Immer wieder tauchte am Morgen des Mittwoch die helle venus als Morgenstern zwischen den Wolken auf.
Die Aufnahme entstand um 6.52 Uhr.
Aktuelle Informationen über Himmelsereignisse, die besonders von Kassel aus zu beobachten sind / Neues aus der Wissenschaft / Veranstaltungshinweise FutureSpace / Astronomischer Arbeitskreis Kassel (AAK) e.V.
Immer wieder tauchte am Morgen des Mittwoch die helle venus als Morgenstern zwischen den Wolken auf.
Die Aufnahme entstand um 6.52 Uhr.
Heute ist der Nobelpreis für Physik vergeben worden:
Eine Hälfte geht an Reinhard Genzel, Direktor des MPI für extraterrestrische Physik, der mit den Instrumenten der ESO in Chile beobachtet hat, und an Andrea Ghez, University of California, LA, die das Keckteleskop in Hawaii benutzt hat.
Die Auszeichnung gibt es für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objektes im Zentrum unserer Milchstraße.
Mit dieser Formulierung legt sich das Preiskomitee sicher nicht fest, denn wir reden zwar vom Schwarzen Loch SL im Zentrum unserer Milchstraße, aber es könnte auch ein anderes sehr kompaktes Objekt sein, ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
Die andere Hälfte des Nobelpreise geht an den 89-jährigen Roger Penrose, University of Oxford, UK, für die zweifelsfreie Herleitung der Existenz Schwarzer Löcher aus der Allgemeinen Relativitätstheorie ART, die er vor fast 60 Jahren gemacht hat.
Seit fast 30 Jahren beobachtet Genzel das Zentrum der Milchstraße und verfolgt die Bewegung der Sterne dort. Schon oft habe ich über diese Arbeiten im Blog berichtet.
Er hat mit seinem Team auch maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau der Instrumente mitgewirkt, die mit den Fernrohren der ESO die Sternbewegungen über die Verschiebung von Spektrallinien verfolgen konnten.
Angefangen hat er in LaSilla am New Technology Telescope NTT mit dem Instrument SHARP.
In diesem Jahrhundert ging es dann am VLT in Paranal mit den Instrumenten NACO und SINFONIE weiter. Zuletzt hat er an der Entwicklung von GRAVITY mitgewirkt, mit dem dann auch die Daten für das erste Bild der Umgebung eines SL gesammelt wurden.
Besonders aufmerksam wurde der Stern S2 verfolgt. Inzwischen hat man mehr als einen Umlauf registrieren können. Anfang des Jahres veröffentlichte Genzel Messungen, die die relativistische Präzessionsbewegung der Sternbahn in Übereinstimmung mit der ART zeigte.
Im Mai 2018 war S2 am dichtesten am SL. Zum ersten Mal konnte man direkt die Gravitationsrotverschiebung in der Nähe eines SL, ebenfalls in Übereinstimmung mit der ART, messen.
Wie kommt man nun von der Bahn des Sternes S2 zu der Idee eines supermassiven SLes?
- Man muss den Bahnradius r kennen, dazu muss die Entfernung genau bekannt sein.
- Man muss die Umlaufszeit kennen.
Damit kennt man auch die Bahngeschwindigkeit v.
Nun setzt man einfach die Zentrifugalkraft F = m*v²/r gleich der Gravitationskraft F = G * m* M/r², kürzt die Masse m des Sternes raus und erhält die zentrale Masse M (G ist die Gravitationskonstante)
In der Nähe eines SL bei einer nicht kreisförmigen Bahn ist das ganze natürlich etwas schwieriger und aufwändiger...
Man erhält 4,5 Millionen Sonnenmassen. Diese Materiemenge muss nun innerhalb der Bahn des Sternes S2 sein...
Man findet aber nichts...also muss es ein sehr kleines kompaktes Objekt sein...mit hoher Wahrscheinlichkeit eben ein supermassives SL.
