Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Montag, 14. März 2022

VMV

 VMV: Venus und Mars über den Vercors

Ich bin in den franz. Voralpen, im Vercors, vom Balkon meines Chalets in 1100 m Höhe, sah ich, nach durchregneter Nacht Venus über den Bergen und unter ihr Mars (zumindest im Original).

Aufnahmen: 6.18 Uhr und 6.19 Uhr




Sonntag, 13. März 2022

Eine Landkarte von Pluto

Über 4 Jahre hat der Bildbearbeitungsprozess gedauert, um aus Aufnahmen des HubbleSpaceTeleskops aus 2002 und 2003 diese Ansicht von Pluto herzustellen. Die NASA hat sie am 7.3. erneut veröffentlicht. 

Anlass: Am 7.3.2002 wurde bei einer Service Mission die Advanced Camera for Surveys installiert, mit der diese Bilder  gemacht wurden.

credit: NASA/ESA



Blick auf den Mond, leicht dunstig

 Am Samstag kamen doch einige Wolken auf und der Mond schien durch eine dünne Schicht hindurch.

Das Sonnenlicht kommt nun immer mehr auf die fast kraterlose Lavawüste Oceanus Procellarum.

Die Aufnahme entstand am Samstag um 18.45 Uhr in der Dämmerung (600 mm Tele, nachvergrößert).



Samstag, 12. März 2022

Sturmwarnung

 Eine gewaltige Sonneneruption (Coronal Mass Ejection CME)  ist gestern  losgegangen und wird am Sonntag gegen 19.00 Uhr MEZ an der Erde antreffen und geomagnetische Stürme und Polarlichter auslösen.

An Venus wird sie wirkungslos vorbeiziehen, da der Planet kein Magnetfeld besitzt, dass mit den Plasmawolken in Wechselwirkung treten kann.

Die Bilderfolge ist vom SOHO-Satelliten aufgenommen worden. Man erkennt auch den dicht bei der Sonne stehenden Jupiter.

Die Animation zeigt eine Modellrechnung der NASA zur Ausbreitung. Beachte: Der kleine gelbe Kreis stellt die Position der Erde dar.

credit: SOHO/NASA






Wie Einstein zur Allgemeinen Relativitätstheorie kam...

 Die Allgemeine Relativitätstheorie gilt als mathematisch extrem schwierig und trotzdem ist sie nichts anderes als eine Formulierung des Gravitationsgesetzes und der Gleichung F = m*a in gekrümmten Raum-Zeiten.

Der zweite Post meiner neuen Serie ist online: Wie kommt man zur Kernaussage der Allgemeinen Relativitätstheorie?

Mich hat es viele Jahre meines Lebens gekostet, das zu verstehen (falls ich es verstanden habe...). Vielleicht kann ich anderen helfen, schneller dahin zu kommen:

https://www.natur-science-schule.info/von-newton-zu

Link zum Blog




Der Freitags-Mond

 Ein Tag nach Halbmond wird so langsam die eher kraterarme Seite des Mondes beleuchtet.

Die neu sichtbaren Objekte sind beschriftet. Für andere Namen siehe frühere Posts.

Das Bild entstand um 20.15 Uhr vom Dach der Sternwarte auf dem SFN (600 mm Tele, nachvergrößert)



Freitag, 11. März 2022

Ein Abend in der Sternwarte auf dem SFN

 Freitagabend...klarer Himmel...endlich konnten wir mal wieder beides anbieten:

Vortrag und Beobachtung

Lisa und Tereza hielt um 20.00 Uhr einen interessanten Vortrag über den Mond und das Leben auf der Erde: Wie der Mond uns am Leben erhält.

Wer will, kann hier noch mal zuschauen. Siehe Video unten!

Vorher hat KP 3 Jungs und eine Mutter durch das SFN geführt und die Sternwarte gezeigt. Die vier Besucher durften durch jeweils eigene Okulare blickend  den Mond beobachten und über der Kraterlandschaft des Mondes spazieren sehen.

Nach dem Vortrag hat Mark dann noch alle Besucher/innen online einen Blick auf den Mond ermöglicht: live durch unser 30 cm Newtonteleskop.

