Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Dienstag, 12. November 2019

Videosammlung vom Merkurtransit: Viel interessanter ist, was untendrunter passiert

Gegen Mitternacht konnte man einigermaßen die Videosammlung vom SDO-Satelliten durchstöbern.
Hier eine Auswahl:

Video 1:
Wellenlänge 19,3 nm (extremes UV): 
Aufnahme im Licht vom 11-fach ionisiertem Eisen bei 1,25 Mill K

Man sieht wie Merkur vor den Koronastrukturen herwandert, unterhalb seiner Bahn ist ein großes Koronales Loch, aus dem der Sonnenwind austritt. Auch die innere Korona und die Chromosphäre über der Sonnenscheibe ist sehr gut zu sehen. Im Zeitraffer von fast 6 Stunden sieht man die Bewegungen in der Korona.

Video 2: 
Wellenlänge 30,4 nm, extremes UV:
Aufnahme im Licht von ionisiertem Helium

Sehr schön sind die Protuberanzen am Sonnenrand zu sehen und wie sich die Gase in den Magnetfelder innerhalb dieser 6 Stunden bewegen, auf der Sonne sieht man die Supergranulationszellen, das sind gewaltige Strömungsmuster, die aus dem Inneren bis hinau in die Korona sichtbar sind.

Video 3:
Weißlicht

So etwa könnte ein zeitraffer mittels Fernrohr aussehen. Wegen der sehr guten Auflösung erkennt man ein ständiges Wabern, das sind ebenfalls Granualtions-, also Strömungszellen.

Video 4:
Ein Tag (11.11.) Sonne mit Rotation (mit Merkurtransit) im Weißlicht

Video 5:
Ein Tag (11.11.) Sonne mit Rotation bei 30,4 nm
Man erkennt Merkur kaum, sieht aber sehr schön wie die Protuberanzen sich im Laufe des Tages verändern.

Video 6:
Ein Tag (11.11.) Sonne mit Rotation bei 19.3 nm

Der nächste Post zum Merkurtransit erscheint am 12.11.2032.






credit: NASA/SDO, HMI, and AIA science teams

Montag, 11. November 2019

Merkurtransit: Aktuelle Bilder vom Austritt, Nachlese


Unten sind  drei Videos, das mittlere (kurz) zeigt die Szenen, die wir heute mittag auch sehen konnten: Merkur ist schon vor der inneren Korona zu sehen und wandert auf die Photosphäre zu. Sehr sehenswert.
Das erste zeigt einige Bildsequenzen vom Griffith-Obervatroium bei Los Angeles (lang) Das letzte zeigt Zusammenschnitte aus der ganzen Welt, auch von anderen Transits....(sehr lang)

Aber zuerst die aktuellen Bilder vom SDO - Satelliten:
14.00 Uhr, kurz nach Beginn

18.36 Uhr, Merkur rechts angekommen
19.00 Uhr, kurz vor Ende
 Und nun die Videos:

Insgesamt gesehen war es sehr schade, dass es kurz vor Beginn in Kassel zuzog. Wir hätten tolle, ruhige, stark vergrößerte Bilder erhalten...
Aber immerhin hatten wir fast 200 Besucher/innen, die wir mit Hintergrundinformation und den SDO-Bildern viel mitgeben konnten.

Merkurtransit Bilder, aktualisiert

Aktualisiert: In Kassel kommt gleich der Regen. Aber der Satellit SDO fotografiert fleissig, nur kommt man wegen Überlastung des Servers kaum an die Bilder...

Hier das Bild von 14 Uhr:





Nahezu zeitgleich mit Merkur kamen die Wolken in Kassel...aber wir konnten den vielen Besuchern den Livefilm des SDO - Observatoriums zeigen: Toll, wie Merkur sich schon vor der inneren Korona zeigte und dann langsam auf den Sonnenrand zuwanderte.
kurz vorher war es noch klar

Beginn des ersten Vortrages: 70 Besucher

Trotz Wolken in Kassel...mit SDO Live dabei


leider bewölkt

Zweiter Vortrag etwa 60 Besucher
 Nachher werden auch Bilder und Filme von SDO im Blog zu sehen sein. Erst einmal haben wir drei weitere Vorträge...insgesamt werden etwa 200 Personen heute unser Angebot vor Ort wahrgenommen haben, und tausende über unsere Internetangebote.



Liveübertragung Merkurtransit

Beginn ab ca. 13.00 Uhr
Laufend aktualisierte Textmeldungen (bitte dazu Post neuladen)
Livestream weiter unten im Post.

