Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)
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Sonntag, 12. Juni 2022

Am hellsten, am dunkelsten und noch tiefer...

 Das sind die Schlagworte für den Mond heute, Sonntag, 12.6., weniger wie zwei Tage vor dem Vollmond.

Hell: Die hellste Stelle des Mondes ist die Wand des Kraters Aristarchus.

Dunkel: Die dunkelste Stelle ist der Boden des Kraters Grimaldi.

Das sieht man auf Bild 1(Sonntag, 21.42 Uhr).

Am Mondrand stehen auch einige Kraterwände in der Morgensonne (Markierung mit einem Strich, Bilder zum Vergrößern anklicken).

Tief: Der Mond steht jetzt da wo die Sonne am 22.11. steht, also tief am Himmel.

Das sieht man auf Bild 2 (Sonntag, 21.40 Uhr)

Sehr schön kann man das mit dem Programm Stellarium überprüfen.

In Bild 3 ist die heutige Mondstellung leicht unterhalb der Ekliptik zu sehen. 

In Bild 4 steht die Sonne etwa an der gleichen Stelle, nur ist es der  22.11. Zur besseren Vergleichbarkeit habe ich in der Simulation die Luft rausgenommen, so dass man neben der Sonne auch die Sternbilder sieht.







Donnerstag, 5. Mai 2022

Warum hat die Ekliptik einen Knick?

 Mit Hilfe von Stellarium wollte ich den Namen des Sternes herausfinden, der am Mittwochabend kurz vor der Mondbedeckung stand. Dummerweise war der Mond hinter einem Baum (als Horizont in Stellarium). Aber das Schöne an Stellarium ist, dass man die Horizontgestaltung ausknipsen kann...

Als nächstes wollte ich überprüfen, warum der zunehmende Mond so extrem hoch steht. Die Antwort war mir klar, aber ich war zu faul, dass im Kopf genau nachzurechnen. Also blendete ich die Ekliptik mit Gradeinteilung ein.

Das Ergebnis kann man im letzten Post nachlesen...

Aber mein Monitor war wohl kaputt, denn die Ekliptik zeigte einen Knick....

Woran liegt das wohl?

Stellarium berücksichtigt auch die Auswirkung der Erdatmosphäre, sowohl bei der Darstellung der Lichtabsorption als auch durch eine Aufhellung des Himmels und natürlich auch durch die Lichtbrechung.

Objekte am Horizont werden durch die Lichtbrechung etwa um 0,5° angehoben  Das ist auch der Grund, warum die Sonne so abgeplattet aussieht, wenn sie auf- oder untergeht.

Und das Programm macht das natürlich mit allem, was auf dem Monitor dargestellt werden soll...auch mit d er Ekliptik.

Schaltet man die Erdatmosphäre aus, so verläuft die Ekliptik wieder gerade, so wie es sein soll.



Sonntag, 20. März 2022

Heute ist Frühlingsanfang

 Heute um 16.32 Uhr steht die Sonne im Frühlingspunkt, d.h. auf ihrer Himmels-Jahresbahn, der Ekliptik, wandert sie von unten kommen über den Himmelsäquator hinweg.

Früher war dies sehr oft am 21.3. der Fall, zum letzten Mal 2012. In Zukunft wird das nicht mehr der Fall sein.

Der Grund liegt in unserer Zeitrechnung:

Ein Jahr dauert 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten. Alle vier Jahre kommt ein Schalttag dazu. Aber 5h49m * 4 ergibt 23h16m, also weniger als ein Tag. Deswegen fallen z.B. 1900 und 2100 die Schalttage aus. Trotzdem aber bleibt ein Unterschied, der dafür sorgt, dass der Frühlingsanfang auf den 19.3. zuläuft.