Auch diese Bilder sind im Video enthalten:






Von der klassischen Physik zur modernen Weltbeschreibung

 In der Schule lernen wir die klassische Mechanik kennen: Gesetze der Bewegungen (die im Wesentlichen auf Galilei zurück gehen) und die Gesetze der Bewegungsursachen, die auf Newton zurückgehen.

Die moderne Physik behandelt ganz andere Themen:

Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie, Quantenmechanik, Quantenfeldtheorie, Kosmologie...

Wenn man sich diese modernen Theorien ansieht, dann sind sie letztlich ähnlich konstruiert, wie klassische Modelle. Man trifft z.B. immer wieder auf die berühmte Newtonsche Gleichung F = m*a, nur so versteckt, dass man sie nicht mehr wieder erkennt.

Ohne viel Mathematik möchte ich in einem neuen Blog auf meiner Homepage diese Zusammenhänge erläutern.

Der Blog heißt: Von Newton zu ....

Der erste Post: Von Newton zur Quantenmechanik ist schon veröffentlich. Der nächste Post: Von Newton zur Allgemeinen Relativitätstheorie ist in Arbeit.

Hier geht es zum Blog:

https://www.natur-science-schule.info/von-newton-zu

Von Newton zu ...






Donnerstag, 10. März 2022

Morgens, im Alpental

 Um 19.27 Uhr habe ich den Mond vom Dach der Sternwarte auf dem SFN aus mit 600 mm Tele fotografiert.

Sehr schön ist, vor allem in der Vergrößerung, das 155 km lange, tief eingeschnittene Alpental zu sehen.

Auch der Buchstabe V als Lunar-V ist noch gut zu erkennen.

Für Lunar-X ist es schon zu spät. Man kann gerade noch die Bergspitzen erkennen, die ein X bilden. Aber auch die Kraterteile darunter sind schon beleuchtet. Am Donnerstagnachmittag wäre es bestimmt besser zu sehen gewesen.




Welche Bedeutung hat der Mond für das Leben auf der Erde?

 Das ist das Thema unseres Freitags-Vortrages am 11.3. um 20.00 Uhr, gehalten von Lisa Henning und Tereza Patarak: Warum uns der Mond am Leben erhält

Er kann live unter www.sfn-kassel.de7live gestreamt werden. Anschließend ermöglicht Mark Woskowski einen Live-Blick durch die Fernrohre der Sternwarte auf dem SFN auf den Mond, auch gestreamt für alle.



Mittwoch, 9. März 2022

Fast eine Sternbedeckung

 Bild 1: Am Mittwoch hat der Mond das Goldene Tor hinter sich gelassen (man vergleiche mit den letzten Posts).

Bild 2: Die Kraterlandschaft an der Schattengrenze ist in dieser Mondphase faszinierend. Man vergleiche mit den letzten Posts, vor allem der andere Anblick vom Rheita Tal und  von Rupes Altai.

Bild 3: Der Stern τ im Stier (Taurus), 4,3 mag hell, steht so, als würde der Mond ihn bald bedecken, aber gegen 22.00 Uhr steht er genau neben dem Südpol des Mondes, zumindest von Kassel aus gesehen. Aber am Polarkreis verschwindet er gegen 21.15 Uhr hinter der dunklen Seite des Mondes.

Die Aufnahmen entstanden um,20.00 Uhr am Mittwoch.




Und hier das Bild um 22.35 Uhr, aus dem Küchenfenster fotografiert...:




Wenn Spiegelbilder spinnen

 ...wie sieht die Natur im Spiegel aus?

Eine der wesentlichen Symmetrien ist die gleichzeitige Umkehrung der Ladungsart und ein Vorzeichenwechsel aller Raumkoordinaten. Man nennt es CP-Symmetrie.

Fast immer  gleicht das Verhalten der Natur sich, wenn man diese CP-Umwandlung anwendet. Es gibt ganz wenige Ausnahmen.

Diese werden im Vortrag am Do, 10.3., 18.00 Uhr von KP Haupt vorgestellt.

Warum ist das wichtig?

Das zusätzliche Umkehren der Zeitkoordinate nennt man CPT-Symmetrie. Sie ist grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren aller unserer Theorien.