13.13 Uhr: Sonne kommt durch.... Merkur steht unsichtbar in der Bildmitte...



12.35 Uhr: Wir sind bereit...immer mehr Sonnenstrahlen kommen durch, die Sonne war auch schon im Fernrohr zu sehen...


11.44 Uhr: Die ersten Sonnenstrahlen über Kassel!

Erster Kontakt: In Deutschland um 13.35 Uhr laut  astronomie.info, die Simulation mit Stellarium für Kassel ergibt immer noch 13.39 Uhr. Durch Ortsunterschiede kann es keine so großen Abweichungen geben. Ursache unklar...
Fazit: Rechtzeitig hinsehen!


Aktuelle Wettermeldung (8.00 Uhr):

Zur Zeit dichter Hochnebel
Später leichtes Aufklaren mit wechselnder Bewölkung bis maximal 14 Uhr
danach kommt Wolkenfront aus dem Westen, abends Regen

Fazit: Mit etwas Glück sehen wir die (auch spannendste) erste Phase, in der Merkur sich vor die Sonne schiebt... 

Satellitenbild Wolken DWD 7.00 Uhr



Die Sonne heute

Die aktuellen Bilder des Sonnensatelliten SDO von heute Morgen zeigen:

- Keine Sonnenflecken
- einige kleinere Protuberanzen am Sonnenrand


Sonntag, 10. November 2019

Warum sind Merkurtransits so selten?

Merkurtransits finden in folgenden Zeitabständen statt:
3,5 Jahre / 7 Jahre / 9,5 Jahre / 10 Jahre / 13 Jahre

Der letzte war im Mai 2016, der nächste wird im November 2032 sein.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein: Der Merkur muss in unter Konjunktion stehen (also von uns aus gesehen vor der Sonne).Da die Merkurbahn um 7° gegen die Erdbahn geneigt ist, wird er dabei meistens oberhalb oder unterhalb der Sonnenscheibe entlang ziehen.
Nur wenn Merkur während seiner unteren Konjunktion auch in seinem Bahnknoten steht (Schnittpunkt der Merkurbahn mit der Erdbahnebene) wandert er vor die Sonne.
Im November durchstößt er immer von unten die Erdbahnebene, im Mai kommt er von oben durch den Knoten durch.

Die Knoten der Merkurbahn haben eine nahezu feste Position, die Erde steht zur Zeit immer um den 10.11. oder den 7.5. auf der Knotenlinie. Dann muss nur noch der Merkur in unterer Konjunktionn stehen....

Nach 46 Jahren (= 191 Merkurjahre) wiederholt sich die Folge der Transits.

Da die Merkurbahn leicht kippt, verschieben sich die Bahnknoten. Dadurch finden innerhalb von Jahrzehnten die Transits immer etwas später im Jahr statt.

Unterschiede November- und Mai -Transits:

Bei den Mai-Transits ist der Mekrur fast am sonnenfernsten Bahnpunkt, also besonders langsam. Deshalb dauern Mai-Transits länger als Septembertransits.

Novembertransits sind etwas häufiger, da der Merkur etwas weiter weg von der Erde steht als beim Maitransit. Dadurch kann er den Bahnknoten etwas verfehlen, läuft aber trotzdem noch vor der Sonne her.

Bild: scienceetnews.com

Aktuelles zum Merkurtransit


Daten und Termine:

    13.00 Uhr Öffnung SFN 
    13.20 - 13.50 Uhr Erster Einführungsvortrag mit Beobachtung des Beginns
 13.39 Uhr:  1. Kontakt

 13.41 Uhr:  2. Kontakt
   14.00 -14.20 Uhr Zweiter Kurzvortrag (nur bei Sonnenschein)   
   14.30 -14.50 Uhr Dritter Kurzvortrag (nur bei Sonnenschein)  
   15.00 -15.20 Uhr Vierter Kurzvortrag (nur bei Sonnenschein)  

 Mitte: 16.20 Uhr

 Sonnenuntergang 16.55 Uhr
   18.00 Uhr Zusammenfassender Vortrag zum Merkurtransit

 4. Kontakt: 19.04 Uhr

 Umlaufszeit Merkur: 88 Tage
 Rotation Merkur: 58 Tage

Liverübertragung des Fernrohbildes vom C14 der Sternwarte auf dem SFN unter

http://sfn-kassel.de/merkur19 

oder hier in diesem Blog als Post (ab Montagmittag) mit ständig aktualisierten Kommentaren.


