Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Montag, 1. August 2022

Sternenhimmel im August: Perseiden so lala...

 Wünsch Dir was…:  Sternschnuppen im August

Für das bloße Auge bietet der Sternenhimmel Anfang August eigentlich ein grandioses Schauspiel, man kann den stärksten Sternschnuppenstrom des Jahres beobachten. Die Sternschnuppen scheinen alle aus einem Punkt (Radiant genannt) in der Nähe des Sternbildes Perseus zu kommen, deswegen spricht man von den Perseiden.

Sternschnuppen sind die Leuchtspuren von winzigen, weniger als 1 cm großen, Staubteilchen aus unserem Planetensystem, die in großer Höhe in der Lufthülle der Erde verglühen. Das Nachleuchten der Luft sehen wir dann als „Stern“schnuppe.

Pro Tag wächst die Masse der Erde um viele Tonnen, da ständig ein Staubregen aus dem Kosmos durch die Atmosphäre nach unten fällt. Die besonders zahlreichen, sehr kleinen Staubkörner (Mikrometeorite) erreichen ohne Leuchtspur den Erdboden, sie bilden auch einen Teil des Tiefseeschlamms.

Viele der Staubteilchen stammen aus den Kernen von Kometen, das sind etwa 15 km große Brocken aus Eis und Staub, vereiste Geröllhaufen, die die Urmaterie unseres Sonnensystems enthalten. In der Nähe der Sonne verdampft das Eis und reißt dabei auch Staubkörner mit, die sich längs der Kometenbahn ansammeln und dann alle auf zueinander parallelen Bahnen um unsere Sonne kreisen. Kreuzt nun die Erde eine solche Kometenbahn, dann fliegen wir durch die Wolke aus Staubteilchen hindurch und besonders viele Sternschnuppen können beobachtet werden.

Die Entstehung des Radianten, aus dem heraus die Sternschnuppen zu fliegen scheinen, kann man sich leicht an einer Autofahrt durch fallenden Schnee klar machen: auch die Schneeflocken scheinen von vorne aus einem Punkt heraus zu kommen. Und natürlich sieht man mehr Schneeflocken in Fahrtrichtung als aus dem Rückfenster.

In Fahrtrichtung der Erde blicken wir nach 1.00 Uhr nachts, die Anzahl der Sternschnuppen ist dann deutlich größer. Das Maximum der Aktivitäten wird auch gegen 3.00 Uhr erwartet.

Nur: In dieser Nacht ist Vollmond, sogar ein sog. Super-Vollmond, der der Erde etwas näher steht, also geringfügig größer und heller erscheint.

Trotzdem wird man die helleren Sternschnuppen gut erkennen können.

Die Perseiden  sind zwischen dem 9. und 14. August besonders häufig zu beobachten. Dann durchquert die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttles, der die Sonne in 133 Jahren umkreist. In der Nacht vom 12.8. auf den 13.8. durchqueren wir um 3.00 Uhr den zentralen Bereich des Staubgürtels, deswegen ist dann das Maximum zu erwarten.

Unsere Sternkarte zeigt  den Anblick des Sternenhimmels Richtung Nordosten gegen 23.30 Uhr am 12. und 13.8. Auffallend ist der absinkende Große Wagen im Westen und das Sternbild Kassiopeia im Nordosten, das wegen seiner dem Buchstaben „W“ gleichenden Form sehr auffällig ist. Unterhalb von Cassiopeia sieht man dann das Sternbild Perseus, aus dem heraus die Sternschnuppen kommen. Das Sternbild gleicht einem auf dem Kopf stehenden „Y“.

Beobachtungstipps

Bei sternenklarer Nacht sieht man auch Tage vor und nach dem Maximum immer mal wieder besonders helle Perseiden. Wer aber mehr sehen will muss folgendes beachten:

Die meisten Sternschnuppen wird man in der Nacht von Fr, 12.8. auf Sa, 13.8.nach 1.00 Uhr sehen. Da sind wir  dicht am Maximum, wir blicken in Flugrichtung der Erde und der Perseus steht halbwegs hoch im Osten. Die Sternschnuppen sieht man aber aus dieser Richtung kommend überall am Himmel!

Die besten Beobachtungsplätze liegen am Dörnberg, wenn man von den Parkplätzen Richtung Osten (über Calden hinweg) blicken kann.

