Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Montag, 17. April 2023

Der Sternenhimmel am Roque de los Muchachos

 Fast 2500 m hoch ist der Gipfel des Vulkankegels, wenige hundert Meter tiefer liegt die Sternwarte mit dem größten Teleskop der Erde (da gibt es in den nächsten Posts Bild- und Videoberichte).

Und schließlich etwa auf 2100 m Höhe kann man von der Straße aus  über die Sternwarte hinweg Richtung Süden schauen.

Die Aufnahmen ( 21.45 Uhr bis 22.00 Uhr) sind alle mit Weitwinkel gemacht, 20 Sekunden bei ISO 1200 belichtet.

Bild 1: Die roten Lichter gehören zur Unterkunft der Astronomen und Techniker (Residenzia), darüber sieht man zwei Kuppeln, die rechte gehört zum GTC. Am rechten Bildrand zieht sich die Milchstraße aus dem Sternbild Schiffssegel nach oben.

Bild 2: Wir sehen die helle Venus, neben ihr die V-förmig angeordneten Hyaden mit Aldebaran, rechts unterhalb stehen die Plejaden.

Der zur Venus hochragende Lichtkegel ist das Zodiakallicht. Es ist an Staub längs der Erdbahn reflektiertes und gestreutes Sonnenlicht.

Bild 3: Venus, Hyaden, Aldebaran stehen am rechten Bildrand. Daneben kommt der Orion, links oben steht Beteigeuze, die drei Gürtelsterne und der Orionnebel als kleiner Lichtfleck darunter  sind ebenfalls zu sehen. Rigel ist der untere rechts Stern des Orion.

Eine Sternschnuppe fliegt durch das Bild.





Sonnenuntergang am GTC

 Am Sonntag war ich Gast am größten Fernrohr der Erde, dem 10,4 m Teleskop GTC.

Zuerst einmal der Sonnenuntergang in 2300 m Höhe, unterhalb des Gipfels vom Roque de Los Muchachos. Die Aufnahmen entstanden am Sonntag zwischen 20.30 Uhr und 21.15 Uhr.

Im letzten Bild sieht man Venus neben der Kuppel. Aldebaran steht links von Venus.







Sonntag, 16. April 2023

Mondsichel vier Tage vor Neumond

 Am Donnerstag ist Neumond, entsprechend schmal ist die Sichel. Der abnehmende Mond zeigt wenig Strukturen, da weite Teile von Mare belegt sind. Die Aufnahmen entstanden heute um 7.18 Uhr Ortszeit in La Palma.





Mars bedrängt Überriese: Der Abschied

 Am Sa, 15.4. ist Mars deutlich weiter nach links oben gewandert und hat nun keine enge Konjunktion mehr mit Mebsuta.

Die Aufnahme ist am Samstag gegen 22.02 Uhr gemacht worden.



Samstag, 15. April 2023

Besuch im Sternenpark auf La Palma, Teil 4: It is magic

 Unterhalb des GTC entsteht das  CTA....

Das GTC ist ja das 10, 4 m Teleskop (siehe vorletzten Post). CTA steht für Cerenkov Telescope Array

Ein Cerenkov Teleskop untersucht hochenergetische Gammastrahlung, aber auf ganz besondere Weise.

Bei vielen Prozessen im Kosmos, z.B. Supernovae, entstehen hochenergetische Gammaquanten. Diese donnern in der Erdatmosphäre auf Atomkerne und lösen riesige Schauern von Elektronen und Protonen aus, die unter einem breiten Winkel mit fast Lichtgeschwindigkeit zur Erde fliegen. Dabei sind sie schneller als das Licht in der Atmosphäre und erzeugen ein bläulich leuchtende sichtbare, aber extrem schwache, Strahlung. So ähnlich wie beim Überschall- Machschen Kegel eines Objektes, dass schneller als der Schall ist.

Dieses Leuchten wir nun mit einfachen Spiegeln aufgefangen, tolle Abbildungen sind nicht nötig, man möchte nur die Richtung haben.

Zei Teleskope, Magic I und II, sind als Prototyp entwickelt worden und werden nun abgebaut.

Seit 2018 arbeitet das LST, es kann innerhalb von 30 Sekunden beim Auftauchen eines Gamma-Events, das innerhalb von Minuten abklingt,  auf jeden Punkt des Himmels ausgerichtet werden. Deshalb die leichte Konstruktion.

Auch eine Kuppel ist störend, weil die Cerenkovstrahlung aus einem breiten Lichtkegel kommt und da wäre der schmale Kuppelspalt ein Hindernis.

Bild 1: LST vom CTA, im Hintergrund das GTC.

Bild 2: Man sieht die einzelnen Kacheln des LST. Es ist 45 m hoch, wiegt 100 Tonnen und ist empfindlich für Gammastrahlung von 20 GeV bis zu 3 TeV. Der Gesamtdurchmesser liegt bei 23 m.

Bild 3: Noch drei weitere LST sollen gebaut werden, ebenso mehrere mittlere (MST) und kleine Instrumente, die alle zu einem Array zusammengefasst werden.

