Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 7. Februar 2021

Besucher auf dem Mars, Teil 1 Perseverance (USA)

 Im Februar werden drei Missionen beim Mars ankommen. Die USA und China werden Rover landen, die Vereinigten Abrabischen Emirate eine Sonde in die Marsumlaufbahn bringen.

Über alle drei Missionen will ich wichtige Fakten in dieser Mini-Serie zusammenstellen:

Rover Perseverance ("Ausdauer"), USA

Am 18.2. soll der Rover von einer Landesonde im 45 km großen Krater Jezero abgesetzt werden.

Das wird spannend, denn statistisch gesehen gelingt tnur jede zweite Marslandung wirklich....

Der Rover ist ein umgebauter Rover der Curiosity Entwicklung- Curiosity abgiert  seit über 8 Jahren erfolgreich auf dem Mars. Das hat Geld gespart, bringt aber auch Sicherheit.

Die Hauptaufgabe von Perseverance ist die Suche nach fossilen Hinweisen auf früheres mikrobiologisches Leben auf dem Mars.

Im Krater sind Strukturen eines alten Schlamm/Fluß - Deltas zu sehen. Wenn es jemals Leben auf dem Mars gab, dann in solchen Gebieten!

Natürlich können Gesteinsproben analysiert werden. Einige werden auch verstaut, falls mal jemand sie abholen möchte...

Erstmals wird man live Geräusche vom Mars übertragen.

Absolut neu ist ein kleiner 1,8 kg schwerer, Heliokopter, der solarbetrieben einmal am Marstag für etwa 2 Minuten fliegen kann. In einer Höhe von etwa 5 m ist die Reichweite ungefähr 300 m.

Natürlich wird er den Erkundungsradius des Rovers vergrößern, aber es geht um die Frage, ob und wie man in einer Atmosphäre, deren Dichte nur 1% der Erdatmosphäre beträgt, autonom fliegen kann. Für Steuerungsbefehle von der Erde ist die Übertragungszeit zu lange. 

Bilder (NASA/JPL):

Krater Jezero mit Delta 

Landevorgang

Absetzen des Rovers

Rover bei der Arbeit

Erster Flug auf dem Mars (Video)





Samstag, 6. Februar 2021

Erstes Astro-Treff Online

 Der erste Versuch...es gab 13 Beiträge, 16 Likes und 13 Kommentare...

Falls der Tag der Astronomie ausfallen muss, vielleicht eine Möglichkeit etwas gemeinsam zu machen...online.

Das Padlet bleibt bestehen, man kann da noch nachschauen oder es nutzen.

https://padlet.com/kphaupt53/bgpgy8cmfmas7zao

Astro-Treff vom 6.2.


 

Dopplereffekt in der Astronomie XI: Wie Zwicky die Dunkle Materie entdeckte

Fritz Zwicky( 1898 - 1974) war ein später in Amerika lebender Schweizer Astronom. Er führte als erster Supernovae auf einen Gravitationskollaps zurück und vermutete Neutronensterne als Folgeobjekte. Einstein untersuchte Sterne als Gravitationslinsen und verwarf die Idee, Zwicky zeigte, dass Galaxien Gravitationslinsen sein können.


 Die bedeutendste und folgenschwerste Idee hatte er 1933. Als Erster benutzte der den Virialsatz bei der Untersuchung von Galaxienhaufen und entdeckte dadurch die Dunkle Materie.

Zum Virialsatz:

Ich halte den Virialsatz für bedeutender als den Energieerhaltungssatz. Er stellt einen Zusammenhang her zwischen der kinetischen Energie und der potenziellen Energie eines Systems.

Wer sich mehr darüber informieren möchte, sollte meinen letzten Post im Physik Blog lesen:

https://www.natur-science-schule.info/post/der-virialsatz-grundlegender-als-energieerhaltung

Vertiefung: Virialsatz

 Wir übernehmen hier den Virialsatz für das abgeschlossene System eines Galaxienhaufens, das komplett durch  die eigene Schwerkraft bestimmt ist.