Planeten im August

Merkur: unsichtbar, zu dicht an der Sonne

Venus: ab 4.30 Uhr im NO Morgenstern

Mars: ist nach  Mitternacht im Osten zu sehen

Jupiter: geht gegen 23 Uhr im Osten auf

Saturn:  abends im SO, hat am 14.8. Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht zu sehen

Sternkarte für den 12./13.8. 23.30 Uhr, Blick nach NO (B.Holstein, AAK)



Mittwoch, 1. Juni 2022

Beobachtung der Tau Herculiden 2022

 Jonas Plum hat die Nacht vor dem Maximum (bei uns am Tag) bei Gilserberg bei immer wieder aufklarendem Himmel einige Sternschnuppen gesehen:

In der Nacht vom Montag auf Dienstag zwischen 2.50 Uhr und 3.15 Uhr 6 TAH Meteore, einer sehr hell, der Rest dunkler.

Der Meteor auf dem Bild hatte etwa 2 mag.

Aufnahme um 1.48 Uhr mit Nikon D6500, 18 mm, 5 sec belichtet bei ISO 2000.





Montag, 17. Januar 2022

50 Jahre AAK: Unsere erste Aktion

 In meinem Blog Erinnerungen auf meiner Homepage www.natur-science-schule.info erzähle ich die wahre Geschichte hinter dieser Pressemeldung der HNA vom 16.10.72 ...

mal reinschauen...


https://www.natur-science-schule.info/post/von-zweckentfremdeten-anhängerachsen-und-ängstlichen-förstern

Erinnerungen


Donnerstag, 2. September 2021

Earth Grazer gesichtet

 Ein Earth Grazer ist ein heller Meteor, der in der Erdatmosphäre auftritt sie aber nicht wieder verlässt. Die Aurigiden gehören zum Kometen Kiess, der eine Umlaufszeit von 2500 Jahren besitzt. Dieses Jahr war eine besonders deutliche Aktivität erwartet worden, die Jonas Plum in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch  beobachtet hat.beobachtet hat


Er schreibt dazu:

Ich habe die Aurigiden gestern Abend bei der Sababurg beobachtet (von 22:30 Uhr  bis 01:00 Uhr) und habe dabei eine merklich erhöhte Aktivität bemerkt.
Es war erst ruhig von 22:30 - 23:25 MESZ, aber dann um 23:26 zeigte sich der erste Aurigid. Schließlich ab ca 23:37 Uhr zog die Aktivität merkbar an. Darunter 3dreiwirklich tolle Erdstreifer mit 2 - 4 sek langem Nachleuchten! Alle drei waren witzigerweise im oder neben dem Herbstviereck. Schließlich gegen 00:25 Uhr endete die Aktivitäten und es war bis 1.00 Uhr garnichts mehr zu sehen, was für das Ende der Zusatzaktivitäten spricht.

Alle Aurigiden waren gemischt hell von -1 bis +3 mag war alles dabei. Die Erdkreuzer waren ehr hell - zwischen -0,5 & +0,5 mag. Und alle waren ganze 15° lang.


FOTO:
ISO 2000 / 8s / f1.8 / 18mm
Mit Nikon D5600 + Sigma 18-35mm f1.8 DC Art
 

 

Donnerstag, 19. August 2021

Unerwarteter Perseiden-Ausbruch

 Das Maximum der Perseiden war ja für den 12./13. erwartet, danach sollte die Aktivität wieder zurückgehen.

Aber gerade zur Nachtzeit vom 14.8. in Nordamerika konnten automatische Kameras einen vollkommen unerwarteten Ausbruch der Perseiden registrieren.

Eine Rate von vielen 100 Perseiden pro Stunde, manchmal bis zu vier pro Sekunde konnte in weiten Teilen Nordamerikas registriert werden.

Die Ursache dieses unerwarteten Anstiegs ist unklar.

Es gibt ein Staubfilament längs der Bahn des Kometen Swift-Tuttle, der für die Perseiden verantwortlich ist. Es wird durch eine Umlaufsresonanz mit Jupiter mit Staub angefüllt. In den letzten drieiJahren gab es dadurch eine erhöhte Aitivität, für 2021 war aber nichts erwartet.

Die Ursache des Anstiegs ist noch unklar.

Bilder: CAMS Texas/California

             Carl Bracker




Samstag, 14. August 2021

Perseiden

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag hat auch Mark Woskowski von Zierenberg aus Perseiden fotografiert.