Zum Schluss möchte ich noch von zwei persönlichen Begegnungen berichten:
R.Genzel lernte ich 1999 kennen. Ich war unterwegs von Frankreich nach Ungarn auf dem Kernschattenpfad der totalen Sonnenfinsternis vom 11.8.99 und drehte einen Film über Institutionen und Menschen, die die Sonnenfinsternis beobachten wollten.
R.Genzel erklärte sich spontan zu einem kleinen Interview bereit.
R.Pensore besuchte ich mit anderen SFNlern bei einem Vortrag an der Uni Bonn. Dort erläuterte er sein neuestes kosmologisches Modell.
Viele Hundert Wissenschaftler waren im Auditorium, aber fast niemand verstand genau, was der damals schon weit über 80 Jahrer alte berühmte Professor erklärte. Ich konnte mich des Eindrucks eines Zirkelschlusses in der Argumentation nicht ganz entledigen...es ging aber vielen anderen auch so.
Aber wir alle waren dankbar, dass wir diesen berühmten Physiker damals live erleben konnten. Er arbeitete bei seinem Vortrag noch mit klassischen Folien auf einem Overheadprojektor, die handschrfitlich beschrieben waren.
Bilder (ESO/MPE):
- Blick ins Zentrum der Galaxis
- Bahnen von Sternen um das galaktische Zentrum
- Bahn des Sternes S2 (Stern S2 und SL zu groß dargestellt)
Video:
R.Genzel erklärt seine Forschungen.
Eigene Bilder:
- Das NTT in la Silla, Chile
- Zwei der 8,4 m Teleskope des VLT in Paranal, Chile
- Spiegelzelle des 8,4 m großen Hauptspiegels
Auflösung des Rätsels vom 29.9.:
In Frage kommen nur:
c) Wechselwirkungen zwischen Galaxien und Galaxienhaufen (Zeitraffer)
d) Flug durch das Universum
Beim ersten Ansehen des Vdeos habe ich auf c) getippt, war dann aber verwundert, wie stark sich Konzentrationen verschieben.
Dann habe ich auf der Homepage von Illustris recherchiert:
d) stimmt...
Zu einem festen Zeitpunkt werden Querschnitte der Simulation Dunkler Materie Verteilungen hergestellt und dann räumlich nacheinander durchlaufen.
Aus der im Video sichtbaren Schnittfolge könnte man ein 3 D Modell der großräumigen Struktur des Universums herstellen.
Die Draconiden sind ein periodischer Meteorstrom (Sternschnuppenstrom) der Nordhemisphäre mit vielen interessanten Ereignissen, welcher immer vom 5.10. bis 10.10. aktiv ist. Theoretisches Maximum ist immer der 8.Okt . In den meisten Jahren sind die Draconiden mit eher sehr schwachen Raten vertreten (~5 Meteore/h). Aber immer wieder in einigen Jahren durchquert die Erde separate Staubspuren des Mutterkometen 21P, welche die Hauptaktivität der Draconiden (DRA)darstellen. Dieser Meteorstrom ist aber auch für große Spektakel bekannt, sogenannte Meteorstürme. Bei solchen Ereignissen geht die Fallraten (ZHR) gerne in die Tausende. Per Definition ist ein Meteorsturm mit ZHR >= 1.000 festgelegt, as heißt also, das sdie DRA mit den berühmten Leoniden und deren starken Ausbrüchen gut mithalten können, wenn auch nicht so oft. Außerdem sind die DRA der einzige Haupt-Strom, bei dem der Radiant nach der Abenddämmerung am höchsten steht (DRA abends 80° Höhe). Alle anderen sind in der 2. Nachthälfte am höchsten.
