Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Samstag, 20. Juli 2019

Beobachtung des Mondes mit einfachen Mitteln: Fernglas

Lunar X und V, Apollo 11 Landegebiet

1) Landschaften

Auch schon mit freiem Auge erkennt man die beiden Grundlandschaften auf dem Mond, die Mare und die Gebirgs- und Kraterregionen.

Mare sind dunkle Tiefebenen, mit basaltartigem Gestein gefüllt. Sie sind durch Einstürze größerer Himmelskörper entstanden. Die gesamte von der Erde aus gesehene Mondseite ist ca. zu 1/3 mit Mare bedeckt, auf der Mondrückseite sind sie sehr selten.

Spätere Einstürze kleinerer Körper bilden die zahlreichen Mondkrater. Dann gibt es auch noch viele Gebirgszüge, die um die Mare angeordnet sind.

Auf der Erde sind die Gebirge durch Plattentektonik entstanden, durch die die Erdkruste aufgefaltet wurde. So etwas gab es auf dem Mond nicht, die Mondgebirge sind alles Randgebirge der großen Einsturzzonen, die aus der ausgelaufenen erstarrten Lava herausragen.

2) Besondere Formationen

Quer durch die Mondalpen gibt es einen etwa 20 km breiten, 180 km langen Graben, das Alpental. Bei sehr klarer Luft lässt es sich in einem Fernglas erahnen. Die im Graben sitzende tiefe Schlucht erkennt man nur auf hochauflösenden Aufnahmen.

Ebenfalls mit den Gebirgsformationen hängt der "Goldene Henkel" zusammen. Das Randgebirge des Sinus Iridium wird schon von der Sonne beleuchtet, während die Tiefebene im Schatten liegt.

Lunar X und Lunar V sind die Spitzen von zusammenstehenden Kraterwänden, die, wenn sie von der aufgehenden Sonne beleuchtet werden, wie die Buchstaben X und V aussehen.

Es gibt einige sehr hell leuchtende Krater, wie z.B. Aristarchus. Er reflektiert mehr als doppelt soviel Sonnenlicht wie die Umgebung und kann schon als heller Punkt bei Vollmond mit dem freien Auge gesehen werden.
Er scheint recht jung zu sein, d.h. das aufgeworfene Gestein noch nicht durch Sonnenwind und kosmische Strahlen verändert. Darauf deuten auch die vielen Gasausbrüche hin, die in seiner Umgebung beobachtet wurden.


Um die Zeit des Vollmondes herum kann man die Strahlensysteme sehen. Von Tychoa, aber auch Kopernikus, gehen helle Stzrahlen aus, die fast über die gesamte Mondvorderseite  reichen.
Sie sind bei dem Einstruzr entstanden, durch die diese Krater erzeugt wurden, und bestehen aus hellem glasperlenartigem Material. Auch diese Entstehung liegt mit 100 Millionen Jahren noch nicht allzuweit in der Vergangenheit.


Alpen und Alpental

  

Vollmond mit Strahlen und Aristarchus

Goldener Henkel, Alpental

Alpental

Tycho


3) Libration

Der Mond zeigt gebundene Rotation zur Erde, d.h. er dreht sich einmal pro Umlauf auch um seine eigene Achse.
Deswegen sehen wir immer die gleiche Mondseite.
Die Eigendrehung des Mondes ist konstant, aber die Umlaufbahn ist eine Ellipse, d.h. mal ist der Mond etwas schneller und mal etwas langsamer auf seiner Bahn unterwegs. Dann können wir etwas mehr auf der östlichen oder auf der westlichen Seite um den Rand herumsehen.
Diese Libration in Länge kann man besonders gut am Mare Crisium sehen.

Da die Mondbahn 5° gegen die Erdbahn geneigt ist, sehen wir mal besser auf den Nordpol und mal besser auf den Südpol (Libration in Breite).




Mehr dazu bei meinem Vortrag am Sa, 20.2. um 19.00 Uhr anlässlich der Öffnung des SFN zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung.

50 Jahre Mondlandung von Apollo 11:Die Landung


 20.7., 0.14 Uhr MEZ:
Aldrin kriecht in das LM, nimmt es in Betrieb und kehrt zurück.

