Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Dienstag, 7. Juni 2022

Von jung zu alt...

 Mit der Weitwinkelkamera des HubbleSpaceTeleskops ist diese Aufnahme gelungen:

Wir blicken auf den 30 000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufen Liller 1, der im Zentralbereich (Bulge) unserer Galaxis steht. Dieser Bereich ist von vielen Gas- und Staubwolken verdeckt, aber mit der IR-empfindlichen Kamera kann man durch den Staub hindurchsehen.

Viele Sterne in dem Kugelsternhaufen sind, wie üblich in solchen Gebilden, sehr alt, hier  etwa 12 Milliarden Jahre. Es gibt aber auch einige junge Sterne (1...2 Milliarden Jahre alt), d.h. es muss dort eine, ungewöhnliche, zweite Welle der Sternentstehung gegeben haben.

Die weit verteilten blauen Sterne im Vordergrund sind junge heiße Sterne, die in dieser Richtung in den Spiralarmen der Galaxis stehen und mit aufs Bild gekommen sind.

Das Video untermalt noch einmal den statischen Eindruck des Bildes.

credit: ESA/HST/NASA






Montag, 6. Juni 2022

19 Stunden vor dem ersten Viertel...

...  stand der Mond am Montag gegen 21.30 Uhr hoch im SSW. Das entspricht der Herbststellung der Sonne.

Es war noch recht hell, trotzdem aber konnte man im 600 mm Tele  gut die Kraterlandschaft an der Schattengrenze erkennen.

Fast alle Mondkrater sind Einschlagkrater. Auch die riesigen Lavawüsten (Mare genannt) sind durch den Einschlag größerer Objekte entstanden.

Die Beleuchtungsstruktur Lunar V taucht schon auf, das Lunar X liegt noch im Schatten. Sehr schön erkennt man noch die 550 km lange Geländestufe Rupes Altai.



Rundgang durch den FutureSpace

 Um auch Menschen einen Eindruck zu geben, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen, bin ich einmal mit der Handykamera durch den FutureSpace gegangen und habe live alles kommentiert.

Das Video kann man sich hier im Blog oder bei YouTube ansehen. Dort haben wir einen neuen Kanal, in dem auch alle Vorträge gestreamt werden.

https://youtu.be/yF_4PG9SpfU



Sonntag, 5. Juni 2022

Mond vom Dörnberg aus

 Die schmale Mondsichel ist besonders gut vom Dörnberg aus zu sehen gewesen.

Trotz allem zeigte sie einen kleinen Hof, also leichter Dunst lag in der Luft. Deshalb waren auch im Erdschein kaum Strukturen zu sehen.

Die Klippe Rupes Altai taucht schon in der Morgensonne auf.

Aufnahmen: 4.6., 22.45 Uhr




Sternenführung auf dem Dörnberg gestartet

 Knapp 15 Personen kamen zur ersten Sternenführung auf dem Dörnberg.

Es war ein schöner, lauer Sommerabend, mit tollem Sonnenuntergang, zwar leicht bewölkt, aber dennoch gut für die Führung von Mark Woskowski geeignet.

Bild 1: Am Treffpunkt um 22.10 Uhr

Bild 2: 22.50 Uhr Weiter oben auf dem Dörnberg, die Sternenführung beginnt.

Mit auf dem Bild sind Castor und Pollux in den Zwillingen sowie Capella im Fuhrmann.

Mondbilder kommen im nächsten Post.

Die nächste Sternenführung ist am 2.7. um 22.30 Uhr.




Samstag, 4. Juni 2022

Märchen und Experimente

 Unser besonderes Angebot für Grundschüler/innen:

Ein Märchenerzähler kommt in den FutureSpace

und ihr könnt selbst experimentieren...

Pfingtmontag 15 Uhr

Wilhelmsstr.2

Eintritt frei!



Von Kopernikus zur Dunklen Materie, V

 Kepler und die Dunkle Materie

Auch unsere Galaxis besteht zum größten Teil aus nicht sichtbarer Dunkler Materie DM.

Woher wissen wir das?

In den Außenbereichen dreht sich unsere Galaxis so schnell, dass durch die Fliehkraft alle Sterne schon längst weggeflogen wären, würden sie nur von den anderen sichtbaren Sternen angezogen. Unsere Galaxis hätte sich ohne DM schon längst aufgelöst....