Die Draconiden 2020 sind ein weiteres potenzielles Highlight im Meteorstrom Programm in diesem Jahr. Der Grund dafür ist die Vorhersage von 2 separaten Staubspuren, die am Mittwochmorgen des 7.Okt. gegen 03:30 Uhr MESZ auf die Erde dezentral treffen werden. Diese Staubspuren sind jedoch in Bezug auf ihre Dichte unbekannt, wodurch eine grundsätzliche Ratenangabe (ZHR) eher unmöglich ist. Die letzten beiden Ausbrüche der DRA sind 2018 und 2011 gewesen. Davon ist 2018, vom 8.10. mit ZHR 50 Prognose und ZHR 155 war die Realität, nicht relevant. Allerdings war das schon echt toll, da ich mitten im Oktober das Gefühl hatte in einer Perseiden Nacht zu stehen. Aber es ist jetzt 2011 interessant. Der Grund ist, dass das geometrische Zentrums des Staubes 2011 wie auch jetzt 2020 in etwa gleich weit entfernt liegt mit 0,0004 AU (60.000 km). Hinzu kommt das 2011 von den meisten Quellen eine ZHR von 100 -200 vorhergesagt wurde und sogar ZHR 300 real eintrat. Peter Jenniskens prognostiziert in seinem Standardwerk 2006 dass die minimale Entfrenung des 2020 Staubes nur 0,00017 AU entfernt ist.
Exkurs: Zum Beobachten ist noch das ein und andere wichtig zu wissen.
// 1. Die sogenannte ZHR wird für einen theoretischen Ort optimaler Rahmenbedingungen angegeben, heißt scheinbare Grenzgröße +6,5 mag und Radiant des Stromes im Zenit. +6,5mag sind die dunklesten Sterne, die das bloße Auge noch gerade war nehmen kann.
// 2. Es ist wichtig sich möglichst dunkle Orte weg von Kunstlicht zum Beobachten zu suchen und Lichtquellen außerhalb des Sichtfelds zu halten, einschließlich Mond.
// 3. Nicht zum Radianten schauen, dort kommen die Meteore auf den Beobachter zu (keine Strichspur)
// 4. 2020 ist der abnehmende Mond (75%) hoch am Himmel, dadurch werden die Raten doch deutlich gedrückt.
Fazit: Wenn der Staub 2020 dicht genug ist, dann werden die DRA definitiv ein tolles Feuerwerk bringen. Und der der sich um die Uhrzeit bei gutem Wetter zum Beobachten nach Draußen begibt, hat sehr guter Chancen, sogar im positiv Sinne, überrascht zu werden. Die Draconiden sind immer für eine Überraschung gut. So hat es sich in den letzten Jahrzehnten oft gezeigt.
Sternkarte von Stellarium
Artikel von Jonas Plum
Der rote Planet Mars so nah und hell wie selten
Abends stehen im Osten vier sehr charakteristische Herbststernbilder:
Die Sternenkette der Andromeda geht in das Herbstviereck des Pegasus über. Oberhalb der Andromeda steht das „Himmels-W“, die Cassiopeia. Links der Andromeda sieht man Perseus, ein auf dem Kopf stehendes „Y“.
Die Nächte im Oktober werden aber vom roten Planeten Mars geprägt.
Die ganze Nacht über ist Mars als helles Himmelsobjekt sehr auffällig: abends geht Mars im Osten auf, steht nach Mitternacht hoch im Süden und geht dann morgens im Westen unter.
Genau am 14.10. steht er im Sternbild Fische der Sonne genau gegenüber. Das nennt man dann die Oppositionsstellung des Mars.
Im Planetensystem stehen dann Sonne-Erde – Mars auf einer Linie. Etwa eine Woche vor seiner Opposition steht uns Mars mit 62,1 Millionen km so nahe wie lange zwischen 2005 und 2035 nicht mehr, nur im Juli 2018 war er etwas näher.
Mars ist nur halb so groß wie die Erde. Wegen der geringen Schwerkraft hat er seine Atmosphäre, die fast nur aus Kohlendioxyd besteht, weitgehend verloren. Sie ist nur noch extrem dünn, so wie auf der Erde die Luft in 35 km Höhe.
