Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 29. Januar 2023

Der Himmel am Samstag, 3

 Orion im Mondlicht

Am Samstagabend um 23.15 Uhr neigte sich der Orion im SW Richtung Untergang. Am oberen Bildrand erkennt man noch den Hauptstern vom Stier, Aldebaran, mit den Hyaden. Mars und Plejaden stehen oberhalb. Und rechts davon bescheint der Mond die Szene.



Der Himmel am Samstag, 2

 Blick durch das 600 mm Tele

- Mond (17.48 Uhr)

- Jupiter mit drei hellen Monden (17.51 Uhr)






Samstag, 28. Januar 2023

Der Himmel am Samstag, 1

 Wirklich: Sobald die Dämmerung aufzog, waren fast alle Wolken über Kassel verschwunden.

Auf dem ersten Bild (17.40 Uhr) konnte ich sogar Saturn noch unter der Venus erwischen.

Bild 2 (17.43 Uhr) zeigt Venus und Jupiter und auf Bild 3 (17.46 Uhr) sieht man dann Jupiter und den Halbmond.

Damit ist die Planetenkette Saturn - Venus -Jupiter mit Mond im Bild.

Zur Orientierung: Der Turm gehört zur Christuskirche in Wilhelmshöhe, die Häuser vor dem Wald zum Seniorenwohnsitz im Druseltal.

Mehr folgt.





Blick an den Abendhimmel

 Es sieht so aus, als würde heute Abend ein schmaler wolkenloser Bereich über Kassel hinwegziehen.

Bis etwa gegen 21 Uhr wird man  den Sternenhimmel sehen, danach kommt Dunst (der häufig in Kassel wegbleibt) und dann bleibt es wohl halbwegs klar bis nach Mitternacht.

Beginnen wir unseren Beobachtungsabend kurz nach Beginn der Dämmerung gegen 17.45.

Hier lohnt sich der blick nach SW.

Hell leuchtend sehen wir Jupiter. Links oberhalb von ihm, im Süden steht der Halbmond. Etwas weiter westlich vom SW-Punkt sieht man Venus dicht am Horizont, deutlich und hell. Wer freien Blick bis zum Horizont hat, kann noch den lichtschwachen Saturn erwischen. Mond, Jupiter, Venus und Saturn markieren den Verlauf der Ekliptik.

Mit viel Glück, der helle Mond  stört, könnte man sogar noch Uranus im Fernglas finden.

Venus geht schnell unter, gegen 18.30 Uhr dürfte sie kaum noch zu sehen sein.

Zwei Stunden später, 20.30 Uhr, ist es richtig dunkel und hoffentlich noch klar.

Die Wintersternbilder Orion und Stier stehen im Süden, über Aldebaran findet man den hellen Mars.

Sirus beherrscht den SO als heller Stern.

Es lohnt sich auch ein Blick auf den untergehenden Jupiter (mit Fernglas): inzwischen sind alle vier hellen Monde sichtbar, 2 oben, 2 unten.

Sollte es am Morgen immer noch klar sein: Zwischen 7.10 Uhr und 7.30 Uhr taucht Merkur im SO auf.

Mit etwas Glück kann man also heute Nacht 6 Planeten, zumindest mit Fernglas als Hilfe) sehen:
Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Uranus.

Man hat vielleicht gemerkt, dass ich in der letzten Woche etwas weniger gepostet habe. Das lag am RS-Virus, das mich befallen hatte...aber heue gehe ich zumindest auf den Balkon und fotografiere.

Sternkarten generiert mit Stellarium






Freitag, 27. Januar 2023

Face to Face

Ein neues Meisterwerk von Dietmar Gutermuth.

Er schreibt:

Die Face-On-Galaxie NGC 3938

Wegen des anhaltend schlechten Wetters, habe ich mir eine Aufnahme vom vergangenen Jahr der Galaxie NGC 3938 zur Bearbeitung vorgenommen.

NGC 3938 ist vom Typ Sc im Sternbild Großer Bär, in einer Entfernung von ca. 60 Millionen Lichtjahren und gehört zum südlichen Teil des Ursa Major Clusters. Sie ist mit einem Durchmesser von ca. 94.000 Lichtjahren eines der größten Mitglieder des Galaxienhaufens.

