aus mehreren 50 cm Teleskope, die ständig den Himmel nach sich bewegenden Objekten abscannen.




Dienstag, 27. September 2022

Armaggedon - Live - : NASA rettet die Menschheit

 In der Nacht vom Montag auf Dienstag war es so weit:

Die NASA erprobt ein Verfahren, das vor fast 25 Jahren Vorlage für einen Katastrophenfilm war.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein größerer Asteroid Kurs Erde nimmt und auf die Erde stürzt. Das wird nachhaltigen Einfluss auf die Evolution haben: Überschwemmungen, jahrelange Dunkelheit, Unterbrechung aller Nahrungsketten...

Sollte der Kurs rechtzeitig bekannt sein, dann könnte man innerhalb weniger Jahre eine Raumsonde bauen, die zum Asteroiden fliegt und ihn von seiner Bahn ablenkt.

Wenn es vielleicht auch mit dem Flug zum Mond im Moment etwas hapert...aber vielleicht kann die NASA eine inszenierte Rettung der Menschheit vorführen...

Im November 2021 ist die 600 kg schwere Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) gestartet worden. Am 27.7.22 konnten die Kameras an Bord das erste Bild des Asteroiden Didymos (griechisch für Zwilling)   aus 36 Millionen km Entfernung machen.

Didymos ist ein Doppelasteroid: Der Hauptkörper ist etwa 780 m groß, er wird im Abstand von 1100 m von einem 160 m großen zweiten Asteroiden Dimorphos in etwa 12 Stunden umkreist.

Er war im November 2003 immerhin 6 Millionen km an die Erde herangeflogen.

Dimorphos ist das Ziel von DART. Mit 6,1 km/sec soll die Sonde auf den Asteroiden stürzen und ihn von seiner Bahn abbringen.

Das wird durch Änderung der Umlaufbahn um den Hauptkörper leicht überprüfbar.

Die italienische Sonde LICIACube wird 2 Minuten 45 Sekunden nach dem Impakt vorbeifliegen und Bilder von den Impaktauswirkungen zur Erde senden.

Alle Bilder kommen aus 11,4 Millionen km Entfernung, sie sind etwa 38 Sekunden unterwegs. Die Aufbereitung dauert etwa 7 Sekunden, so dass wir "live" mit 45 Sekunden Verzögerung zusehen können.

Bild 1: Bahnen und Annäherung, Bahnänderung

Bild 2: Aufnahme von Didymos am 27.7.22

Bild 3: Künstlerische Darstellung: DART nähert sich Dimorphos

Bild 4: Aufnahme der DART Cam 43 Minuten vor dem Impakt

Bild 5: Aufnahme 19 Minuten vor dem Impakt (beschriftet)

Bild 6: 3 Minuten 42 Sekunden, die Sonde schwenkt zum Ziel

Bild 7: 2Minuten 49 Sekunden Ziel im Visier

Bild 8: Sekunden vor dem Aufschlag um 1.15 Uhr MESZ

Bild 9: Aufprall, eines der letzten Bilder

NASA/JPL/DART

















Sonntag, 8. Mai 2022

1031 bisher unbekannte Asteroiden entdeckt

 2019 begann ein Global Citizen Science Projekt, bei dem 11400 Menschen, unterstützt durch ein System aus künstlicher Intelligenz, 37 000 Bilder aus zwei Jahrzehnten Beobachtungen mit dem Hubble Space Teleskop HST ausgewertet haben. Insgesamt konnten 1701 Spuren von Asteroiden auf den HST-Bildern gefunden werden, darunter scheinen  1031 zu bisher noch nicht bekannten Asteroiden zu gehören.

Eine besonders schöne Aufnahme zeigt eine Spur vor dem Crabnebel. Man erkennt auch den Crabpulsar und die von ihm ausgehenden Strukturen im Crabnebel.




Dienstag, 1. Februar 2022

Breaking News: Von den unbekannten Begleitern der Erde

Embargo bis  17.00 Uhr

Auch die Erde hat Trojaner...zwei sind bekannt!

Es gibt 5 Punkte, die Langrange-Punkte, an denen sich Fliehkräfte und die Gravitationskräfte von Erde und Sonne ausgleichen. Dort können sich Himmelskörper ansammeln und stabile sowie chaotische Bahnen um diese Langrange Punkte ausführen.

Das jWST ist ja am Punkt L2 geparkt.

An dne Langrangpunkten L4 und L5 sitzen z.B. die berühmten Trojaner des Jupiter.

Von der Erde kennt man bisher zwei Asteroiden, die an diesen Punkten sitzen.

Der erste ist nur ungefähr 400 m groß, der zweite wurde  am 12.12.2020 an L5 entdeckt. Seine Bezeichnung 2020XL5.