Das führt aber nicht zur Verschiebung der Jahreszeiten. Dazu ist eine physikalische Veränderung der Orientierung der Erdachse notwendig. Das gibt es in der Tat, man nennt es die Präzession: In rund 26 000 Jahren beschreibt die Erdachse einen Kreis um die Senkrechte zur Erdbahn. Das bedeutet, dass jedes Jahr die Jahreszeiten physikalisch gesehen 20 Minuten früher anfangen: In 13 000 Jahren haben wir im Dezember auf der Nordhalbkugel Sommer, wenn wir nicht unseren Kalender entsprechend anpassen.

Oft hört man auch, dass am Frühlingsanfang Tag- und Nachtgleiche sei.

Auch das ist falsch:

In Kassel geht heute die Sonne um 6.26 Uhr auf und um 18.33 Uhr unter, das sind 12h07m Tag.

Die Tag- und Nachtgliche war am 18.3. mit einem SA um 6.30 Uhr und einem SU um 18.30 Uhr.

Die Ursache ist die Festlegung des SA: Der obere Rand der Sonne muss über den Horizont treten. Beim SU muss der obere Rand der Sonne hinter dem Horizont verschwinden. Die Lage der Sonne bezüglich des Frühlingspunktes wird aber mit dem Mittelpunkt der Sonnenscheibe festgelegt.

Nun hängt es von der Neigung der Ekliptik am Himmel ab, wie langsam sich die Sonnenscheibe über den Horizont schiebt.

In Kassel ist es der 18.3., in Mallorca der 16.3. , in Namibia der 12.3., dicht am Erdäquator (5° Breite) der 24.2. und  am Äquator nie, dass tag- und N acht gleichlang sind. Am Erdäquator ist die Tageslänge immer 12h 06m.

Die Bilder zeigen die Lage der Ekliptik für drei Orte unterschiedlicher Breite: oben Helgoland, dann Kassel, unten Sizilien (Stellarium).

Das letzte Bild (wikipedia) zeigt die Lage von Himmelsäquator und Ekliptik

Wer sich das alles  noch einmal erzählen lassen möchte:

Ich habe über dieses Thema einen Vortrag gehalten:

https://youtu.be/ecWz_BYSfAI
















Samstag, 11. Dezember 2021

Freitag: 3 Planeten, der Mond, Lisa, Tereza und ich

mit der technischen Unterstützung von Rico und Kyle 

Auch am 10.12. gab es wieder (seit dem 1.10.) einen Live-Stream von der Sternwarte auf dem SFN.

Da aufziehende Wolken drohten die Sicht zu versperren, fotografierte ich schon in der Dämmerung (16.53 Uhr) Venus, Saturn und Jupiter standen wie aufgereiht am SW-Himmel, etwas versetzt folgte der Mond mit Erdlicht.

Ich habe die Jahresbahn der Sonne (Ekliptik) mit in das Bild gezeichnet.

Der Mond stand schon leicht hinter Wolken, trotzdem konnte man im nachvergrößerten 600 mm - Tele-Bild (16.50 Uhr) sehr schön die 550 km lange Klippe Rupes Altai erkennen.

Mit einem Blick auf den Mond durch unser 30 cm Newton Teleskop begannen wir dann um 20 Uhr den Livestream. Man erkennt das durch die Luftunruhe wabernde Bild, trotzdem sieht man auch bei hoher Vergrößerung die Klippe gut.

Danach referierten Lisa und Tereza über die Probleme des Weltraummülls.

Die Mondbeobachtung sowie den Vortrag kann man sich im Video unten noch ansehen.

Am kommenden Freitag geht es um die Frage: Wie feiern Aliens Weihnachten?

Da streamen wir um 20.00 Uhr live aus dem neuen FutureSpace in der Wilhelmsstr., deswegen finden keine Beobachtungen statt. Dafür kann man ab 18 Uhr eine Weihnachtshow mit Zauberei, Feuer, Jonglieren und mehr ansehen.

Am 24.12. und 31.12. gibt es je ein Special: Ein kosmologisch-philosophisches Gespräch zwischen Jung und Alt.