Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Montag, 25. Mai 2020

Der Tag der fünf Planeten?

Heute kann man, mit etwas Glück alle fünf mit freiem Auge sichtbaren Planeten auch wirklich innerhalb eines Tages am Himmel sehen.
Heute Morgen kurz nach 4.00 Uhr kamen erst Jupiter und Saturn und dann Mars für jeweils wenige Minuten durch die Wolken hindurch.
Die beiden Einzelaufnahmen habe ich zu einem panorama zusammengesetzt. Da erkennt man, wie weit sich Mars inzwischen von den anderen beiden am Himmel, entfernt hat...

Am Abend wird man gegen 21.50 Uhr Venus dicht am NW-Horizont, darüber Merkur gerade durch die Dämmerung scheinend sehen können. Die Mondsichel über Merkur wird das Bild abrunden. Laut Wolkenkarte soll es am Abend aufklaren...


Sonntag, 24. Mai 2020

Auflösungsvermögen, Teil I

In der folgenden Postserie möchte ich einige Hintergrundinformationen zum Auflösungsvermögen von Telekopen geben.

Prinzipiell unterscheidet man zwei Bereiche, bei denen die Auflösung eine Rolle spielt:

a) Spektrale Auflösung:

Man möchte in Spektren verschiedene Wellenlängen deutlich getrennt untersuchen können. Beispielsweise könnten zwei Komponenten einer Spektrallinie durch Magnetfelder entstehen und die Untersuchung würde etwas über das Magnetfeld aussagen.
Bezeichnet man mit Δλ den Abstand zweier noch trennbarer Wellenlängen, dann wird mit  λ/Δλ das Auflösungsvermögen A bezeichnet.
Ein Spektrum mit einem Auflösungsvermögen A = 200 000 kann also bei einer  Wellenlänge von 500 nm noch Abstände von 500nm /200000 = 0.0025 nm trennen.
Mit dem spektralen Auflösungsvermögen wollen wir uns in dieser Postserie nicht beschäftigen.

b) Winkelauflösung

Man möchte am Himmel noch Sterne getrennt sehen, obwohl sie sehr dicht beieiandner stehen. Ein Fernrohr erhöht bekanntlicherweise das Auflösungsvermögen.
Für zwei  punktförmige Objekte (Sterne) ist der kleinste Winkelabstand unter dem man sie am Himmel noch sehen kann:

α = 1,22*λ/D

Dabei wird  α im Bogenmaß angegeben, λ ist die Wellenlänge, bei der man beobachtet, und D der Durchmesser des Teleskops.
Achtung:  λ und D müssen  in der gleichen Einheit angegeben werden.

Zum Bogenmaß: 360° entsprehcen 2*π, 1" (1/3600 eines Grades) sind dann 0,00000485 im Bogenmaß.
Wer darüber etwas mehr wissen will:

 Bogenmaß

Was bedeutet diese Formel ganz praktisch:

Je größer das Fernrohr, desto kleinere Winkelabstände kann man trennen. Und die Auflösung steigt, wenn man kurzwelliges Licht benutzt (siehe Bild von astroshop.de)


Nehmen wir ein Beispiel:

Unser Auge hat für sichtbares Licht (bei 550 nm) etwa eine Auflösung von 1`. Wir können  also den 60.-ten Teil eines Grades wahrnehmen. Der Mond hat einen Winkeldurchmesser von 30`, wir sehen also Mare und sehr große Krater mit dem freien Auge. Mizar und Alkor im Großen Wagen haben einen Winkelabstand von 12´, sie wären also leicht getrennt wahrnehmbar, wenn der Helligkeitsunterschied nicht so groß wäre. Erst deshalb nennt man sie auch Augenprüfer.



Ein kleines Teleskop mit einem Durchmesser von 11 cm hat ein Auflösungsvermögen von 1", das entspricht etwa dem mittleren Wackeln durch die Luftunruhe...
Fernrohre mit größerem Durchmesser machen also auf der Erdoberfläche wenig Sinn, oder?

Mehr darüber in den nächsten Posts...., dann  werden wir auch erfahren, wie die genannte Formel zustande kommt.


Online Vortrag über Elementarteilchenphysik Dienstag 18 Uhr

Zur Erinnerung:

Di, 26.5., 18.00 Uhr
Was die Welt im Innersten zusammen hält - Ergebnisse des LHC
Referent: Prof.Dr.Arnulf Quadt, Universität Göttingen, CERN

Live aus Göttingen

Prof. Quadt forscht selbst am Large Hadron Collider LHC am CERN, an dem das Higgsteilchen entdeckt wurde. In seinem Vortrag nutzt er nicht nur das Streamingsystem des CERNs, sondern er führt uns in die Technik des LHCs ein und stellt herausragende Forschungsergebnisse vor.
Online unter:
 sfn-kassel.de/live







Samstag, 23. Mai 2020

Video der ISS am Donnerstag

Eine Leserin des Blogs hat mir den folgenden Bericht zugeschickt:


... wir saßen am Donnerstagabend auf unserem kleinen Balkon .. und ich habe aus Jux die vorbeiziehende ISS mit dem Smartphone gefilmt, weil sie gerade so schon auf den Großen Wagen zusteuerte. Unmittelbar davor war das Flare an der Deichsel des Großen Wagens und im Anschluss an die ISS kam auf der gleichen Bahn schon der vermeintliche Satellit angeschossen. Auf meinem Filmchen ist leider nur die ISS zu sehen, wie sie zwischen dem Nachbarhaus (re., westlich von uns) auf den Giebel unseres Hauses zusteuert und dahinter verschwindet. Die Deichsel des Großen Wagen trifft genau auf dem Hausgiebel...