Die Sterne  werden also von DM auf ihrer Bahn gehalten.

Die Beobachtungen dazu wurden von der Astronomin Vera C. Rubin (1928-2016) durchgeführt. 1962 stellte sie einer ihrer Studentengruppen die Aufgabe, eine Rotationskurve von unserer Galaxis zu messen.






In dieser Kurve soll die Rotationsgeschwindigkeit für verschiedene Abstände vom Zentrum bestimmt werden.

Wieder geht das nur, in dem man die Farbveränderungen beobachtet, die durch die Rotationsbewegungen von leuchtenden Gasen entstehen (Dopplereffekt: zeigt der Geschwindigkeitsvektor von uns fort, beobachtet man eine Rotverschiebung, ansonsten eine Blauverschiebung).

Was war zu erwarten?

Wäre unsere Galaxis eine starre rotierende Scheibe, so würde die Rotationsgeschwindigkeit v proportional zum Abstand r ansteigen: v = ω * r.

Dabei ist ω   die Winkelgeschwindigkeit, also die Gradangabe pro Sekunde, mit der sich die Galaxis dreht. Bei einer sich drehenden Scheibe ist   überall gleich groß.


Würden alle Sterne wie Planeten um eine zentrale Masse kreisen (Kepler Rotation) so gilt (siehe Post vom 26.5.):

v = √ ( G * M / r), d.h. die Rotationsgeschwindigkeit nimmt mit der Wurzel aus dem Abstand ab.

G ist die Gravitationskonstante und M die von der Bahn eingeschlossene Masse.

Was haben Rubin und ihre Studenten gesehen?

In den äußeren Bereichen bleibt die Rotationsgeschwindigkeit nahezu konstant, vollkommen unerwartet..


Das kann nur so erklärt werden, dass weit außen, also da, wo man keine Sterne mehr sieht, große Mengen an DM die schnelle Rotationsbewegung der Sterne verursachen.

Als nächstes (1970) bestimmte sie die Rotationskurve der Andromedagalaxie, unserer großen Nachbargalaxie:

Im Zentrum rotiert sie wie eine starre Scheibe, dann gibt es einen kleinen Bereich mit Kepler Rotation und ab da geht es ab...die DM macht Dampf!


In den Jahren danach hat Rubin die Rotationskurven von vielen anderen Galaxien  bestimmt und immer wieder das gleiche Ergebnis gefunden:


In einer Veröffentlichung von 1980 schreibt sie:

"The conclusion is inescapable that non-luminous matter exists beyond the optical galaxy.”

Die Entdeckung Zwickys fast 50 Jahre vorher konnte sie als allgemeines Gesetz bestätigen.

Sie hat die DM nicht entdeckt. Als Rubin ihre Ausbildung begann, war die Idee der DM schon da. Aber sie hat zweifelsfrei die Existenz von DM in den Galaxien nachgewiesen.

Heute vermuten wir, dass DM einen entscheidenden Anteil an der Bildung von kosmischen Strukturen hat. DM bildet ein Netzwerk im Kosmos (das auch beobachtet wird), an deren Knoten sich die sichtbare Materie angelagert hat, konzentriert wurde und Sterne und Galaxien gebildet hat.

Wir leben und sind gefangen in einem gigantischen Netzwerk aus Dunkler Materie.

Das Bild zeigt eine Computersimulation der Strukturbildung im Kosmos durch DM.


Ende der Postserie

Sternenführung auf dem Dörnberg findet statt

 Erleben Sie den Dörnberg bei Nacht und erfahren Sie etwas über eines der ältesten Kulturgüter der Menschheit – den Sternenhimmel. In einer dunklen klaren Nacht gibt es viel zu entdecken. Wie orientiert man sich mit dem Himmel? Welche Sagen erzählten sich unsere Vorfahren? Und was sieht man alles schon im Fernglas? Je nach Jahreszeit blicken wir auf die Milchstraße, Planeten, die ISS, galaktische Nebel oder ferne Galaxien und manchmal wird auch eine Sternschnuppe vorbeihuschen.