Wenn wir CPT-Symmetrie erfüllt haben, es aber Verletzungen von CP-Symmetrien gibt, dann muss es auch Verletzungen in der Zeit Symmetrie geben.

Der Vortrag kann anschließend mit Folien auf der Homepage www.natur-science-schule.info unter Videos/Kurs Elementarteilchenphysik abgerufen werden.

Nach Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de kann der Vortrag für vollständig Geimpfte auch im SFN besucht werden.



Mond im Goldenen Tor der Ekliptik

 Zuerst werfen wir einen Blick auf die Kraterwelt des Mondes.

Die Aufnahme entstand am Dienstag um 19.15 Uhr mit dem 600 mm Tele (nachvergrößert).

Besonders schön ist die 550 km lange Klippe Rupes Altai zu sehen. Ihr oberer Teil ragt aus dem Schatten der endenden Mondnacht heraus, der untere Teil endet beim krater Piccolimini.

Im Laufe der Nacht wird der Mond die Verbindungslinie zwischen Hyaden und Plejaden im Stier, das Goldene Tor der Ekliptik durchschreiten.

Bei der ersten Aufnahme sind man schön das Erdlicht. Belichtet man länger, so dass die beiden offenen Sternhaufen besser zur Geltung kommen, so ist der Mond hoffnungslos überbelichtet. Aufnahmen um 19.17 Uhr.








Dienstag, 8. März 2022

Wenn Polarlichter abgeschossen werden....

 Pulsierende Polarlichter entstehen, wenn geomagnetische Stürme Elektronen in die untere Atmosphäre streuen, die dann wie ein Regen eindringen und die Luft zum Leuchten anregen.

Die Pulsationen erfolgen mit akustischen Frequenzen und sind direkt in Radioempfängern als aufsteigender Ton zu hören.

Vor wenigen Tagen sah man über Alaska solche pulsierenden Lichter. Die NASA hat eine Rakete zur Erforschung der Ursachen mitten in das Polarlicht geschossen.

Das Video zeigt am Anfang das pulsierende Leuchten und dann den beeindruckenden Raketenstart nördlich von Fairbanks in Alaska.

credit: NASA/University of Fairbanks




Breaking News: So fängt Leben an....

 Embargo bis Dienstag, 9.00 Uhr

Ein Masterstudent aus Leiden (Nashanty Brunken) veröffentlicht heute, zusammen mit anderen Forschenden, in astronomy&astrophysics einen recht bedeutsamen Artikel:

Das bisher größte Molekül in einer protoplanetaren Scheibe konnte mit dem Mikrowelleninterferometer ALMA in Chile in der Gasphase beobachtet werden.

Es geht um den 444 Lichtjahre entfernten jungen Stern IRS 48 im Sternbild Schlangenträger (beachte das ZOOM-In Video).

Er ist von einer Scheibe aus Gasen, Staub und Eis umgeben, meist sind es Mikrometer große Staubkörner. Im unteren Bereich scheinen die Staubkörner schon verschmolzen zu sein und zu mm großen Objekten angewachsen zu sein. Aus diesem Bereich kommen auch Signale vieler organischer Moleküle, die durch die Sternstrahlung wohl aus der Eiskruste um die Staubteilchen herum verdampft sind:

H2CO Formaldehyd

CH3OH Methanol

CH3OCH3  Di-Methyl-Äther

Das einfachere CO-Molekül dagegen wird in der gesamten Scheibe nachgewiesen.

Mit 9 Atomen ist Di-Methyl-Äther das bisher größte Molekül, das man in einer protoplanetaren Scheibe gefunden hat. Es dient als Baustein für komplexere Lebensmoleküle, wie Aminosäuren und Zucker.

Bild 1: Mikrowellensignale aus der protoplanetaren Scheibe

Bild 2: Mikrowellensignale von vier verschiedenen Molekülen

Bild 3: Künstlerische Darstellung von Scheibe und Molekülen

Video 1: So stellt man sich das Innere der Scheibe vor

Video 2: ZOOM-In Video

credit: ESO/Calcada/ALMA








Montag, 7. März 2022

Das lunare Integralzeichen

 Heute Abend war das 510 km lange Rheita-Tal gut zu erkennen. Deutlich trat die Integralform des Tals hervor. An der "oberen Grenze" sieht man den Krater Rheita.