Das MST hat einen Spiegeldurchmesser von 12 m, ist 27 m hoch und wiegt 82 Tonnen. Es reagiert auf 80 GeV bis 50 TeV.

In dem zylinderartigen Gebäude laufen die Daten zusammen.

Bild 4: Links das alte MAGIC II, rechts LST. Unter der Kuppel ist ein LIDAR, mit dem man die Güte der Luft messen kann. Und wer findet die schmale Mondsichel?

Bild 5: Eine der Baustellen für das nächste LST.

Bild 6 und 7: LST

Bild 8: Ich war persönlich da...











Mars bedrängt Überriese: Kontakt

 Am Freitag war die größte Annäherung zwischen Mars und dem Stern Mebsuta.

Das erste Bild zeigt das Sternbild Zwillinge etwa im gleichen Maßstab wie in den früheren Posts.

Das zweite Bild mit kleinerer Brennweite eher den Anblick mi freiem Auge. Da sind die beiden Objekte nur schwer getrennt wahrnehmbar.

Beide Bilder entstanden am Freitag um 22.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ)

Eben habe ich auch noch Bilder von Christian Hendrich bekommen (er ist übrigens nicht zu Hause, sondern in der Eifel, also etwas dichter an La Palma...).

Ich übernehme sein Vergleichsbild vom Donnerstag und Freitag.

Da kann man nochmal schön die Bewegung des Mars direkt erkennen.

Man merkt übrigens an der Neigung dass wir von verschiedenen Richtungen auf die Szene schauen.





Freitag, 14. April 2023

Besuch im Sternenpark auf La Palma, Teil 3: Das größte Teleskop der Erde

 Seit 2009 ist das mit 10,4 m Durchmesser größte Teleskop der Erde in Betrieb. Heute konnte ich mit Kike das Innere besichtigen.

Bild 1: Es ist schon beeindruckend, wenn man vor der 46 m hohen Kuppel steht.

Bild 2: Da immer irgend welche Teile herunterfallen können, und sei es ein Schraubenzieher, darf man nur mit Helm in das Innere. Die roten Streben sind die Stützen für das 500 Tonnen schwere Teleskop. Es schwimmt auf einer etwa 1 mm dicken Ölschicht (unter hohem Druck). In Bewegung konnte ich es heute nicht sehen, da Innen und Außen (siehe letztes Bild) an der Kuppel gearbeitet wurde.

Bild 3: Erst die Superweitwinkelaufnahme mit dem Handy ermöglicht einen Überblick....

Bild 4 und 5: Das Fernrohr hat eine Brennweite von 170 m. Am Ende des Teleskops ist die Kamera für den optischen Bereich OSIRIS. Sie kann geöffnet werden und mit neuen Filtern oder Masken bestückt werden.

Am seitlichen Fokus hängt die 6 Tonnen schwere Kamera für das nahe IR. Sie darf  nur in einem staubfreien Raum gewartet werden.

Beide Kameras decken einen Wellenlängenbereich von 365 nm bis 1050 nm ab.

Bild 6 und 7:Blick auf den ersten Umlenkspiegel am anderen Ende des Teleskops

Bild 8: Der Hauptspiegel besteht aus 36 Segmenten mit jeweils 450 kg. Jedes Segment kann durch Aktuatoren justiert werden. Diese sieht man hier auf dem Bild.

Bild 9: Wer entdeckt den "Bergsteiger" auf der Kuppel?

Im nächsten Post geht es um die Cerenkovteleskope.
















Besuch im Sternenpark auf La Palma, Teil 2

 Am Freitag war ich wieder für viele Stunden oben auf dem Berg.

Von Kike, der auch auf der Sternwarte Athena mitarbeitet, habe ich einige Infos bekommen:

La Palma hat eine sehr geringe Staubbelastung und kaum Lichtverschmutzung. Deshalb sind dort die Teleskope für die Nachtbeobachtung. Auf Teneriffa ist die Lichtverschmutzung deutlich höher, deshalb sind da die Sonnenteleskope stationiert.

Damit der gute Standort in LaPalma erhalten bleibt, dürfen z.B. keine Flugzeuge über die Insel fliegen, die Kondensstreifen würden nachhaltig schaden.

Oben, vom Gipfel des Roque de Los Muchachos hat man einen guten Überblick über die zahlreichen Teleskopbauten.

Bild 1: Ich zeige noch mal das GTC Bild vom Sonntag, damals noch mit Wolken. Da gibt es bald zwei Berichte.

Bild 2: Der zutrauliche Rabe war auch schon am Sonntag da..., heute war er total überfressen und hat mir vors Auto gekotzt...Das Bild ohne Rabe kommt als nächstes...

Bild 3: Hier sind viele der kleineren Teleskope zu sehen. Das NOT (Northern Optical Telescope) mit einem Spiegeldurchmesser von 2,5 m steht links. Rechts davon steht das britische Herschel Teleskop (4,6 m). Einen Sonnenturm kann man ausmachen, dann folgen einige Roboterteleskope, sowie Messstationen für Wetter und Luftgüte.