 Das Video zeige ich hier, weil es sehr schön den Eindruck der sich bewegenden ISS wiedergibt, endlich mal kein Strich..aber der lichtschächere Frachter kommt hier natürlich auch nicht raus, obwohl er im Bild sein müsste.

Danke für den Bericht, der meine Bobachtungen voll bestätigt. Da die beiden Beobachtungsorte etwa 6 km auseinander liegen, müssten viele Menschen in Kassel das Flare des Frachters gesehen haben.


Durch das Komprimieren sind leider die Hausumrisse verschwunden, wenn man das Bild vergrößert, erkennt man aber die ISS.

Aktuelle Meldung von Samstagabend:

Zwischen zwei Gewittern klarte es auf, aber mit der ISS kamen um 22.25 Uhr wieder die nächsten Wolken. Ich konnte sie nur Sekunden über den  Hausdächern neben dem Kassler Laserstrahl (links davon Wega) sehen (die Kamera war höher ausgerichtet...), aber ein nachfolgender Frachter war nicht zu erkennen (was aber auch an den Wolken liegen kann).


Es muss ein Raumfrachter gewesen sein...


Hier ein Zitat aus meinem Post:

Um 22.24 Uhr  folgte im Zenit ein weiterer Satellit der ISS. Aus den Augenwinkeln sah ich einen hellen Flare. Der Satellit reflektierte für kurze Zeit das Sonnenlicht auf den Herkules. Die schwache Leuchtspur des Satelliten war dann noch bis runter zum Kasseler Herkules zu sehen.

Ergänzung: Der Flare-Ausbruch war extrem hell, ich schätze -8 mag. Die Sichtbarkeit ist sicher auf den Bereich Kassel/Nordfhessen beschränkt. Den zweiten Satelliten müsste man aber deutschlandweit gesehen haben.
M.Woskowski hat recherchiert:

Japan hat am Donnerstag früh einen Frachter gestartet, der am 25.5. andocken soll. Da kann es durchaus sein, dass am Donnerstagabend er schon auf ähnlicher Umlaufbahn wie die ISS war.
Ich habe darauf hin die Originalaufnahme nochmal vergrößert angesehen. In der Tat erkennt man eine schwache Spur. Am Himmel war er gut mit freiem Auge zu sehen, da ich aber wegen der noch nicht weit fortgeschrittenen Dämmerung die Blende weit zugemacht habe um die ISS längere Zeit zu belichten, reichte das Licht nicht mehr für eine deutliche Spur aus. Ich habe sie deshalb nachgezeichnet, damit man ein Eindruck bekommt, wo der Frachter herflog. Das Flare war vorher weiter oberhalb. Auffällig war, dass die Spur des Frachters leicht versetzt war (so habe ich es auch gesehen).

Sollte es jetzt abends klar werden, müsste er immer noch in der Nähe der ISS zu sehen sein.
Deshalb hier die nächsten Überflüge:

Samstag:
22.19 - 22.26 Uhr W nach O über Zenit
23.56 - 0.01 W nach O über Arkturus

Sonntag:
23.08 - 23.14 Uhr W nach O über Zenit

Montag:
22.20 - 22.28 Uhr gleiche Bahn (da müsste er schon angedockt sein).


Grenzen überwinden - Wer macht mit?

Ein Aufruf an alle, die noch in Schule oder Ausbildung sind

Grenzen überwinden - in großen Höhen!
Am Dienstag hat der 15-jährige Schüler Jacub aus Bratislawa sein Projekt Picoballon in einem Online-Vortrag vorgestellt. Am nächsten Tag habe ich lange mit ihm gechattet und es ist eine Idee entstanden:

Jugendliche in Europa bauen Modelle  seines kleinen Forschungsballons, die gleichzeitig aus möglichst vielen Orten in Höhen von 10 - 15 km aufsteigen. Aus den erfassten Flugstrecken könnten Daten über atmosphärische Strömungen etc. gewonnen werden.
Das könnte ein neues internationales Projekt sein. Die Jugendlichen bauen diese Forschungsballons, entwickeln in Online-Konferenzen wissenschaftliche Fragestellungen und führen dann die Flüge durch. Wir könnten uns vorstellen, dass Jugendliche aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, der Slowakei, Russland, Griechenland u.a. Länder daran teilnehmen.
Vielleicht können kleine wissenschaftliche Konferenzen im Frühjahr auch persönliche Kontakte herstellen und vielleicht kann es nach 1 bis 2 Jahren auch ein Meeting zur Auswertung und Dokumentation geben.
Nächste Woche wollen wir weiterplanen, ich bin mal gespannt, ob dieser neue Anlauf einer internationalen Kooperation funktioniert. Notfalls kann alles ohne persönliche Kontakte organisiert werden, aber schön wären auch Begegnungen!