Die Luftunruhe war gewaltig. Trotz einer Belichtung von1/200 sec war unter 50 Aufnahmen nur diese, die halbwegs über die ganze Sichel scharf war.

(Aufnahme 19.29 Uhr)

Sehr schön ist auch bei längerer Belichtung und deutlich höherem ISO das Erdlicht zusehen, sogar ein 7 mag Stern stand neben dem Mond.

(Aufnahme 19.12 Uhr) 





Noch mehr Galaxien...

 Auch das HubbleSpaceTeleskop HST kümmert sich um Galaxien: dieses Bild ist vor zwei Wochen veröffentlicht worden.

Es zeigt ein Galaxien-Triplet, aber mitten bei  einer Verschmelzung. Man sieht Gebiete mit einem Ausbruch von Sternentstehung und viele Verformungen, ausgelöst durch Gezeiteneffekte.

Das Bild ist mit der Advanced Camera for Surveys aufgenommen worden. Die Galaxien sind etwa 681 Millionen Lichtjahre entfernt.

Entdeckt wurde dieses Triplett durch 100 000 Freiwillige, die es unter etwa einer Millionen noch nicht ausgewerteter Bilder des HST gefunden haben.



Sonntag, 6. März 2022

Die Welt der Galaxien

 Was an einem sehr dunklen Himmel (Nähe Sababurg bzw. Dörnberg) mit guter Ausrüstung, Nachbearbeitung und viel Erfahrung möglich ist, zeigen die neuen Galaxienbilder, die David Scherf in den letzten Tagen aufgenommen hat:

Bild 1: Leo-Triplet, Entfernung 35 Millionen Lichtjahre

Bild 2: NGC 2403, Entfernung 10 Millionen Lichtjahre (auf dem Dörnberg aufgenommen)

Bild 3: NGC 2903, Entfernung 21 Millionen Lichtjahre

David hat bei Minustemperaturen im Auto übernachtet und ist am anderen Tag wieder zur Arbeit gegangen. DAS ist Einsatz, aber das hat sich auch gelohnt!

Weitere Bilder in unserem Forum!






Venus und Mars am Morgenhimmel

 Am Sonntag um 6.22 Uhr war es grade noch dunkel genug, Mars zusammen mit Venus zu fotografieren.

Noch steht Venus hoch am SO Himmel und ist sehr hell.

Mars steht rechts unterhalb der Venus, oberhalb der Mitte von  Baum und Schornstein.



Samstag, 5. März 2022

Neues Netzwerk gegen Lichtverschmutzung

 In Hessen gibt es ein neues Netzwerk gegen Lichtverschmutzung.

Informationen:

https://sites.google.com/view/netzwerk-lvs-hessen/start

Netzwerk gegen Lichtverschmutzung

Die Lichtverschmutzung hat deutlich zugenommen.

Auch die Umstellung auf moderne Leuchtmittel, wie LEDs, hat eher verstärkt dazu beigetragen:

LED-Licht ist billig, also kann man auch mehr beleuchten...

In Amerika sind viele große Sternwarten von der Lichtverschmutzung stark beeinträchtigt, in Europa gibt es kaum noch astronomische Forschung, außer in abgelegenen Gebieten oder auf Inseln.

Nach Schätzungen der Internationalen Astronomischen Union wächst der Grad der Lichtverschmutzung jährlich um bis zu 6% an.

83% der Menschen auf der Erde haben inzwischen keine Gelegenheit mehr an ihrem Wohnort ihre eigene kosmische Heimat, die Milchstraße, als Band am Himmel zu erkennen.

Das Bild zeigt das Kitt Peak National Observatory in Arizona. Der aufgehellte Himmel stammt vom 89 km entfernten Tucson (credit: KPNO/NOIRLab/NSF/AURA/B. Tafreshi)

Im Astronomie-Blog wird oben rechts immer der Verlauf der Himmelshelligkeit über der Sternwarte auf dem SFN angezeigt. Angegeben ist die Helligkeit der Sterne in Magnituden, die man gerade noch am Himmel gegen die Aufhellung erkennen könnte.