Dann ist der Mittelwert der kinetischen Energie Wkin aller Galaxien bestimmt durch den Mittelwert der potenziellen Energien Wpot.:

Wkin = -1/2*Wpot

Mit recht guter Näherung kann man die potenzielle Energie durch die Größe (Radius R) und die Masse M des Galaxienhaufens ausdrücken:

Wpot = G*M²/R, wobei G die Gravitationskonstante ist.

Um die mittlere kinetische Energie zu bestimmen, braucht man aber die Geschwindigkeit:

Für eine Galaxie der Masse m ist Wkin =1/2*m*v².

Galaxienhaufen sind aber so weit entfernt, dass wir direkt keinerlei Bewegungen erkennen können.

Aber wir haben ja den Dopplereffekt:

Die Bewegung der Lichtquelle bei der Lichtaussendung führt zu einer messbaren Wellenlängenänderung.

Das haben wir in den vorherigen Posts ausführlich an vielen Beispielen schon besprochen.

Leider wissen wir bei Galaxienhaufen nicht, in welcher Richtung ihre Bewegung geht. Der Dopplereffekt zeigt uns nur die Geschwindigkeitskomponenten in Blickrichtung an.

Aber Zwicky nahm an, dass die Geschwindigkeiten der Galaxien in einem Galaxienhaufen beliebig in alle Richtungen verteilt sind. Dann kann er den Mittelwert in eine Richtung (und den kann er ja aus der Dopplerformel erhalten) einfach mit 3 multiplizieren und er hat den Mittelwert für die Gesamtgeschwindigkeit.

Der von Zwicky untersuchte Comahaufen, NASA

 So, was musste er tun?

- Von möglichst vielen Galaxien eines Galaxienhaufens über den Dopplereffekt die Geschwindigkeit in radialer Richtung messen.

- Mittelwert bilden und mit 3 multiplizieren.

- Damit über die bekannte mittlere Masse einer Galaxie die mittlere kinetische Energie berechnen.

- Über den Virialsatz erhält er dann die potenzielle Energie des Haufens.

- Zwicky hat mit dem Comahaufen gearbeitet. Über die Beobachtung von Cepheiden in einzelnen          Galaxien war dessen Entfernung bekannt. Aus der Winkelausdehnung am Himmel konnte man somit      den Radius des Haufens berechnen. 

- Damit konnte Zwicky aus der mit dem Dopplereffekt über den Virialsatz  berechneten potenziellen Energie die Gesamtmasse des Haufens berechnen, also die Masse von allem, was im Haufen Schwerkraft erzeugt.

Zwicky erhielt für die Gesamtmasse des Comahaufens 70 Billionen Sonnenmassen.

Aus der Leuchtkraft der Galaxien kam er aber nur auf 70 Milliarden Sonnenmassen.

Das war eine Diskrepanz um den Faktor 1000.

Im Comahaufen steckt also nach Zwickys Beobachtungen 1000 Mal mehr Materie, die Schwerkraft erzeugt, als die, die wir in Form von leuchtenden Galaxien sehen.

Aus dieser gewaltigen Diskrepanz folgerte er die Existenz der Dunklen Materie, die bis zu sechsmal häufiger ist als normale Materie und genau wie diese die Schwerkraft erzeugt.

Anmerkung: Zwickys Faktor 1000 ist zu hoch. Ein Teil der Diskrepanz kann inzwischen durch intergalaktisches Gas und Zwerggalaxien erklärt werden.

 


 


 


Freitag, 5. Februar 2021

Sternenhimmel im Februar

 

Halbmond im Goldenen Tor der Ekliptik

  Nach dem Neumond am 11.2. kann man am 13.2. die schmale Mondsichel tief im SW sehen. Von Tag zu Tag wird die Sichel breiter, der Mond steht abends noch Sonnenuntergang höher und weiter im Süden.

