Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Wo stehen Protosterne im HRD?

 Die Antwort hat mich überrascht...nirgends...

Woran liegt das?

Protosterne entstehen durch den Kollaps einer Molekül- und Staubwolke. Der Kollaps fängt Innen an und wandert dann nach Außen.

Der sich bildende Stern im Inneren wird durch Gasdruck stabilisiert, er ist umgeben von einer einfallenden Hülle aus Gas und Staub. Der Staub wird weiter Innen dann verdampft.

Insgesamt entstehen drei Komponenten der Strahlung:

- direkte Strahlung vom neu entstehenden Stern (sicvhtbares Licht und IR)

- direkte Wärmestrahlung vom Staub in der Akkretionsscheibe

- Strahlung der einfallenden Staubwolken

Die Strahlung des Sternes und auch der Akkretionsscheibe werden von den Staubwolken absorbiert und bei längeren Wellenlängen wieder abgestrahlt.

Die Gesamtstrahlung des Protosternes, also des gesamten Gebietes aus Stern, Hülle und Scheibe, entsteht aus Gebieten unterschiedlicher Temperatur.

Im HRD muss man aber die Leuchtkraft gegen die Temperatur der Schicht auftragen, die die Leuchtkraft erzeugt.

Das geht beim Protostern nicht.

Erst wenn er durch den Staub hindurchscheint, also geboren ist, passen Leuchtkraft und Temperatur zu einem Punkt im HRD zusammen.

Bild 1: künstlerische Darstellung (NASA/JPL/Caltech/R.Hurt(SSC))

Bild 2: Modellrehcnungne zeigen den Weg des sich bildenden Sternes (allein) längs einer Instabilitätslinie (Hayashi-Linie) (LP Uni Göttingen)




Dienstag, 5. Oktober 2021

Stichwort 4: Das HRD

Das HRD (Hertzsprung-Russel-Diagramm) ist eine graphische Darstellung  der Sterneigenschaften. Man trägt die Leuchtkraft eines Sternes (stattdessen nimmt man auch oft die absolute Helligkeit) gegen die Photosphärentemperatur (oft nimmt man dafür auch die Spektralklasse) auf.

Dann liegen fast alle Sterne längs einer Linie, der sog. Hauptreihe.

Alle Sternen der Hauptreihe setzen ihre Energie durch die H-Fusion frei, indem Wasserstoffatomkerne zu Helium verschmelzen.

Rechts oberhalb der Hauptreihe liegen Sterne, die trotz recht niedriger Oberflächentemperatur eine große Leuchtkraft haben. Sie müssen eine große Oberfläche besitzen, es sind Riesen und Überriesen.

Links unten liegen Sterne mit einer hohen Temperatur, die aber nur wenig Energie abgeben. Das müssen kleine Sterne sein, es sind die Weißen Zwerge.

Man kann auch den Lebenslauf eines Sternes im HRD darstellen.

Längs der Hauptreihe sind die Sterne nach Masse geordnet. Oben sind die massereichen Sterne, unten die massearmen. Die Skala geht etwa von 0,5 bis 50 Sonnenmassen.

Wenn die H-Fusion aufhört und die He-Fusion zu Kohlenstoff einsetzt, dann wandert die Position des Sternes im HRD in das Gebiet der Riesen.

Wo aber stehen die Protosterne, also Sterne während ihrer Entstehung?

Bild: LP Uni Goettingen



Montag, 4. Oktober 2021

Neue Videoreihe online

 Ab sofort gibt es Videos als Extrafutter für Schüler und Lehrer...drei sind schon hochgeladen...für Astronomie interessant: Der Kult um die Erhaltungssätze sowie Navigieren nach Sonne und Sternen


auf einer neuen Unterseite der Abteilung Physik von:


www.natur-science-schule.info

KPs Homepage

 

 


Übrigens die Photonenreihe vom letzten Winter hat 85 000 Klicks bis jetzt...

Abendstern für wenige Minuten

 Seit Monaten und noch lange Zerit ist Venus Abendstern. Trotzdem bekommen wir davon kaum etwas mit.

Die Ekliptik steht so flach zum Horizont, dass die Venus fast auf der gleichen Höhe wie die Sonne steht.

Schon kurz nach der Dämmerung geht sie unter.

Am 29.10. hat sie ihren größten östlichen Abstand von der Sonne, da sehen wir sie weit im SSW...aber auch da nur kurz in Horizontnähe.