Wer Interesse hat, sollte sich möglichst zeitnah unter kphaupt@sfn-kassel.de bei mir melden.

Außerdme suchen wir Jugendliche aus Nordhessen, die Interesse haben ein Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Masken und Gesichtsschilden durchzuführen:

Maske contra Schild
Ich hoffe, dass wir Forschungsteams finden, die zeitnah die Wirkungen von Maske (Mund-Nase-Bedeckung) und Gesichtsschild auf die Verhinderung der Aerosolausbreitung untersuchen, auch in Unterrichtsräumen. Das wären Ergebnisse, an denen viele interessiert sind.
Es gibt Schulen, die können keine Masken einsetzen, sind auf Schilde angewiesen. Für die wäre eine solche Hintergrundinformation sehr wichtig.

Freitag, 22. Mai 2020

ISS über dem Herkules

Zwischen 22.23 Uhr und 22.25 Uhr zog die ISS neben dem Herkules über Kassel hinweg.

Über dem von hinten sichtbaren Herkules stehen die Fußsterne des Sternbidles Herklues am Himmel.

Um 22.24 Uhr  folgte im Zenit ein weiterer Satellit der ISS. Aus den Augenwinkeln sah ich einen hellen Flare. Der Satellit reflektierte für kurze Zeit das Sonnenlicht auf den Herkules. Die schwache Leuchtspur des Satelliten war dann noch bis runter zum Kasseler Herkules zu sehen.

Die Verkürzung der ISS_Spur auf dem zweiten Bild kommt durch die Perspektive, die Belichtungszeiten beider Bilder waren gleich (13 Sekunden bei stark reduzierter Blende, der Himmel war noch sehr hell).



Merkur und Venus am Donnerstag

Venus nähert sich weiter dem Horizont und Merkur steigt weiter auf...somit hat sich der Abstand zwischen den beiden inneren Planeten am Himmel am Donnerstag deutlich verringert. Heute am Freitag stehen sie in Konjunktion, aber es wird wohl leider bewölkt sein.

Die lange Zeit der Venussichtbarkeit als Abendstern ist sehr bald vorbei. Am 24.11.2019 konnte ich sie erstmals als Abendstern fotografieren. Damit hat uns Venus über ein halbes Jahr abends begleitet. Merkur zeigt sich jetzt schon zum zweiten Mal mit Venus in dieser Zeit am Himmel.

Die Aufnahmen sind vom Herkules (Parkplatz, Blick über die Weiden) gemacht worden. Auf dem ersten Bild sieht man nur Venus, um 21.37 Uhr war der Himmel für Merkur noch zu hell. Dafür sind zwei Flugobjekte zu sehen: links der Bildmitte am Horizont einer der inzwischen seltenen Kondensstreifen und rechts der Bildmitte  unten ein von einem Rindvieh rübergeflogenes UFO.


Um 21.52 Uhr waren dann die beiden Planeten gut zu sehen. Man vergleiche mit den Bildern der letzten Posts, dann erkennt man wie stark sich die Planeten, vor allem Merkur, bewegt haben.


Um 22.29 Uhr zogen schon die ersten Wolken auf. Über Venus steht Elnath im Stier, Merkur schimmert etwas durch eine Wolke hindurch.


Eine Minute später ist auch Merkur dann für einige Sekunden durch eine schmale Wolkenlücke zu sehen.


Letzter Sonnenuntergang am Essigberg

Für viele Kasseler einer der schönsten Orte den Sonnenuntergang zu beobachten: Parkplatz und Wiese am Essigberg.
Gestern Abend (Donnerstag) konnte man um 21.15 Uhr gerade noch vom äußersten Rand der Wiese sehen, wie die Sonne den Horizont berührt. Für die nächsten zwei Monate wird sie noch etwas weiter nördlicher untergehen und damit ist der Sonnenuntergang nicht mehr vom Essigberg aus zu sehen.



Donnerstag, 21. Mai 2020

Zeiten für ISS Überflüge

Heute, am Donenrstag fliegt die ISS zweimal hoch über Kassel hinweg, sie taucht immer recht genau im Westen auf, erreicht das Zenit und verschwindet wieder im Osten:

22.18 Uhr bis 22.25 Uhr

23.55 Uhr bis 0.01 Uhr

Freitag:
23.07 - 23.14 Uhr, ähnliche Bahn

Samstag
22.19 - 22.26 Uhr, ähnliche Bahn
23.56 Uhr - 0.01 Uhr
Von Westen kommend an Arkturus vorbei, dann Schatteneintritt

ISS über Kassel

Um 23.09 Uhr flog die ISS hoch über Kassel hinweg. Sie flog durch den Großen Wagen, dicht an Mizar-Alkor vorbei, ihre Bahn ging von West nach Ost über das Zenit hinweg.