Das ist eine unmittelbare Folge der Bewegung des Mondes um die Erde herum. Immer mehr von der sonnenbeschienenen Hälfte wird für uns dadurch sichtbar.

Hoch am Himmel sehen wir abends den rötlich leuchtenden Planeten Mars im Süden. Wer ein Fernglas besitzt, kann rechts unterhalb des Mars den Planeten Uranus sehen.

Das war es aber auch schon mit Planeten im Februar.

In die Sternkarte, die den Sternenhimmel Mitte Februar Richtung Süden zeigt, ist die Position des Halbmondes am 19.2. eingezeichnet.

Der Halbmond steht dann genau zwischen zwei rötlich leuchtenden Himmelsobjekten.

Links sieht man Aldebaran im Stier.

Der 67 Lichtjahre entfernte Stern hat etwa die Masse unserer Sonne, aber er ist wesentlich älter. Er ist schon an seinem Lebensende angekommen und hat sich zu einem Riesnestern aufgebläht: Er ist 45-mal so groß wie die Sonne. Rötlich leuchtet er, weil seine Oberflächentemperatur auf 3500 Grad gesunken ist. Bis die Sonne so weit ist werden noch einige Milliarden Jahre vergehen.

Rechts vom Halbmond steht der Mars, ein Planet, der um unsere Sonne kreist. Seine rötliche Farbe erhält er von der rostigen Oberfläche, die viel Eisenoxid enthält und deshalb hauptsächlich rotes Licht reflektiert.

 Rechts von Aldebaran stehen die Hyaden, das ist eine V-förmige angeordnete Ansammlung sehr junger Sterne, etwa 150 Lichtjahre entfernt. Oberhalb vom Halbmond sehen wir die Plejaden, das Siebengestirn. Die 445 Lichtjahre entfernte Sternansammlung ist gerade mal 100 Millionen Jahre alt. Das sind so die jüngsten Sterne, die man mit freiem Auge sehen kann.

Den Bereich zwischen Hyaden und Plejaden nennt man das „Goldene Tor der Ekliptik“, weil hier immer Planeten, Mond und Sonne hindurch wandern, so wie der Mond am 19.2..

Auch Mars wird dies im März tun, sogar dicht an den Plejaden vorbeiziehen.

 Aldebaran ist der hellste Stern im Sternbild Stier. Links unterhalb vom Stier sehen wir den Orion mit dem linken Schulterstern Beteigeuze und dem rechten Fußstern Rigel. Unter den drei Gürtelsternen erkennt man als nebeliges Fleckchen ein großes Sternentstehungsgebiet.

Der Orion, der Himmelsjäger, wird gefolgt vom Großen Hund mit Sirus und dem Kleinen Hund mit Procyon als jeweils hellste Sterne.

Umgeben werden diese Wintersternbilder von den Zwillingen mit Castor und Pollux und dem Fuhrmann mit Capella als hellstem Stern.

 Schon am nächsten Abend hat der Mond das Goldene Tor verlassen. Am 23.2. steht er unterhalb von Castor und Pollux. Schließlich ist am 27.2. Vollmond, dann sieht man den Mond die ganze Nacht über von Osten nach Westen ziehen.

 Planeten im Februar

Merkur: unsichtbar, zu dicht bei der Sonne

Venus: unsichtbar, zu dicht bei der Sonne

Mars: abends hoch im Süden

Jupiter: unsichtbar, zu dicht bei der Sonne

Saturn: unsichtbar, zu dicht bei der Sonne

  Aktuelle Informationen

Im Blog https://astronomiekassel.blogspot.com

erhält man   mehr als 12-mal pro Woche aktuelle Informationen zum Sternenhimmel über Nordhessen aber auch zu neuen Forschungsergebnissen der Astronomie

 Sternkarte: Blick nach Süden, 19.2. gegen 19.00 Uhr (stellarium)


 

Astro-Treff am Samstag

 Am Samstag, 6.2., kann man zwischen 19 und 20 Uhr live chatten, Bilder- und Texte austauschen, Videos ansehen, Fragen loswerden, ...alles, was mit Astronomie zu tun hat, ist erlaubt. Jede/r sieht immer alles!