Treffpunkt:

Auf dem Dörnberg, Erster Parkplatz, Hütte am Eingang des Naturparks (Wanderparkplatz Dörnberg)

Datum, Uhrzeit und Dauer:

4.6., 22.30 Uhr

Dauer ca. 20 min, anschließend kann mit eigenen Ferngläsern weiter beobachtet werden.

Die Veranstaltung findet statt, lediglich bei Regen wird sie abgesagt.

Freitag, 3. Juni 2022

Der Mondlauf beginnt...

 Wie in der Monatsübersicht beschrieben, ist im Juni der Lauf des Sommermondes besonders interessant.

Beginnen wir mit einer schmalen Mondsichel weit im NW...

Die Aufnahmen entstanden am Donnerstag, 2.6. um 23.33 Uhr kurz vor dem Untergang. Die Sterne in der Mondumgebung gehören zum Sternbild Zwillinge. Der Rest der Mondscheibe leuchtet im Erdlicht, leicht durch Wolkenbänder verdeckt.




Donnerstag, 2. Juni 2022

Eröffnung FutureSpace

 Am Fr, 3.6. sind wir ab 15.00 Uhr für Euch da...aber wer zu weit entfernt wohnt, kann auch gerne in unserem neuen YouTube Kanal sich den Livestream von der Eröffnungsfeier ansehen:




Sternenhimmel im Juni 2022

 Vollmond im Sommer: Ein beeindruckendes Schauspiel

Erst sehr spät am Abend wird es dunkel, am 21. Juni haben wir die kürzeste Nacht des Jahres. Blicken wir Mitte Juni gegen 23.00 Uhr nach Süden so sehen wir dicht über dem Horizont den Stern Antares im Sternbild Skorpion. Dieser 600 Lichtjahre entfernte Riesenstern hat einen Durchmesser von 1,1 Milliarden km, stände er an der Stelle der Sonne  würde er bis zum Planetoidengürtel, also weit hinter die Marsbahn, reichen. Rechts oberhalb von Antares steht Spica im Sternbild  der Jungfrau. Über Spica leuchtet der rötliche Riesenstern Arkturus im  Bootes, rechts oberhalb steht der Große Wagen, dessen Deichselbogen auf Arkturus zeigt. Dicht am Westhorizont sehen wir Regulus im Löwen.

Spica besteht aus zwei, von uns 260 Lichtjahre entfernten, Sonnen, die sich auf einer engen Bahn in 4 Tagen  umkreisen und sich dabei, kaum wahrnehmbar für uns, gegenseitig bedecken. Der Durchmesser der helleren Sonne ist achtmal größer als der unserer Sonne, ihre Masse beträgt 11 Sonnenmassen. Dieser Stern wird einmal als Supernova explodieren und zu einem 10 km großen Neutronenstern schrumpfen. Der zweite Stern ist etwas kleiner und masseärmer und wird vermutlich wie die Sonne zu einem Kohlenstoff-Sauerstoff-Stern (Weißer Zwerg) auf Erdgröße schrumpfen.

 Mondlauf am Sommerhimmel

Anfang Juni konnte man die junge Mondsichel abends im NW nach Sonnenuntergang sehen. Immer weiter wandert der Mond nach links, Richtung Süden.

Dabei wächst seine Sichelgestalt stetig, am Abend des Mo  13.6. sehen wir den Mond im Südosten neben Antares stehen. Am nächsten Tag, Mi, 14.6. ist um 13.52 Uhr Vollmond, d.h. der Mond steht der Sonne gegenüber, aber diese wenigen Stunden machen an der vollen Beleuchtung der Mondkugel wenig aus. Im Prinzip haben wir also zwei aufeinanderfolgende (fast) Vollmondnächte.

Da der Vollmond der Sonne gegenüber steht, hat er im Sommer die Position der Wintersonne am Himmel. Dies liegt an der Neigung der Drehachse der Erde: In unserem Sommer zeigt die Nordhalbkugel Richtung Sonne. Deshalb sind die Tage lang und die Sonne steht mittags hoch am Himmel. Im Winter dagegen geht die Sonne im SO auf, erreicht keine große Höhe über dem Horizont und geht früh wieder im SW unter.

Und genau so zieht der Sommer-Vollmond über den Himmel, so wie die Wintersonne.

