Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Mittwoch, 17. Juni 2020

Auflösungsvermögen, Teil 5: Große Fernrohre simulieren

Das Auflösungsvermögen ist durch den Durchmesser eines Fernrohres bestimmt. Große Fernrohre zu bauen ist sehr aufwändig und vor allem sehr teuer. Das neue 39 m Teleskop ist ein Jahrhundertprojekt.
Viel einfacher ist es ein großes Fernrohr dadurch zu simulieren, dass man kleinere Fernrohre zusammenschaltet.

Mit Radioteleskopen macht man das schon seit Jahrzehnten: Radiostrahlung kann man speichern und anschließend die Radiostrahlung, die verschiedene Radioteleskope zur gleichen Zeit vom gleichen Objekt aufgenommen haben, überlagern.
Aus diesen Überlagerungen kann man dann mit hoher Auflösung das Radiobild konstruieren.
Das nennt man VLBI: Very Long Baseline Interferometrie. Dabei können die Radioteleskope durchaus auf verschiedenen Kontinenten stehen. Ein Computer verschiebt die Siganle so gegeneinander, bis sie passen und die Interferenzstruktur entsteht.

Auf ähnliche Weise hat man mit Mikrowellen  beim Event Horizon Teleskop die erste Aufnahme der unmittelbaren Umgebung eines Schwarzen Loches gewonnen.

Lichtwellen kann man nicht direkt als Welle speichern, deswegen müssen die Interferenzen hier live vorgenommen werden. Das gelang erstmalig vor etwa 20 Jahren beim VLTI, also Jahrzehnte nach den Radiointerferometern. Darüber mehr im nächsten Post.

Teilstandorte des EHT (University of Arizona)
Prinzip der modernen VLB-Interferometrie (NASA)


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