Wir kennen die Marsoberfläche recht gut, da zahlreiche Raumsonden auf Mars gelandet sind. Mars ist ein Wüstenplanet, mit Kratern übersät. Viele erloschene Vulkane gibt es dort, der Olympus Mons ist mit 26 km Höhe der höchste Berg des Sonnensystems. Immer wieder gibt es Staubstürme, die weite Teile des Planeten überziehen und mit feinem rötlichem Staub bedecken.
Sehr wahrscheinlich stammt die deutlich wahrnehmbare Rotfärbung von Eisenoxyd, also Rost, sie könnte aber auch durch das Mineral Hämatit entstehen.
Inzwischen haben wir zahlreiche Hinweise auf große Mengen Eis auf Mars erhalten, das sich im Sand oder unter der Oberfläche befindet. Messungen der Sonde Mars Express machen es sehr wahrscheinlich, dass etwa 30% der Marsoberfläche vor 4 Milliarden Jahren für einige Millionen Jahre mit Meeren überzogen waren. Ob diese kurze Zeit für die Bildung von Leben ausgereicht hat, wissen wir noch nicht. Jedenfalls konnten Radarmessungen vom Bord der Raumsonde aus eine Schicht aus Meeressedimenten 70 m unter der Marsoberfläche ausmachen.
Manchmal taut auch heute noch Eis auf und hinterlässt Spuren im rötlichen Marssand der Berghänge. Aber wegen des geringen Luftdruckes verdampft das Eis sehr schnell.
Berühmt ist Mars auch für seine Polkappen, sie bestehen aus Trockeneis (gefrorenes Kohlendioxyd) und Wassereis. Sie schmelzen regelmäßig im Marsfrühling der jeweiligen Halbkugel. Zur Zeit sehen wir auf die nördliche Polkappe, die schon in kleinen Fernrohren gut sichtbar ist.
In diesem Jahr sind drei Raumfahrtmissionen unterwegs zum Nachbarplaneten: NASA und ESA sowie China und die Vereinigten Arabischen Emirate senden Marsrover, die u.a. nach Leben suchen sollen. Der NASA-Rover hat sogar einen kleinen Helikopter an Bord.
Die Eisvorräte auf Mars werden uns sicher einmal bei der Besiedlung des Planeten sehr nützlich sein. Spätestens in 2 Milliarden Jahren, wenn die größer werdende Sonne die Erde zu einem Wüstenplaneten gemacht hat, bleibt für unsere Nachfahren der Mars ein möglicher Zufluchtsort, vielleicht die neue Heimat der Menschheit.
Angebote:
- Live Beobachtung des Mars durch die großen Fernrohre der „Sternwarte auf dem SFN“:
Fr, 23.10., 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr: Online im Internet unter www.schuelerkongress-kassel.de
- Führung in der Sternwarte auf dem SFN mit Marsbeobachtung freitags 20.00 Uhr nach Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de
- Sternenführung auf dem Dörnberg, Sa, 16.10., 20.00 Uhr, Grillhütte (1. Parkplatz)
Planeten im Oktober:
Merkur: unsichtbar neben der Sonne
Venus: sehr heller Morgenstern im Osten
Mars: in der Nacht von Osten nach Westen ziehend
Jupiter: abends tief im Südwesten
Saturn: Links neben dem hellen Jupiter
- Sternkarte für den 14.10., 20.00 Uhr
- Sternkarte für den 14.10.,
Anblick von der Sternwarte auf dem SFN aus (M.Woskowski, Stellarium)
Nach einem Tag sieht man noch keine Veränderungen...
Ich habe aber mal die ungefähren Positionen von Jupiter und Saturn bis Ende November eingezeichnet.
Aufnahme: 4.10., 22.20 Uhr
Noch ein unbeleuchteter Teil des Mare Crisiums ist an der Schattengrenze zu sehen, auch das Mare Fecundidatis ruft einen ähnlichen Effekt hervor: Der Mond scheint an der Schattengrenze angeknabbert zu sein...