Von Innen heraus winden sich zwei Hauptarme, die sich nach Außen hin verbreitern und verzweigen und so der Galaxie ein sehr komplexes Aussehen verleihen. Die Arme beinhalten eine Vielzahl von HII-Regionen, weshalb ich zusätzlich 1,5 Stunden für die Belichtung mit Ha-Schmalbandfilter investiert habe. Diese Daten wurden mittels Kontinuum-Subtraktion eingearbeitet.

Aufgrund der galaktischen Breite, sind in dieser Himmelsregion kaum Absorptionen durch interstellare Materie vorhanden und man erkennt eine Unmenge von weit entfernten Hintergrundgalaxien, welche zum Teil bis zu einer Milliarde Lichtjahre entfernt sind.

In den kommenden Wochen steht NGC 3938 sehr hoch am Himmel und lädt zur Beobachtung ein.

Für mich ist sie eine der schönsten Face-On-Galaxien und erinnert mich stark an M74.

Aufnahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenbau) im Primärfokus mit ASA Korrektor @ f=2070mm

Kamera: CCD QSI583wsg

Guiding: Lodestar Pro am OAG

Filter: Astrodon Filtersatz

Belichtungszeit: L: 18x900s; RGB: je 4x900s; Ha: 6x900s @ -25°C Sensortemperatur

Gesamtbelichtungszeit: 9h00m

Lieben Gruß

Dietmar Gutermuth

DistantHorizonObservatory, Calden



Donnerstag, 26. Januar 2023

Über den Wolken...

 da sieht man die Sonne...

Zur Erinnerung: Das ist die gelbliche Kugel, die man am Himmel sehen kann...

Aber die Satelliten SOHO und SDO der NASA und ESA können die Sonne immer sehen.

Die Bilder stammen von 16.00 Uhr.

Nur unscheinbare Fleckengruppen sind auf der oberen Halbkugel sichtbar. Unten taucht nur ein Fackelgebiet auf.

Im Magnetogram (siehe frühere Posts zur Erklärung) sieht es ganz anders aus:

Auch auf der unteren Halbkugel gibt es aktive Magnetregionen, halt nur ohne Sonnenflecken. Die Stärke der Magnetfelder auf der oberen Halbkugel lässt wenig Rückschlüsse auf die Größe der Sonnenflecken zu.

Da sieht man wieder, dass das eigentliche Phänomen das Entstehen und Vergehen der Magnetfelder ist. Die sichtbaren Sonnenflecken begleiten diese Felder nur zweitweise.

credit: SOHO/NASA/ESA




Mittwoch, 25. Januar 2023

Streifschuss am Donnerstag

 Erst am Sonntag wurde der Apollo-Asteroid 2023 BU entdeckt. Am Donnerstag um 22.17 Uhr wird er 3500 km über der Erdoberfläche (Südamerika) vorbeirasen.

Geostationäre Satelliten haben Höhe von 35 000 km.

Gefahren erwartet man nicht, da er nur 4m bis 8m groß ist und deshalb bei einem nicht erwarteten Eindringen in die Erdatmosphäre zerbrechen würde.

Seine Helligkeit liegt bei 19 mag, ist also nur etwas für größere Fernrohre.

In 425 Tagen ist er wieder im sonnennächsten Punkt. Da wird aber die Erde woanders stehen.

Bild: TheSkyLive




Dienstag, 24. Januar 2023

JWST: Mit vereistem Staub fängt alles an

 Kleine mit Eis überzogene Staubkörner bilden eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Planeten und Leben:

- Wenn sie zusammenklumpen zu cm großen Körnern, dann liegen die Bauteile der Kometenkerne vor. Die wiederum klumpen dann zu Planeten zusammen.

- In den Eisschichten bilden sich viele komplexe Moleküle, die Vorstufen zu organischem Material sind:

Carbonylsulfid OCS, Ammoniak NH3, Methan CH4,   Methanol CH3OH bilden sich aus den Elementen Kohlenstoff C, Wasserstoff H, Sauerstoff O, Stickstoff N und Schwefel S (CHONS).

Diese Stoffe konnten durch Spektroskopie im sichtbaren Licht und IR durch das James Webb Space Teleskop JWST in der 630 Lichtjahre entfernten Molekülwolke Chamäleon 1 nachgewiesen werden.