Hier ein Bild einer Sternschnuppe neben der Milchstraße ( Sony a6400 8s f1.4 16mm ISO 2000 entrauscht und in Lightroom nachbearbeitet).


 

Donnerstag, 12. August 2021

Die Perseiden sind da!

 Jonas Plum war in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag in der Nähe der Sababurg auf "Perseidenjagd".

Zwischen 22.40 Uhr und 4.40 Uhr hat er dutzende von Sternschnuppen gesehen, die beiden Bilder zeigen einige sehr helle Prachtexemplare um 23.08 Uhr und um 0.09 Uhr.

Aufnahmedaten:

Nikon D5600 mit Sigma 18-35mm F1.8 DC 
Aufnahmen - 5s / F1.8 / ISO 2000 / 18mm
 
Bei den Nachvergrößerungne sieht man besodners schön die Färbung der Spuren, die durch die Gase der Hochatmosphäre entstehen und charakteristisch für die Zusammensetzung der Erdatmosphäre sind (grün: Sauerstoff, rot: Stickstoff).
Daran sieht man, dass nicht die Staubteilchen leuchten, sondern die erhitzte Luft.
 





Samstag, 19. Dezember 2020

Good Bye Venus

 Am Samstag früh war Venus zu sehen, nicht immer kam sie durch die Wolken durch.

Das Bild um 6.58 Uhr zeigt sie unterhalb eines Wolkenbandes, das sie wenige Minuten später länger bedeckte. Die sichtbaren Sterne gehören zur Waage und zum Schützen.

Eine kurze Sternschnuppe ist ebenfalls zu sehen. Man sieht die Leuchtspur oberhalb des Wolkenbandes rechts im Bild über dem Hausgiebel. Sie ist durchaus  als heller einzustufen.

Die Verlängerung nach hinten zeigt recht genau auf den Radianten der Ursiden im Sternbild Kleiner Wagen. Dieser  etwas schwächere Meteorstrom hat am Morgen des 22.12. sein eher enges Maximum.

Venus nähert sich jetzt immer mehr der Sonne. Da sie dann fast auf gleicher Höhe stehen wird, ist es spätestens im Januar kaum noch möglich sie zu beobachten, obwohl sie erst im März hinter der Sonne steht (obere Konjunktion).





Dienstag, 15. Dezember 2020

Geminidenausbeute

 Jonas Plum war in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Nähe der Sababurg an einem der dunkelsten Orte in Nordhessen  und hat dort Geminiden beobachtet. Es waren erstaunlich viel helle dabei.

Hier sind zwei Bilder, Uhrzeit mir leider unbekannt, die ich beschriftet und nachbearbeitet habe.

Die Meteore sind von links oben nach rechts unten geflogen. Im ersten Bild steht der Radiant knapp außerhalb des Bildes.

Weitere Aufnahmen sind in unserem Forum:

Hier noch einmal ein Einladungslink:

 https://discord.gg/8kYBR6yJB7

Forum astronomiekassel

 


 

Sonntag, 13. Dezember 2020

Geminiden 2020: Für Überraschungen gut, Teil 4

 Naja, das Wetter wird wohl eine Beobachtung nicht möglich machen, aber wer weiß...

Trotzdem war es ein schöner Anlass einmal mehr über die spannenden Hintergründe dieses Schwarmes zu recherchieren.

Sicherheitshalber hier einige Hinweise, falls es doch aufklaren sollte:

- Die Zwillinge stehen die ganze Nacht über am Himmel und es ist Neumond. Eigentlich ideale Bedingungen.

- Man sollte möglichst fern von Lichtquellen beobachten: Bergpark, Rammelsberg, Dörnberg, Herbsthäuschen...), der Himmel sollte auch nicht all zu stark durch Bäume oder anderes verdeckt sein.

- Wie erläutert, kommen die Meteore aus dem Sternbild Zwillinge heraus. Es macht wenig Sinn, direkt in die Zwillinge zu schauen, aber das Sternbild am Rande des Blickfeldes zu haben, ist hilfreich.

- Das Auge braucht mindestens 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit so zu gewöhnen, dass man auch normal helle Meteore sieht. Selbst ein nur kurzer Blick in ein helles Umfeld machen diese Adaption zunichte.

- Nach Mitternacht steigt die Anzahl der sichtbaren Meteore deutlich an, da gegen 2.00 Uhr nachts das Maximum erwartet wird.