Schon vorher kann man gerne etwas gestalten, sollte aber am Samstag dann live dabei sein!

Hier der Link:

Astro-Treff

https://padlet.com/kphaupt53/bgpgy8cmfmas7zao




Donnerstag, 4. Februar 2021

SOFIA forscht in Deutschland

 

SOFIA, das „fliegende Teleskop“, zu Gast in Köln/Bonn

Für eine Wissenschaftskampagne, die erstmals von deutschem Boden aus stattfindet, ist SOFIA, das fliegende Infrarot-Observatorium, für sechs Wochen zu Gast am Flughafen Köln/Bonn.

SOFIA („Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy”) ist eine umgebaute Boeing 747SP mit einem 17 Tonnen schweren Teleskop an Bord. Regelmäßig heben damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab, um die Entstehung junger Sterne und Planetensysteme zu beobachten, die Milchstraße zu untersuchen und vieles mehr. SOFIA wird gemeinsam von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben.

Für die aktuelle Mission, die von Anfang Februar bis Mitte März 2021 stattfindet, sind vom Köln Bonn Airport aus circa zwanzig Flüge in einer Höhe von 11 bis 13 Kilometern über Westeuropa und dem Nordatlantik vorgesehen. Die Flüge finden nachts statt; der Abflug erfolgt am frühen Abend und die Rückkehr vor Sonnenaufgang.

 

Mehr Infos 

 Die Flugpläne für die Wissenschaftsflüge über Europa sollen in den
nächsten Tagen auf
https://www.sofia.usra.edu/science/proposing-and-observing/flights/cycle-8
veröffentlicht werden. Dort befinden sich dann auch die Start- und
Landezeiten.

 


  


 

Mars unterwegs

Mal wieder der Blick durch kurze Wolkenlücken am Abend: Donnerstag,18.26 Uhr 

Mars und Plejaden gemeinsam im Bild. In einem Monat wird Mars direkt unterhalb der Plejaden stehen. 

Von Uranus ist er deutlich abgerückt.

Aber auch Uranus hat an Fahrt zugelegt, deutlich ist jetzt seine Positionsveränderung gegenüber der beiden Sterne zu sehen, mit denen er ein Dreieck bildet.




Alpenglühen im Kaukasus

 Die Bergspitzen des Kaukasus werden noch von der  untergehenden Sonne beleuchtet und ragen weit in die Dunkelheit hinein.

Für einen kurzen Moment gaben heute Morgen um 7.00 Uhr die Wolken den Blick zum abnehmenden Halbmond frei.





Mittwoch, 3. Februar 2021

Dopplereffekt in der Astronomie X: Der Dopplerkern

 Der Dopplereffekt macht sich auch im Atomaren bemerkbar.

Wir wissen ja, dass Atome nur bei ganz bestimmten Energiebeträgen absorbieren und emittieren können.

Ein Elektron muss mit der Energie h*f des Photons einen Quantensprung zu einem höheren Niveau machen können.

Hat das Photon zu wenig oder zu viel Energie, passiert nichts...

Und umgekehrt: Macht ein Elektron einen Quantensprung zu niedrigerer Energie, dann wird genau ein Photon mit der Energiedifferenz abgestrahlt. 

Wir wissen aber, dass die Energie E eines Photons umgekehrt proportional zur Wellenlänge λ des Lichtes ist:

E = h * c / λ

h ist die Plancksche Konstante, die kleinst mögliche Wirkung, und c ist die Lichtgeschwindigkeit.