Wetterprognose: Bis ca. 15.00 Uhr nicht schlecht....




Samstag, 9. November 2019

Laserstrahl zum Herkules

um 18.50 Uhr mit Mond


Mond kommt durch die Wolken

Vielleicht ein gutes Zeichen für den Merkurtransit...die Wolken fangen an sich zu verziehen....
Die Bilder sind um 18.00 Uhr entstanden.

Die mit hellem Material überzogene Wand des Kraters Aristarchus ist hell zu sehen, auch tauchen jetzt vermehrt die von Tycho ausgehenden Strahlen auf (Auswurfmaterial, bei der Kraterbildung entstanden).
Die Namen weiterer Mondformationen entnehme man früheren Posts.



Es könnte spannend werden...Merkurtransit - Live dabei

Wird das Wetter mitspielen?
Es ist zwar weitgehend durchgehende Bewölkung angesagt, aber die Wolkensimulationen zeigen immer  wieder kleinere Wolkenlücken, insgesamt bis zu  20 Minuten pro Stunde. Für einen Blick auf Merkur vor der Sonne sollte es reichen.....zumindest beim ersten Kontakt, ab 14 Uhr sollen dichtere Wolken kommen...

Sicherheitshinweise
Auf keinen Fall durch ein optisches Gerät in die Sonne sehen. Irreparable Augenschäden bis hin zur vollständigen Erblindung können die Folge sein. Dies gilt auch für den Sonnenuntergang!
In der Sternwarte auf dem SFN kann man gefahrlos durch Filter direkt oder mittels Videoübertragung bequem den Transit verfolgen. Aktuelle Bilder findet man im Astronomieblog www.astronomiekassel.blogspot.com oder in unserer App AstronomieKassel.

Livebilder:

Live: Merkurtransit

Unter
kann man am Montag ab 13 Uhr ein stark vergrößertes Bild der Sonne live sehen (in der ersten Zeit wird es jede Sekunde aktualisiert, später alle 10 Sekunden), vorausgesetzt die Wolken lassen das zu!
Dazu nutzen wir unser C14 - Teleskop.
Ich werde auch im Blog diese Darstellung integrieren, man muss sie dann nur starten!
Daraus schneiden wir noch am Montag ein Zeitraffervideo, dass ich abends im Blog veröffentliche.
Öffnung der Sternwarte auf dem SFN:
Die Sternwarte auf dem SFN, Parkstr.16, öffnet am 11.11. um 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr seine Pforten. Mit vier Fernrohren kann der Merkurtransit gefahrlos verfolgt werden. Durch spezielle Teleskope können auch Gasausbrüche auf der Sonne beobachtet werden. In alle Räume werden Live-Bilder einer Fernrohrkamera übertragen.
Ein zusammenfassender Vortrag zum Merkurtransit finden am 11.11. um 18.00 Uhr im SFN statt.
Anmeldungen von Schulklassen unter 01772486810.
Bei total bedecktem Himmel und Regen fallen alle Beobachtungsveranstaltungen aus!
So verläuft der Transit:





und so könnte es im Fernrohr aussehen (Simulation Stellarium):


Freitag, 8. November 2019

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Sonne vor dem Merkurtransit: Beginnt ein neuer Zyklus?

Kurz vor dem Merkurtransit lohnt sich ein Blick auf die Sonne:
Heute Morgen zeigt sie sich, wie schon oft in letzter Zeit fleckenlos. Schade, denn das macht das Auftreten von Sonnenflecken am Montag eher unwahrscheinlich.


Aber: Am 1.11. trat eine winzige Fleckengruppe auf. Ihre magnetische Polarität war umgekehrt wie die der Gruppen in den letzten Jahren. Da sich mit jedem neuen Zyklus die Polarität des Magnetfeldes umkehrt, deutet das auf den Beginn des neuen Sonnenfleckenzyklus hin (der 25. seit Beginn der Zählung):
Bisher war der der Rotation vorangehende Fleck ein N-Pol, hier ist es ein S-Pol.
Das erkennt man am Magnetogram der Sonnenoberfläche gut. Im sichtbaren Licht war nahezu nichts zu sehen, aber im extremen UV-Licht (304 nm, Licht von ionisiertem Helium) trat die Gruppe gut in Erscheinung.