3.32 Uhr MEZ
10-stündige Ruhepause

14.57 Uhr MEZ
Aldrin und Armstrong kriechen in das LM und ziehen die Raumanzüge an.

18.47 Uhr MEZ
Trennung von LM und Apollo 11
Collins kontrolliert das LM von ußen, die anderen beiden gehen alle Systeme durch.
Collins bringt dann Apollo 11 in eine andere Umlaufbahn und entfernt sich vom LM.

20.08 Uhr MEZ
Das Triebwerk von LM wird erstmals gezündet und bringt das LM auf die elliptische Landebahn.

21.05 Uhr MEZ
Das Triebwerk wird erneut gezündet und auf Dauerbetrieb gebracht. LM nähert sich immer mehr der Mondoberfläche. Die Sonne steht dicht am Horizont, so dass alle Unebenheiten und Gefahrenquellen lange Schatten werfen und somit gut zu erkennen sind.

21.14 Uhr MEZ
LM Eagle hat eine Höhe von 1 km erreicht und ist 4 km vom vorgesehenen Landegebiet entfernt.

21.16 Uhr MEZ
Die beiden Astronauten erkennen, dass das vorgesehene Gebiet mit Geröll übersät ist. Sie schalten auf Handsteuerung und fliegen LM 6 km weiter.

21.17 Uhr MEZ: "The Eagle has landed". Die Sensoren melden Bodenkontakt, das Triebwerk wird ausgeschaltet und LM steht auf der Mondoberfläche.

Nun wird in über 6 Stunden der Ausstieg vorbereitet.
21.7.1969, 3.39 Uhr MEZ:
Die Luft wird aus dem LM entlassen, die Ausstiegsluke geöffnet.

Ich erinnere mich noch an diese Nacht. Im Fernsehen lief eine durchgehende Berichterstattung. Der Ausstieg verzögert sich immer wieder. Nach Mitternacht ging ich mit unserem Hund spazieren. Eine seltsame Spannung lag in der Luft. In allen Häusern waren Lichter an und die Fernseher liefen. Schlafen konnten die wenigsten.

Dann war es soweit:
21.7.1969, 3.56 Uhr MEZ: Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. Er sammelt sofort Bodenproben, falls sie gleich zurück müssen.
Dann kommt der historische Satz: "One small step for men, one giant leap for mankind".

Erst danach, um 4.14 Uhr MEZ steigt Aldrin aus (siehe Bild).

wird fortgesetzt



Fernsehstudio: Tagelange Berichterstattung mit deutschem Ernst und Gründlichkeit

Schrecklich schlecht, aber historisch:

Freitag, 19. Juli 2019

Das astronomische Weltbild vor 50 Jahren

Quasare (1963), die kosmische Hintergrundstrahlung (1964) und Pulsare (1967) waren gerade entdeckt aber nur wenig verstanden.

Das große 100 m Radioteleksop in Effelsberg war in der Planung und das größte optische Fernrohr war der 5 m Spiegel auf Mt.Palomar. Kippenhahn rechnete erste Sternmodelle mit den neuen Computern durch.

Die kosmische Expansion war seit langem bekannt und galt als abgebremst...aber damit passte nichts zusammen, weder die bekannte Materiemenge noch das Alter der Bestandteile des Kosmos (Kugelsternhaufen schienen älter als das Universum zu sein).

Die ersten Röntgenbeobachtungen des Kosmos gelangen mit Raketen- und Balloninstrumenten.

Davies baute seinen Neutrinodetektor auf und konnte die Sonnenneutrinos messen und stürzte damit die Sonnenphysik in eine 30-jährige Krise.

Man kannte nur unser Planetensystem und hatte keinerlei Anhaltspunkte für Leben außerhalb der Erde. Aber irgendwie war man sich sicher, dass man auf dem Mars welches finden würde...

Und heute?

Raumsonden haben Planeten und Monde des Sonnensystem erkundet und Anzeichen für organische Substanzen gefunden, überhaupt wimmelt es im Kosmos von organischen Molkeülen.

Wir kennen über 5000 fremde Planetensysteme genauer und sind uns sicher, dass nahezu jeder Stern Planeten besitzt.

Wir verstehen die Strukturen der Hintergrundstrahlung, die daraus sich bildende Verteilung der Galaxien und wissen, dass der Kosmos beschleunigt expandiert.