Neuer Planetenjäger in Aktion

 Der Spektrograph HARPS am 3,6 m Teleskop in LaSilla, Chile, gilt als der erste große Planetenjäger.

Bisher konnten über 5000 Exoplaneten bestätigt werden.

Nun ist ein weiterer dazugekommen:

NEID am 3,5 m WIYN - Teleskop  des Kitt Peak National Observatoriums in Arizona ist nun der Planetenjäger für den Nordhimmel geworden, neben  MAROON-X auf Maunakea (Hawaii).

Was machen diese Geräte? Sie können mit höchster Präzision die Radialgeschwindigkeit von Sternen messen (auf Fußgängergeschwindigkeiten von etwa 1 km/h genau) und somit feststellen, ob und wie Planeten durch ihre Schwerkraft diese Sterne zum Wackeln bringen.

Grundlage ist die Wellenlängenänderung der Spektrallinien durch den Dopplereffekt.

Erdähnliche Planeten in bewohnbaren Zonen erfordern Messgenauigkeiten von 0,4 km/h. Das zu erreichen ist erklärtes Ziel aller Planetenjäger.


credit: KPNO/NOIRLab/NSF




Freitag, 4. März 2022

Eine Millionen mehr...

 Eine jetzt veröffentlichte (astronomy&astrophysics, march 22) Auswertung einer Beobachtskampagnen, die etwa 25% des Nordhimmels erfasst hat, zeigt die Neuentdeckung von mindestens einer Millionen Galaxien.

Bei einer Wellenlänge von 2 m (168 MHz) sind etwa 12 000 Antennen des LOwFrequencyARrays LOFAR zusammengeschaltet worden, die über ganz Europa verteilt sind und somit das größte Radioteleskop der Erde darstellen.

Der schnellste Rechner Europas, JUWEL in Jülich, ist an der Datenaufbereitung beteiligt.

Bild 1: Verschiedene aktive Galaxien

Bild2: Objekte aus unserer Galaxis, links ein Sternentstehungsgebiet und rechts der Cygnus-Loop, ein Supernvarest aus dem Sternbild Schwan.

Abbildungen aus "LOFAR 2 m Sky Survey", A&A 659, A1 (2022)






Donnerstag, 3. März 2022

Morgengruß mit Venus und Erinnerung an den Krieg

 Ich wollte einfach nur die schöne Morgendämmerung mit Venus aufnehmen: Do, 3.3., 6.36 Uhr.

Normalerweise hätte ich die Tankstelle unten abgeschnitten...sie stört so ein bisschen den romantischen Blick.

Dann habe ich aber auf die Preisangaben gesehen...und schon war ich zurück in der Realität.

In der Ukraine tobt ein Angriffskrieg, von Putin und seinem Gefolge angezettelt. Tausende von Menschen werden getötet, wahrscheinlich Millionen obdachlos gemacht.

Ein Krieg, der zeigt, das wir alle noch nicht bereit sind, uns um die Zukunft des ganzen Planeten zu kümmern.

Eine Folge hier in Deutschland: Die Benzinpreise sind deutlich hoch gegangen...ich tanke nur etwa einmal im Monat, ich meine es sind so 30 Cent gewesen.

Gegen das unendliche Leid, dass Putin anderen Menschen zuführt, sind die steigenden Benzinpreise nur ein unendlich kleiner Side-Effekt...aber dieses Bild wird mich daran erinnern: an die Diskrepanz zwischen der Schönheit der Natur und der Dummheit von Menschen, die diese bewohnen dürfen...




Sternenhimmel März 22

 Sternenhimmel im Wandel

 Auch am abendlichen Sternenhimmel vollzieht sich im März der Wechsel der Jahreszeiten:

 Noch sieht man nach Sonnenuntergang den  hellen Winterstern Sirius im Süden, rechts von ihm, also westlich, prägen die anderen Wintersternbilder den Anblick des Himmels: das Sternbild Orion mit dem Schulterstern Beteigeuze, dem rechten Fußstern Rigel und den markanten drei Gürtelsternen dazwischen. Westlich davon steht der rötlich leuchtende Aldebaran im Stier. Oberhalb vom Stier steht das Fünfeck des Fuhrmanns mit dem hellen Stern Capella.