Aber die Bahn konnte nicht genau bestimmt werden, so dass nicht klar war, ob er nur zufälligerweise gerade die Erdbahn kreuzt.

Jetzt hat man mit dem 4,2 m SOAR Teleskop in Chile die Position so gut vermessen können, dass man den Asteroiden auf alten Aufnahmen zehn Jahre zurück verfolgen konnte.

In der Tat, es ist ein Trojaner!

Er ist sogar 1,2 km groß und wie die Photometrie seiner Oberfläche anzeigt besteht er zu hohem Anteil aus Kohlenstoff.

Erdtrojaner sind schwierig zu beobachten, da sie recht dicht neben der Sonne am Himmel stehen und  somit nur durch dichte Horizontschichten beobachtet werden können.

Die Bahnbestimmung hat ergeben, dass 2020XL5 noch mindestens 4000 Jahre an L5 bleiben wird, dann könnten die Bahnstörungen zunehmen und er könnte weiter wandern....

credit: NOIRLab, NSF/AURA

Bild 1: künstlerische Darstellung

Bild 2: Langrange Punkte der Erde

  




Samstag, 11. Dezember 2021

Astronomischer Adventskalender, Tür 11

 Lösung Tür 10:

Eine Quasi-Satellit der Erde kreist nicht um die Erde sondern wie die Erde um die Sonne, aber so, dass er immer auf gleicher Höhe wie die Erde ist. So sieht es aus, als sei es ein Erdsatellit.


Tür 11:

Wo auf dem Mond gilt: a² + b² = c²?

Die Lösung bitte in den Kopf einer Mail an adventskalender@sfn-kassel.de. Einsendeschluss Sonntag 11 Uhr


Unter den Besten werden astronomische Bücher verlost.

















Mittwoch, 10. November 2021

Ceres wandert weiter

 Am Dienstag habe ich auch, noch tief über Kassel stehend, die Hyaden im Stier mit Ceres fotografiert. Man kann im Vergleich zu den letzten beiden Bildern deutlich die Westbewegung erkennen.

Die Aufnahme entstand um 20.13 Uhr im Habichtswald



Montag, 8. November 2021

Westwärts mit Ceres

 Jupiter ist wieder rechtläufig, Ceres ist dagegen in seiner Oppositionssschleife rückläufig, sie läuft nach Westen (nach rechts).

Einige Verwirrung gab es ja, da Stellarium die Position von Ceres mit 2 Tagen Verspätung angezeigt hat.

Nun, in einer weiteren Wolkenlücke am Sonntag um 23,40 Uhr richtete ich die Kamera noch mal auf Aldebaran. Die Zoomeinstellung wählte ich so, dass die Hyaden ganz sichtbar sind. Ich habe das durch die Verbindungslinien gekennzeichnet.

Man erkennt deutlich, dass Ceres weitergewandert ist.

Zum Vergleich habe ich die vorherige Aufnahme vom Samstag um 3.26 Uhr noch einmal nachgearbeitet. Soweit wie es bei dieser stärkeren Vergrößerung ging, habe ich die Verbindungslinien der Hyaden eingezeichnet und noch einige Sternnamen ergänzt.

Da die Hyaden am Sonntag an einer etwas anderen Himmelsposition stehen, ist die Neigung der beiden Bilder unterschiedlich, aber die Orientierung sollte gelingen.

Am 6.11. bildet Ceres über den Stern HIP21257 und mit Aldebaran einen spitzen Winkel. Heute ist der Winkel (Aldebaran, HIP21257, Ceres) stumpf.

Damit ist die Bewegung eindeutig sichtbar.






Samstag, 6. November 2021

Wo ist Ceres?

 Heute Nacht sollte  Ceres in der Nähe zu Aldebaran stehen.

Ceres ist der größte Asteroid im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, eine etwa 964 km große Kugel mit einer dicken Eisschicht, utnter der wahrscheinlich ein warmer Ozean ist.

Wegen seiner runden Form ist Ceres auch ein Zwergplanet, der einzige im Asteroidengürtel.

Ceres steht kurz vor seiner Opposition, er wandert also am Himmel nacht rechts (Rückläufigkeit), da er näher als Jupiter steht (Sonnenabstand 414 Mill.km) auch deutlich schneller als der Gasplanet.

 Zwischen dem 3. und 5. 11. sollte sie (Ceres ist weiblich!)  an Aldebaran vorbeiwandern.

In der Nacht vom Freitag auf Samstag sollte es aufklaren, also stellte ich den Wecker und fotografierte gegen 3.30 Uhr.

Zur Identifikation der Sterne verwende ich immer Stellarium.

Nicht alle Sterne, die in Stellarium angegeben war, konnte ich auf meiner Aufnahme finden. Das ist bei lichtschwächeren Sternen verständlich, denn es war leicht nebelig, überall gab es kleine Wolkenfetzen, und manchmal kamen Sterne durch, manchmal nicht. 