Damit zeigt sich, dass auch der Kosmos eine begrenzte endliche Existenz haben muss. Wir wissen aber immer noch nicht, was seine Existenz ausgelöst hat und wozu er da ist. Aber religiöse Vorstellungen spielen auf der Suche nach den Antworten immer weniger eine Rolle.

Das Neutrinoproblem ist gelöst und wir machen uns daran die Neutrinos vom Urknall zu finden.

Gravitationswellenastronomie ist Standard geworden und bald werden wir uns auf die Suche nach dem Rumpeln der Raum/Zeit beim Urknall machen.

Wir können inzwischen die Wirkung der Erdatmosphäre ausschalten und Fernrohre mit 170 m Durchmesser simulieren. Radioastronomen simulieren erdgroße Radioteleskope und fotografieren damit Schwarze Löcher.

Mehr dazu auf meinem Vortrag am Sa,  20.7. um 21.00 Uhr im SFN anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung: Die Veränderung des astronomischen Weltbildes seit der Mondlandung

Neutrinodetektor von Davies

Beobachtungen des Mondes mit einfachen Mitteln: Auge

1) Der  Mond durcheilt ein Jahr in einem Monat

Der Mond läuft in 27,3 Tagen um die Erde, da in dieser Zeit auch die Erde ungefähr 1/12 ihrer Bahn um die Sonne zurücklegt, verschiebt sich die Sonne am Himmel um etwa 27°. Diesen Winkel muss der abnehmende Mond nun zusätzlich zurücklegen, um wieder als Neumond bei der Sonne stehen zu können. Zwischen zwei Neumonden liegen also 29,5 Tage.
Von Tag zu Tag verschiebt sich der Mond etwa um 13° am Himmel, von West nach Ost, also nach links. Dabei sehen wir immer mehr von der sonnenbeschienenen Hälfte, die Phase des Mondes ändert sich, er nimmt nach Neumond bis Vollmond zu.
Die zunehmende Mondsichel steht immer links (östlich) der Sonne, wir sehen sie also abends im Westen nach dem Sonnenuntergang.
Der abnehmende Mond geht morgens vor der Sonne im Osten auf.

Innerhalb eines Monates durchläuft der Mond alle Punkte der Jahresbahn der Sonne (Ekliptik).
Er beginnt als Neumond sozusagen in der Jahreszeit, in der auch die Sonne gerade steht. Kurz nach Neumond geht die schmale Mondsichel so auf und unter wie die Sonne zu dieser Zeit.
Beim zunehmenden Halbmond steht der Mond 3 Monate voraus, er geht also so auf und unter wie die Sonne drei Monate später. Der August-Halbmond wird also eine Tagesbahn m Himmel haben wie die Novembersonne.
Der Vollmond ist der Sonne logischerweise ein halbes Jahr voraus: Der Julivollmond zur Mondfinsternis zeigt die Tagesbahn  der Januarsonne: er geht im SO auf und erreicht leider keine große Höhe.
Ende Juli haben wir abnehmenden Halbmond, seine Tagesbahn entspricht dann der Sonne Ende April.

2) Mond im Erdlicht

Die Erde zeigt vom Mond ausgesehen immer die gegenteilige Beleuchtungsphase: Bei Neumond haben Astronauten auf dem Mond "Vollerde", steht eine schmale Mondsichel bei uns am Himmel, reflektiert somit die Erde noch viel Licht auf den Mond. Wir sehen dann den Rest der uns zugewandten Seite des Mondes im Licht der Erde.

 

3) Gebundene Rotation

Schon mit dem freien Auge sieht man auf dem Mond dunkle Mare und helle Kraterlandschaften. Dabei sehen wir immer die gleiche Landschaft, was besonders bei Vollmond auffällt. Die Erde zieht den Mond so stark an, dass er in gebundener Rotation um die Erde läuft, er dreht sich während eines Umlaufs einmal um seine Achse und zeigt uns somit immer nur eine Seite. Die Mondrückseite kennen wir erst durch die Raumflüge.

4) Roter Vollmond  

Besonders bei Vollmond fällt es vielen auf: Da die Erdatmosphäre das blaue Licht stark streut, kommt bei Auf- und Untergang von Sonne und Mond nur noch das rote Licht durch.