Wenn man sich Spektrallinien ansieht, sind die aber nicht unendlich schmal.

Einmal sind Spektrallinien die Abbildungen des Eingangsspaltes des Spektrographen, und der kann nicht unendlich schmal sein, sonst käme ja gar kein Licht durch.

Andererseits  gestattet die Unbestimmtheitsbeziehung, dass auch falsche Energiebeträge emittiert oder absorbiert werden können, aber mit einer schnell abfallenden Wahrscheinlichkeit, wenn die Abweichung größer wird.

Registriert man ein Spektrum mit dem Intensitätsverlauf, so entsteht ein Linienprofil, an dem man nichts ändern kann:

Der Spalt ist da und die Unbestimmtheitsbeziehung ein Naturgesetz.

Und nun kommt der Dopplereffekt:

Nehmen wir mal an, ein Photon hat zu wenig Energie für eine Anregung. Fliegt nun, auf Grund der Temperatur, ein Atom zufälligerweise dem Photon entgegen, so hat das Photon für das Atom eine kürzere Wellenlänge. Dadurch steigt die Absorptionswahrscheinlichkeit.

Je heißer das Gas ist, desto mehr können die Wellenlängen abweichen.

Die Geschwindigkeitsverteilung im Gas ist etwa eine Normalverteilung, deshalb sind die inneren Teile eines Linienprofils ungefähr normalverteilt.

Wir nennen sie den Doppler-Kern.

Noch stärkere Abweichungen sind durch die gegenseitigen Störungen der Atome durch die Dichte und den Gasdruck möglich. Der äußere Teil eines Linienprofils heißt deshalb Dämpfungsflügel. Er gleicht einer 1/x-Funktion. 

Voigt, Abriss der Astronomie

Wasserstofflineiein Emission, Universitätssternwarte München

Wasserstofflinie in Absorption, eigene Aufnahme




Dienstag, 2. Februar 2021

Live in der Sternwarte auf dem SFN

 Astronomie:

 Live in der Sternwarte auf dem SFN 

unter www.sfn-kassel.de/live 

am Fr, 5.2., 19.00 Uhr

Mal sehen, ob wir das Dach öffnen können....

 

Zur Sternwarte auf dem SFN

 


 

Warum die Sonne am Rand dunkler ist...

 Ich spreche von der sog. Mitte-Rand-Variation oder Randverdunklung der Sonnenscheibe.

Beim Sonnenuntergang mit freiem Auge, ansonssten aber von Bildern her, kennt man den Anblick der Sonnenscheibe so, dass sie im Zentrum besonders hell ist.

Sonne mit Randverdunklung am 1.2., SDO

 

Woran liegt das?

Von Innen her, bis an den Rand der etwa 400 km dicken Photosphäre, nimmt die Temperatur der Sonne ab.

Über der Photosphäre steigt sie wieder an, aber da die Gase der Chromosphäre und Korona extrem dünn sind, nehmen wir dieses helle Leuchten nicht wahr.

Das Licht vom Sonnenrand kommt aus höheren, damit kühleren Schichten (etwa 4500 K) der Photosphäre zu uns. Deswegen erscheint uns der Sonnenrand dunkler.

In der Mitte der Sonnenscheibe blicken wir in tiefere, heißere Schichten (etwa 6000 K). Dort wird mehr Energie abgegeben.

Das Stefan-Boltzmannsche Gesetz sagt, dass die Energieabgabe mit der vierten Potenz der absoluten Temperatur (in Kelvin) anwächst. Also schon geringfügige Temperaturänderungen führen zu deutlichen Helligkeitsänderungen (in usnerem Beispiel zu einem Faktor 4).

Aber woran liegt das denn nun?

In einem Gas kommt Licht nicht weit...sehr schnell wird es von Gasatomen absorbiert und sofort danach erneut in jede beliebige Richtung ausgesandt.

