Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Sternenhimmel im Oktober


 Algol, der Teufelsstern

Die Herbststernbilder treten  im Osten über den Horizont und bestimmen den Anblick des Himmels.
Markant steht gegen 20.00 Uhr im Oktober das „Himmels – W“, die Cassiopeia über dem Osthorizont. Die fünf hellen Sterne des Sternbildes formen den Buchstaben „W“.

Unterhalb der Cassiopeia steht ein auf dem Kopf stehendes „Y“, das Sternbild Perseus, mit Algol, dem 93 Lichtjahre entfernten Teufelsstern. Er wird  so bezeichnet, da er seine Helligkeit in kurzer Zeit verändert. Für unsere Vorfahren war das „Teufelszeug“, heute kennen wir den wahren Grund: Algol wird von einem lichtschwachen großen Begleitstern umkreist, der von uns aus gesehen vor ihm vorbeizieht und dabei einen Teil des Lichtes nicht zu uns gelangen lässt. Diese Abschwächung tritt alle 2 Tage und knapp 21 Stunden auf und kann innerhalb von 5 Stunden deutlich mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Dazu vergleiche man alle 10 Minuten die Helligkeit von Algol mit den Helligkeiten der Sterne in seiner Umgebung (Termine: nächste Posts).
Übrigens, ein winziger, aber messbarer Helligkeitsabfall im Sternenlicht entsteht auch, wenn ein ferner Planet zwischen uns und seinem Stern vorbeizieht. Durch solche Messungen hat man in den letzten Jahren über 4500 Exoplaneten entdeckt.

Zwischen Cassiopeia und Perseus erkennt man mit bloßem Auge zwei offene Sternhaufen, dicht beieinander liegend, als kleine Flecken am Himmel. Sie heißen „ h und chi“ im Perseus und sind 7000 und 7500 Lichtjahre von uns entfernt. Um allerdings den prachtvollen Anblick von hunderten von Sternen zu genießen, benötigt man  ein Fernglas. Offene Sternhaufen sind Ansammlungen von jungen Sternen, sozusagen die Kinderstube von Sternen, die alle aus einer gemeinsamen Gaswolke  entstanden sind. Diese Ansammlungen von Sternen lösen sich nach einigen millionen Jahren auf und die Sterne verteilen sich dann  auf die Umgebung.

Von Perseus, etwa auf der Höhe von Algol,  nach rechts zieht sich die Sternenkette der Andromeda, die in das Herbstviereck übergeht, das zum Sternbild Pegasus gehört.
Über dem mittleren Stern der Sternenkette befinden sich zwei lichtschwache weitere Sterne, neben dem oberen sieht man mit bloßem Auge einen nebligen Fleck. Dies ist das Zentrum der Andromedagalaxie (M 31), einer Ansammlung von 300 Milliarden Sternen, 2,7 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

Viele hundert Milliarden Galaxien gibt es im Universum, sie sind aber nur mit Hilfe großer Fernrohre sichtbar. Die Andromedagalaxie ist somit das am weitesten stehende Objekt, das wir mit freiem Auge erkennen können.

Unsere Galaxis und die Andromedagalaxie rasen mit 400000 km/h aufeinander zu und werden in 4 Milliarden Jahren miteinander verschmelzen und 2 Milliarden Jahre später eine neue Riesengalaxie bilden. Dabei werden auch die beiden riesigen Schwarzen Löcher in den Zentren der beiden Galaxien  miteinander verschmelzen. 

Solche Galaxienverschmelzungen sind etwas ganz Normales im Universum, durch sie entwickeln sich Galaxien weiter und es kommt zur Bildung von Millionen neuer Sterne und Planeten. 

Kosmische Crashs können Geburtshelfer für Sterne sein.


Planeten im Oktober
Merkur:  unbeobachtbar dicht am Westhorizont
Venus: Ende des Monats in der Abenddämmerung im Westen
Mars: Ende des Monats morgens im So in der Dämmerung
Jupiter: abends tief im Südwesten, am 31.10. steht die junge Mondsichel sehr nahe an Jpiter
Saturn: Abendhimmel tief im Südwesten
Uranus:  die ganze Nacht im Sternbilder Widder, am besten mit Fernglas



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