Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 18. November 2018

Ein Blick auf den Mond, Mars im Wassermann

Bevor die Schlechtwetterperiode beginnt, zogen sich heute Abend noch einmal die Wolken zurück und man konnte Mond und Mars gut sehen.

 
18.11., 18.02 Uhr

Auffällig ist der Krater Kopernikus. Er hat einen Durchmesser von 93 km und besitzt zwei Zentralberge, die beide über 1 km hoch sind. Der Kraterboden liegt 3800 m tiefer als der Kraterrand.
Sie ragen aber nur 900 m über die Umgebung hinaus.
Das alles kann man auf der Aufnahme, die Mark Woskowski am Samstag in der Sternwarte auf dem SFN gemacht hat, gut erkennen.
Der Schatten des rechten Kraterwalles ragt weit in den Krater hinein, während der Schatten des linken Walles auf die Umgebung kaum auffällt.
Deutlich sieht man auch die terrassenförmige Struktur der Kraterwände.
Kopernikus zeigt bei Vollmond auch ein helles Strahlensystem, ähnlich wie Tycho, bei dem man schon einige der Strahlen erkennen kann. Vermutlich bestehen die Strahlen aus pulverförmigen gut reflektierenden Material, das bei der Kraterentstehung ausgeworfen wurde.

Interessant ist auch die Regenbogenbucht Sinus Iridium. Ihre linken Randgebirge bilden manchmal den Goldenen Henkel. Dazu muss das Innere der Bucht im Schatten liegen und die Bergspitzen voll beleuchtet sein.

Das wäre heute im Laufe des Tages der Fall gewesen.

Gestern Abend um 20.18 Uhr lag noch fast alles im Schatten, gegen 0.54 Uhr heute Nacht kamen die Bergspitzen raus (Bild von Mark Woskowski). Danach ging der Mond unter.
Heute wird dann auch schon der Boden der Bucht beleuchtet.

17.11. , 20.18 Uhr: Sinus Iridium im Schatten
18.11., 0.54 Uhr: einige Bergspitzen im Licht

An den Bildern kann man sehr schön sehen, wie die Schattengrenze auf dem Mond innerhalb von weniger als 24 Stunden wandert.

Werfen wir nun noch einen Blick auf den Mars. Er ist nun im Wassermann angekommen. 
Vergleiche die Posts vom 22.10./3.,5.,7. und 12.11.
 Die Bewegung des Mars ist in das aktuelle Bild eingezeichnet.
Mars im Wassermann, 18.11.,, 18.00 Uhr



Der Morgenstern in der Morgendämmerung

Ein prächtiges Bild gab heute morgen um 7.00 Uhr der Dämmerungshimmel ab: Knallige Farben am Horizont, darüber hell leuchtend die Venus, Spica daneben gerade noch zu erkennen.
Im Vergleich zum gestrigen Bild kann man gut erkennen, dass sich Venus etwas höher bewegt hat und auch etwas weiter von Spica entfernt steht.

Glaubt man dem Wetterbericht, werden Sichtungen der Venus in den kommenden Tagen eher selten sein....

Venus in der Morgendämmerung
Vergleichsbild von gestern:



Um 6.37 Uhr konnte man wieder den Sirius im Südwesten über der Turmspitze der Christuskirche beim Untergang sehen. Aber heute war der Himmel so klar, dass man sogar Mirzam am Horizont und den Orionnebel kurz vor dem Untergang erkennen konnte.


Samstag, 17. November 2018

Kommentar zu Pressemeldungen über Sternschnuppen

Die HNA verbreitet gerade eine dpa Meldung über die Leoniden, die in der Nacht vom Samstag auf Sonntag zu sehen sind: "Das Sternschnuppen Wochenende...".
10 Sternschnuppen pro Stunde sollen zu sehen sein...diese Zahlen beziehen sich auf alle am ganzen Himmel sichtbaren und erfassen auch Sternschnuppen, bei denen man einen klaren Himmel wie in 3000 m Höhe braucht..., die also gerade so mit freiem Auge zu sehen sind.

Was heißt das?
In Kassel dürfte man gar nichts sehen, auf dem Dörnberg vielleicht eine pro Stunde...und da man ja nicht den ganzen Himmel alleine ansehen kann, wahrscheinlich eine in mehreren Stunden...


Dann steht noch der helle Mond am Himmel...bis etwa 1.40 Uhr hellt er den Himmel so auf, dass man Sternschnuppen eh kaum sehen wird....