Wenn die Absorptionswahrscheinlichkieit der oberen Schicht etwa 37% beträgt (das ist 1/e), spricht man von der optischen Tiefe 1 und geht davon aus, dass dieses Licht in der Regel aus dem Gas herauskommt.

Also: Das Sonnenlicht kommt aus einer Tiefe der optischen Dicke 1! Das entspricht immer einer gleichlangen Strecke entlang des Sehstrahles...also am Sonnenrand in Richtung zur Erde, fast tangential zur Sonnenkugel. In der Scheibenmitte ist das der direkte Weg nach außen.

aus Gondolatsch, Groschopf, Zimmermann, Astronomie I, klett

 Somit wird die optische Tiefe 1 am Sonnenrand weiter oben erreicht (weil wir schräg hineinsehen müssen) als im Scheibenzentrum (da sehen wir senkrecht hinein).

Mit Hilfe von Modellrechnungen kann man aus dem Verlauf der Randverdunklung die Temperaturschichtung der Photosphäre berechnen. 

Interessant ist, dass die Randverdunklung für blaues Licht deutlich stärker als für rotes Licht ist. Sollte man mal mit Farbfiltern ausprobieren...

 


Übrigens: Die Korona zeigt eine Randaufhellung. Das Gas ist so dünn, dass wir es beim direkten Aufblick kaum wahrnehmen. Aber am Sonnenrand entlang gesehen, erreicht viel Licht der Korona unsere Teleskope, der innere Teil der Korona erscheint aufgehellt.

Randaufhellung der Korona vom 1.2., SDO, 17,1 nm




Montag, 1. Februar 2021

Orion trotz der Wolkenfront

 Zwar schon recht eingenebelt, besonders weil über der hellen Stadt stehend, war am Sonntagabend um 18.30 Uhr Orion noch gut zu erkennen.




Uranus fängt an sich zu bewegen

 Bevor die nächsten Wolken kommen, habe ich am Sonntagabend um 18.23 Uhr noch einmal ein Bild von Mars, Uranus und den Plejaden gemacht.

Gut, Mars rast weiter durch die Sternbilder...

Anfang März wird er unterhalb der Plejaden vorbeiziehen.

Aber zum ersten mal seit Wochen hatte ich den Eindruck, dass sich das kleine Dreieck, dessen rechte Ecke Uranus bildet, verändert hat.

Und in der Tat: Seit dem 20.1. hat sich Uranus am Himmel verschoben. Zwischen den 14.1. und dem 20.1. kann man keine Veränderung erkennen.

Das bestätigt auch die Simulation mit Stellarium.

In der Tat war Uranus nach seiner Opposition stationär und ist jetzt wieder rechtläufig, d.h. er bewegt sich am Himmel wie Mars nach links, nach Osten.





Sonntag, 31. Januar 2021

Film im offenen Kanal Kassel

 Der Film: SOFIA - Das fliegende IR-Teleskop wird am Montag um19.40 Uhr und 23.40 Uhr sowie am Dienstag, Samstag und Sonntag jeweils um 11.40 Uhr und 15.40 Uhr gesendet.




Morgendämmerung

 Um 7.07 Uhr blickte ich in Richtung SO, ein nahezu wolkenfreier Himmel kündigte einen Sonnen -Tag an. Leider zog es gegen Spätnachmittag wieder etwas zu.

Zweite Aufnahme um 10.55  Uhr.


 


Der Stachel im morgendlichen Mondlicht

 Am Sonntag früh stand der Stachel des Skorpion in der beginnenden Morgendämmerung, aufgehellt durch den noch fast vollen Mond.

Blick nach SSO um 6.33 Uhr



Angebissener Mond

 Im Laufe der Nacht zum Sonntag klarte es imm er mehr auf. In den Morgenstundne war der Himmel dann wolkenfrei.

Das Mondbild entstand um 6.27 Uhr, 2,5 Tage nach Vollmond.

