Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 26. Juli 2020

Neowise von Liebenau aus fotografiert

Montagabend wurde es klar und es war Neumond. Das sind die perfekten Bedingungen für eine klare dunkle Nacht, außer: Es gibt Lichtverschmutzung. Deshalb sind Rico, Charly und Mark vom SFN  in die Nähe von Liebenau gefahren. Hier gibt es einen sehr dunklen Nachthimmel. dort hat man schätzungsweise einen Bortle 4 Himmel und sieht die Milchstraße sehr deutlich am Himmel. Das ist wohl einer der dunkelsten Orte der Region.

Bei der Nahaufnahme von NEOWISE hat Mark Woskowski  ein 50mm Objektiv verwendet, mit dem man deutlich beide Schweife sieht, aber auch eine art grüner Schein um die Koma herum.

Zur zweiten Aufnahme von NEOWISE schreibt Mark:
"Die zweite Aufnahme von NEOWISE hat mich nochmal mehr überrascht: In der Nacht waren wir uns nicht sicher, wie lang der Schweif wirklich war. Ich hatte den Eindruck visuell ginge er bis zur Hälfte zu den vorderen beiden Kastensternen im Großen Wagen.

Auf den Fotos offenbart sich eine sehr erstaunliche Wahrheit: Er ist doppelt so lang wie erwartet und der blaue Plasmaschweif geht sogar über den Großen Wagen hinweg."
 
 Info (aus Wikipedia) zur Bortle-Skala für die Himmelshelligkeit:
  • Klasse 1: extrem dunkel (Wüste)  –  Grenzgröße 8,0 bis 7,6 mag
    Die Milchstraße in den Sternbildern Schütze/Skorpion wirft Schatten. Die M33 ist mit bloßem Auge mit direktem Sehen auffälliges Objekt. Jupiter und Venus behindern die Dunkeladaptation. Instrumentarium und Menschen vor dunklem Hintergrund nicht zu erkennen.
  • Klasse 2: sehr dunkel (Gebirge)  –  Grenzgröße 7,5 bis 7,1 mag
    Zodiakallicht hell und Farbe gelblich. Airglow in Horizontnähe schwach erkennbar. Sommermilchstraße stark strukturiert. M33 mit bloßen Augen und direktem Sehen leicht erkennbar. Wolken stehen am Nachthimmel nur indirekt als dunkle Löcher vor dem Sternhimmel. Teleskop nur schemenhaft erkennbar.
  • Klasse 3: Land  –  Grenzgröße 7,0 bis 6,6 mag
    Zodiakallicht im Frühling und Herbst noch erkennbar. Milchstraße deutlich differenziert. M33 mit bloßen Augen und indirekt leicht erkennbar. Horizont bereits lichtverschmutzt. Beobachtungsinstrumentarium deutlich erkennbar.
  • Klasse 4: Übergang Land/Vorstadt  –  Grenzgröße 6,5 bis 6,1 mag
    Zodiakallicht nur teilweise zu sehen. Milchstraße deutlich, aber teilweise bereits strukturlos. M33 auch indirekt kaum zu sehen. In Horizontnähe deutliche Lichtverschmutzung. Wolken über Siedlungen deutlich aufgehellt. Beobachtungsinstrumentarium sehr deutlich erkennbar.
  • Klasse 5: Vorstadt  –  Grenzgröße 6,0 bis 5,6 mag
    Zodiakallicht nur in besten Nächten im Frühjahr oder Herbst erkennbar. Milchstraße in Horizontnähe kaum erkennbar, im Zenit strukturlos. Lichtverschmutzung in allen Richtungen. Wolken auch über Beobachtungsort deutlich aufgehellt, teilweise heller als der Himmel. Beobachtungsinstrumentarium auch ohne Rotlicht bestens erkennbar.
  • Klasse 6: helle Vorstadt  –  Grenzgröße 5,5 bis 5,1 mag
    Kein Zodiakallicht. Milchstraße nur im Zenit, M31 indirekt gerade noch zu sehen. Himmel bis 35 Grad Höhe grau/weiß. Wolken hell angeleuchtet.
  • Klasse 7: Übergang Vorstadt / Stadt  –  Grenzgröße 5,0 bis 4,6 mag
    Gesamter Nachthimmel grau/weiß. Milchstraße unsichtbar. Selbst hohe Wolken hell angestrahlt.
  • Klasse 8: Stadt  –  Grenzgröße 4,5 bis 4,1 mag
    Himmel weiß/orange. Sternbilder mit großen Lücken. Zeitungsschlagzeilen mühelos lesbar.
  • Klasse 9: Innenstadt  –  Grenzgröße 4,0 mag und heller
    Gesamter Nachthimmel bis in den Zenit hell erleuchtet. Viele Sterne in den Sternbildern verschwunden. Himmelslücken gänzlich sternfrei. 
Die Klassen 1 und 2 treten in Mitteleuropa nicht mehr auf.

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