5) Riesenmond 

Und wenn dann der Vollmond dicht am Horizont steht, erscheint er uns besonders groß. Das ist eine optische Täuschung: Wenn man bei ausgestrecktem Arm den scheinbar so großen Vollmond mit einer Fingerkuppe abdeckt und das später, wenn der Mond höher steht, wiederholt, merkt man dass der Mond nicht größer ist. Das gaukelt uns unser Gehirn nur vor.

6) Supermond 

Die Mondbahn ist elliptisch, d.h. die Mondentfernung schwankt zwischen 356 000 km und 406 000 km. Wenn der Vollmond in Erdnähe stattfindet, ist er in der Tat etwas größer...das erkennt man aber nicht mit freiem Auge. Trotzdem toben sich seit einiger Zeit Journalisten bei diesem Thema aus...

7) Halo und Hof

Ein Halo (meist ein 22° Ring, selten mit Nebenmonden) entsteht durch Lichtbrechung in Eiskristallen, etwa in 10 km Höhe.
Da blaues Licht stärker gebrochen wird, ist der innere Rand des Halos rot. Farben sieht man aber bei Sonnenhalos besser.
Ein Hof um den Mond entsteht durch Beugung des Mondlichtes an kleinen Wassertropfen, der Hof ist das 0. Beugungsmaximum. Da blaues Licht weniger stark gebeutgt wird als rotes Licht, ist der Innenrand des Hofes blau.


2. Beugungsmaximum, innerer Teil abgedeckt



Mondaufgang


Halo, allerdings um Sonne (J.Plum)
8) Mondfinsternisse

Natürlich müssen die hier auch erwähnt sein. In früheren Posts ist viel über die Häufigkeiten geschrieben worden, das bitte dort nachlesen. Hier nur zur Erinnerung:
- nur bei Vollmond,
- alle 6 Monate möglich
- Verschiebung jährlich um zwei Wochen
- sowohl total als auch partiell möglich.
- runder Kernschatten der Erde, weil die Erde eine Kugel ist
 



Mehr dazu in meinem Vortrag am Sa, 20.7. um 19.00 Uhr im SFN anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung.


Donnerstag, 18. Juli 2019

Wenn Apollo 11 heute unterwegs zum Mond wäre...

...dann wäre das extrem gefährlich.

Ursache: Die Intensität der hochenergetischen kosmischen Strahlung hat sich insbesondere beim Mond verdoppelt!

An Bord des Reconnaissance Orbiters, der seit 2009 den Mond umkreist, befindet sich CRaTER, ein Messgerät zur Registrierung hohenergetischer Protonen.  Verglichen mit 2015 hat sich der Protonenfluss verdoppelt.
Die Ursache ist eines der tiefsten und längsten Sonnenfleckenminima seit 100 Jahren.
In einem Sonnenfleckenminimum sinkt das Sonnenmagnetfeld und die kosmische Strahlung kann dutlich weniger gehindert in das Innere des Planetensystems eindringen.

Hochenergetische Protonen kann man aber nur sehr aufwändig abschirmen, also in Raumschiffen eher nicht.

Vermutlich wäre Apollo 11 50 Jahre später gar nicht gestartet.

Vor 50 Jahren fand das Apollo-Programm während eines Sonnenfleckenmaximums statt.
Das starke Sonnenmagnetfeld schirmt dann die Erdumgebung von hochenergetischer kosmischer Strahlung ab. Es gibt während eines Sonnenfleckenmaximums zwar häufig Flare - Ausbrüche auf der Sonne, aber gegen deren Strahlenbelastung kann man recht gut eine Abschirmung bauen.

Die wurde bei einem Marsflug getestet. Im abgeschirmten Bereich trugen Flareausbrüche nur noch zu 5% zur Strahlenbelastung bei, der Rest war kosmische Strahlung.

Wie gut, dass das Apolloprogramm nicht so lange gedauert hat wie der Bau des Berliner Flughafens....

ISS um Mitternacht

Ab 23.52 Uhr war die ISS von vielen Orten Mitteleuropas aus zu sehen, so auch über der Riffelalp bei Zermatt. Von hier aus gesehen schrammte sie am hinteren Deichselstern des Großen Wagens vorbei und nahm Kurs auf die hinteren beiden Kastensterne des Kleinen Wagens (oben am Bildrand). Den Großen Wagen kann man ganz in die Wolken rechts hineinragend sehen, der helle Stern links am Bildrand ist Atair.
Belichtungszeit 15 sec bei ISO 200, 28 mm

In Kassel ist die ISS weit über Atair quer durch das Sommerdreieck gezogen.

