Aktuelle Informationen über Himmelsereignisse, die besonders von Kassel aus zu beobachten sind / Neues aus der Wissenschaft / Veranstaltungshinweise
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Astronomischer Arbeitskreis Kassel (AAK) e.V.
Im Fra Mauro Hochland ist 1971 Apollo 14 gelandet.
Der Krater (95 km Größe, wie Kopernikus) hat durch Meteoriteneinstürze ein stark eingefallenes Randgebirge, selten über 700 m hoch. Er ist deshalb kaum als Krater zu erkennen. Der Kraterboden ist mit einer basaltischen Lava bedeckt.
In der Vergrößerung fällt der Kraterboden durch eine geringfügig hellere Färbung auf.
Das zusätzliche Bild ist aus einer NASA-Mondkartierung.
Also: Am 21.2. ist Winter...heute waren es aber bei strahlend blauem Himmel eher 16°C.
Und in knapp einer Woche ist Vollmond, d.h. heute am Sonntag steht der zunehmende Mond dort auf der Ekliptik wo die Sonne im Juni steht..also so hoch wie die Sommersonne...
Die Bilder habe ich um 15.55 Uhr am Rammelsberg mit dem Handy gemacht.
Im Herbst 2003 durfte ich eine knappe Woche im Gran Sasso Untergrundlabor in Italien einen Lehrfilm drehen. Ich besuchte viele Arbeitsgruppen, begleitete auch einige der Forschenden über Tage hinweg.
Dieses riesige Labor ist faszinierend.
In den Abruzzen ist ein großer Autobahntunnel und neben der Fahrstrecke hat man 2000 m unter den Gipfeln eine riesige künstliche Höhle gebaut, so groß, dass man mit Bussen drin herumfahren muss.
Warum macht man das?
Will man sehr seltene Ereignisse beobachten, dann muss man sicher sein, dass keine störende Strahlung von Außen dazu kommt.
2000 m Fels schirmen die kosmische Strahlung weitgehend ab.
Dort konnte ich auch das Neutrinoexperiment besichtigen, mtit dem man erstmalig die Sonneneutrinos nachgewiesen hatte.
Und ich war bei DAMA.
DAMA heißt Dark Matter Search, die Suche nach der Dunklen Materie.
Ich durfte einige wenige Geräte und Messkurven filmen, das lange Gespräch mit dem wissenschaftlichen Leiter war aber ohne Kamera, nur unter vier Augen.
Warum?
Das Team war sich sicher, Dunkle Materie nachgewiesen zu haben. Die Veröffentlichung stand kurz bevor, der Nobelpreis war zum Greifen nahe.
Ich fand die Messungen und die Absicherungen sehr überzeugend.
Man konnte genau mit der richtigen Phase eine jahreszeitliche Schwankung unbekannter Ereignisse in den Detektoren nachweisen.
Der Rest der Wissenschaftsgemeinde reagierte sehr zurückhaltend, viele vergleichbare Experimente konnten die Beobachtung der DAMA-Gruppe nicht bestätigen.
Die jahreszeitlichen Schwankungen führten die anderen auf Temperaturschwankungen im Gebirge zurück, wie war aber unbekannt...
Damit war die Sache erledigt, man hörte nichts mehr von DAMA.
Aber die Messungen gingen weiter...und nun Jahrzehnte später ist das Signal mit hoher Signifikanz (über 6 σ ) sichtbar.
Nun bröckelt die Kritik...ein neues Testexperiment ist genehmigt worden und wird nun von einer unabhänhgigen Gruppe aufgebaut.
Im nächsten Post erzähle ich etwas mehr über DAMA und dann stelle ich das neue Experiment vor.
Vielleicht berichte ich dann in zwei Jahren über die Nobelpreisverleihung....
Aber hier erst einmal ein kleiner Filmausschnitt vom Jahr 2003, fast historische Dimensionen annehmend...
Der Bereich zwischen den beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden (Ansammlung junger Sterne) heißt "Goldenes Tor der Ekliptik". Am Freitagabend stand dort der Halbmond.
Leider war es leicht bewölkt, trotzdem konnte man alles gut sehen.
Bild 1: Überblicksaufnahme mit Orion
Bild 2: Das Goldene Tor mit dem (überbelichteten) Mond
Will man die lichtschwachen Sterne der Sternhaufen sehen, dann muss man länger belichten. Der Mond ist dann so überbelichtet, dass man noch n cht mal die Phase sieht. Deswegen habe ich ein Bild des Mondes vom Freitagabend in der etwa richtigen Größe in das Bild hineinkopiert.