Normalerweise kommt hinzu, dass wir dann in die Bewegungsrichtung der Erde blicken. Das macht aber bei den Geminiden nicht viel  aus, da sie sich ebenfalls in diese Richtung bewegen. Dafür sind sie auch etwa halb so schnell wie normale Sternschnuppen, sie kommen der Erde eben nicht entgegen.

- Man erwarte kein Feuerwerk. Die angegebenen Fallraten beziehen sich auf einen in der Realität kaum erreichbaren Idealfall. Wer einige Meteore pro Stunde sieht, sollte zufrieden nach Hause gehen.

- Deshalb: Sehr warm anziehen.

- Da der dauernde Blick nach oben sehr anstrengend sein kann, ist die Mitnahme einer Liege mit viel Decken empfehlenswert.

Viel Glück!

Alle sind eingeladen, in unser Forum zu kommen. Hier hat Jonas Plum viele Informationen zusammengestellt:

Hier noch einmal ein Einladungslink:

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Forum astronomiekassel


Samstag, 12. Dezember 2020

Geminiden 2020: Für Überraschungen gut, Teil 3

 In Teil 2 haben wir erfahren, dass in der Regel Meteore eines Schwarmes einem Kometen zugeordnet werden  können.

Die Geminiden wurden zuerst 1862 beobachtet. Damals war es noch ein recht schwacher Schwarm. In den Jahrzehnten danach wurden sie immer stärker. Heute vermuten wir, dass das auf den Einfluss des Jupiters zurückzuführen ist, dessen Gravitation den Staubbereich strukturiert.

Zur Zeit sind die Geminiden in der Tat der stärkste Sternschnuppenschwarm des Jahres. Im ersten Post habe ich aber geschrieben, dass die veröffentlichten Zahlen nicht darüber hinweg täuschen sollen, dass man nur recht wenige Sternschnuppen wirklich gut und hell sehen kann.

Wo kommen die Geminiden her?

Es gab aber keinen Hinweis auf einen Kometen, der den Staubgürtel produziert hat.  1983 wurde der Asteroid Phaethon entdeckt, dessen Bahn genau dem Staubgürtel der Geminiden folgt. Er läuft auf einer langgestreckten Bahn in 1,4 Jahren um die Sonne. Der sonnenfernste Punkt liegt hinter der Marsbahn, der sonnennächste Punkt innerhalb der Merkurbahn.

JPL

Das ist natürlich kein Zufall. Asteroiden sind aber eher kleine Felsbrocken oder durch ihre Schwerkraft zusammengehaltene Schutthaufen aus Gestein. Lange Zeit stand durchaus die Vermutung im Gespräch Phaethon könnte ein ausgegaster alter Komet sein.

Neueste Beobachtungen zeigen aber, dass das nicht stimmt.

2014 analysierte Arendt die Daten des Cosmic Bakcground Satelliten und konnte dort im Infraroten den Staubgürtel erkennen, 2020 wurde er sogar im reflektierten Sonnenlicht beobachtet:

Der Staubgürtel hinter Phaethon ist ungewöhnlich schmal. Er kann also höchstens 1000 Jahre alt sein.

Staubgürtel ausgegaster Kometen sind älter und breiter.

Die Beobachtungen ergaben auch einen Massenanteil des Staubes von 1% der Asteroidenmasse. Das ist ungewöhnlich hoch. Der Staub ist raußerdem echt dicht, viel weniger mit Eis durchzogen als bei einem Kometenschweif.

Auch zeigte sich, dass die Staubteilchen mit Größen  von etwa 1 mm ungewöhnlich klein sind.

Vieles deutet also darauf hin, dass die Geminiden nicht aus Kometenstaub bestehen.

Aber wie kann ein Asteroid diese Staubmengen produzieren, so dass der stärkste Sternschnuppenschwarm des Jahres entsteht??

Dazu gibt es mehrere Ideen:

Wenn Phaethon innerhalb der Merkurbahn ist, erhitzt die Sonne ihn auf über 1000 K. Das ergaben Beobachtungen 2009 und 2012. Bei der hohen Temperatur könnten Staubteilchen regelrecht abgesprengt werden. 

Wenn Phaethon  schnell genug rotiert, könnten Fliehkräfte Staub abtragen.

Aber all das würde nicht reichen.

Vor etwa 1000 Jahren müsste der Asteroid teilweise zerbrochen sein. Doch da deutet nicht viel darauf hin :

Im Dezember 2017 flog er nur 10 Millionen km an der Erde vorbei.