Bild 4: Links hinten ist die Residenz, die Unterkunft für alle Mitarbeitenden, die auf dem Berg bleiben.

Bild 5: Auf der Rückseite geht es tief runter in die Caldera des ehemaligen Vulkans.

Landschaftsbilder habe ich auch meinem Instagramm und Facebookseiten veröffentlicht.

Im nächsten Post gehen wir in das Innere des GTC, dann gibt es Infos über die Cerenkovteleskope.

Wenn alles klappt, kann ich am Montag von den Vorbereitungen einer Beobachtungsnacht am GTC und NOT berichten









Konjunktion Mars-Mebsuta in Deutschland

 Natürlich ist der Mars soweit weg, dass man (nahezu) keinen Unterschied zwischen der Begegnung mit Mebsuta von La Palma aus und Deutschland aus sieht. Dieses Bild hat mir Christian Hendrich eben aus Westhausen (in der Nähe von Ulm) zugeschickt. Es ist von Donnerstag, 23.17 Uhr.



Der Morgen-Mond

 Um 6.40 Uhr stand der abnehmende Mond über den Bergen. Sehr schön it der Krater Kopernikus zu sehen. Wenn man länger belichtet, sieht man auch einige Umgebungssterne und die andere Hälfte der Mondscheibe im Licht der Erde.




Donnerstag, 13. April 2023

Mars bedrängt Überriese: Die Annäherung 4

 Nun ist Mars schon fast am Ziel: Deutlich dichter steht er am Stern Mebsuta in den Zwillingen. Am Freitag wird er die größte Annäherung erreicht haben.

Die Aufnahme ist am Donnerstag um 22.23 Uhr entstanden.




Mars bedrängt Überriese: Die Annäherung 3

 Mars ist ein weiteres Stück näher an den Überriesen Mebsuta in den Zwillingen rangerückt. Am Freitag steht er dicht daneben.

Die Aufnahme entstand am Mittwoch um 21.58 Uhr.





Mi: Venus oberhalb der Plejaden

 Nun ist Venus an den Plejaden vorbeigezogen....

Die Aufnahme entstand am Mittwoch um 21.50 Uhr (Standort 1350 m hoch)



Den Sternen näher...

 Die Großwetterlage fängt an sich zu ändern, es wird kühler, der Himmel blauer.... Trotzdem bin ich von meiner Finka nicht runter ans Meer, sondern aus 650 m Höhe weiter rauf auf 1350 m gefahren. Von dort konnte ich über Puntagorda hinweg den Westhimmel gut sehen.

Die beiden Bilder, am Ende der Dämmerung um 21.42 Uhr und um 21.48 Uhr (Orion) aufgenommen, zeigen, dass selbst dieser kleine Ort mit der vorbildlichen Abdeckung aller Straßenbeleuchtung nach oben noch einen weiten Lichtkegel erzeugt.

Man erkennt noch die untere Staub- und Dunstschicht, über der dann immer mehr Sterne sichtbar werden.

Merkur steht gerade noch oberhalb dieser stark absorbierenden Schicht.







Mittwoch, 12. April 2023

Ein Paradies, nicht nur für Astrofans

 Nur 20 Autominuten von meiner Finka entfernt ( 8 km) liegt oberhalb eines kleinen Ortes auf 908 m Höhe eine Feriensternwarte. Kike, der mich am Freitag auch zu den großen Fernrohren bringt, arbeitet hier mit und hat mich eingeladen. Besitzer ist Kai v. Schauroth, der dieses Paradies geschaffen hat. Gemütlich, schattige Ecken, kleine Wohnbereiche, eine moderne Gemeinschaftsküche, eine gemütliche Bibliothek und viele Beobachtungsplätze für die zahlreichen Instrumente im Lager. Auch zwei Teleskope unter einer Kuppel stehen zur Verfügung.

Athos heißt diese Feriensternwarte.

Ich bin mir sicher, da wird bald eine Gruppe aus Kassel hinfahren....

Wer es nicht abwarten kann: team@athos.org

Kai hat mir auch die ungewöhnlich Wetterlage erklärt:

Für die Jahreszeit vollkommen unüblich, liegt eine Ostströmung vor, die heiße, staubige und dunstige Luft über La Palma bläst.

Die Sonnenuntergangsbilder im Blog zeigen, was das bedeutet...

Bild 1: Blick von der Bibliothek auf einen Teil der Anlage

Bild 2 und 3: Kuppel mit Blick über die Landschaft

Bild 4 und 5: Material, alles zum Ausleihen für die eigenen Beobachtungen: Fernrohre, Zubehör, Kameras

Bild 6: Zwei der Beobachtungsplätze

Bild 7 und 8: Eine Oase der Ruhe und Entspannung, auch tagsüber...

Bild 9 und 10: Bibnliothek, Gemeinschaftsraum und Küche