Auf dem Mond gibt es Wasser in gefrorenem Zustand, das ist seit langem bekannt,.
Eine Quelle dafür ist die Bestrahlung durch den Sonnenwind. Der enthält nicht nur Protonen, und die brauchen nur ein Elektron für Wasserstoff, sondern auch schwere Elemente wie Sauerstoff.
Einmal im Monat ist der Mond aber in der Magnetosphäre der Erde für einige Tage vom Sonnenwind abgeschirmt.
Nach Beobachtungen von Wang, Zhang, Shi et al, die sie im ApJLetter am 28.1.21 veröffentlicht haben, werden aber die auf Wasserbildung zurück gehenden Signale in der Zeit nicht schwächer. Als eine mögliche Erklärung diskutieren die Autoren den Fluß von Protonen und Sauerstoff aus der Erdmagnetosphäre zum Mond. Sie nennen das den Erdwind.
In der Abenddämmerung (18.02 Uhr) war der Mond gut zu sehen.
Die 550 km lange Klippe Rupes Altai liegt genau in der Schattengrenze. Auffallend sind auch immer wieder die drei großen Krater Theophilus, Cyrillus und Catharina.
Wenige Minuten danach konnte ich gerade noch einen Jet erwischen...
Über dem ALMA - Mikrowelleninterferometer (Höhe 5100 m) am Cerro Chajantor in der Atacamawüste in Chile wird ein neues Teleskop gebaut, das dieses Jahr "First Light" bekommen soll.
Es ist das Fred Young Submillimeter Telescope FYST.
Bei einem Durchmesser von 6 m soll im Submillimeter-Bereich beobachtet werden, genau von 0,2 mm bis 3,1 mm.
In diesem Mikrowellenbereich stört Wasserdampf erheblich. Deshalb ist man in diese extreme Höhe in eine der trockensten Regionen der Erde gegangen.
Beobachtungsobjekte werden Staub - und Molekülwolken im frühen Universum sein, die sich besonders um supermassive Schwarze Löcher, junge Sterne und Planetensysteme bilden.
Blick vom Bauplatz
Baustelle
so soll es aussehen
2013 war ich in der Aufbauphase bei ALMA. Ich glaube nicht, dass ich die 500 m mehr an Höhe ausgehalten hätte...
Damals habe ich die Entwicklung der Teleskope, die Tests und die ersten Forschungen gefilmt.
Eine 12-minütige Dokumentation kann man sich hier ansehen:
Britischen Forschenden ist es gelungen Leben an einer Stelle nachzuweisen, wo niemand auch nur annähernd damit gerechnet hätte.
Das gibt interessante Aussichten auf der Suche nach Leben unter dem Eis der Jupiter- und Saturnmonde.
In einer Tiefe von 900 m unter dem Schelfeis am Rand der Antarktis wurde auf einem Felsen eine Schwammkultur gefunden, 160 km vom nährstoffreichen Ozean entfernt, in absoluter Dunkelheit bei einer Temperatur von - 2,2 °C.
Im Rahmen einer Forschungsaktion wurden mehrere Bohrlöcher eingebracht, durch eines wurde eine Action Go Pro hinabgelassen. Am Ende fand man auf einem Felsvorspung die Lebewesen.
Griffiths, Anker, Linse et.al
British Antarctic Survey
Breaking All the Rules: The First Recorded Hard Substrate Sessile Benthic Community Far Beneath an Antarctic Ice Shelf
Neueste Beobachtungen mit dem Hubble Space Teleskop HST ermöglichten ein neues Modell für das Zentrum von Kugelsternhaufen.
Kugelsternhaufen sind sehr alte Ansammlungen von Sternen im Halo unserer Galaxis. Man vermutet mittelgroße Schwarze Löcher SL (Massen im Bereich von 100 000 - fache rSonnenmasse) im Zentrum. Hinweise darauf gibt es.
Nun konnten Sternbewegungen im Zentrum des recht nahen Haufens NGC 6397, 7800 Lichtjahre entfernt, näher untersucht werden. Aus Eigenbewegungen und Radialgeschwindigkeiten konnten die räumlichen Bewegungen festgestellt werden. Es zeigten sich eher zufällig verteilte Bahnen, die auf eine verteilte dunkle Komponente der Massse hindeutet.
Das beste Modell dazu ist nicht ein mittelgroßes SL im Zentrum, sondern sind viele (etwa 20) kleinere stellare SL, die im Haufen verteilt sind.
Das Bild (ESA/HST, Bartmann) zeigt rechts eine künstlerische Darstellung dazu.
Im Video sieht man animierte dazu passende Sternbewegungen.
Die Bewölkung nahm am Abend schon zu, aber die schmale Mondsichel war sogar mit Erdschein gut im SW zu sehen.
Bild 1: 18.12 Uhr, links der Turm der Christuskirche in Wilhelmshöhe, daneben die Lichter der Seniorenresidenz im Druseltal
Bild 2: 18.16 Uhr mit Erdschein (das von der Erde reflektierte Sonnenlicht hellt die dunkle Seite des Mondes auf)
Die beiden Sterne waren trotz des noch hellen Himmels gut zu sehen. Es sieht so aus, als würde der Mond HIP 840 bald bedecken...Fehlanzeige, der Mond zieht oberhalb des Sternes entlang.
Bild 3: Vier Krater an der Schattengrenze (600 mm Tele, 18.18 Uhr)
Seit einigen Monaten haben wir ein Forum. Hier kann jede/r eigene Bilder posten, Diskussionen führen, Verabredungen treffen, sich über das aktuelle Wetter informieren und vieles mehr:
Auf meiner Homepage sammel ich alles aus dem Bereich Physik und Astrophysik, was ich an Videos, Texten etc. produziere. Sie hat aber auch einen eigenen Physik-Blog und einen eigenen Mathe-Blog.
...zum Goldenen Tor der Ekliptik, das er am 19.2. erreichen wird.
Wir hatten heute Regionalwettebwerb Jugend forscht, die Online-Feierstunde war gerade vorbei.
Um 17,42 Uhr konnte ich über dem Osthorizont den hochziehenden Erdschatten aufnehmen (dunkler Bereich, das durch die Atmosphäre gehende rote Licht hellt den Himmel darüber auf).
Vom Dach der Sternwarte aus konnte ich wegen des Schnees nicht fotografieren (siehe Post von gestern), aber das Westfenster im 4.Stock des SFN bietet auch einen guten Blick auf die ganz schmale Mondsichel. Rechts am Horizont sieht man den Herkules.
Aufnahmen um 18.03 Uhr.
Bei 600 mm Tele sieht man die schmale Mondsichel sehr schön, andeutungsweise erkennt man trotz des noch hellen Himmels schon den Erdschein der unbeleuchteten Mondteile.
Als ich vorgestern die Veröffentlichu8g des erst vor knapp zwei Jahren gegründeten US-amerikanischen Zentrums für optische und IR-Astronomie gelesen hatte, dachte ich erst, ein arabisch klingend benannter Asteroid sei entdeckt...
Nun es ist das Objekt Farfarout, also nicht Farfa Rout, sondern Far far out...das am weitesten entfernte Objekt des Sonnensystems.
Es wurde 2018 mit dem Subaru-Teleskop auf Mauna Kea, Hawaii, entdeckt. Erst jetzt konnte mit neuen Daten die genaue Bahn bestimmt werden und durch Beobachtungen am Gemini Nord Teleskop bestätigt werden.
Farfarout ist etwa 250 km groß, umläuft die Sonne in gut 1000 Jahren und hat einenn mittleren Abstand von 132 AE (1AE = 150 Mill. km, Abstand Erde-Sonne).
Die Bahn ist sehr langgestreckt, Farfarout kommt der Sonne innerhalb der Neptunbahn bis auf 27 AE nahe, im sonnenfernsten Punkt sind es dagegen 175 AE.
Farfarout bricht den Rekord von Farout, der auch am Subaru Teleskop entdeckt wurde, aber nur 124 AE bieten konnte.
Die beiden Bilder sind die Entdeckungsaufnahmen von 2018, vom 15.1. und 16.1. (A.Sheppard)
Eigentlich wollten wir am Freitag 11.2. abends wieder aus der Sternwarte streamen, das Wetter soll ja gut werden...
Aber: Auf dem dach der Sternwarte liegen mindetens 40 cm tiefgefrorener Schnee...
Wir können das Dach nicht öffnen und abschippen geht wegen der fhelenden Umrandung und der Rutschgefahr nicht (zumal wir von außen auf das Dach kommen müssten.,..)