Annäherung am Himmel

Der Merkur läuft von der Sonne weg und die Venus drauf zu...deshalb kommen  sich beide Planeten am Himmel schnell näher...
Nach trübem Tag klarte es abends weitestgehend auf und man konnte im NW zuerst die helle Venus, allerdings nicht mehr allzu hoch, sehen.
Als es etwas dunkler wurde, tauchte umk 21.54 Uhr der deutlich lichtschwächere Merkur rechts unterhalb der Venus auf.

Im Vergleich zum Bild am Montag sieht man, wie weit sich die beiden Abendsterne schon angenähert haben. In zwei Tagen wird Merkur dicht bei Venus stehen.
Das zweite Bild ist um 22.06 Uhr aufgenommen, da steht Merkur schon dicht am Horizont.

Trotz der Horizontnähe konnte ich einigermaßen scharfe Bilder mit dem 1200 mm Tele machen: Die Venussichel ist nun extrem schmal, Merkur dagegen kommt gerade von der oberen Konjunktion, wir haben noch nicht mal "Halbmerkur". Da Venus bald in unterer Konjunktion steht, ist sie uns sehr nahe, Merkur dagegen weit entfernt. Das sieht man deutlich an den Größen der Planetenscheibchen (Aufnahmen um 22.10 Uhr).




Venus im 1200 mm Tele

Merkur im 1200 mm Tele

Mittwoch, 20. Mai 2020

BREAKING NEWS: Ein Planet wird geboren

Heute erscheint in Astronomy&Astrophysics ein Artikel von Boccaletti et.al. über die Entstehung eines Planeten beim  520 Lichtjahr entfernten Stern AB Aur im Sternbild Fuhrmann (Embargo bis 14 Uhr).
AB Aur ist als explosiver Veränderlicher bekannt, er hat eine scheinbare Helligkeit von 7 mag.

Schon 2017 konnte um AB Aur mit dem Mikrowellen-Interferometer ALMA in Chile eine Spiralstruktur von Gas  und Staub beobachtet werden.

Mit dem Instrument SPHERE am VLT in Paranal, Chile konnte nun eine hochauflösende Aufnahme gewonnen werden. Hier ist deutlich ein Knick in der Struktur zu sehen. Solche Formen entstehen bei der Neubildung eines Planeten (was man auch durch Simulationsrechnungen herausgefunden hat). Ein neu entstehender Planet stört die Gas- und Staubscheibe und diese Störung wandert durch die Rotation spiralförmig nach Innen und nach Außen weiter. Der Knick entsteht durch das Zusammentreffen der spiralförmigen Störungen am Urspungsort, dem neu entstehenden Planeten.

Der Abstand dieses Planeten zu seinem Stern entspricht etwa demjenigen des Neptun zur Sonne.

Bildbeschreibungen:

1) Anblick des Fuhrmann mit Merkur und Venus und (roter Kreis) der Position von AB Aur heute Abend um 22.15 Uhr (Sternkarte Stellarium). Mit 7 mag ist AB Aur auch bei vollkommener Dunkelheit nur mit dem Fernglas zu erkennen.

2) Mikrowellenbild von ALMA aus dem Jahr 2017 (Tang, Lira, ALMA)

3) Aktuelles Bild der ESO (weißer Kreis: Ort der Planetenentstehung, blauer Kreis: Neptunbahn zum Vergleich, ESO/Boccaletti), aufgenommen am 18.12.2019

4) Drei verschiedene Strömungsmodelle für die Spiralstruktur (Boccaletti, A&A, 20.5.20)

Videos:


1) Zoom auf die Planetenentstehung (ESO/Boccaletti et al./L. Calçada, Digitized Sky Survey 2, N. Risinger  Music: Konstantino Polizois)

2) Zusammenfassung (ESO)



ALMA, 2017, Mikrowellen

VLT, 18.12.2019, IR


Dienstag, 19. Mai 2020

Ist der Kosmos ein Schleimhaufen? Teil 14: Der Raum als Netzwerk

Wir behandeln hier die sogenannte Schleifen-Quantengravitation oder Quanten-Loop-Theorie QLT.

Die Lösungen der sog. Wheeler-de Witt-Gleichung (das ist die Wellengleichung des Kosmos) ergeben in sich geschlossene Linien, Schleifen oder Loops genannt.
Diese Loops sind Verbindungen, Kanten in einem Netzwerk. An den Knoten sitzen Raumquanten, deren Volumen das normale Volumen ausmachen.
Dieses Netzwerk liegt nicht im Raum, sondern es bildet durch die Vernetzung den Raum, es  IST der Raum.
Der Raum zeigt somit gequantelte Strukturen, es gibt kleinste Raumeinheiten. Da jede Verbindungslinie, ein Loop, mit einer halbzahligen Quantenzahl beschrieben wird, nennt man das auch ein Spin-Netzwerk.

Die Quanten des Raumes haben also keinen Ort im Raum, sie sind dieser Ort!

Wenn dieses Netzwerk sich entwickelt, entstehen neue Verzweigungen: Kanten und Knoten verschieben sich, das dazu passende Bild ist das eines Schaumes. An den Grenzen der Schaumblasen sitzen die Netzwerke und deren Knoten bilden unseren Raum.

Würden wir in diesem kleinen Maßstab existieren, dann wäre der Raum für uns gequantelt, wir würden von Raumquant zu Raumquant springen. Dazwischen wäre nichts...vielleicht fühlen sich solche Sprünge dann wie ein kontinuierliches Durchschreiten des makroskopischen Raumes an.

Übrigens: Die Zeit entsteht erst durch die Beziehungen zwischen Elementen des Netzwerkes. Zeit ist somit keine eigene beschreibende Größe, sondern eine, die als emergente Eigenschaft sich aus den Beziehungen innerhalb des Spin-Schaumes ergibt.

Die QLT gilt als die wohl beste Möglichkeit Relativitätstheorie und Quantenmechanik durch eine übergeordnete Vorstellung zu verbinden.


Damit endet diese Postserie....

Geleitet durch die provozierende Titelfrage haben wir erst Netzwerke kennengelernt und dann das kosmische Netz der Dunklen Materie.

Da ist schon der erste zentrale Punkt: Wir blicken hier in die Vakuumstruktur des Urknalls hinein.

Dieses Netzwerk können  wir erforschen mit Hilfe des Netzwerkes, das ein Schleimpilz aufbaut, also eine eher glibbernde Masse. Die zweite verblüffende Erkenntnis.

Dann kamen wir zum neuronalen Netz in unserem Kopf. Unglaublich, aber wohl richtig, es bildet alles was wir denken, empfinden, unser ICH, unsere subjektive Welt. Das alles ist eine emergente Eigenschaft eines Netzwerkes!
Und es ähnelt dem Netzwerk der Dunklen Materie!

Und ganz zum Schluss haben wir einen Einblick in modernste Vorstellungen gewonnen: Das was wir Raum nennen, ist vielleicht ein Netzzwerk, Raum besteht aus einer schaumartigen, glibbernden Ansammlung von Knoten und Kanten...

Irgendwie schließt sich der Kreis...und der Begriff der Vernetzung gewinnt eine andere Bedeutung.

Wir Menschen haben auch ein weiteres gewaltiges Netzwerk erschaffen: Das Internet...
Mal sehen, was daraus wird...








Montag, 18. Mai 2020

Erste Sichtung des Mai-Merkurs

Gegen 21.55 Uhr kam er zum ersten Mal heraus, es war dunkel genug und das Wolkenband war hochgenug...Links oben leuchtet Venus, rechts unten am Waldrand steht Merkur kurz vor dem Untergang im NW.
In den nächsten Tagen wir er gegen 22.00 Uhr sich immer mehr an Venus annähern und damit immer leichter zu beobachten sein.
Aufnahmedaten:

0,6 sec, F 4.5, ISO 200. leichtes Tele 185 mm


Im Austausch

Die beiden Spiralgalaxien, die zusammen das System Arp 271 bilden, sind sich so nahe gekommen, dass Materieaustausch zwischen ihnen beginnt.
Das System ist etwa 120 Mill. Lichtjahre entfernt, beide Galaxien sind etwa 160 000 Lichtjahre groß.
Es steht im Sternbild Jungfrau.
Ob die beiden Galaxien einmal verschmelzen werden, ist nicht klar, wenn wird es viele hundert Millionen Jahre bis dahin dauern.

Bild: ESO, veröffentlicht am 18.5.



ISS dicht bei Regulus im Löwen

Am Sonntag kurz vor Mitternacht zog die ISS von Westen her kommend fast senkrecht nach oben, dicht an Regulus vorbei.
Ich versuchte mit 120 mm Tele zu fotografieren. Da merkt man bei 15 sec Belichtungszeit schon die Erddrehung...keine guite Idee für die Wega-Bedeckung am Dienstag...




Sonntag, 17. Mai 2020

Bedeckt die ISS Wega?

Am Dienstag, kurz vor Mitternacht, läuft die ISS um 23.58 Uhr ganz dicht an der Wega vorbei, sehr wahrscheinlich kommt es zu einer Bedeckung.

Die Zentrallinie läuft von Rossbach, Nieste, fast parallel zur Wilhelmshöher Allee über den Bergpark und das Haus des Golf Clubs zwischen Oelshausen und Istha entlang.

Nach Wega geht die ISS dann noch dicht an den beiden lichtschwächeren Sternen Gamma und Sulafat in der Leier und an Anser im Füchsen vorbei.

Die ISS taucht am Dienstag um 23.54 Uhr im W auf, zieht hoch über das Zenit und verschwindet um 0.01 Uhr im O.

Vorher zieht sie schon zwischen 22.17 Uhr und 22.24 Uhr von WSW nach O, allerdings in halber Höhe.


Schon heute Abend ist die ISS zweimal zu sehen:

22.15 bis 22.22 Uhr und 23.53 Uhr bis 23.59 Uhr. Beim zweiten Überflug ist sie um 23.54 Uhr dicht bei Regulus im Löwen.

Am Montag ist sie bei einem Überflug von W nach O zwischen 23.03 Uhr und 23.12 Uhr zu beobachten.

Die Sternkarte ist von Stellarium.





Sternwarte auf dem SFN bietet ab Pfingstsamstag wieder Führungen an

Zum ersten Mal, vorausgesetzt das Wetter spielt mit, kann man am Samstag, 30.5. ab 21.30 Uhr wieder in die Sterne gucken!

Allerdings: Coronabedingt noch mit Einschränkungen

1) Man muss sich vorher telefonisch beim Leiter des SFN und Vorsitzenden des AAK unter 01772486810 anmelden und den Besuch absprechen..
Wir wollen in jeder Stunde nur eine sehr kleine Zahl von Besucher/innen zulassen.
Wer spontan kommt, muss damit rechnen abgewiesen zu werden. Wir öffnen  nur nach Läuten an der Parkstr.-Tür.

2) Der Führer des AAK besitzt eigene Okulare, für die Besucher haben wir mehrere eigene Okularsätze angeschafft. In einer Familien- oder Hausgemeinschaft Wohnende dürfen durch das gleiche Okular sehen. Für alle anderen wird jedesmal nach Benutzung das jeweilige Okular gründlich desinfiziert.

3) Wir bitten alle Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, auch in der Sternwarte.

4) Ebenso bitten wir alle Besucher an unserer vollautomatischen Desinfektionsstation sich nach dem Betreten des SFN gründlich die Hände zu desinfizieren.

5) Bitte achten Sie auf die Einhaltung von Abstandsregeln im Treppenhaus. Wartebereiche sind markiert.

Wir wollen diese Führungen (vorausgesetzt die Infektionslage verschlechtert sich nicht) an jedem Samstag ab 21.30 Uhr bei wolkenfreiem Himmel  nach Voranmeldung anbieten.
Freitags bleibt die Sternwarte für die Öffentlichkeit geschlossen, da dort der normale SFN-Betrieb abläuft und wir die Anzahl der Personen im Haus klein halten wollen.






SFN beginnt ab Montag Wiedereröffnungsphase

Als erstes Schülerforschungszentrum in Deutschland (und eigentlich damit weltweit...) beginnt ab Mo, 18.5. die Wiederaufnahme der Forschungsarbeit.
Vorläufig müssen sich kleine Teams beim Leiter des SFN voranmelden, damit Hygienemaßnahmen individuell abgesprochen werden können.

Insgesamt haben wir folgendes vorgesehen:

- An allen Eingängen stehen vollautomatische Handdesinfektionsgeräte.
- Wir bitten alle im SFN eine Mund-Nasen-Bedeckung oder einen Schutzschild zu tragen.
- Türen sind entweder dauerhaft geöffnet oder mit handfreien Türöffnern versehen.
- Alle Mülleimer sind durch solche mit Deckel und Fußbedienung ersetzt.
- Abstands- und Wartemarkierungen sind überall, wo nötig, vorhanden.
- In jedem Raum werden maximale Personenzahlen angegeben.
- In Arbeitsräumen sind Arbeitsbereiche mit maximaler Personenzahl abgetrennt.
- Mikroskope und Fernrohre dürfen nur nach besonderer Absprache mit dem leiter genutzt werden (Okulare   könnten über die Augen Viren übertragen). Wir stellen Kameras zur Verfügung, so dass die Bilder am Monitor angesehen werden können.
- In den Toiletten sind Drehwasserhähne durch Druckwasserhähne ersetzt.
- Jeden Morgen werden alle Tische, Geländer, Türklinken mit einer Seifenlauge abgewaschen.
- Viele Fenster sind dauerhaft gekippt, ein Schließungsverbot der Fenster ist ausgewiesen.


Das alles könnte sich anhören, als sei es sehr gefährlich ins SFN zu kommen. Wir sehen das anders: dadurch minimieren wir alle Gefahren gewaltig!
Erst jetzt erschient es uns  ungefährlich im SFN zu arbeiten!

Warum machen wir das?

Wir sind der Meinung dass die Gefahr durch das Virus nicht zu vernachlässigen ist. Auch Jugendliche können infiziert werden, sie merken es in der Regel nicht, Auswirkungen machen sich gesundheitlich vielleicht erst nach Jahrzehnten bemerkbar.
Das Virus wird auch durch Aerosole übertragen, die beim normalen Atmen und Reden entstehen.  In gemeinsam genutzten Räumen kann man diesen Übertragungsweg durch Masken, Schilde und gutes Lüften deutlich abschwächen.
Es sollte selbstverständlich sein, dass wir uns und andere schützen!