 Der Osthimmel aber wird nun abends  von den Frühlingssternbildern geprägt:

Beginnen wir unsere Reise unter dem Frühlingshimmel mit dem Sternbild Großer Wagen, das jetzt am Frühlingsanfang hoch im Osten steht. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt. Der Große Wagen ist eigentlich nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär, das aber wegen der lichtschwachen Sterne nicht so auffällig ist.

Mit Hilfe des Wagenkastens kann man die Nordrichtung und damit den Polarstern finden:

Dazu verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne etwa um das Fünffache nach oben, dann trifft man auf den am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens stehenden Polarstern. Unter ihm ist dann der Nordpunkt des Horizontes.

Verlängert  man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne des Großen Wagens dagegen nach unten, so zeigt sie auf den 78 Lichtjahre entfernten hellsten Stern im Sternbild Löwe, den Regulus.

Zwei weitere Frühlingssternbilder findet man mit Hilfe der Deichsel des Großen Wagens. Sie  beschreibt einen Bogen, der zum alten Riesenstern Arkturus im Sternbild Bootes führt und weiter zur Spica im Sternbild Jungfrau, die allerdings erst später in der Nacht aufgeht.

 Während die Wintersternbilder im Westen zahlreiche helle Sterne enthalten, sind viele Frühlingssternbilder eher unscheinbar.

Wie kommt diese unterschiedliche Helligkeit der Sterne zustande?

Es sind zwei Faktoren, die festlegen wie hell uns ein Stern erscheint: die Leuchtkraft und die Entfernung. Die Leuchtkraft eines Sternes beschreibt die gesamte Energie, die der Stern aussendet. Sie ist durch die Sterngröße und seine Temperatur bestimmt. Wieviel wir auf der Erde von dieser Energie bekommen, hängt davon ab, wie weit der Stern von uns entfernt ist. Die bei uns ankommende Energiemenge nimmt quadratisch mit der Entfernung ab, d.h. bei doppelter Entfernung bekommen wir nur noch ein Viertel der Energie. So können uns hell erscheinende Sterne eine geringe Leuchtkraft haben, weil sie uns  nahestehen, während weit entfernte leuchtkräftige Sterne uns wegen der großen Entfernung nur lichtschwach erscheinen.

Astronomen versuchen aus Eigenschaften eines Sternes seine eigentliche Leuchtkraft zu ermitteln, damit sie seine Entfernung zu uns berechnen können. Für große Entfernungen ist dies häufig das einzige Verfahren zur Entfernungsbestimmung.

 Am 8.3. durchschreitet die schmale Mondsichel das sog. Goldene Tor der Ekliptik zwischen Aldebaran und den Plejaden im Stier. Am 15.3. steht dann der fast volle Mond oberhalb des Sternes Regulus im Löwen. Neben dem Mond findet man den Stern Algieba. Es ist ein Vierfach-Sternsystem in einer Entfernung von 126 Lichtjahren. Der Hauptstern dieses Systems ist sonnenähnlich und wird in 429 Tagen von einem Gasplaneten mit neunfacher Jupitermasse in einem Abstand umkreist, der demjenigen der Erde zu unserer Sonne entspricht. Das ist ein Stern, von dem wir wissen, dass er ein eigenes Planetensystem hat, und den wir gut mit dem freien Auge erkennen können.

 Wenn ich an den Himmel sehe, erkenne wie klein und unbedeutend unser eigener Planet ist und wie vielfältig vielleicht Lebensformen im Kosmos sind, dann empfinde ich auf Grund des Verhaltens von Putin und seinen Gefolgsleuten nur Wut und Scham.

 Planeten im März:

Merkur: Unsichtbar nahe der Sonne

Venus:  Immer noch als Morgenstern in der Morgendämmerung im SO

Mars: unterhalb der Venus am Morgenhimmel

Jupiter: unbeobachtbar in Sonnennähe

Saturn: taucht am Monatsende wieder in der Morgendämmerung auf

Weitere Infos zum Sternenhimmel im März zu Beginn unseres Freitagsstreams am 4.3., 20.00 Uhr unter www.sfn-kassel.de/live




Mittwoch, 2. März 2022

Frühling am Himmel und Schwachsinn in den Köpfen

 Am kommenden Freitag gibt es um 20 Uhr wieder einen Live-Stream von der Sternwarte auf dem SFN:

KP Haupt stellt den Frühlingshimmel vor, erläutert die Bedeutung des Frühlingspunktes und kann damit zeigen, wieso Astrologie Unsinn ist.