Ab Freitag kommen die Bilder wieder ausschließlich aus Nordhessen, as Wetter wird dort auch besser.


Mittwoch, 17. Juli 2019

Dienstag, 16. Juli 2019

MoFi Bilder, aktualisiert und ergänzt



Text Dienstagbend:
In Kassel sieht es nicht gut aus, auf dem Gornergrat (3100 m) ist klares Wetter. Wenn der Mond nicht hinter den Bergen bleibt, werde ich die MoFi über dem Gletscher aufnehmen können. Zur Zeit warte ich auf die Dunkelheit, da die letzte Bahn schon um 20.00 Uhr hier oben war...

Hier ein erstes Bild: Matterhorn, Sonne geht rechts außerhalb des Bildes unter (Aufnahme 2.48 Uhr), sehr schön sieht man neben dem Matterhorn eine farbige Nebensonne.

In 90 Minuten weiß ich mehr....auf alle Fälle bleibe ich bis 23.15 Uhr, ISS fotografieren...dann gehts 2,5 Stunden zu Fuß runter.

Im Moment ist es gar nicht so kalt und vor allem windstill!



Das mit den Himmelsrichtungen ist so seine Sache...nicht über dem Gletscher sondern hinter dem Gebirge daneben tauchte der Mond gegen 22.15 Uhr auf. Im Bild ist rechts oben Jupiter, der Mond leuchtet noch hinter dem Berg, rechts oberhalb davon steht Saturn.


Man achte darauf, dass an der Schattengrenze keinerlei Schatten auf dem Mond auftritt, wie bei der Mondphasen-Schattengrenze.

Der Mond ist von einem leichten Hof umgeben. Insgesamt erscheint mir die Finsternis sehr dunkel, auf dem Schattenteil kann man kaum etwas erkennen, selbst bei längerer Belichtung.

22.19 Uhr

22.20 Uhr

22.33 Uhr

22.52 Uhr

23.11 Uhr: Mond, Saturn, Jupiter
Das Bild mit der ISS ist nichts geworden, die Blende war falch eingestellt und es ist verwackelt....

23.37 Uhr

0.52 Uhr beim Abstieg am Riffelsee (2800 m)

0.53 Uhr


 Um 2.30 Uhr war ich wieder in der Riffelalp. Eine schöne Nacht, vor allem der Abstieg.



ISS um Mitternacht Mo auf Di über Kassel

Am Tageswechsel vom Montag zum Dienstag flog die ISS über Kassel hinweg.
Die Aufnahme von Bernd Holstein zeigt sie unterhalb von Atair im Adler und dem Sternbild Delphin.

Auch in der heutigen Nacht wird die ISS über Kassel sein, dabei gnz dicht vor dem Jupiter herfliegen.
Im Vergleich dazu werde ich sie von der Schweiz aus an einer anderen Stelle sehen.

Wir hoffen beide Perspektiven im Blog zeigen zu können.


50 Jahre Mondlandung von Apollo 11: Start und Hinflug

Nur 7 Wochen nach der Landung von Apollo 10 startete Apollo 11 mit der Saturn V am 16.7.1969 um 14.32 MEZ.
Alle bei Apollo 10 aufgetauchten Probleme, insbesondere die eine Kommunikation unmöglich machende Lautstärke im Landemodul, waren behoben.
An Bord waren Armstrong (der erste Mensch auf dem Mond, Aldrin und Collins, der Pilot der Apollo-Kapsel).
Das vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy  nur 8 Jahre vorher, am 25.5.1961, gesteckte Ziel, schien zum Greifen nahe:
"Kein einziges Raumfahrtprojekt während dieses Zeitraumes wird die Menschheit mehr beeindrucken oder wichtiger sein für die zukünftige Erforschung des Weltraums; auch wird keines so schwierig und kostspielig sein. In einem sehr wahren Sinn: es wird nicht ein einzelner Mensch sein, der zum Mond fliegt - es wird eine ganze Nation sein."