In der dunklen, kalten Zentralregion der Molekülwolke (bläulich dargestellt) machen sie sich dadurch bemerkbar, dass sie das Licht dahinter stehender Sterne bei bestimmten Wellenlängen absorbieren.

Die Eismoleküle  befinden sich in protoplanetaren Scheiben um im Entstehen befindlich Sterne.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass Planeten und Leben ein kosmisches Phänomen sind.

Bild 1: Dunkle Zentralregion der Molekülwolke

Bild 2: Beispiele für Absorptionsspektren

credit: NASDA/ESA/CSA/JWST






Montag, 23. Januar 2023

Das Leuchten des Urknalls

Darum geht es in meinem nächsten Vortrag über Kosmologie am kommenden Donnerstag, 26.1., 18.00 Uhr im FutureSpace.

Man kann auch online zuschauen, der Link unten gilt auch dauerhaft.




https://t1p.de/kosmologieVII


Gegenschweif zu sehen!

 Zur Zeit zeigt der Komet C/2022 E3 einen Gegenschweif. Das ist sehr schön auf dem Bild des italienischen Astrofotografen Graziano Ventre von letzter Nacht zu sehen.

Gegenschweife sind optische Täuschungen, die auftreten, wenn ein Komet die Erdbahnebene  durchschreitet. Das der Staubschweif recht stark gekrümmt ist, ragt  er dann perspektivisch betrachtet über den Kometenkopf hinaus. In wenigen Tagen wird er somit verschwunden sein.



Sonntag, 22. Januar 2023

Wenn Galaxienhaufen verschwinden...

Wann können wir Gegenstände erkennen?

Einmal, wenn sie heller als ihr Hintergrund sind. Dann, wenn sie dunkler sind (das nennt man dann im Extremfall auch auch Schatten. Was aber, wenn sie die gleiche Helligkeit wie der Hintergrund haben?

Zumindest dann, wenn wir bei einer bestimmten Farbe beobachten (Wellenlänge) und dann die Intensitäten bei dieser Wellenlänge übereinstimmen, dann haben wir keine Chance...

Nun, dieser "Tarnkappeneffekt" macht natürlich in der Astronomie keinen Sinn, denn was wollen wir mit Objekten, die man nicht sehen, beobachten kann?

Aber die anderen beiden Fälle haben inzwischen große Bedeutung in der Galaxienhaufenforschung erhalten.

Es geht um den Nachweis von Galaxienhaufen bei einer Frequenz von 217 GHz, also 1,38 mm Wellenlänge.

Und was ist der Hintergrund? Das heiße Gas vom Urknall, das wir als kosmische Hintergrundstrahlung bei mm-Wellenlängen überall am Himmel beobachten können.

Nun spielt der inverse Comptoneffekt eine Rolle:

Beim normalen Comptoneffekt "stoßen" Photonen an ein Elektron, geben ihm ein Teil ihrer Energie und fliegen mit längerer Wellenlänge weiter.

Beim inversen Comptoneffekt ist es umgekehrt: Da geben hochenergetische Elektronen ihre Energie an Photonen ab und die fliegen bei kürzeren Wellenlängen weiter.

Dieser Energieübertrag passiert im heißen Gas von  Galaxienhaufen unterhalb von 217 GHz, d.h. oberhalb von 1,38 mm. Photonen mit Wellenlängen über 1,38 mm werden also reduziert. Galaxienhaufen erscheinen deshalb dunkler als der kosmische Hintergrund.

Umgekehrt: Beobachtet man bei kürzeren Wellenlängen, gibt es mehr Photonen höherer Energie und die Galaxienhaufen erscheinen heller als der kosmische Hintergrund.

Das ist der thermische Sunyaev-Zel´dovich Effekt: Galaxienhaufen werfen unterhalb von 217 GHz einen Schatten auf den kosmischen Hintergrund und erscheinen oberhalb von 217 GHz heller.

Mit diesem Effekt sind in den letzten Jahren fast 2000 Galaxienhaufen in großer Entfernung gefunden worden.

Von diesen Beobachtungen kann man folgern, dass es keine Hinweise auf komplexere Strukturen im Kosmos unter 45 Milliarden Lichtjahre gibt.