Der Ostrand des Mondes (von uns aus gesehen ist das die westliche, rechte, Seite) erlebt schon den Sonnenutnergang und viele Kraterformationen werden plastiosch sichtbar.

Auffällig sind zwei "Bissstellen" am Mond. 

Das Mare Foecundidatis ragt in den Schattenbereich rein, ebenso das Mare Crisium. Das sieht aber noch auffälliger aus, da das Randgebirge vom Mare Crisium noch im Sonnenlicht steht.

Auch das Vallis Rheita, mit 510 km eines der längsten Mondtäler ist an der Schattengrenze sehr gut zu sehen.




Samstag, 30. Januar 2021

Dopplereffekt in der Astronomie IX: Erdbeben auf der Sonne

 Den Titel bitte nicht wörtlich nehmen.. es geht um Helioseismologie: Die Erforschungen des Sonneninneren durch Ausbreitung von Schallwellen.

Wo kommt denn der Schall auf der Sonne her?

Ganz klar...weil riesige Gasblasen regelrecht blubbern...fachlicher ausgedrückt: Strömungen sorgen für das Aufsteigen heißer Gasblasen, die aufplatzen und Wärme abgeben und dann erkaltet absinken. Das Phänomen nennt man Granulation und die Gasblasen (jeweils etwa so groß wie Deutschland) Granulen.

Diese Granulen regen also ständig Schallschwingungen in der Sonne an, die an der Außenseite und dem dichten Kern reflektiert werden und letztlich zu Resonanzen, stehenden Wellen, führen.

Die Sonne klingt wie eine Glocke...die Granulen sind der Klöppel.


 

Wie kann man diese Resonanzschwingungen erkennen? Reinhören geht ja nicht...

Verschiedene Bereiche der Photosphäre schwingen und diese Schwingungen führen zu lokalen Auf- und Abwärtsbewegungen. Die aber kann man mit dem Dopplereffekt an den Spektrallinien ausmessen.

Über 10 Millionen akustische Eigenschwingungen konnten bisher identifiziert und genauestens vermessen werden. Damit konnten Sonnenmodelle aufgestellt werden, die den Verlauf von Druck, Temperatur und Dichte mit Genauigkeiten von 0,1% beschreiben.

Zwei Beispiele von Ergebnissen zeigen die Abbildungen aus Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.

 Konvektionsströmungen unter der Sonnenoberfläche:


Temperaturverteilung unter einem Sonnenfleck (+/- 500 K)

 


 

Die Technik zeigen die nächsten beiden Bilder:



 


Der Eingangsspalt des Spektrographen wird quer über die Granulation gelegt. Dann erkennt man die Auf- und Abwärtsbewegungen der Gase durch leichte Verschiebungen der Spektrallinien nach Blau oder Rot. Man nennt das "wiggeld"-Spektrallinien (verschlängelte Spektrallinien).

Aus diesen Verschiebungen der Wellenlängen kann man die lokalen Geschwindigkeiten bestimmen.

Hinweis: Der Kult um die Erhaltungssätze

 In meinem Physik-Blog habe ich einen neuen Post veröffentliocht:

Der Kult um die Erhaltungssätze

Nachzulesen:

 https://www.natur-science-schule.info/phy

Zum Physik-Blog 


 

Freitag, 29. Januar 2021

Mars, der Wanderer unter den Planeten

Wie üblich...am Abend zogen sich die Wolken für ganz kurze Zeit zeitweise zurück...

 Hoch im Süden stand am Freitag um 19.00 Uhr Mars zwischen Widder und Walfisch.

Vergleicht man mit dem Post vom 24.1., so erkennt man, dass Mars deutlich weiter nach links oben gewandert ist.

Uranus steht immer noch an der rechten Ecke des kleinen Dreiecks...

Kurze Zeit später haben ihn die Wolken wieder bedeckt.