Ich fotografierte erst einmal die Umgebung mit Normalobjektiv, da sieht man Aldebaran oberhalb der V-förmigen Hyeden und rechts am Bildrand die bekannten Hyden.

Der Kasten markiert den mit Tele aufgenommenen Bereich.

Interstellarium  zeigte mir Ceres genau da an, wo ich auf einigen (!) Bildern einen schwachen Lichtpunkt fand. Die Position stimmte, Ceres Helligkeit von 7,7 mag passte nicht zum Bild, sie hätte deutlich heller sein müssen.

(Helligkeitsangaben reduziert, d.h. sie berücksichtigen Absorption durch Atmosphäre).

Ein helles Objekt, mit ? markiert, fand ich nicht auf der Sternkarte von Stellarium, aber auf allen (!) meinen Aufnahmen. Die Helligkeit passt zu Ceres, aber nicht die Interstellarium-Position.

Ich schaute im Novemberbericht von SuW nach, da sollte Ceres Richtung Süden an Aldebaran vorbeiziehen und am Morgen des 6.11. in der Nähe von HIP 21257 sein.

Das stimmte gut mit meiner Aufnahme überein.

Wenn man Stellarium zwei Tage voraus laufen lässt, zeigt Sellarium genau dort Ceres für den 8.11. an...also der beobachtete Lichtpunkt liegt auf der Ceresbahn.

Alle Indizien sprechen dafür, dass das mit ? markierte Objekt Ceres ist.

Das lässt sich leicht überprüfen...wenn in einer der nächsten Nächte man das ?-Objekt weiter rechts  unten sieht, dann ist es wirklich Ceres und die Bahndaten, die Stellarium verwendet, sind falsch gewesen, zumindest die Zeitzuordnung.

Spannend...und wieder den Wecker stellen...

Übrigens, sieht man Ceres gut im Fernglas und kann es selbst überprüfen.




 


Montag, 1. November 2021

Astrovorschau November 21

 In diesem Monat passiert recht viel, wenn auch oft nur für Fernglasbeobachtung...

3.11.: Morgenhimmel vor SA: Schmale Mondsichel bei Merkur

5.11.: Uranus in Opposition, d.h. die ganze Nacht zu sehen (weit rechts von den Plejaden, oberhalb vom Walfisch), nur mit Fernglas

5.11.: Kleinplanet Ceres steht ganz dicht an Aldebaran (links), mit Fernglas gut zu sehen

   Die Karte unten von Stellarium zeigt, die Bewegung des Ceres vom 3.11. bis 7.11. an Ceres vorbei.

     Die beste Beobachtungszeit ist nach 21 Uhr im Osten.

7.11.: Die schmale Mondsichel tauch am Abendhimmel in der Dämmerung im SSW auf.

8.11.: Mondsichel links von Venus (abends nach Sonnenuntergang im SSW

10.11.: Morgendämmerung: Merkur links oberhalb von Mars (gegen 6.45 Uhr)

10.11.: Mond unter Saturn

11.11. Mond unter Jupiter

17.11.: Maximum der Leoniden bei fast Vollmond (relativ sinnfrei)

19.11.: Vollmond mit partieller Mondfinsternis, bei uns ist vor Sonnenaufgang, d.h. bei Monduntergang im  SW gerade noch der Beginn der Halbschattenverfinsterung (nicht) zu sehen...

27.11.: Kleinplanet Ceres in Opposition zur Sonne (steht inzwischen deutlich oberhalb der Hyaden)



Dienstag, 12. Oktober 2021

Breaking News: Die Asteroiden-Galerie der ESO

 Embargo bis 14.00 Uhr:

ESO veröffentlicht Aufnahmen von 42 der größten Asteroiden

Da nur Ceres, Vesta und Lutetia durch die Raumsonden DAWN und ROSETTA der NASA/ESA besucht wurden, sind die mit dem VLT gemachten Aufnahmen aus den Jahren 2017 bis 2019 von großem Wert.

Deutlich sichtbar sind zwei Gruppen: nahezu kugelförmige Asteroiden und langgestreckte, teilweise an Hundeknochen erinnernde Asteroiden.

 Auch die Dichten konnten abgeschätzt werden. Es gibt einmal Asteroiden mit Dichten von 1,3 g/cm³ wie Lamberto und Sylvia. Das entspricht der Dichte von Kohle. Sie müssen außerhalb der Neptunbahn entstanden sein und danach in das Innere des Asteroidengürtels gewandert sein.

Psyche und Kalliope gehören zur zweiten Gruppe. Ihre Dichten liegen bei 4 g/cm³, das ist mehr als die von Diamant.

In der Reihe ist natürlich Ceres mit 940 km der größte und Urania mit etwa 90 km der kleinste Asteroid.

Wie die Dichten bestimmt wurden, wird leider nicht angegeben, nur aus Massenabschätzungen wird gesagt. Das deutet daraufhin, dass langjährige Bahnbeobachtungen und Bahnstörungen Hinweise auf die Massse gegeben haben.

 Bild 1: Asteroidengalerie

Bild 2: Asteroiden und Bahnen

Bild 3: Ceres und Vesta

Video: Mehr Infos über einzelne Asteroiden

credit: ESO/Kornmesser

 





 

Donnerstag, 9. September 2021

Breaking News: Kleopatra sieht aus wie ein Hundeknochen

Embargo bis Donnerstag 14 Uhr

Mit dem VLT in Chile wurden in den letzten Jahren immer wieder Bilder vom Asteroiden Kleopatra, der zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreist, aufgenommen.

Schon vor 20 Jahren zeigten Untersuchungen mit Radioteleskopen eine langestreckte Form des Asteroiden.

Mit den modernen Aufnahmen konnte nun ein 3 D - Modell konstruiert werden: Kleoptara hat die Form eines 270 km langen  Hundeknochen.

Auch die beiden Monde konnten nun  besser beobachtet und ihre Bahnen vermessen werden. Das führt zu einer genauen Massenbestimmung des Asteroiden. Der neue Wert für die Dichte liegt bei 3,4 g/cm³.

Das erste Bild zeigt Aufnahmen ajus verschiedenen Blickwinkeln (ESO).

Die zweite Aufnahme zeigt die beiden Monde (ESO).

Die dritte Aufnahme zeigt das bisherige Modell, gewonnen aus radioastronomischen Daten (wikipedia)





Donnerstag, 26. August 2021

Schnellster Asteroid entdeckt

 In der Dämmerung des 13.8. haben Astronomen auf Cerro Tololo mit dem 4m Teleskop und der 570 MegaPixel Dark Energy Cam den nächsten Nachbarn der Sonne entdeckt:

Es ist der etwa 1 km große Gesteinsbrocken 2021PH27, der sich der Sonne bis auf 20 Millionen km (0,13 AE) annähern kann.

Zum Vergleich: Merkur hat einen mittleren Abstand von 58 Millionen km.

Merkur läuft in 88 Tagen um die Sonne, der Asteroid benötigt 113 Tage, da er eine sehr langgestreckte Bahn hat.

In seinem Perihel aber ist er das sonnennächste und schnellste Objekt unseres Planetensystems.

Eine so sonnennahe Bahn unterliegt auch den Effekten der Allgemeinen Relativitätstheorie. Die Merkurbahn zeigt eine Periheldrehung von 43" pro Jahrhundert, die Einstein durch die Raumkrümmung erklären konnte. Bei PH27 beträgt der Effekt 60" pro Jahrhundert.

Es ist noch nicht klar, wie der Asteroid zu seiner ungewöhnlichen Bahn gekommen ist.

Entweder ist er ganz normal im Asteroidengrütel entstanden und durch Störungen zu seiner Bahn gekommen.

Da die Bahn auch um 13° gegen die anderen Planeten geneigt ist, könnte 2021PH27 auch ein eingefangener interstellarer Komet sein.

Auf den Darstellungen vom CTIO/NOIRLab sieht man:

- Entdeckeraufnahme: Der Astrodid hat sich in nur 15 Minuten stark am Himmel bewegt (mit rot und grün markiert).

- Rekonstruktion der Asteroidenbahn.





Sonntag, 2. Mai 2021

Ein Bett zum Testen?

 Da musste erst einmal ein Wörterbuch helfen...die neueste Pressemeldung der ESO spricht von der Inbetriebnahme des Test-Bed-Telescopes in La Silla, Chile.

Wenn man das so schreibt: testbed, dann heißt es übersetzt: Prüfstand...und genau darum geht es.

Das TBT - 2 ist ein 56 cm Teleskop, an dem die Hard- und Software getestet wird, schnell bewegte Objekte am Himmel aufzuspüren und zu verfolgen.

Zusammen mit dem TBT-1 in Spanien für den Nordhimmel, möchte man bei ESO und ESA die Voraussetzungen zum Aufspüren von Asteroiden verbessern, die der Erde gefährlich nahe kommen können, so genannte NEO (Near Earth Objects).

Hinter dem romantischen Bild des Sonnenuntergangs mit Mondaufgang am TBT-2 in La Silla steckt der Wunsch eine mögliche zukünftige Katastrophe für die Menschheit zu verhindern.

 Bild: ESO


 

Nicht vergessen: Sonntag 22.00 Uhr Live über Polarisation am Himmel, am Monitor und beim Urknall:

www.sfn-kassel.de/live

bzw. danach auf www.natur-science-schule.info