Mehr darüber in meinem nächsten Vortrag über Kosmologie am Do, 26.1. um 18.00 Uhr im FutureSpace oder online.

Bild: Argelander Institut Bonn




Samstag, 21. Januar 2023

Was hat Tunneln mit Totalreflexion zu tun?

  Die Antwort steht in meinem neuen Post der Reihe: Extrafutter auf meiner Homepage www.natur-science-schule.info

Zum Extrafutter

https://www.natur-science-schule.info/post/total-ist-nicht-total-und-tunneln-geht-immer



Eye of the Tiger

 NGC 2841, die Tigeraugen-Galaxie

In den kommenden Wochen steht die Galaxie NGC 2841 in günstiger Position am Himmel und ich möchte mit meiner Aufnahme zur Beobachtung animieren.

NGC 2841, auch Tigeraugen-Galaxie genannt, steht in einer Entfernung von ca. 30 Mill. Lichtjahren im Sternbild Großer Bär. Sie wurde 1788 von Wilhelm Herschel entdeckt.

Es ist eine der massereichsten Galaxien, hat sehr eng gewundene Spiralarme, zeigt jedoch nur wenige Emissionsnebel mit einer entsprechend geringen Sternentstehungsrate.

Ich habe meine Aufnahme um 180° gedreht, d.h. Norden ist auf 6 Uhr, da mir der räumliche Eindruck  in dieser Ausrichtung besser gefällt.

Gern hätte ich noch mehr Zeit in die Luminanz investiert, doch leider hat dies das Wetter nicht zugelassen.

Aufnahmedaten:

Instument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenbau) im Primärfokus mit ASA Korrektor @ f=2070mm

Kamera: CCD QSI583wsg

Guiding: Lodestar Pro am OAG

Filter: Astrodon Filtersatz

Belichtungszeit: L: 8x900s; R: 5x900s; G und B: je 4x900s @ -25°C Sensortemperatur

Gesamtbelichtungszeit: 5h15m

Dietmar Gutermuth

DistantHorizonObservatory, Calden



Freitag, 20. Januar 2023

Wenn Sterne verschwinden...

 ... geht ein Teil unserer Kultur verloren.

Seit 2011 hat die von Satelliten aus gemessene Oberflächenhelligkeit der Erde um 2% zu genommen.

In diesem Zeitraum haben im Projekt "Globe at Night" viele Menschen durch Vergleich mit Sternkarten indirekt die Himmelshelligkeit "von unten" gemessen.

Da wird deutlich, dass die Lichtverschmutzung um 9,6% zugenommen hat. Es verschwinden immer mehr Sterne aus unserem Blick:

Weltweit dürften 30% der Menschen keine Chance haben das Band der Milchstraße zu sehen, in den Industrienationen sind es etwa 80%!

Ich denke in der unteren Darstellung, dass Kassel-Wilhelmshöhe bei 2...3 liegt, der Dörnberg vielleicht bei 4 bis 5.

In der australischen Wüste oder der Atacamawüste in Chile habe ich bestimmt schon mal 7 gehabt..., das bleibt unvergessen.

credit: NOIRLab/NSF



Internationaler Wettbewerb für nordhessische Jugendliche

 Zusammen mit Wintershall Dea schreibt der FutureSpace einen internationalen Wettbewerb auf, an dem Jugendliche mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund teilnehmen können. Sehr gerne auch mit deutschen Jugendlichen gemeinsam in internationalen Teams.

Dabei können auch astronomische Themen eingereicht werden!

MI(N)T einander

 MINT ist Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

 MINT ist auch Mut, Innovation, Neugierde und Tatendrang

 Wer kann mitmachen?

Jugendliche ab 11 Jahren  mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund, aber auch internationale Teams mit deutschen Jugendlichen

Es dürfen Einzelarbeiten und Teamarbeiten mit bis zu 4 Personen abgegeben werden.

 Wann?

Start und Anmeldung:

Mittwoch,  25. Januar von 15-18 Uhr im FutureSpace, auch später

Beratungen und Hilfen mittwochs beim internationalen Nachmittag im FutureSpace

Abgabe:

Spätestens Mittwoch, 14. Juni an wettbewerb@futurespace.org oder im FutureSpace

 Preisverleihung am Mittwoch, 12. Juli, 15.00 Uhr

 Was?