Das inzwischen zerbrochene Radioteleskop in Aerecibo nutzte diese Annäherung aus. Man konnte mit Radarbeobachtungen seine Form analysieren. Phaethon hat etwa 6,3 km als größten Durchmesser, zeigt Krater, aber keine Hinweise auf irgendeine Katastrophe, die auf ein Zerbrechen hindeutet.

Allerdings zeigen Infrarotbeobachtungen, dass größere Bruchstücke (?)  ihm auf seiner Bahn folgen.


 

Viele Fragen sind noch offen.

Aber wir werden bald Antworten finden. 2024 soll eine japanische Raumsonde starten, die einige Jahre später bei Phaethon ankommen soll.

Dann werden wir sicher viele Antworten bekommen.

Im nächsten Post gebe ich noch ein paar Beobachtungstipps.

Wer jetzt schon mehr darüber erfahren möchte, ist eingeladen in unser Forum zu kommen. Hier hat Jonas Plum viele Informationen zusammengestellt:

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Donnerstag, 10. Dezember 2020

Geminiden 2020: Für Überraschungen gut, Teil 2

 Ursprung der Sternschnuppen

In Teil 1 haben wir geklärt, wie die Leuchterscheinung entsteht: ein winziges Staubkorn ionisiert die Luft und regt sie zum Leuchten an. Klar, es verglüht auch...aber das sehen wir nicht als Leuchten.

Wo aber kommt der Staub her?

Letztlich produzieren sterbende Sterne (Riesen, Überriesen, aber auch Supernovae) den kosmischen Staub. An diese winzigen Staubpartikel lassen sich Moleküle nieder, die Eisschichten bilden.

Heraus kommen riesige schmutzige Schneebälle...die Kerne der Kometen.

Komet Tschurri

 Kometen enthalten die Urmaterie unseres Planetensystems.

Viele von ihnen sind vor 4,5 Milliarden Jahren zu den Planeten verschmolzen. Aber immer noch sind Milliarden dieser etwa 10 km großen Staub-Eis-Gemische übrig und umkreisen die Sonne auf langgestreckten Bahnen.

Kommen sie so etwa 1 Milliarden  Kilometer an die Sonne heran, verdampft das Eis und nimmt die Staubpartikel mit. Es bildet sich die etwa erdgroße Gas- und Staubhülle des Kometen, die Koma.

Kommt ein Komet der Sonne noch näher, so drückt das Sonnenlicht die Staubpartikel aus der Koma hinaus und bildet einen Staubschweif.

Es gibt noch einen zweiten Schweif, den Gasschweif (oft bläulich leuchtend). Hier werden  die Bruchstücke der Eismoleküle durch den Sonnenwind (abgeblasene Korona) mitgezogen.

Komet Hale-Bopp

 

Wenn der Komet weiter zieht, bleibt der Staub längs der Bahn zurück und es bildet sich eine Staubwolke  längs der Bahn aus.

Immer wenn die Erde eine solche Kometenbahn  kreuzt, dann prasseln die Staubteilchen auf die Erde drauf und erzeugen die Sternschnuppen.

So kann man viele regelmäßig wiederkehrende Sternschnuppenschwärme einem Kometen zuordnen.

Die berühmten Perseiden im August werden z.B. vom Kometen Swift-Tuttle erzeugt.

Da die Staubteilchen sich alle auf parallelen Bahnen bewegen, scheinen sie aus einem Punkt heraus zu kommen (Radiant) .

Wir kennen das von früher: Da gab es im Winter Schnee. Und wenn man mit dem Auto durch Schneetreiben fuhr, konnte man erkennen, wie die Schneeflocken von vorne aus einem Punkt heraus auf die Windschutzscheibe fielen.

Leider macht heute kaum noch jemand diese Erfahrung.

Übrigens: In Fahrtrichtung sieht man mehr Schneeflocken auf die Windschutzscheibe prasseln als wenn man hinten raus sieht.

Das ist mit Meteoren ebenso: Nach Mitternacht sehen wir in Flugrichtung der Erde und da kommen mehr Sternschnuppen auf uns zu.

Aber nicht jede Sternschnuppe gehört zu einem Schwarm, es fliegt genügend Staub auch so im Planetensystem herum.

Alles, was in diesem Post steht, können wir vergessen, wenn wir zu den Geminiden kommen...