Da die Mondbahn noch einmal 5 Grad gegen die Erdbahn geneigt ist, schwankt die Südhöhe des Sommervollmondes zwischen 10 Grad und 20 Grad, während der Vollmond im Winter bis zu 66 Grad über dem Horizont stehen kann, ein gewaltiger Unterschied.

Am 13. und 14.6. steht der Mond nochmal 4 Grad unterhalb der Erdbahn, ist also besonders tief  am Himmel zu sehen, nur etwa 11° über dem Horizont.

Abends sieht man den Mond im SO aufgehen und in der Morgendämmerung geht er dann im SW wieder unter.

Der niedrigstehende Sommervollmond ist sehr auffällig: Da das Mondlicht wegen der niedrigen Höhe einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen muss, erscheint er uns deutlich röter als im Winter oder bei Halbmond.

Zwangsweise sehen wir den Sommer-Vollmond oft  zwischen Häusern und Bäumen dicht am Horizont stehen. Dann erscheint er uns besonders groß. Aber  hier spielen uns unser Gehirn und unser Wahrnehmungssystem einen Streich. Das kann man auf zwei Arten überprüfen: Fotografieren Sie den scheinbar riesigen Mond…auf dem Bild ist nur ein kleiner Lichtfleck zu sehen. Oder strecken Sie ihren Arm aus und bedecken Sie den Vollmond mit einer Fingerkuppe. Wenn Sie das auch bei einem höher stehenden Vollmond machen, merken Sie, dass es keinen Unterschied gibt.

 Der „Riesen-Sommer-Vollmond“ entsteht als Täuschung in unserem Kopf…wie, darüber streitet man noch.

 Planetenreigen am Morgenhimmel

 In der Morgendämmerung  vom 21.6. und 22.6. zieht der abnehmende Mond am Planeten Jupiter vorbei. Schließlich sieht man die sehr schmale Mondsichel am 26.4. morgens um 4.45 Uhr im ONO neben dem Morgenstern Venus stehen.

An diesem Morgen wird man alle 5 hellen Planeten sehen können: Venus neben der Mondsichel, links unterhalb davon der Merkur, dann folgt nach rechts bis zum Süden hin: Mars, Jupiter und Saturn.

Da lohnt es sich schon einmal, den Wecker zu stellen.

Sternkarte (15. Juni, 23.00 Uhr, Bernd Holstein, AAK)



 Planeten im Juni:

Merkur: Taucht gegen Monatsende als Morgenstern auf

Venus: ist noch als Morgenstern im ONO zu sehen

Mars: in der 2 Nachthälfte im Osten

Jupiter: geht vor Mars auf

Saturn: gegen Mitternacht im SO

Aktuelle Informationen:

Sternwarte auf dem SFN: Bei klarem Himmel freitags um 22 Uhr geöffnet. Voranmeldung unter info@sfn-kassel.de erbeten.

Sternenführung auf dem Dörnberg: 4.6., 22.30 Uhr bei wolkenfreiem Himmel (Treffpunkt: Erster Parkplatz)




Mittwoch, 1. Juni 2022

Nur noch zwei Nächte schlafen...

 dann kann Nordhessen das neue MINT-Bildungszentrum FutureSpace in der Wilhelmsstraße 2 nutzen...

Experimente aus Genetik, Musik, Physik, Solartechnik, Halbleiter, Elementarteilchen und Mit Mikrowellen, aber auch viele Experimentierstationen für Grundschüler, Vorträge, Workshops...

Der FutureSpace ist fast fertig.....

am Freitag, 3.6. eröffnen wir, ab 15.00 Uhr kann man zum Sightseeing aufbrechen...

Sa, 4.6.: 10-18 Uhr
Pfingsten: So und Mo: 14-18 Uhr
Mo 15.00 Uhr Märchenerzähler und Experimente für Grundschüler (und Eltern)
sonst:
Wochentags 8-18 Uhr, Wochenende 14-18 Uhr






Beobachtung der Tau Herculiden 2022

 Jonas Plum hat die Nacht vor dem Maximum (bei uns am Tag) bei Gilserberg bei immer wieder aufklarendem Himmel einige Sternschnuppen gesehen:

In der Nacht vom Montag auf Dienstag zwischen 2.50 Uhr und 3.15 Uhr 6 TAH Meteore, einer sehr hell, der Rest dunkler.

Der Meteor auf dem Bild hatte etwa 2 mag.