Donnerstag, 7. November 2019

Goldener Henkel

Heute hatten wir viele chinesische Jugendliche im SFN und in der Sternwarte zu Gast (siehe später in http://sfnchina19.auslandsblog.de/), in China gibt es sicher auch Kunstwerke mit diesem Namen...der Goldene Henkel ist das schon beleuchtete Randgebirge des Sinus Iridium, während der Boden des Beckens noch im Schatten liegt.
Gegen 20.30 Uhr war es um den Mond herum einigermaßen wolkenfrei, später kamen wieder Wolken auf.

Am südlichen Rand ist gerade der Krater Clavius hell beleuchtet. Mit 230 km Durchmesser ist er einer der größten Krater auf dem Mond. Über ihm steht der kleine Krater Tycho, von dem aus einige helle Strahlen nach rechts ausgehen. Später bei Vollmond wird man alle Strahlen sehen.




Nobelpreis für Physik an Astronomen: 12. Vergleich mit unserem Sonnensystem

Modelle für die Entstehung unseres Sonnensystems wurden genau an Abstände und Massen unserer Planeten angepasst. Sie konnten aber die Vielfalt der Exoplanetensysteme nicht deuten.

Interessant ist ein Vergleich der Eigenschaften anderer Systeme mit unserem:
Die Graphik entstammt der Würdigung des Nobelpreiskomitees.
Links sehen wir die Massen von Exoplaneten gegen die Umlaufszeiten aufgetragen (kennt man die Neigung der Bahn nicht, ergibt sich eine kleinst mögliche Masse). Die Farbmarkierungen entsprechen verschiedenen Messmethoden(siehe Post vom 29.10.), das interessiert hier nicht.

Auffallend ist, dass die Massen der kurzperiodischen Planeten alle deutlich über der unserer Gesteinsplaneten liegt,lediglich Jupiter und Saturn passen sich dem Üblichen etwas an.
Im rechten Bild sehen wir, dass die Planetengrößen der Exoplaneten immer über denen unseres Systems liegen.

Fazit: Unser Planetensystem scheint nicht ein übliches zu sein.

Das soll uns aber keine besondere Bedeutung zuweisen.
Bisher konnte nur ein ganz kleiner Teil der Sonnenumgebung nach Exoplaneten abgesucht werden. Das zeigt ganz eindrücklich das letzte Schaubild.

Damit ist die zwölfteilige Postreihe über den diesjährigen Physik-Nobelpreis beendet.




Mittwoch, 6. November 2019

Europa, wir kommen! Tauchroboter entwickelt


Einige Monde im Sonnensystem besitzen unter ihrem Eispanzer einen warmen Ozean. Teilweise kommt Wasserdampf aus Spalten heraus und dort konnten organische Substanzen nachgewiesen werden. Es ist also zu erwarten, dass am Boden der Ozeane, z.B. des Jupitermondes Europa, sich Lebensformen entwickelt haben, die sich von der Wärme des Bodens und Mineralien ernähren.

Ähnliches gibt es auch an den Black Smokern am Meeresgrund der Erde.

In den nächsten Jahrzehnten sollen Raummissionen diese Lebensformen erkunden.
Dazu muss eine Sonde auf der Eisoberfläche abgesetzt werden, ein Bohrroboter muss ein Loch durch die 15 km dicke Eisschicht bohren und unter dem Eis ein autonomes Unterwasserfahrzeug AUV aussetzen.
Das sinkt 100 km tief auf den Boden und beginnt, sich selbstständig orientieren, eine Erkundung und sammelt Proben.
Dann kehrt es wieder zum Bohrroboter zurück, dockt an und kommt durch ein erneut gebohrtes Loch wieder an die Oberfläche.

Vorbereitungen zu einer solchen Mission sind im Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz DFKI in Karlsruhe im Gang.

Ein eigenes Navigationssystem ist entwickelt worden und mit einem AUV getestet worden. Das AUV kann auch Nutzlasten tragen und besteht aus Kunststoff.  Ein Drucktest von 600 bar (6 km Wassertiefe auf Erde) ist erfolgreich durchgeführt worden.
2020 sind erste Tests unter einer Eisdecke geplant.
Federführend ist Prof. Kirchner des DFKI.

Zwei spannende Videos zeigen wie die Mission auf Europa ablaufen könnte und erste Tests im Salzwasserbecken.

https://youtu.be/aT4jWmamPLQ
 Ablauf der Europamission

 https://youtu.be/9ULOdyiPUbU
 Test des AUV

credit: DFKI, Popp,Hirth

siehe auch viele Posts zu diesem Thema (Suchmaschine verwenden)



credit: NASA

Black Smoker auf der Erde




Dienstag, 5. November 2019

Zum Glück haben wir den Mond...