Also: Kein Sternschnuppen-Wochenende...aber das wäre ja keine Pressemeldung....

ISS am Wochenende



Das Wetter bleibt noch schön, eine gute Gelegenheit Alexander Gerst mal zuzuwinken...

Samstag: 21.25 Uhr S bis 21.30 Uhr OSO, sehr dicht am Horizont
               23.00 Uhr WSW bis 23.07 Uhr O, beginnt über Mond, dann hoch am Himmel

Sonntag: 22.08 Uhr SW 22.15 Uhr O, unter Mond her, nicht allzu hoch
               23.44 Uhr W bis 23.51 Uhr O hoch über das Zenit

Montag: 21.16 Uhr SSW bis 21.22 Uhr O, unter Mond, dicht am Horizont
               22.52 Uhr WSW bis 22.59 Uhr O, hoch durch das Zenit

Venus: helle Sichel am Morgenhimmel

Nach klarer Nacht blieb der Morgennebel aus und man konnte lange vor 6 Uhr die deutlich heller gewordene Venus am SO - Himmel sehen.

Sie wandert zur Zeit an Spica vorbei (vergl. die Bilder früherer Posts), die man auf dem großen Bild rechts neben ihr erkennen kann.

Venus steht rechts von der Sonne, d.h. wir sehen nur einen Teil der von der Sonne beleuchteten Planetenkugel, schon im Fernglas (siehe Teleaufnahme mit 1200 mm und Nachvergrößerung) erkennt man die schmale Sichel (siehe kleines Bild)

Venus und Spica um 6.31 Uhr

Im Westen ging zur gleichen Zeit der hellste Stern des Sternenhimmels, der Sirius neben der Christuskirche unter.



Vergleichsaufnahmen zur Stellung der Venus:

Venus und Spica am 14.11.
Venus nund Spica am 6.11.

Mond und Mars von der Sternwarte auf dem SFN

Der Himmel am Freitag war recht klar, auch von der im Stadtzentrum liegenden Sternwarte konnte man gut beobachten.

Der Mond war etwas weiter beleuchtet als am Donnerstag, der Krater Plato war nun deutlich zu sehen. Im Fernglas (vergl. Kameraaufnahme mit 1200 mm Tele) ist dann das Alpental nur schwer zu erkennen, das Sonnenlicht kommt zu sehr von oben.



Aber durch das Spiegelteleskop der Sternwarte (mit dem Handy von Mark Woskowski fotografiert) zeichnet es sich deutlich ab.

Der Mond war im Laufe des Tages an Mars vorbeigelaufen und stand links, leicht oberhalb, vom Planeten (vergleiche mit dem Plot vom Donnerstag). Das Bild zeigt den Blick nach Süden, links unten ist ein Teil der Sternwarte zu sehen.

Mond und Mars um 20.22 Uhr
Später näherten sich Mond und Mars dem Westhorizont, hier sehen wir sie noch oberhalb der Druseltalstraße.

Mond und Mars um 22.26 Uhr
Über dem durch die Lichter der Innenstadt aufgehellten Osten ging das Wintersternbild Orion auf.

Blich nach Osten um 22.25 Uhr


Auch Kassels markante Bauwerke sind von der Sternwarte aus gut zu sehen: Der Herkules hitner den Türmen der Friedenskirche, rechts vom Herkules das Restaurant.



Freitag, 16. November 2018

Alpental auf dem Mond

Beim Sichten der Mondaufnahmen von gestern, entdeckte ich auf den Aufnahmen das Alpental auf dem Mond.
Es ist wegen seiner geringen Ausdehnung nur sehr schwer im Fernglas zu erkennen, mich hat es gewundert, dass es bei den nebligen Verhältnissen gestern und mit der doch sehr einfachen Kamera von Sony (allerdings bei 1200 mm Brennweite) sichtbar war.

Es liegt in den Mondalpen rechts (östlich) des Kraters Plato, der bei Halbmond gestern noch nicht sichtbar war.

Diese Einsenkung in dem Alpen-Gebirge ist  etwa 170 km lang und nur 10 km breit. Das Tal ist als tektonische Bruchzone entstanden.
Heute Abend wird man es in den Fernrohren der Sternwarte auf dem SFN noch viel besser sehen, trotz der ungünstigeren Beleuchtungsverhältnisse.

Aber vielleicht macht sich ja jemand beim nächsten Halbmond mal mit einem Fernglas auf die Suche nach dem Alpental.