Beim Schreiben der Blogbeiträge zur Mondlandung taucht wieder das Gefühl auf, dass ich als Jugendlicher hatte: Wie schafft man es in so kurzen Zeiten Veränderungen, technische Weiterentwicklungen so umzusetzen, dass sie nach nur jeweils einer kurzen Erprobung unter Weltraumbedingungen ausgereift sind?
Computersysteme, mit denen man viel durch Simulationen, entwickeln und überprüfen kann, gab es damals noch nicht und waren mir auch, in einer Zeit in der es das Wort Taschenrechner noch nicht gab, mehr als Science Fiction.

Knapp drei Stunden nach dem Start zündet die dritte Stufe für 2,6 Minuten und schießt Apollo11 mit dem Lunar Modul LM Richtung Mond.

Was dann kommt scheint Routine, da schon zweimal geprobt....:
- Abtrennung der dritten Stufe, Zünden des Triebwerkes und Schuss in eine Sonnenumlaufsbahn.

- Koppeln der Apollokapsel an das LM, Überprüfen aller Systeme des LM

- Kurskorrekturen

19.7.1969, 18.26 Uhr MEZ:

Der Mond wird erreicht und das Raumschiff auf eine Mondumlaufsbahn gebracht (110 km Höhe)

wird fortgesetzt..., ältere Beiträge ab 4.7. über die Mercury, Gemini und Apolloprogramm



Zur Erinnerung: Aktion zum Jubiläum der Mondlandung am 20.7. im SFN

Sa, 20.7. ab 18.00 Uhr im SFN, Parkst.16

18.00 Uhr: Führungen durch Sternwarte und SFN

ab 18.00 Uhr: Wiederholug der damaligen Live-Sendung im Fernsehen

Vorträge:

19.00 Uhr KP Haupt: Beobachtungen des Mondes mit einfachen Mitteln

20.00 Uhr HD Döricht: Die Besiedlung des Mondes

21.00 Uhr KP Haupt: Die Veränderung des astronomischen Weltbildes seit der Mondlandung

22.00 Uhr: Beobachtung von Jupiter und Saturn

24.00 Uhr: Mondbeobachtung

Weiterer Hinweis:

Sommer-Ferien-Forschungsprogramm für Jugendliche 

Beginn: Mo, 22.7., 14 Uhr

siehe Post vom 7.7.

Montag, 15. Juli 2019

50 Jahre Mondlandung von Apollo 11: Generalprobe Apollo 10

Start: 18.5.1969
Nach 90 Minuten Schuss aus der Erdumlaufbahn in Richtung Mond
Eine Stunde später wurde das LM aus der Verankerung befreit und die Apollokapsel koppelte an.

Astronauten an Bord: Young, Stafford und Cernan

Leicht drehend (damit sich die Sonneneinstrahlung verteilen kann) flogen dann die beiden Raumschiffe zum Mond, wo sie, wegen  einer nicht ganz korrekten Kurskorrekur mit 11 Minuten Verspätung ankamen.

Problem 1:
Das mitgeführte Trinkwasser war zu stark gechlort und musste abgelassen werden. Zum Glück konnten die Tanks mit dem in den Brennstoffzellen produzierten Wasser gefüllt werden. Dieses hatte aber einen hohen Gasanteil, den man auch nicht durch Schütteln herausbekam.
Daraus ergab sich

Problem 2: Blähungen

Problem 3:
Nach dem zweiten Mondumlauf sollten dann Stafford und Cernan in das LM umsteigen, wegen einer Undichtigkeit konnte die Verbindungsluke nicht geöffnet werden. Die Astronauten stiegen in die kompletten Raumanzüge und evakuierten Kapsel und LM, öffneten die Luke und pumpten wieder Luft rein.

Dann wurde das LM abgetrennt und bremste auf 15 km Höhe herunter.

Die Apollokapsel veränderte die Bahn so, dass einmal eine Rettung der beiden im LM befindlichen Astronauten möglich war und zum anderen der Wiederaufstieg bei einer Mondlandung mit Ankopplung getestet werden konnte.

Dann wurde das Landetriebwerk des LM abgeworfen, dabei kam es zu

Problem 4:
Das LM geriet in eine Torkelbewegung und konnte nur durch Handsteuerung durch Stafford vor dem Absturz (und damit dem Ende des Apolloprogramms) bewahrt werden.
Das Ganze wurde live im Fernsehen übertragen Ganz Amerika regte sich über die ausgestoßenen Flüche der Astronauten auf (son of a bitch).