...denn er sorgt für eine Stabilisierung der Erdachse. Dadurch gibt es weniger kurzfristige Klimaschwankeungen, was für die Entwicklung des Lebens günstiger ist.

Aber er sorgt auch in eher wolkenverhangenen Nächten für die ein oder andere Astroaufnahme...

Heute, Dienstag, ein Tag nach Halbmond steht  das Alpental neben dem Krater Plato unter günstigsten Lichtverhältnissen (Pfeil in Vergrößerung).
Diese 180 km lange und etwa 10 km breite Bruchzone durchzieht die Mondalpen. In seiner Mitte verläuft eine nur 500 m breite Rille.

Sehr schön ist alles aus der Mondumlaufbahn zusehen. Das Bild wurde vom Lunar Recconnaissance Orbiter gemacht.

Übrigens erkennt man auch noch das Lunar X und V.



LCR aus der Mondumlaufbahn

Nobelpreis für Physik an Astronomen: 11. Ungewöhnliche Daten

Aus der Geschwindigkeitskurve des Sternes kann man alle Daten ableiten:

Die kurze Periodendauer von 4,2 Tagen war unerwartet, sie passte nicht zur Masse des Planeten, die man aus der Geschwindigkeitsamplitude bestimmen kann. Man erhielt 0, 47 Jupitermassen* sin i, wobei i die Neigung der Bahn gegen die Himmelskugel  ist.
Nur ein so massereicher Planet in großer Sternnähe war nachweisbar. Aber aus unserem Planetensystem schien man zu wissen, dass massereiche Planeten weit Außen stehen...

Aber schon damals waren Modellrechnungen bekannt, die zeigten, wie sich Planeten durch Wechselwirkung mit dem Rest der protoplanetaren Scheibe nach Innen bewegen können.
Somit passte alles.
Die Beobachtungen waren in sich widerspruchsfrei und bestätigten sogar eine Modellrechnung.
Die Suche nach weiteren jupiterähnlichen Exoplaneten in Sternnähe begann und änderte unsere Sicht auf den Kosmos.

Wie sehr unser Planetensystem von den bisher bekannten Exoplanetensystemen abweicht, sehen wir im letzten Post dieser Reihe.


Heute in der HNA


Montag, 4. November 2019

Halbmond, wolkenumhüllt

Für kurze Zeit lichtete sich die Wolkendecke und um 21.06 Uhr kam der Halbmond durch.

Leider werden die nächsten Tage keine besseren Beobachtungsbedingungen bringen...
Allerdings sind die Kraterwandspitzen, die ein V und ein X bilden recht gut zu sehen: Lunar V und Lunar X





Seltene Ringgalaxie fotografiert

Das Arp-Madore System, das das Hubble Space Teleskop HST fotografiert hat, ist 704 Millionen Lichtjahre entfernt.
Zwei etwa gleich große Galaxien sind zusammengestoßen (das passiert eher selten, meistens ist eine kleiner) und haben dabei Sterne und Gas in einem Ring nach Außen gedrückt. Zufälligerweise blicken wir gerade aus dem richtigen Winkel auf das System und können den Ring deutlich sehen. Dort hat intensive Sternentstehung eingesetzt. Da junge Sterne bläulich leuchten, kann man das gut an der Färbung erkennen.

Man sollte sich auch das Video im Blog ansehen, es ist schon faszinierend wie klein das alles am Himmel ist. Der Zoom vom sichtbaren Band der Milchstraße auf das System scheint nicht enden zu wollen....

 credit:
NASA, ESA, J. Dalcanton, B.F. Williams, and M. Durbin (University of Washington)

Sonntag, 3. November 2019

Sternenhimmel im November, Merkurtransit


Ein Jahrhundertereignis: Merkur vor der Sonne

In der abendlichen Dämmerung sieht man in Horizontnähe noch den Ringplaneten Saturn und mit etwas Glück neben ihm den Jupiter und daneben die Venus als Abendstern im Südwesten.
Nach Beginn der Dunkelheit geht der Mond im Osten auf, über ihm stehen die Sternbilder Perseus und Cassiopeia (das Himmels-W), sowie Andromeda und Pegasus mit dem Herbstviereck.