Alle Online Angebote bleiben bestehen!

Dienstag 17 Uhr nächster Online-Vortrag




Di, 19.5., 17.00 Uhr
Picoballoon
Referent: Jacub Nagy, Slowakei
 Link: sfn-kassel.de/live
Live aus Bratislava

Der 15-jährige Schüler Jacub Nagy aus der Slowakei hat einen Mini-Ballon konstruiert, der in der Stratosphäre einmal die Welt umkreisen soll. Exklusiv für das SFN berichtet er live von diesem Projekt, für das er bei den Vernadski-Lesungen ausgezeichnet wurde. Er diskutiert mit den Zuschauer/innen und beantwortet Fragen. Der Vortrag ist auf Englisch.

Picoballoon is essentially an ultralight electronic probe designed for long stratospheric balloon missions. These probes have their own subsystems like power, memory, transmitter, location system and so on. The key is that the whole probe weighs only around 10g. This allows balloons to accomplish a phenomenon called free float. Because of the free float, picoballoons can stay in the air for weeks or even months. If they run on solar power they can send useful meteorological and scientific data during their whole flight. They can collect data from flights above oceans, which might be very useful as well. I'm cooperating on this project with the Slovak Organisation for Space Activities. My previous balloons flew from Slovakia to Belarus, Cyprus, Georgia, Iran and the Dagestan Republic, from which the probe was later retrieved.

Samstag, 16. Mai 2020

Ist der Kosmos ein Schleimhaufen? Teil 13: Raumpunkte und Schwarze Löcher

Alle bisher behandelten Netzwerke sind real, wir beobachten sie und verstehen zumindest teilweise ihre Funktion.
Zum Schluß möchte ich ein Netzwerk behandeln, das hypothetisch ist, aber wenn es existiert erfahren wir es als Grundanschauung unserer Existenz: Der Raum.

In vielen Postserien haben wir schon Informationen über die Welt der Quanten erfahren (Im Blog kann man sie alle über die Suchfunktion leicht finden).

Materie, alle Felder, Energie und somit auch Licht kommt nur aufgeteilt in kleinen nicht teilbaren Paketen vor.
Daraus resultieren drei wichtige Eigenschaften unserer Welt:
- Wenn es keine beliebig kleinen Teile gibt, dann ist alles durch endlich viele mögliche Zustände beschreibbar.
- Das Verhalten der Quanten ist zufällig, es lässt sich nicht vorhersagen, lediglich Wahrscheinlichkeitsaussagen zu Möglichkeiten sind machbar.
- Alles was wir von der Welt wahrnehmen sind nicht die Quanten sondern ihre Beziehungen untereinander.
Das einzige Element der Realität sind die Beziehungen zwischen den Quanten.

Was ist nun mit dem Raum?

Kant und Newton haben den Raum als Behälter für Dinge und Ereignisse angesehen, die unsere Welt ausmachen. Er ist vor jeglicher Erfahrung, eben a priori, vorhanden.
Einstein hat gezeigt, dass der Raum innere Verbiegungen besitzt, die wir als Gravitation wahrnehmen.
Plancklänge: h Plancksches Wirkugnsquantum, G Gravitationskonstante, c Lichtgeschwindigkeit

Quanten und ihre Beziehungen finden im Raum statt. Gravitation ist eine Eigenschaft des Raumes selbst.
Das sind zwei vollkommenv erschiedene Ansätze, die Welt zu erklären.

Besteht das Gravitationsfeld so wie alle anderen Felder auch aus Quanten? Es gibt noch keinen Hinweis darauf!

Was passiert, wenn wir ein Teilchen in einem immer kleineren Raumbereich lokalisieren wollen? Nach der Heisenbergschen Unbestimmtheitsbeziehung wird die Energie dort immer größer werden:

Je kleiner der Lokalisationsbereich, desto mehr Energie wird dort vorliegen. Energie aber krümmt Raum!

Versuchen wir also im Raum Objekte an nahezu punktförmigen Stellen zu lokalisieren, kann dort die Raumkrümmung so sehr anwachsen, dass ein Mini-Schwarzes Loch entsteht.

Die Region, in der wir etwas nachsehen wollten, verschwindet dadurch in einem Schwarzen Loch...
Die Ausdehnung eines solchen kleinst möglichen Raumgebietes nennt man Planck-Länge. Wir bewegen uns hier auf einer Strecke von
0,00000000000000000000000000000000001 mm

Quantenmechanik und Relativitätstheorie verbieten also einen beliebig fein unterteilbaren, also kontinuierlichen Raum.
Für John Wheeler war das klar: Es muss Raumquanten geben.

Wie solche Raumquanten ein Netzwerk bilden und was das mit dem Raum zu tun hat, in dem wir existieren, kommt im nächsten Post.