Dann gelang der Aufstieg und nach 8,5 Stunden koppelte das LM wieder an die Kapsel an.

Problem 5:
Im LM war es höllisch laut und eine Verständigung untereinander und mit der Bodenstation war nicht möglich.

Nach 31 Mondumrundungen ging es in 58 Stunden zurück zur Erde. Kurz vor der Ankunft probierten die Astronauten zum ersten Mal eine Rasur im Weltall aus. Erfolgreich!

Frisch rasiert wurden sie am 26.5.1969 im Pazifik aufgefischt.

Die aufgetauchten Probleme konnten alle innerhalb von Wochen gelöst werden und der ersten Mondlandung knapp zwei Monate später stand nichts mehr im Weg.



Daten zu der Mondfinsternis am 16.7.

Mondaufgang: 21.18 Uhr

Eintritt in den Kernschatten: 22.01 Uhr

Maximum der Verfinsterung (65%): 23.30 Uhr

Austritt aus dem Kernschatten: 0.59 Uhr

Monduntergang: 5.46 Uhr

Um 23.04 Uhr fliegt die ISS dicht am Jupiter vorbei und danach um 23.06 Uhr hoch über den verfinsterten Mond.

Bei klarem Himmel hat die Sternwarte auf dem SFN ab 21.30 Uhr geöffnet.
Bernd Holstein und Rico Janusch werden die Besucher/innen betreuen.

Ich selbst bin noch auf der Riffelalp bei Zermatt. Ich werde wohl mit dem letzten Zug auf das Gornergrat fahren und dann bei knapp über 0°C zwei Stunden warten, bis die Finsternis beginnt und der Mond hoffentlich über dem Gletscher auftaucht (und nicht hinter dem angrenzenden Berg bleibt). Alle Simulationen und Ausmessungen sehen aber gut aus. Das Wetter soll sehr gut werden. Irgendwann in der Nacht mache ich mich dann, ausgerüstet mit einer Stirnlampe, auf den über zweistündigen Abstieg vn 3100 m zur Riffelalp auf 2200m....Bilder werden deshalb erst Mittwochmittag gepostet.

Nachtrag: Da in der Schweiz selbst in entfernten Regionen 4G geht, werde ich das Tablet mitnehmen und zumindest ein Bild der MoFi vor dem Abstieg posten.

Die ISS werde ich um 23.04 Uhr auch aufnehmen, sie wird natürlich eine deutlich höhere  Bahn am Himmel haben.

Blick vom Gornergrad (Erdschatten Oktober 17)

Sternwarte auf dem SFN



Sonntag, 14. Juli 2019

Relativisische Effekte eines ungewöhnlichen Schwarzen Loches

Die im Sternbild Drache stehende Spiralgalaxie NGC 3147 ist 10 Millionen Lichtjahre entfernt.
Sie hat eine recht geringe Leuchtkraft und sollte eigentlich kein aktives Schwarzes Loch im Zentrum haben.

Ihre Ausdehnung liegt bei 145 000 Lichtjahren (Vergleich: Galaxis bei 200 000 Lichtjahren)
Mit Hilfe des Spektrographen des Hubble Space Teleskops konnte eine Gas- und Staubscheibe um das zentrale Schwarze Loch nachgewiesen werden, die so dicht am Horizont dteht, dass ihre Teile mit 10% der Lichtgeschwindigkeit um das Zentrum rotieren.
Wegen der großen Nähe zum Schwarzen Loch muss die Allgemeine Relativitätstheorie unf wegen der hohen Geschwindigkeit die Spezielle Relativitätstheorie herangezogen werden.
Um die Strahlung zu verstehen, muss einml eine hohe Gravitationsrotverschiebung angenommen werden. Dann taucht wegen der hohen Geschwindigkeit der Effekt des "relativistischen Beamens" auf, d.h. der Bereich, der sich auf die Erde zubewgt erscheint aufgehellt, der sich entfernende Bereich dunkler.

