Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
Posts mit dem Label Lagrangepunkt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lagrangepunkt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 1. Februar 2022

Breaking News: Von den unbekannten Begleitern der Erde

Embargo bis  17.00 Uhr

Auch die Erde hat Trojaner...zwei sind bekannt!

Es gibt 5 Punkte, die Langrange-Punkte, an denen sich Fliehkräfte und die Gravitationskräfte von Erde und Sonne ausgleichen. Dort können sich Himmelskörper ansammeln und stabile sowie chaotische Bahnen um diese Langrange Punkte ausführen.

Das jWST ist ja am Punkt L2 geparkt.

An dne Langrangpunkten L4 und L5 sitzen z.B. die berühmten Trojaner des Jupiter.

Von der Erde kennt man bisher zwei Asteroiden, die an diesen Punkten sitzen.

Der erste ist nur ungefähr 400 m groß, der zweite wurde  am 12.12.2020 an L5 entdeckt. Seine Bezeichnung 2020XL5.

Aber die Bahn konnte nicht genau bestimmt werden, so dass nicht klar war, ob er nur zufälligerweise gerade die Erdbahn kreuzt.

Jetzt hat man mit dem 4,2 m SOAR Teleskop in Chile die Position so gut vermessen können, dass man den Asteroiden auf alten Aufnahmen zehn Jahre zurück verfolgen konnte.

In der Tat, es ist ein Trojaner!

Er ist sogar 1,2 km groß und wie die Photometrie seiner Oberfläche anzeigt besteht er zu hohem Anteil aus Kohlenstoff.

Erdtrojaner sind schwierig zu beobachten, da sie recht dicht neben der Sonne am Himmel stehen und  somit nur durch dichte Horizontschichten beobachtet werden können.

Die Bahnbestimmung hat ergeben, dass 2020XL5 noch mindestens 4000 Jahre an L5 bleiben wird, dann könnten die Bahnstörungen zunehmen und er könnte weiter wandern....

credit: NOIRLab, NSF/AURA

Bild 1: künstlerische Darstellung

Bild 2: Langrange Punkte der Erde

  




Mittwoch, 29. Dezember 2021

Das JWST: Eine neue Ära in der Erforschung des Kosmos, Post 3

 Der Lagrangepunkt L2, das neue Zuhause vom JWST

Je weiter ein IR-Teleskop von der Erde entfernt ist, desto besser lässt es sich von der Wärmestrahlung der Erde abschirmen, da diese einen immer kleineren Teil des Himmels abdeckt.

Am Lagrangepunkt L2 wirken drei Kräfte: Die Anziehungskraft der Sonne und die der Erde. Beide wirken in der gleichen Richtung, sie addieren sich. Der Satellit spürt aber noch eine dritte Kraft, die durch seine eigene Bewegung entsteht. Es ist die nach Außen zeigende Fliehkraft.

Alle drei Kräfte heben sich an L2 exakt auf.

Es ist nun leicht möglich, das JWST um eine enge Umlaufsbahn um L2 zu bringen, derart, dass das Schutzschild immer in Richtung Sonne/Erde zeigt. Zur Beobachtung im Infraroten ist das eine ideale Möglichkeit.

Mehr darüber im nächsten Post.

Bilder: NASA/ESA/JWST