Darstellung eines Themas aus dem MINT-Bereich

oder

Erfahrungsbericht zu einer eigenen Beobachtung

oder 

Beschreibung eines Experimentes oder Projektes im FutureSpace oder SFN

oder

Aufsatz zum Thema Schule und Lernen in Deinem Heimatland

 Wie?

Text oder Präsentation (Poster) oder Video (max. 6min) oder Bilderserie oder Podcast (max. 10 Minuten)

 Abgabe in allen Sprachen möglich

 Worüber?

Ihr  könnt über alle Themen, die euch interessieren eine Arbeit anfertigen. 

Wir unterstützen euch gerne bei der Auswahl.

 Hier findest Du einige Beispiele:

Arbeiten mit einem 3 D Drucker

Eigene Bilder am Elektronenmikroskop

Coden und Programmieren

Kann man aus negativen Zahlen Wurzeln ziehen?

Mein Leben in Deutschland

Schule in meinem Heimatland im Vergleich zu Deutschland

Sterne fotografieren

Warum haben Orgelpfeifen verschiedene Töne?

Was ist eine Differenzialgleichung?

Was sind Schwarze Löcher?

Welche Fruchtfliegen fliegen auf das Licht zu?

Welche Tiere und/oder Pflanzen gibt es in Deiner Umgebung?

Wie funktioniert eine Solarzelle?

Wie lebt eine Riesenschnecke?

Wo kommt unser Wasser her?

Warum vertragen manche Menschen keine Milch?
Wie funktioniert eine PCR-Maschine?
Woraus bestehen die Farben der Pflanzen?
Welches Fleisch ist in der Wurst?

…Du hast sicher auch viele eigenen Ideen!

 Preise

im Wert von 1500 Euro

 1. Preis: Über den Wolken…Du und Dein Team im Flugzeug

2. Preis: Ein Universum allein für Dich, Dein Team und 50 Freunde

               VIP Show und Führung im Planetarium, mit Eisessen

3. Preis 2 Stunden Kletterkurs 

4. Preis: Schnupperkurs Standup-Paddeling für Euer Team

Zahlreiche Buchgutscheine

 



 


Donnerstag, 19. Januar 2023

Ein Komet kommt in Sicht!

 Der Komet C/2022 E3 ist ein langperiodischer Komet (Umlaufsdauer etwa 50 000 Jahre), der uns Menschen sozusagen zum ersten Mal "besucht".

Am 12.1. hatte er seinen sonnennächsten Punkt (Sonnenabstand 1,1 AE = 165 Mill. km) erreicht.

Den erdnächsten Punkt seiner Bahn durchläuft er am 1.2. mit einem Abstand von 42 Mill. km zur Erde.

In etwa einer Woche wird er seine größte Helligkeit erreicht haben und bei dunklem klaren Himmel vielleicht sogar mit dem freien Auge erkennbar sein.

Auf alle Fälle sollte er schon jetzt im Fernglas sichtbar werden.

Er ist die ganze Nacht am Himmel zu sehen (zirkumpolar). Um den 5.2. herum stört allerdings der Vollmond die Beobachtung.

Besonders gut wird man ihn im Fernglas am 10. und 11. 2. finden, wenn er nahe Mars ist und am 15./16.2., wenn er dicht bei Aldebaran steht. Er ist dann aber wieder deutlich lichtschwächer (7 mag).

Gestern hat wohl eine vorbeiziehende Plasmawolke der Sonne einen Teil des Kometenschweifs abgebrochen und mit sich gezogen. Das hat sehr eindrucksvoll Michael Jäger aus Bayern aufgenommen.

Abbildung: Aufsuchkarte (Vereinigung der Sternfreunde VdS)

Videos: 

David Scherf hat am Mittwochabend, trotz Dunst,  zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr dieses Video aus 55 je eine Minute lang belichteten Einzelaufnahmen zusammengesetzt.

Schweifbrechung (Michael Jäger, Bayern)









2,5 Tage vor Neumond

 Mehrmals tauchte heute morgen die schmale Mondsichel dicht über den Häusern durch Wolkenlücken am Himmel auf, bevor es endgültig wieder zuzog. Am Samstag um 21.52 Uhr ist dann Neumond. Vorher (20.00 Uhr) beginnt die Sternenführung auf dem Dörnberg (siehe letzte Posts).