Aufnahme: So, 4.10,,22.20 Uhr
Am Donnerstag, 8.10. könnte gegen 18.52...18.53 Uhr die ISS vor der Jupiterscheibe herfliegen.
Die größten Chancen das zu sehen, hat man +/- 500 m neben der folgenden Zentrallinie:
Liebenau - Calden - Vellmar - Rothenditmold - Entenanger - Ku8rbad Ju8ngbron - Lohfelden - Cornberg
Die Sonne ist gerade untergegangen, Jupiter dürfte mit Mühe mit dem freien Auge im SSO zu sehen sein. Ein Fernglas oder eine Teleobjektiv helfen hier sicher.
Die ISS kommt, selbst etwa gleich hell leuchtend, vom Westen her, fast parallel zum Horizont.
Wer also sein Instrument (Fernglas, Fernrohr, Kamera) auf Jupiter ausrichtet und auch die unmittelbare Umgebung sieht, dürfte gute Chancen haben, die ISS zu sehen.
Fotografieren macht wenig Sinn, aber filmen...und hoffen, dass auf einem der Einzelbilder dann die ISS neben Jupiter steht oder vor ihm zu sehen ist...
Kleinste Bahnabweichungen verschieben natürlich die Zentrallinie, eine Beobachtung auch von anderen Orten ist zumindest sinnvoll, ein Bild der ISS neben Jupiter dürfte in weiterem Umkreis möglich sein.
Die enge Annäherung am Samstagfrüh konnte wegend er Bewölkung von Kassel aus nicht gesehen werden. Auch am Sonntagmorgen war es weitestgehend bewölkt, Gegen 6.14 Uhr kamen Venus und Regulus hinter den Wolken hervor.
Im 1200 mm Tele erkennt man, dass die obere Konjunktion mit "Vollvenus" bald bevorsteht: Wir sehen immer mehr von der beleuchteten Venusseite.
Wenige Tage nach Vollmond nähert sich die Schattengrenze dem Mare Crisium, von dort aus würde man langsam die Sonne untergehen sehen.
Aufnahme 1200 mm Tele, Sa, 3.10., 21.33 Uhr
Sobald es möglich ist, werde ich in den nächsten Monaten immer mit der gleichen Brennweite Jupiter und Saturn fotografieren.
Beide Himmelskörper sind rechtläufig, d.h. sie bewegen sich am Himmel nach links. Das kommt größtenteils durch das Widerspiegeln der Erdbewegung an den Planeten zustande. Da uns Jupiter deutlich näher steht, ist seine scheinbare Bewegung größer, d.h. er wird Saturn einholen.
Weihnachten werden beide Planeten, fast zu einem hellen Lichtpunkt verschmolzen, uns einen einmaligen Anblick als "Weihnachtsstern" geben.
Aufnahmen am Sa, 3.10., 21.25 Uhr
Bilddaten: Brennweite 78 mm, Belichtung 6 sec, ISDO 320, Blende 4
Im 1200 mm Tele sieht man die Jupitermonde, Io ganz dicht neben dem Planetenscheibchen.
Der Stern HIP 95077 ist wieder im Blickfeld, an ihm kann man sehr schön die Jupiterbewegung erkennen.
Die ESO hat begonnen die im März geschlossenen Observatorien in Chile wieder hochzufahren.
Seit Anfang September sind zwei der vier großen 8,4 m Teleskope in Paranal in Betrieb und die Wiederaufnahme von Beobachtungen im 5100 m hohen ALMA steht kurz bevor.
Die Sternwarte La Silla bleibt weiterhin vorläufig geschlossen.
Vor der Wiedereröffnung ist ein neuer Hygieneplan entwickelt worden:
In Paranal sind in keiner Schicht mehr als 30 Personen anwesend, werden Masken getragen, besondere Desinfektionen vorgenommenn und tägliche Gesundheitsüberprüfungen durchgeführt.