Am Montag hatte ich Glück. Es klarte rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf, die Horizontwolken zogen sich zurück und ich konnte Venus kurz vor ihrem Untergang um 19.25 Uhr neben dem Turm der Christuskirche in Wilhelmshöhe sehen. Um 19.26 Uhr stand sie schon an den Baumwipfeln des Brasselsberges...

Für Minuten hatten wir einen Abendstern....




Das Stichwort 3: Blazar, Quasar und andere

 Die Zentren von Galaxien sind wichtige Elemente, über die Galaxienentwicklungen aber auch Wechselwirkungn zwischen Galaxien gesteuert werden.

Maßgeblich sind daran supermassive Schwarze Löcher von Millionen zu Milliarden Sonnenmassen beteiligt.

Dies äußert sich in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungen, die zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Mitteln entdeckt wurden und deshalb unterschiedliche Namen haben.

Letztlich aber blicken wir immer auf die Aktivitäten eines supermassiven zentralen Schwarzen Loches, nur aus unterschiedlichen Blickrichtungen, je nachdem wie die Galaxie zu uns orientiert ist und in unterschiedlichen Aktivitätszyklen der galaktischen Zentren:

Der Aufbau ist immer der:

Ein zentrales supermassives Schwarzes Loch ist von einer, teilweise sehr heißen, Akkretionsscheibe umgeben. Senkrecht dazu werden zwei gewaltige Plasmaströme (Jets) ausgesandt, die weit außerhalb der Galaxie das intergalaktische Medium so zusammengedrückt haben, dass es Staueffekte mit Radiostrahlung gibt.

Die Akkretionsscheibe selbst ist noch von einem kühlen Staubring umgeben, der sie teilweise abdecken kann.

Quasar: 

Akkretionsscheibe sehr heiß, strahlt viel Energie ab

Seyfert-Galaxie: 

weniger aktiver Quasar

Blazar: 

Einer der Jets zeigt auf uns

BL-Lacertae-Objekt:  

Blazar mit weniger intensivem Jet

Radiogalaxie: 

Wir blicken seitwärts auf die beiden Jets und sehen die von dne Jetspitzen aufgestauten Gebiete des intergalaktischen Gases in Form der dort erzeugten Radiostrahlung ("Radioblasen").

Es gibt noch einige andere Bezeichnungen, aber die hier erwähnten sind die häufigsten. 

Bild 1: Modell der Radiogalaxie Cyg A (Chandra, Harvard)

Biold 2: Radioblasen bei 5 GHz von Cyg A, VLA, NRAO)







Sonntag, 3. Oktober 2021

Sternenhimmel im Oktober 21

 

Ein neues Fenster in den Kosmos

Es wird Herbst am Himmel

Blickt man Mitte Oktober gegen 21.00 Uhr nach Süden, so leuchtet noch sehr hell der Gasplanet Jupiter, der Ringplanet Saturn neben ihm ist deutlich schwächer. In der Monatsmitte zieht der zunehmende Mond an den beiden Planeten vorbei.

Im Osten sieht man die aufsteigenden Herbststernbilder. Prägend ist das Sternbild Cassiopeia, dessen fünf hellen Sterne den Buchstaben W bilden. Links unterhalb steht der Perseus, einem auf dem Kopf stehenden Y gleichend. Auffallend ist auch das große „Herbstviereck“, das den Körper des geflügelten Pferdes Pegasus bildet. Zwischen Pegasus und Perseus zieht sich die Sternenkette des Andromeda, über deren mittleren Stern man in dunklen und klaren Nächten das Zentrum der Andromedagalaxie mit bloßem Auge erkennen kann.

Weiter können wir ohne Hilfsmittel nicht sehen, diese Galaxie ist 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie besteht wie unsere Galaxis aus vielen Hundert Milliarden Sternen, Planeten, Gas- und Staubwolken.

Ansammlungen von Galaxien, sogenannte Galaxienhaufen, sind die Bausteine des Kosmos. Sie bilden ein gigantisches Netzwerk, das den Raum durchzieht.

Aber was ist Raum an sich?

Albert Einstein untersuchte vor 110 Jahren die Bedeutung von Raum und Zeit. Dabei erkannte er, dass der Raum mehr ist als einfach ein „Behälter“ für Galaxien. Er muss innere Strukturen besitzen, durch die Schwerkraft entsteht und durch die er verformt werden kann. Anschaulich hat es Einstein so formuliert: Materie  sagt dem Raum wie er sich krümmen muss und der gekrümmte Raum sagt der Materie wie sie sich in ihm bewegen muss.

Raum ist mehr als ein Behälter

Nach Einstein kann Raum auch zum Zittern und Schwingen gebracht werden, sogenannte Schwerkraft- oder Gravitationswellen übertragen  Raumverzerrungen in den Kosmos hinein.

Aber um Raum zum Zittern zu bringen, braucht es der gewaltigen Energie eines Zusammenstoßes Schwarzer Löcher oder gar der Entstehung des Universums beim Urknall.

Am 14.9.2015 wurden die ersten Gravitationswellen zweifelsfrei nachgewiesen. Zwei Schwarze Löcher sind in einer fernen Galaxie miteinander verschmolzen und haben Raum und Zeit erschüttert. Vor vier Jahren, im Oktober 2017, gab es dafür den Nobelpreis in Physik.

Die hochempfindlichen, viele Kilometer großen Gravitationswellendetektoren können Raumverzerrungen nachweisen, die einem Promille eines Protonenradius entsprechen. Inzwischen sind 50 Verschmelzungen Schwarzer Löcher beobachtet worden. Im August 2017 konnte sogar erstmals die Verschmelzung zweier Neutronensterne registriert werden. Damals wurden nicht nur Gravitationswellen aufgefangen, sondern auch Gamma- und Röntgenstrahlen sowie sichtbares Licht. Deswegen wissen wir, dass unsere schweren Elemente, wie zum Beispiel Gold, bei der Verschmelzung solcher Sterne aus Neutronen gebildet werden.

In den nächsten Jahren plant man, die Gravitationswellen vom Urknall nachzuweisen: Wir können dann beobachten, wie sich der Kosmos bei seiner Entstehung geformt hat.

Sternkarte:

Anblick des Sternenhimmels Richtung Osten Mitte Oktober gegen 21.00 Uhr

Sternkarte: B. Holstein, AAK

Planeten im Oktober:

Merkur: taucht Ende Oktober vor Sonnenaufgang als Morgenstern im Osten auf

Venus: ist immer noch schwer sichtbarer (Horizontnähe) Abendstern im SW

Mars: Steht zu dicht bei der Sonne

Jupiter: prägt den S und SW des Abendhimmels

Saturn: steht rechts von Jupiter

Öffnung der Sternwarte auf dem SFN:

Vorerst jeden Freitag nur online um 20.00 Uhr mit einem Kurzvortrag zu einem aktuellen Thema und anschließender Sternenführung mit Blick durch die Fernrohre: www.sfn-kassel.de/live

 


 

Extrem dicht

 Am Samstag kam der Jupiter für kurze Zeit durch die Wolken durch, die schwächeren Umgebungssterne blieben verborgen. Aber der Gasplanet mit seinen vier hellen Monden war einigermaßen zu sehen und mit ihm auf dem Bild die helleren Vergleichssterne Deneb Algedi und 40 Cap.

Mit ihnen bildet Jupiter seit längerem ja ein Dreieck, nun ist er als Spitze des Dreiecks  noch weiter nach rechts gewandert.

Die Aufnahme ist mit dem  600 mm Tele am Samstag um 21.44 Uhr gemacht.

Bei extrem starker Nachvergrößerung erkennt man, dass unterhalb des hellen Mondes Ganymed noch ein deutlich lichtschwächerer Fleck zu sehen ist. Das ist der Mond Callisto.

Ganymed und Callisto hatten eine enge Konjunktion, ich hab den Moment der engsten Begegnung erwischt... 




Samstag, 2. Oktober 2021

Polarlichter - homemade by earth

Nicht alle Polarlichter kommen vom Sonnenwind:

In der Regel werden Polarlichter durch einfallenden und umgelenkten Sonnenwind erzeugt.

Das wird u.a. sehr schön im zweiten Video erklärt.

Schon lange aber sind besonders diffuse Polarlichterscheinungnen bekannt, die sich wenig an der Sonnenaktivität orientieren. 

Nun sind mit Hilfe von Beobachtungen der Themis-Satelliten aus 2011  Modelle entwickelt, die diese Polarlichter auf Elektronen zurückführen, die vom Magnetfeld der Erde selbst erzeugt werden.

Ich versuche den Mechanismus mal zu beschreiben:

Elektronen aus den Polargebieten der Magnetosphäre werden nach Außen gezogen und beschleunigt (rot) und in der Magnetosphäre (blau) festgehalten.

Dort erzeugen sie ECH (elctron cyclotron magnetic waves) (rosa), das sind normale elektromagnetische Wellen, die bei Schraubenbewegungen der Elektronen abgestrahlt werden.

Ihre Frequenzen entsprechen hörbaren Tonfrequenzen, so kommen die Töne im zweiten Video zustande.

Diese strahlen auch nach Innen und beschleunigen andere Elektronen zu den Polen (orange).

Dort erzeugen sie die diffusen Polarlichter (grün).


Bild 1: Abstrahlung der Wellen bei der Schraubenbewegung der Elektronen (research gate)

Bild 2: Erklärungsbild zum Video 1

Video 1: Erzeugung der erdgebundenen Polarlichter

Video 2: Polarlichterforschung









Freitag, 1. Oktober 2021

The Eye - das Auge

 Ein tolles Bild vom HubbleSpaceTeleskop  mit Video von der 130 Millionen Lichtjahre entfernten Balkenspirale NGC 5528

credit: HST/NASA




Jupiter mit Hof

 Am Donnerstag um 21.13 Uhr habe ich Jupiter fotografiert. Die ISS tauchte kurz vorher in die Wolken ein.

Jupiter hatte einen kleinen Hof, d.h. sein Licht wurde an Wassertröpfchen gebeugt.

Im Vergleich zu den letzten Aufnahmen sieht man weiterhin die Westbewegung. Io stand ganz dicht links  an dem Belichtungsscheibchen des Planeten.




Donnerstag, 30. September 2021

Im Sturzflug ins Zentrum...

 Unser Kosmos ist aus einem Netzwerk aus Dunkler Materie und Galaxienhaufen aufgebaut. Galaxien sind Ansammlungen von Milliarden von Sternen. Meistens bilden diese Sternsysteme große Gruppen, sog. Galaxienhaufen, in denen Tausende von Galaxien zusammenstehen.

Zwischen diesen Galaxienhaufen laufen die Netzwerkstrukturen, längs denen oft auch ganze Galaxien auf einen Galaxienhaufen zufliegen. Dort verschmelzen sie mit anderen Galaxien und bilden immer größere Sternsysteme

Auf diese Art stehen Galaxien untereinander in Kontakt. Sie sind keine einsamen Welteninseln, wie man früher dachte, sondern stark wechselwirkende Bestandteile des Kosmos. Wir merken davon wenig, denn der Zeitmaßstab in der Entwicklung von Galaxien liegt im Bereich von Milliarden von Jahren.


 Das kosmische Netz aus Galaxien und Dunkler Materie (Simulation)

Wir wollen einmal ein aktuell erforschtes System näher kennenlernen.

Einer dieser Galaxienhaufen ist der Fornaxhaufen. Er heißt so, weil er im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) am Südhimmel steht. Er überdeckt am Himmel ein Gebiet, das 100 mal größer erscheint als der Vollmond.

Er enthält übert 600 Galaxien, von denen etwa 60 hell und leicht zu beobachten sind. Seine Entfernung liegt bei 40 Millionen Lichtjahren. In diesem geringen Abstand ist die Lichtlaufzeit von 40 Millionen Jahren auch gleich der Entfernung von 40 Millionen Lichtjahren. 

(Das kann man bei Lichtlaufzeiten von 12 Milliarden Jahren nicht mehr sagen. Da ist der Abstand deutlich größer als 12 Milliarden Lichtjahre, da der Kosmos sich ausdehnt während das Licht unterwegs ist).

Das Bild des Fornaxhaufens ist mit den Teleskopen der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile aufgenommen:

Mit dem 4 m Teleskop auf Cerro Tololo (auch in Chile) wurde jetzt das Zentrum des Fornaxsystems näher untersucht.

Im Zentrum stehen zwei große elliptische Galaxien. Das sind weit entwickelte Sternsysteme mit wenig jungen Sternen und fast keinen Gas- und Staubwolken. 

Sie leuchten gelblich-rötlich, da das die Farbe vieler älterer Sterne ist.

Bild: NOIRLab
 

Unten links im Bild steht eine kleine unregelmäßig geformte Galaxie (NGC 1427A)  mit vielen bläulich leuchtenden  Bereichen. Diese bestehen aus jungen heißen Sternen.

Messungen haben gezeigt, dass NGC 1427A mit einer Geschwindigkeit von 2,2 Millionen km/h auf die beiden größeren Galaxien zufliegt, angetrieben durch die von diesen ausgehende Schwerkraft.

Auch die großen Galaxien fliegen aufeinander zu.

So wie ein Stein auf die Erde fällt, fällt NGC 1427 A in das Zentrum des Fornaxhaufens.

 

Wie man aus dieser aktuellen Beobachtung eine Einstiegsaufgabe für Mechanikunterricht gestalten kann, sieht man hier:

 https://newtonzueinstein.blogspot.com/

Mechanik in kosmischen Dimensionen 






ISS über Kassel

 Am Mittwoch sah ich gegen 20.30 Uhr die ISS hoch über Kassel fliegen.

Je nach Wetter hat man auch in den nächsten Tagen die Chance die internationale Raumstation zu sehen:

Donnerstag:

21.08 Uhr vom Westen, recht dicht über dem Horizont entlang, Eintritt in den Erdschatten vor Saturn im SSW gegen 21.11 Uhr

 

Freitag:

20.20 Uhr vom Westen her, halbhoch, Schatteneintritt über Jupiter um 20.26 Uhr

 

Samstag:

19.33 Uhr vom W kommend nach SSO, hoch über den Himmel, bis 19.40 Uhr 

21.11 Uhr vom W bis 21.13 Uhr, dicht am Horizont, Schatteneintritt um 21.13 Uhr



Mittwoch, 29. September 2021

Und weiter geht es...

 Nach Tagen mal wieder einen freien Blick auf Jupiter und Umgebung. Deutlich erkennt man, dass der Planet mit seinen Monden weiter nach Westen (rechts) gerückt ist. Aber bald wird er langsamer, bleibt stehen und kehrt um.

Bild 1: Überblicksaufnahme (21.20 Uhr)

Bild 2: Teleaufnahme (600 mm) (21.19 Uhr)

Auch Saturn bewergt sich nach rechts, da er aber fast doppelt so weit entfernt ist wie Jupiter auch nur halb so schnell.

Man vergleiche mit dem Post vom Samstag, immerhin vor 4 Tagen.




48 m Teleskop im Einsatz!

Schon im Dezember 2020 hat das HST einen Einsteinring fotografiert, der fast vollständig zu sehen ist.

Fliegt das Licht einer weit entfernten Galaxie durch einen Galaxienhaufen voller Dunkler Materie, so wirkt dieser wie eine Gravitationslinse und erzeugt vergrößerte Abbildungen der weit entfernten Galaxie.

Liegen Galaxie und Galaxienhaufen (Linse) sowie die Erde nahezu exakt auf einer Linie, so wird die entfernte Galaxie zu einem Ring um die Linse herum auseinander gezogen.

Mit weiteren  Beobachtungen und Modellrechnungen in dne letzten Monaten konnte jetzt gezeigt werden, dass das Licht der Galaxie 9,4 Milliarden  Jahre zu uns unterwegs war.

Die Gravitationslinse vergrößert das ferne Bild etwa 20-fach. Somit sehen wir die ferne Galaxie durch die Gravitationslinse wie durch ein 48 m Spiegelteleskop!

Amhand des Spektrums konnten sogar Molekülwolken und eine rege Neubildung von Sternen nachgewiesen werden.

Bild: ESA/HST/NASA



Dienstag, 28. September 2021

Ferienworkshop Mathematik: Was ist eine Metrik?


 

Großer Roter Fleck auf Jupiter wird schneller

 Der Große Rote Fleck GRF auf Jupiter ist ein seit Jarhunderten beobachtbarer Wirbelsturm, mit einem Durchmesser von 16 000 km größer als die Erde.

Seit 12 Jahren wird er regelmäßig vom HubbleSpaceTeleskop HST beobachtet und mit einer speziellen Software die Windgeschwindigkeit gemessen.

Dabei gibt es zwei Zonen (mit Kreisen markiert): In der äußeren Zone hat im Beobachtungszeitraum die Windgeschwindigkeit um 8% auf 640 km/h zugenommen.

In der inneren Zone wird eine Abbremsung beobachtet.