Bild 1: 7.15 Uhr

Bild 2: 7.45 Uhr




Mittwoch, 18. Januar 2023

Breaking News: Größter Katalog der galaktischen Ebene

 Embargo bis 23.00 Uhr MEZ

Mit der Dark Energy Camera DEC des Cerro Tololo Observatoriums in Chile ist in den letzten 2 Jahren die galaktische Ebene mit 21400 Einzelbelichtungen im sichtbaren Licht und nahen Infrarot untersucht worden. Mit einem Datensatz von 10 TByte ist ein Katalog mit 3,32 Milliarden Objekten erstellt worden, der umfangreichste bisher.

credit: DEC/DOE/NOIRLab/NSF/Aura




Drei Planeten am Abendhimmel

 Gegen 18.15 Uhr habe ich die beiden Aufnahmen gemacht:

Jupiter steht hoch fast noch im Süden, alle vier hellen Monde waren zu sehen.

Im Südosten steht Mars ebenfalls auffällig hell:

In seiner Nähe sieht man zwei berühmte offene Sternhaufen, die Hyaden und die Plejaden. Ebenfalls rötlich leuchtet Aldebaran (auf Grund seiner niedrigen Temperatur).

Rechts oberhalb der Plejaden erkennt man sogar den Uranus. Um ihn zu sehen wird aber ein Fernglas benötigt.






Samstag: Sternenführung auf dem Dörnberg

 Es ist wieder Neumondzeit und somit steht am Samstag wieder eine Sternenführung auf dem Dörnberg an.

Mark Woskowski wartet um 20.00 Uhr am ersten Parkplatz auf dem Dörnberg-Plateau.

Warme Kleidung wird empfohlen, ebenso eine rot abgedunkelte Taschenlampe.

Mit einem Laserstrahl werden nicht nur die Sternbilder erklärt. 

Es ist auch ein Fernrohr dabei, so dass man auch Objekte durch das Fernrohr ansehen kann, wie z.B. Jupiter, Mars, den Orionnebel und vieles mehr.

Bei vollständiger Bedeckung des Himmels durch Wolken (oder gar Regen) entfällt die Veranstaltung.

Dienstag, 17. Januar 2023

Jupiter abends nur noch im SW

 Heute konnte ich erst gegen 20.20 Uhr nach dem pädagogischen Tag des FutureSpace fotografieren. Starker Dunst lag inzwischen über Kassel. Jupiter stand schon recht tief im SW. Eine wenige Sterne von Walfisch und Fische kamen durch.

Jupiter zeigt auch einen deutlichen Hof.

Mit Mühe gelang es auch die vier Jupitermonde mit dem Belichtungsscheibchen von Jupiter abzubilden.




Das Ende einer Ära: SOFIA - rest in peace

 Aus einer Pressemeldung der Universität Stuttgart vom 13.1.:

"Am 12. Januar 2023 ist SOFIA, das Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie, in seinem finalen, dauerhaften zu Hause, dem Pima Air & Space Museum in Tucson, Arizona, angekommen. Das Deutsche SOFIA Institut der Universität Stuttgart, welches seit 2004 auf deutscher Seite für die Vorbereitung und Durchführung des wissenschaftlichen Betriebs von SOFIA verantwortlich war, wird die Kollegen und Kolleginnen der NASA und vom Pima Museum dabei unterstützen, SOFIA in die Dauerausstellung vor Ort zu integrieren".

Der letzte Flug war schon am 22.12.2022 von der NASA Armstrong Flight Research Center (AFRC) in Palmdale zur Davis-Monthan Air Force Base in Tucson. Den letzten Kilometer wurde dann die umgebaute Boeing 747 über unbefestigtes Gelände querfeldein zum Museum geschleppt.

Der letzte wissenschaftliche Einsatz endete am 29.9.2022.

SOFIA war ein im fernen IR betriebenes 2,7 m Teleskop mit modernster Detektortechnik, die größtenteils in Deutschland entwickelt und gebaut  wurde.

SOFIA ist ab 1996 entwickelt worden, hat im Mai 2010 den Testbeobachtungsbetrieb aufgenommen. Reguläre Forschungen wurden dann ab April 2013 durchgeführt.