Damit kann die Strahlung gut gedeutet werden, passend dazu ergibt sich eine Masse von 250 Millionen Sonnenmassen für das zentrale Schwarze Loch.

credit: ESA/HST/NASA, Riess

 

Auch nachts ist der Himmel blau

Die Blaufärbung des Himmels entsteht durch die Rayleigh-Streuung des Lichtes an Molekülen der Luft. Die Stärke der Streuung nimmt umgekehrt proportional mit der vierten Potenz der Wellenlänge zu, d.h. blaues Licht wird extrem viel stärker gestreut.

Wo das Licht herkommt ist egal. Auch das Mondlicht wird so gestreut und der Himmel erscheint in einem Blauton, wenn der Mond ihn stark, wie bei Vollmond, aufhellt.
Schließlich ist auch der auf- und untergehende Mond wie die Sonne rot....

Im Dunst über der Stadt wird das Licht wellenlängenunabhängig gestreut, der Himmel erscheint grau.

Die Aufnahme wurde heute gegen 0.10 Uhr von der Riffelalm aus gemacht. Der fast volle Mond steht links außerhalb des Bildes. Der markante Berg ist das Matterhorn.

Nachtrag: Sehr schön sieht man das auch an den letzten beiden Bildern im Post vom 13.7.: Beim vorletzten Bild (Cassiopeia) hat der hinter dem Matterhorn stehende Mond noch den Himmel angeleuchtet, beim letzten Bild (Milchstraße im Schwan) nicht mehr.


Samstag, 13. Juli 2019

Mond am Samstag dicht bei Jupiter

Die Bilder entstanden auf der Riffelalp bei Zermatt. Im ersten Bild (23.00 Uhr) sieht man, der Mond natürlich überbelichtet, Mond und darunter Jupiter. Am oberen Bildrand ist Sabik, direkt über dem Bergzug steht Antares. Man kann gut erkennen, dass Sabik, Jupiter und Antares inzwischen fast genau auf einer Linie stehen.

Über dem Hausdach ist das Licht der Bergstation einer Gondelbahn.

Das zweite Bild zeigt Jupiter etwa 2 Grad unterhalb vom Mond im Tele. Am Schattenrand des Mondes leuchtet der weiße Krater Aristarchus sehr hell.



Eine Nacht in den Bergen

In der Nacht vom Freitag auf Samstag gab es nur etwa 30 Minuten zwischen Untergang des Mondes und Beginn der Dämmerung mit einem einigermaßen dunklen Himmel.

Ich nutzte diese Zeit um von der Riffelalp bei Zermatt (2225 m) ein paar Aufnahmen zu machen (leider kann ich mit dem Tablet keine Sternbildlinien und keine Namen eingeben, das hole ich in einer Woche nach).
Alle Bilder sind 25 sec bei ISO 640 mit 28 mm belichtet.

Der Mond war um 2.27 Uhr gerade hinter dem Matterhorn verschwunden, hellte aber den gesamten Himmel noch auf.
Am rechten Bildrand über den Wolken tauchte die ISS auf.
Die Wolken zogen schnell vorbei, deshalb die Bewegungsunschärfe.

Um 2.29 Uhr flog die ISS zwischen Großem Wagen (unterhalb der Spur) und Kleinem Wagen (Polarstern über dem Ende der Spur) vorbei. In Kassel ist dies so nicht zu sehen, die ISS geht höchstens bis zum Zenit.
Es kam starker Wind auf, deshalb ist das Bild leicht verwackelt.

Um 2.51 Uhr lies so langsam die Beleuchtung des Mondes in östlicher  Richtung nach.
In der Bildmitte sieht man das W der Cassiopeia, die Milchstraße kommt leicht durch.
Unterhalb des ersten W-Strichs erkennt man den Doppelsternhaufen h und chi als Fleck.
Über den Wolken rechts unten lässt sich auch die Andromedagalaxie als Lichtfleck auf der Höhe der Cassiopeia ausmachen.

Das letzte Bild ist um 3.05 Uhr entstanden. Rechts oberhalb der Bildmitte steht Wega mit der waagerecht liegenden Leier.
In der Bildmitte oben ragt der Schwan nach unten (Deneb ist nicht mehr zu sehen), längs des Schwanes kann man den Verlauf des Milchstraßenbandes erkennen. Atair im Adler steht links davon.
In der linken oberen Bildecke steht in ungewohnter Ausrichtung der Delphin.

PS: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag steht der Mond bei Jupiter.