Ausschnittsvergrößerung des Mondbildes vom letzten Plot.

Donnerstag, 15. November 2018

Mond bei Mars und aufkommender Nebel

Heute Abend war der Mond rechts unterhalb vom Mars zu sehen, sofern der Nebel den Blick freigab.
Im Laufe des Tages zieht der Mond am Mars vorbei und wird am Freitagabend links oberhalb vom Mars stehen.
Mond und Mars (links oben) um 21.32 Uhr bei aufkommendem Nebel über dem Turm der Christuskirche in Kassel-Wilhelmshöhe.

Beide Himmelskörper kann man gut am Freitag ab 20 Uhr in der Sternwarte auf dem SFN sehen.

Heute war Halbmond, in der Aufnahme von 21.29 Uhr sind die wichtigsten Krater und Mare (Basaltebenen) beschriftet.


Mittwoch, 14. November 2018

Zweitnächster Exoplanet ist Supererde

Heute wurde in der Zeitschrift Nature das Ergebnis einer langen Beobachtungreihe an Barnard´s Stern veröffentlicht.

Der fast 10 Milliarden Jahre alte rote Zwergstern ist nur 6 Lichtjahre entfernt.
Er zeigt die typische Wackelbewegung, die man auf  den Umlauf eines Planeten zurückführt.
U.a. mit dem Spektrograph HARPS der Sternwarte La Silla in Chile konnte die nur 4 km/h starke Bewegung 2016/17 nachgewiesen werden (das ist Fußgängertempo!).

Die Daten passen zu einem Exoplaneten von 3,6 Erdmassen, der in 233 Tagen in einem Abstand 0,4 AE (= 60 Mill.km) um den Stern kreist.

Da der Stern eine sehr gering Leuchtkraft hat, kann er trotz des geringen Abstandes den Planeten nicht über eine Temperatur von - 170°C bringen...eine vereiste Supererde, nur 6 Lichtjahre entfernt.

Der Nachweis wurde mit der Radialgeschwindigkeitsmethode erbracht: Wenn der Stern sich bewegt, verschieben sich wegen des Dopplereffektes seine Spektrallinien.

Im folgenden Video kann man das sehr schön erkennen:

Das Wackeln von Barnards Stern

So könnte es auf dem neuentdeckten Exoplanet aussehen (künstlerische Darstellung):
Credit:
ESO/M. Kornmesser
Das 3,6 m Teleskop, an dem HARPS, der Planetenjäger, montiert ist.

Venus bei Spica

Am 6.November tauchte Venus als Morgenstern auf, noch weit unterhalb von Spica in der Jungfrau.
Heute morgen prägte sie den Morgenhimmel: Schon ab 6.10 Uhr war sie gut zu sehen und noch in der fortgeschrittenen Dämmerung nach 7.00 Uhr stand sie hoch über dem SO-Horizont.
Später zog dann dichter Hochnebel über Kassel.

Inzwischen hat Venus  sich deutlich Spica genähert. Zum Vergleich ist das Bild vom 6.11. unten zu sehen.

In den nächsten Tagen zieht sie nach links an Spica vorbei, morgen früh steht sie noch etwas dichter bei Spica.

Venus links unterhalb Spica, 6.31 Uhr am 14.11.

Weitwinkelaufnahem um 6.33 Uhr: Venus mit Spica am Morgenhimmel.
Vergleichsbild vom 6.11. um 6.21 Uhr

Dienstag, 13. November 2018

Monduntergang hinter der Christuskirche

Heute Abend zogen keine Wolken auf (das macht Hoffnung auf ein Venusbild am Morgen)und so konnte man sogar den Untergang der Mondsichel bis an den Horizont verfolgen.

Uhrzeiten brauche ich keine anzugeben....





ISS ist wieder abends zu sehen



In den nächsten Tagen sieht man die internationale Raumstation ISS, wie sie wieder, allerdings meistens in geringer Höhe, über den Kasseler Himmel fliegt.

Sie fliegt immer von rechts nach links über den Himmel.

Di: 23.16 Uhr SSW bis 23.22 Uhr O, dicht am Horizont

Mi: 22.26 Uhr SSO bis 22.29 Uhr OSO, sehr dicht am Horizont

Do: 23.08 Uhr SW bis 23.14 Uhr O

Fr: 22.16 Uhr SSW bis 22.22 Uhr O, dicht am Horizont