Ich hatte das große Vergnügen im Oktober 2016 eine Woche in der NASA Base in Palmdale sein zu dürfen und habe dabei an zwei Flügen in die Stratosphäre teilgenommen.

Die große Flughöhe ist notwendig, weil da das Teleskop über dem iridschen Wasserdampf ist, der besonders das langwellige IR absorbiert.

Das Teleskop beobachtet dann durch eine geöffnete Luke im Flugzeug, wird durch Gyroskope stabil auf das Objekt ausgerichtet und das Flugzeug fliegt sozusagen mit dem Teleskop.

Ich habe damals meine Fahrt nach Palmdale in meinem ersten Blog beschrieben. Den gibt es noch:

https://sofia-sfn.blogspot.com/

SOFIA Blog

In einem etwa einstündigem Filmbericht habe ich die Forschenden an Bord interviewet und Einblick in den Ablauf eines Fluges gegeben.

Den Film gibt es noch in der Mediathek:

https://www.mediathek-hessen.de/medienview_15355_Klaus-Peter-Haupt-OK-Kassel-SOFIA--Das-fliegende-I.html

SOFIA Film

Insgesamt kommt Wehmut bei mir auf...unvergessen war auch für mich, dass ich Start und Landung als 4. Mann im Cockpit erleben und filmen durfte...

Bilder (Florian Behrens/DSI):

- Angekommen im Museum

- Der letzte Flug

- Mosaik wissenschaftlicher Entdeckungen

- Eigene Bilder 2016






Startvorbereitungen auf der NASA Base


Kurz vor dem Start im Cockpit

Flugvorbesprechung

Im Hangar

Der Detektor
Cockpit in der Nacht

Messungen

Rückkehr in der Morgendämmerung

Blick über Computerterminals zum Detektor

Flight Control

Landeanflug über Los Angeles



Montag, 16. Januar 2023

Blick auf die Sonne (Mo)

 Wenn sie für uns auch von Wolken verborgen ist, die NASA Satelliten können ungetrübt immer 24 Stunden die Sonne beobachten.

Die Abbildungen zeigen die Sonnenfleckengruppen und Sonnenfackeln heute um 10.00 Uhr sowie das zugehörige Magnetogram.

Wie Magnetogramme hergestellt werden, habe ich ja in den letzten Posts erklärt.

Man achte auf folgendes:

Die Akivitätszonen ordnen sich parallel zu beiden Seiten des Sonnenäquators an. Sie wandern im Laufe des Sonnenfleckenzyklus immer dichter zum Äquator hin.

Sonnenflecken sind oft mit heißeren Gebieten der unteren Chromosphäre verbunden, den sog. Sonnenfackeln.

Fleckengruppen haben oft zwei Zentren, die unterschiedliche magnetische Polarität haben.

Die magnetischen Polungen sind auf den beiden Halbkugeln entgegengesetzt.

Das Beständigere ist das Magnetfeld, d.h. auch wenn noch kaum Flecken da sind oder die meisten schon wieder verschwunden sind, kann man das Magnetfeld, oft mit beiden Polen, noch oder schon sehen.





Verdauungsstörungen?

 In den Zentren der Galaxien sitzen supermassive Schwarze Löcher SSL, die sich besonders dann bemerkbar machen, wenn ihnen Sterne zu nahe kommen, diese durch Gezeitenkräfte zerrissen werden und eine Trümmerscheibe bilden, die sich in das SSL entleert.

Über Monate hinweg wird dann intensive Röntgen- und UV-Strahlung abgegeben. Danach beruhigt sich das SSL.

Nun ist aber mit dem XMM_Newton - Satellit im Röntgenbereich bei zwei dieser SSL in Galaxien, einmal 900 Millionen und einmal 1 Milliarde Lichtjahre entfernt, ein erneutes Aufblitzen beobachtet worden.

In einer Galaxie 1200 Tage nach dem ersten Ausbruch und in der anderen inzwischen etwa alle 223 Tage.

Sehr wahrscheinlich ist der Stern nicht vollständig zerstört worden, die Überreste umkreisen das SSL immer noch. Bei jedem Umlauf wird ein Teil des Sternenmaterials im SSL "verspeist" und das führt jedes Mal zur neuen Strahlung.

credit: ESA