Dazu mehr im nächsten Post.





Montag, 7. Dezember 2020

Geminiden 2020: Für Überraschungen gut, Teil 1

 Mit dieser kleinen Postserie möchte ich nicht nur den Sternschnuppenstrom der Geminiden vorstellen, sondern auch einige seiner Geheimnisse lüften bzw. auf hoffentlich neue Erkenntnisse am Ende dieses Jahrzehnts vertrösten...

Was sind Sternschnuppen?

Eigentlich kann man sagen: Blitze in ganz großer Höhe...Nur werden diese Blitze nicht durch Spannungen ausgelöst, die Luftkanäle ionisieren, sondern durch winzige Staubkörner, die in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei werden sie so heiß, dass ebenfalls wie bei einem Blitz die Elektronen von den Atomen getrennt werden. Bei Wiedereinfang entsteht Licht.

Blitze finden in den unteren Kilometern statt, da ist die Luft sehr dicht, deshalb  geht der Einfang schnell...Der Blitz leuchtet nur kurz auf. Die Staubteilchen verglühen in etwa 80 km Höhe...da ist die Luft so dünn, dass der Einfang der Elektronen länger dauert...und so sieht man eine gemächliche Sternschnuppe über den Himmel ziehen.

Sternschnuppen sind also die Leuchtspuren verglühender Staubteilchen.

Die Namensgebung ist etwas verwirrend:

Meteor ist der Fachausdruck für Sternschnuppe.

Meteorid ist das eigentliche Staubteilchen.

Von Meteorit spricht man, wenn der (größere) Meteorid nicht vollständig als Meteor verglüht und Teile davon auf der Erdoberfläche ankommen...

Wir hoffen auf eine Meteorschauer bei den Geminiden und nicht auf eine Meteoritenschauer....

Metorite gibt es nur wenige im Jahr, über die ganze Erde verteilt.

Aber es gibt noch die Mikrometorite: Die sind so klein, dass sie sich nicht erhitzen, sie schweben mehr oder weniger nach unten...Man findet sie überall...auf Dächern, als Staub im Wohnzimmer und tonnenweise auf dem Meeresgrund als Schlamm.

Jeden Tag nimmt die Masse der Erde um min destens 40 Tonnen zu! Das entspricht etwa der Masse von 5 Tafeln Schokolade in jeder Sekunde. 

Keine Angst, die Erde wird nicht massereicher, denn sie verliert wesentlich mehr durch die ins All entweichenden Gase.

Erster Blick auf die Geminiden:

Die Geminiden heißen so, weil sie scheinbar aus dem Sternbild Zwillinge herausfliegen. Meistens aber trteten sie weiter entfernt auf, lediglich, wenn man ihre Bahnen nach hinten zurückverfolgt, kommt man auf einen Punkt im Sternbild Zwillinge, den sog. Radianten, bei dem sich alle rückwärts verlängerten Bahnen treffen..

Zwischen dem 7.12. und dem 17.12. hat man gute Chancen die Geminiden zu sehen.

Sie sind zur Zeit der stärkste Sternschnuppenschwarm des Jahres, ihr Maximum in der Nacht vom 13.12. auf den 14.12. fällt in die Neumondzeit. Der Himmel ist also besonders dunkel.

In der Presse liest man oft von weit über 100 Meteoren pro Stunde. Damit niemand enttäuscht ist: Zu dieser Zahl kommt man bei absolut dunklem Himmel im Hochgebirge, wenn man auch die lichtschwächsten Meteore noch erkennen kann. Außerdem bezieht sie sich auf den gesamten Himmel.

Wenn man in Nordhessen aus den Orten hinausgeht, sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, dann kann man sich freuen, wenn man an die 10% dieses Wertes herankommt, meistens liegt man deutlich drunter...also man muss schon Zeit und sehr warme Kleidung mitbringen...

Mehr zu Beobachtungstipps aber am Ende der Reihe.

Im nächsten Post beschreibe ich, wo die Meteoride herkommen. Üblicherweise. Bei den Geminiden ist alles ganz anders...

 Die Abbildung zeigt das Sternbild Zillinge im Osten am 10.12. gegen 22.20 Uhr (Stellarium)

Weitere Informationen zu den Geminiden und den später auftauchenden uUsiniden findet man in der Abteilung Meteore unseres Forums.

Hier noch einmal ein Einladungslink:

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