Nach Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de können auch Gäste ins SFN kommen.

Stream: www.sfn-kassel.de/live

Sternkarte: Stellarium




Breaking News: Da war es weg, das Schwarze Loch....

 Embargo bis 2.3., 9.30 Uhr

Die folgende Meldung ist ein Paradebeispiel für das Funktionieren von Wissenschaft:

Im Jahr 2020 wurde von der ESO veröffentlicht, dass im 1120 +/- 66  Lichtjahre entfernten System HR 6819 das uns nächststehende stellare Schwarze Loch SL mit dem 2,2 m Teleskop auf La Silla beobachtet wurde.

2020 wurden Beobachtungen aus 2004 bestätigt, die zeigen, dass ein Stern mit einer Periode von 40 Tagen um ein unsichtbares Objekt kreist. Ein zweiter Stern lief um beide Objekte in größerem Abstand herum.

Die beiden Sterne sind am Südhimmel gemeinsam sogar mit freiem Auge zu sehen. Es ist ein photometrischer Doppelstern ("Bedeckungsveränderlicher") mit 5,31 mag und 5,38 mag, zusammen als 5,35 mag zu sehen. Die Bezeichnung QV Tel ist auch üblich.

Schon damals hatte eine Doktorandin der Universität Leuven eine alternative Interpretation, nach der es kein SL, sondern nur zwei sich umkreisende Sterne gibt.

Nun haben beide Gruppen zusammengearbeitet und das System mit dem VLTI (Interferometer aus vier  8,4 m Teleskopen) viel genauer untersucht.

Es wurden eindeutig nur 2 Lichtquellen nachgewiesen, die sehr eng beieinander stehen, nur 50 Millionen km getrennt (1/3 AE). Sie umkreisen sich mit der beobachteten Lichtwechselperiode von 40 Tagen. Weitere Bewegungen, d.h. Hinweise auf ein SL, sind nicht zu sehen.

Alle anderen, früher falsch interpretierten, Beobachtungen lassen sich durch ein sehr kurzlebiges Vampirstadium erklären:

Einer der beiden Sterne zieht gerade riesige Materieströme vom anderen Stern ab.

Die Arbeit mit der neuen Interpretation der Daten erscheint
heute in astronomy & astrophysics.

Bilder:

Bild 1: So stellte man sich das System 2020 vor.

Bild 2: So stellt man es sich heute vor...

Video: Simulation

credit: ESO/Calcada







Dienstag, 1. März 2022

M101 von der Sababurg aus gesehen

 David Scherf hat die extrem klaren Nächte genutzt.

Er schreib in unserem Forum:

Die letzten Tage waren wirklich super, um Daten zu sammeln und die beginnende "Galaxie Season" einzuleiten: kein störendes Mondlicht, kaum Wind und trockene Luft. Das Bild von M101 habe ich in der Nacht vom Sonntag auf Montag bei der Sababurg aufgenommen. Belichtungszeit: fast vier Stunden( 9x 300 s mit OptolongLExtreme Filter, um das H Alpha und das OIII  Signal zu stärken, sowie 38 x 300 sec Breitbandaufnahmen, Sensortemperatur - 20°C, Nachführfehler nur bei 1 "



Orion verschwindet hinter einem Lichtvorhang

Der Winter scheint zu Ende zu gehen, und auch die Wintersternbilder wie Orion, Stier und Großer Hund nähern sich immer früher dem Horizont.

Ich dachte an ein "Abschiedsbild" von der Westseite des Rammelsberges aus, über Herkules und Schloss...aber es war recht dunstig. Die Beleuchtung der historischen Gebäude erzeugte einen hohen Lichtvorhang, hinter dem Orion sich dem eigenen Untergang zuwandte.

Aufnahme 22.34 Uhr Weitwinkel, 1:2,8,  13 sec, ISO 640