Kurz vor Sonnenaufgang

Das Bild entstand um 5.23 Uhr, der Mond nähert sich auf seiner Bahn immer mehr der Sonne am Himmel und damit der Sommerstellung. Deshalb stand er schon recht hoch am Himmel und deutlich weiter im Osten als der Halbmond vor ein paar Tagen.


Freitag, 15. Mai 2020

Ist der Kosmos ein Schleimhaufen? Teil 12: Kann er sogar denken?

Nach dem kurzen Ausflug in die Bewusstseinsphilosophie wenden wir uns wieder den Netzwerken zu:

Wir haben neuronale Netzwerke kennengelernt. Bei ihnen stehen Neuronen an den Schnittstellen von Kanten, den Nervenleitungen (Axonen). Über Ionensignale sind die Neuronen verbunden, tauschen Signale aus und erzeugen emergente Eigenschaften wie Gedanken, Gefühle und unser Bewusstsein.
Das alles spielt sich in Längenmaßstäben von Zentimetern bis Metern und Zeitmaßstäben von Millisekunden bis Sekunden ab.

Vorher haben wir unseren Kosmos kennengelernt. Auch er besteht aus einem Netzwerk aus Galaxienhaufen als Knoten und Filamenten aus geladenen Gasen und Dunkler Materie als Kanten. Auch hier beobachten wir einen Austausch von Materie. Die Längenskala liegt bei Hunderten von Millionen Lichtjahren und die Zeitskala auch bei Millionen bis Hunderten von Millionen Jahren.
Deshalb, und nur deshalb,  erscheint dieses Netzwerk uns als statisch!


Die Struktur dieser beiden Netzwerke ist sogar sehr ähnlich.

Im linken Bild sehen wir einen Ausschnitt aus dem neutronalen Netz eines Mausgehirns, rechts eines aus der Simulation des kosmischen Netzes.


Ist der Kosmos also ein riesiges Gehirn? Kann er denken?

Gleich zu Beginn: Ich habe keine Ahnung! Und niemand kann eine Antwort wissen!

Was wir hier sehen, ist eine Ähnlichkeit von Strukturen, erst mal nicht mehr...
Die Oberflächenspannungen einer Seifenblase verhält sich mathematisch, von der Struktur der Formalismen her, wie die Spannung eines belasteten Stahlträgers. Trotzdem ist eine Seifenblase kein Stahlträger...was man mit einer kleinen Nadel leicht überprüfen kann...

Der Philosoph und Physiker Max Tegmark beschreibt sogar Ähnlichkeiten in der Entwicklung:

Nach der Inflationstheorie wächst das junge Universum wie ein Embryo.
Zuerst gibt es eine Phase des exponentiellen Wachstums, die von einer Phase verlangsamten Wachstums abgelöst wird.
aus Tegmark: Unser mathematisches Universum, 2014

Tegmark selbst liefert eine vielleicht sinnvolle Antwort: Die Realität des Kosmos ist eine mathematische Struktur. Und die mathematische Strukturen des kosmischen  und des neuronalen Netzwerkes sind zumindest ähnlich, die Wachstumsprozesse besitzen ebenfalls ähnliche mathematische Strukturen. Nach Tegmark  sind neuronale Netze und das kosmische Netzwerk Wirklichkeitsbilder der gleichen mathematischen Struktur, die einzig das  Element der Realität darstellt.
Tegmark ist hier ein moderner Platon: Grundlegend für die Realität sind Ideen (bei ihm mathematische Strukturen), die sich in Bildern dann uns Menschen sichtbar machen.
Unser Bewusstsein erkennt auch keine Außenwelt, sondern lediglich ein in unserem Gehirn konstruiertes Modell, das durch den Datenstrom der Sinnesorgane ständig angepasst wird.

Also ist der Kosmos nun ein riesiges Gehirn?
Ich fände es spannend, wir werden es aber nicht herausfinden, weil wir die Gedanken gar nicht erkennen könnten, sie würden in einem ganz anderen Zeitmaßstab stattfinden.

Was ich aber auch sehe, sind struturelle Ähnlichkeiten und da möchte ich mit einigen Zitaten mich eher Tegmark annähern, der die mathematische Struktur als Realität ansieht. Vielleicht bin ich dann auch ein moderner Platon? Es gibt Schlimmeres.....

Pythagoras (-550): "Die Natur ist Zahl."


Galileo Galilei (+1660): "Die Natur ist ein Buch, das in der Sprache der Mathematik geschrieben ist."
Eugene Wigner (1960, Physiker): "Die enorme Nützlichkeit der Mathematik in den Naturwissenschaften grenzt an das Mystische ...und es gibt keine rationale Erklärung dafür."

Konrad Zuse (1963, Erfinder des Computers): "Das Universum ist berechenbar,
weil es sich selbst berechnet."

Max Tegmark (2014): "Unsere Theorien werden nicht erfolgreicher, weil sich die Matheamtik der Physik annähert, sondern weil sich die Mathematik der Mathematik annähert."
 










In den nächsten Posts beenden wir die Reihe mit einem Blick auf ein mögliches Netzwerk der Quantengravitation: unser Raum.