 Ein außergewöhnliches Himmelsereignis kann man aber nur am Tageshimmel verfolgen:

Der innerste Planet Merkur wandert am 11. November vor der Sonnenscheibe entlang.
Einen solchen Merkurtransit konnte man von Deutschland zuletzt im Mai 2016 beobachten, eine neue Chance ergibt sich erst 2032.
Merkur ist mit einem Durchmesser von 4900 km der kleinste Planet unseres Sonnensystems. Unter allen Planeten ist er der Sonne am nächsten, im Mittel ist er 58 Millionen km von der Sonne entfernt. In nur 88 Erdtagen umkreist er die Sonne, ein Tag dauert auf Merkur 58 Tage.
Die Temperatur auf der sonnenbeschienenen Seite kann bis zu 400°C erreichen, auf der Nachtseite herrschen eisige -170° C.
Eine Atmosphäre kann der kleine heiße Planet nicht halten, so besteht seine Oberfläche aus einer Gesteins- und Kraterwüste wie beim Erdmond.

Warum ist ein Merkurtransit so selten zu beobachten?
Zwar steht Merkur etwa dreimal im Jahr von uns aus gesehen in Richtung Sonne. Aber da seine Bahn um 7° gegen die Erdbahn gekippt ist, steht Merkur fast immer oberhalb oder unterhalb der Sonnenscheibe. Nur wenn Sonne, Merkur und Erde genau auf einer Linie stehen, kann man einen Merkurtransit allerdings nur 13 Mal pro Jahrhundert, beobachten.
Da Merkur so klein ist, benötigt man ein Fernglas oder ein Fernrohr für die Beobachtung (Achtung: Sicherheitshinweise beachten!).
Damit wird man am 11.11.. um 13.39 Uhr die schwarze Scheibe des Planeten am linken Sonnenrand erkennen. Nach nur 2 Minuten ist sie ganz vor die Sonne gewandert und überquert dann die Sonnenscheibe. Etwa um 16.20 Uhr wird sie in der Scheibenmitte sein, kurze Zeit später ist Sonnenuntergang. Für uns unsichtbar verlässt sie die Sonnenscheibe um 19.04  

Vergleich zu Sonnenflecken:
Von der Sonne sehen wir die fast 6000° C heiße äußere dichtere Gasschicht, in der oft Magnetfelder erdgroße Bereiche bis auf fast 4300° C abkühlen. Solche Sonnenflecken erscheinen uns als schwarz. Würde man sie aber an den Himmel halten, wären sie Millionen Mal heller als der Vollmond. Die Schwärze der Sonnenflecken entsteht also nur durch den Kontrast zur heißen Umgebung.
Die Rückseite des Merkurs dagegen sendet überhaupt kein Licht aus, sie wird also deutlich schwärzer erscheinen als ein Sonnenfleck, falls trotz des Sonnenfleckenminimums welche zu sehen sind. 

Planeten im November
Merkur kann man nur beim Transit vor der Sonne sehen
Venus beginnt ihre Sichtbarkeit als Abendstern im Südwesten.
Mars taucht morgens im Osten in der Morgendämmerung auf.
Jupiter kann man noch abends dicht am SW-Horizont in der Dämmerung sehen.
Saturn geht abends im SW gegen 20 Uhr unter.

Sicherheitshinweise
Auf keinen Fall durch ein optisches Gerät in die Sonne sehen. Irreparable Augenschäden bis hin zur vollständigen Erblindung können die Folge sein. Dies gilt auch für den Sonnenuntergang!
In der Sternwarte auf dem SFN kann man gefahrlos durch Filter direkt oder mittels Videoübertragung bequem den Transit verfolgen. Aktuelle Bilder findet man im Astronomieblog www.astronomiekassel.blogspot.com oder in unserer App AstronomieKassel.

Öffnung der Sternwarte auf dem SFN:
Die Sternwarte auf dem SFN, Parkstr.16, öffnet am 11.11. um 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr seine Pforten. Mit vier Fernrohren kann der Merkurtransit gefahrlos verfolgt werden. Durch spezielle Teleskope können auch Gasausbrüche auf der Sonne beobachtet werden. In alle Räume werden Live-Bilder einer Fernrohrkamera übertragen.

Ein zusammenfassender Vortrag zum Merkurtransit finden am 11.11. um 18.00 Uhr im SFN statt.

In der Aula der Albert-Schweitzer-Schule gibt es um 13.20 Uhr, 14.00 Uhr, 14.30 Uhr und 15.00 Uhr Kurzvorträge zu Livebildern. Anmeldungen von Schulklassen unter 01772486810.
Bei total bedecktem Himmel und Regen fallen alle Beobachtungsveranstaltungen aus!

Sternkarte:

 Ablauf des Transits: