Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 28. März 2021

Blick zurück: SoFi 1919

 Einstein hat 1915 in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt, dass sich Raum-Zeit-Koordinaten durch Massen verändern lassen. Vereinfacht (und vermutlich falsch) ausgedrückt: Massen krümmen den Raum.

Erst 1919 spielten die Weltlage und das Wetter mit: In Expeditionen konnte die "Raumkrümmung" durch die Sonne bei einer totalen Sonnenfinsternis im Mai 1919 nachgewiesen werden.

Das Prinzip war einfach: Man fotografierte ein halbes Jahr vorher nachts die Region, in der die Sonne bei der Finsternis stehen sollte und bestimmte exakt die Sternpositionen.

Das wiederholte man während der Finsternis. Die Veränderung der Sternpositionen wurde auf die Raum-Zeit-Veränderung in der Nähe der Sonne zurückgeführt.

Edington organisierte eine große Expedition in die Totalitätszone nach Brasilien. An zwei verschiedenen Orten wurde beobachtet:

Eddington war in Principe. Dort regnete es bis kurz vor Beginn der Totalität. Trotzdem konnte er 16 Aufnahmen herstellen, von denen aber nur wenige  brauchbar waren.

Davidson war in Sobral. Dort war es so heiß, dass das Fernrohr unbrauchbar wurde und man mit einem Ersatzgerät arbeitete.


 

Die klassische Mechanik ergibt eine Positionsverschiebung (am Sonnenrand) von 0",85, Einstein errechnete den doppelten Wert von 1",7.

Eddington erhielt 1,6 +/- 0,3 Bogensekunden, Davidson 1,98 +/-0,12 Bogensekunden.


 
Darstellung der Ergbnisse: Verschiebung der Sternpositionen

Damit war Einsteins Berechnung bestätigt und er wurde zum Weltstar der Physik!

Eine der Originalaufnahmen wurde jetzt aufwändig restauriert. Hovalek entfernte Staub, schärfte das Bild und passte Farben an (gestreutes Sonnenlicht der Korona, Protuberanzen).

So muss die Sonne am 19.5.2019 ausgesehen haben:




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