Mit dem HST können nur die obersten Schichten des GRF beobachtet werden, die Verwirbelung reicht aber tief in die Gase des Jupiter hinein.

credit: NASA/ESA/HST /Wong

Bild 1:

Großaufnahme des GRF, Auflösung 170 km, mit Darstellung der Windgeschwindigkeiten

Bild 2: 

HST-Aufnahme vom Jupiter (August 20) mit dem Mond Europa

Video 1: 

Zeitraffer 10h Rotation des GRF

Video 2: 

Jupiterrotation, Periode etwa 9h50m, generiert durch Aufnahmen vom Juni 2019


Mehr über Jupiter am Fr, 1.10., 20.00 Uhr sfn-kassel.de/live











Montag, 27. September 2021

Nur noch vier Tage....

 

Sternwarte auf dem SFN mit neuem Programm!
Ab sofort bietet die Sternwarte auf dem SFN jeden Freitag um 20.00 Uhr ein Programm an:
Zuerst wird online ein Kurzvortrag auf www.sfn-kassel.de/live übertragen. Danach können Fragen gestellt werden. Bei gutem Wetter wird anschließend live ein Blick durch die Fernrohre der Sternwarte ermöglicht, allerdings vorläufig nur online..
Am Freitag, 1.10. beginnt das Programm um 20.00 Uhr mit einem Kurzvortrag von Mark Woskowski zu Jupiter. Bei gutem Wetter kann anschließend der Gasplanet Jupiter aber auch der Ringplanet Saturn live online beobachtet werden.
Am Fr, 8.10. spricht KP Haupt um 20.00 Uhr über die Frage, ob es eine zweite Dunkle Energie gibt.
Und hier geht es zum Trailer:

https://youtu.be/PrOUQj9BA3c




Der Kampf zwischen Schwerkraft und Strahlungsdruck

 Extrem leuchtkräftige Sterne haben einen sehr hohen Strahlungsdruck, der sie auseinander zu blasen droht. Sind sie auch noch extrem massereich, so sind die Sterne  sehr groß und in den Außenbereichen ist der Kampf zwischen Schwerkraft und Strahlungsdruck beherrschend.

So auch beim Stern AG Carinae. Der Strahlungsdruck hat zum Abblasen vieler Gasschichten geführt, die den Stern jetzt hüllenförmig umgeben. Von oben betrachtet sieht es eher wie ein Ring aus.

Das etwa 10 000 Jahre alte Gebilde, fast 5 Lichtjahre groß,  expandiert  mit ungefähr 70 km/sec, innen fegt noch ein starker Sternenwind mit etwa 200 km/sec alles leer.

Das Hubble Space Teleskop HST hat AG Car in verschiedenen Spektralbereichen fotografiert:

Im roten Licht sieht man das Leuchten von Wasserstoff und Stickstoff, also die abgeblasenen Gase.

Im blauen Licht sieht man das vom abgeblasenen Staub reflektierte Sternenlicht. Filamente, Blasen und regelrechte Staubhalden werden sichtbar.

credit: ESA/HST/NASA

 


 


Navigieren nach den Sternen und der Sonne

Wie haben Menschen ohne GPS und Smartphone früher navigiert?

Mit Sonne und Sternen!

Wie geht das?

Das kann man einmal im Überblick in meinem neuen Post der Reihe Extrafutter nachlesen:

Das GPS des Mittelalters:

https://www.natur-science-schule.info/post/das-gps-des-mittelalters

Text zum Navi

und etwas ausführlicher (gerade bezogen auf die Astronomie) auch in einem knapp 40 - minütigem Vortrag anhören:

https://youtu.be/C_O8P1uYCc4

Navigation vor 300 Jahren

 


 

Sonntag, 26. September 2021

Mond betritt das Goldene Tor der Ekliptik

 In der Nacht vom Samstag auf Sonntag stand der Mond vor dem "Goldenen Tor der Ekliptik", das ist die Verbindung zwischen Hyaden und Plejaden im Sternbild Stier.

 Bild 1: Mond (überbelichtet) um 0.15 Uhr zwischen Hyadne und Plejaden

 Bild 2: Mond, 0.17 Uhr

Besonders gut ist Rupes Altai zu sehen, eine 550 km lange Geländestufe, die sich quer durch die Kraterwelt zieht.

Bild 3: Mond unterhalb der Plejaden (0.22 Uhr)