Durch vergleichbare Hygienemaßnahmen dürfen auch seit 30.5. wieder Besucher/innen in die Sternwrate auf dem SFN, zur Zeit immer freitags nach Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de.
Unsere Regeln:
- Maximal 10 Personen in maximal 3 Gruppen
- Händedesinfektion
- Maskenpflicht
- Personen einer Gruppe wohnen im gleichen Haushalt (und nutzen ein gestelltes Okular, das anschließend desinfiziert wird und in Quarantäne kommt)
Bidler: ESO
Schade, heute, am Samstagmorgen, steht Venus sehr dicht an Regulus im Löwen...leider war es bewölkt...
Ein halbwegs brauchbares Morgenrot (7.10 Uhr) anschließend entschädigt etwas...
Leider lässt die Bewölkung über Kassel nur einen getrübten Blick auf die beiden Himmelskörper zu.
Die Aufnahmen entstanden um 21.05 Uhr vom Dach der Sternwarte auf dem SFN aus. Auf der ersten Aufnahme zeigt Mark mit dem Laser auf den Mars.
Nobelpreisträger Riess beobachtet u.a. Supernovae vom Typ 1a, um daraus die Entfernugen von Galaxien zu messen und mit deren Rotverschiebung einen Wert für die Hubblezahl zu bestimmen.
(siehe hierzu auch meinen Vortrag vom 30.6.20, in dem ich u.a. die Messungen von Riess erläutere)
Im Februar 2018 leuchtete eine solche Supenrova in der 70 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 2525 auf. Mit dem Hubble Space Teleskop wurde bis zum Februar 2019 die Helligkeitsabnahme registriert und daraus ein bemerkenswerter Zeitrafferfilm produziert, der dann am 1.10.2020 veröffentlicht wurde.
Supernovae vom Typ 1 a entstehen, wenn Weiße Zwerge von einem Begleitstern soviel Masse aufgesammelt haben, dass sie bei mehr als 1,44 Sonnenmassen einen Gravitationskollaps bekommen und vollständig explodieren.
Die dabei freigesetzte Energie liegt im Maximum bei der Leuchtkrasft von 5 Milliarden Sonnen!
Bild: Die Supernova im maximum (ESA/MASA, Riess)
Video 1: Zeitrafferaufnahme des Helligkeitsabfalls
Video 2: Bemekrenswertes Zoom-In Video vomk südlichen Sternenhimmel zur Supernova
ESA/NASA, DSS, Calcada, Riess
Embargo bis 1.10., 9.00 Uhr:
Heute erscheint in der Zeitschrift Astronomy and Astrophysics eine Arbeit von Normann, Mignoli et al, die nahelegt, wie supermassive Schwarze Löchter (SL) im frühen Universum so schnell entstehen konnten.
Bei einer Rotverschiebung von z = 6,31 (Weltalter 900 Millionen Jahre) haben die Autoren am VLT in Paranal, Chile, 6 Galaxien in unmittelbarer Umgebung eines supermassiven SL (als Quasar beobachtet) nachweisen können.
Die Autoren zeigen, dass solche SL in netzartigen Strukturen aus Gasen und Galaxien durch Aufsammeln von Materie sehr schnell wachsen können. Das Netzwerk führt ihnen Materie zu, so wie Spinnen Nahrung im Spinnennetz finden.
Man geht davon aus, dass SL sich aus Sternen bilden. Aber es war bisher nicht klar, wie supermassive SL im frühen Universum so schnell entstehen konnten.
Nun ist abner klar, dass Gasströme im Netzwerk sowohl die Galaxien als auch das supermassive SL schnell wachsen lassen.
Visualisierung der Netzstruktur als Bild und Videoanimation:
(ESO, Calcada)
Den ganzen Tag strahlend blauer Himmel...und dann kamen am Abend die Wolken...aber nach 22.30 Uhr zogen sie sich wieder zurück...
Um 22.25 Uhr zeigte der Mond noch einen leichten Hof (Beugung an Wassertropfen: Innen bläulich, Außen rot), dann kam auch Mars dazu (22.28 Uhr), links vom Mond auf dem zweiten Bild zu sehen.
In 24 Stunden steht der Mond in Opposition zur Sonne (man nennt das Vollmond) und in 14 Tagen der Mars...also morgen werden die beiden Himmelskörper deutlich näher beieinander zu sehen sein.
Noch enger stehen sie dann am Freitagabend zusammen, es ist eben noch keine Marsopposition.
Zur Vollmondzeit sieht man fast nur die Lavabecken auf dem Mond, die Mare. An der Schattengrenze sind nur wenig Strukturen zu erkennen.
Am Mittwochabend aber war ein recht seltener Anblick:
Neben dem Einschlagbecken Grimaldi, das mit dunkler Lave bedeckt ist, tauchte nwie ein ovaler Ring (perspektivische Verzerrung) die oberen Teile des Walles vom 150 km großen Krater Riccioli in der Morgensonne auf.
Der Boden von Grimaldi ist die dunkelste Stelle des Mondes, weiter oben sieht man den Wall des Aristarchus, die hellste Stelle des Mondes.
Vor langerer Zeit habe ich einmal eine Postserie über Entfernungsmessungen geschrieben (Die Himmelsleiter). Nun ist eine besonders dicke Stufe auf dieser Himmelsleiter dazugekommen.
Ein großes internationales Team hat mit dem VLT in Chile in den letzten 20 Jahren 20 Bedeckungsveränderliche in der Großen Magellanschen Wolke (LMC) beobachtet. Sie sind in dem Bild markiert. Die Lichtkurven ermöglichen es, genaue Werte für Masse, Leuchtkraft und Radius zu bestimmen. Kennt man die Leuchtkraft kann man aus der gemessenen Helligkeit direkt auf die Entfernung schließen, ohne Zwischenstufen über andere Messungen.
Dadurch konnte die Entfernung der LMC auf 1% Genauigkeit bestimmt werden.
Das hat nun eine neue Kalibaration der Helligkeiten der Cepheiden ermöglicht. Cepheiden sind pulsierende Einzelsterne, die aus der Periodendauer eine Leuchtkraftbestimmung ermöglichen.
Damit konnte auch die Hubbel-Zahl (Expansionsrate des Kosmos) mit einer Genauigkeit von 1,9% neu bestimmt werden (Riess).
Auch eine weitere Entfernungsmessungsmethode (oberer Spitze des Riesenbereichs im Hertzsprung-Hubble-Diagramm) konnte ebenfalls neu geeicht werden und somit mit einer unabhängigen Methode ebenfalls die Hubblezahl neu bestimmt werden (Freedman, 2020).
Diese Messungen der Hubble-Zahl sind Anlass intensiver Diskussionen geworden. Darüber habe ich im Juni in einem Online-Vortrag berichtet.
aus ESO Messenger 179
| LMC über den Kuppeln von La Silla in Chile (eigene Aufnahme) |
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| Beispiel einer Lichtkurve |
Bald beginnt die Postreihe über Anwendungen des (echten) Dopplereffektes in der Astronomie.
a) Die erste zeitaufgelöste Aufnahme der Stoffwechselprozesse in einem Gehirnteil einer Labormaus während sie Käse ansieht (Zeitlupe)?
b) Aufnahme aus der Tiefe des Ozeans (Echtzeitaufnahme): Planktonnetze kommunizieren mit chemischem Leuchten
c) Wechselwirkungen zwischen Galaxien und Galaxienhaufen (Zeitraffer)
d) Flug durch das Universum
Unter allen richtigen Antworten (Einsendeschluss Mo, 5.10., unter kphaupt@sfn-kassel.de) wird das Himmelsjahr 2021 verlost.