Aufnahme um 1.48 Uhr mit Nikon D6500, 18 mm, 5 sec belichtet bei ISO 2000.





Dienstag, 31. Mai 2022

Breaking News: Gemeinsames Atmosphärenmodell für Uranus und Neptun

 Embargo bis 16 Uhr:

Obwohl beide Planeten ähnliche Massen, Größen und chemische Zusammensetzungen haben, erscheinen sie uns unterschiedlich gefärbt.

Neptun ist bläulich, Uranus eher blass -grün.

Forschende haben jetzt ein gemeinsames Atmosphärenmodell für einen weiten Wellenlängenbereich entwickelt, das diesen Unterschied erklärt.

Aufnahmen mit dem Gemini-Nord-Teleskop und dem HubbleSpaceTeleskop lieferten die notwendigen Daten.

Das Modell geht von drei  Schichten aus. In der mittleren Schicht bildet sich Methaneis, das zusammen mit Staubpartikeln als Schnee nach unten fällt.

Dieser Effekt ist wegen der etwas turbulenteren Atmosphäre bei Neptun besonders stark. Dadurch wird die mittlere Schicht besonders durchsichtig und lässt den Blick auf die blaue untere Atmosphäre durch.

Bei Uranus bleibt eine Dunstschicht aus Aerosolen zurück, die die Eintrübung macht.

Bild 1: Aufnahmen beider Planeten von Voyager 2 (NASA/JPL)

Bild 2: Modelldarstellung (International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA, J. da Silva/NASA /JPL-Caltech /B. Jónsson)






Vorbereitung auf den Mars Winter

 Der Marshelikopter wird auf den Winter vorbereitet. Die Temperaturen werden nachts auf -80°C abfallen, die Sonneneinstrahlung geht stark zurück. Es ist unwahrscheinlich, dass in den Wintermonaten Flüge möglich sind.

Der 29. Flug (geplant waren 5!) ist aber noch in Vorbereitung.

Am 8.4. war der 25. Flug: 704 m weit, Höhe 10 m, Geschwindigkeit 5,5 m/sec, Flugdauer 161 sec

Dieser Flug ist von der S/W-Navigationskamera komplett dokumentiert worden.

Sie schaltet sich nur oberhalb einer Höhe von 1 m ein. Das Video wird 5-fach schneller abgespielt.

Das Bild des Helis ist am 5.4. vom Rover aus aufgenommen worden.

credit: NASA/JPL-Caltech




Montag, 30. Mai 2022

Start für eine Karte der Dunklen Materie

 Das Vera C. Rubin Observatorium in Chile startet die bisher umfangreichste Kartierung der Dunklen Materie DM. Eingesetzt wird das 8 m Teleskop mit einem Gesichtsfeld von 3x3 Grad.

DM macht etwa 85% aller Materie im Kosmos aus (und etwa 25% der gesamten Substanz des Universums).

Wie kann man DM untersuchen?

Einmal versucht man direkt die Objekte der DM nachzuweisen, bisher vergeblich. Dann kann man die Wirkung der DM über die Gravitation untersuchen.

Das geschieht mit Hilfe von Gravitationslinsen. Ansammlungen auch kleinerer Mengen von DM führen durch die Raumkrümmung zu einem Linseneffekt, der Hintergrundobjekte heller und verzerrt darstellt.

Gleichzeitig sollen auch Rotverschiebungen gemessen werden, so dass die Kartierung auch eine zeitliche Entwicklung der Verteilung der DM erkennbar macht.

Man erwartet den Nachweis von tausenden von Gravitationslinseneffekten, mit denen man konkrete DM - Karten des Universums erstellen kann.

Übrigens, das Observatorium ist nach der Frau benannt, die vor etwa 55 Jahren durch ihre Beobachtungen die Existenz Dunkler Materie in vielen Galaxien bestätigt hat.

Wie, das wird im nächsten Post der Serie "Von Kopernikus zur Dunklen Materie" erklärt...

demnächst hier in diesem Blog!

Das Bild zeigt die Auswirkungen von Gravitationslinsen auf ferne Galaxienabbildungen.

Bild credit: GeminiObserv./NOIRLab/NSF/AURA



Sonntag, 29. Mai 2022

Ein Ereignishorizont ist nichts besonders

 Kollabiert ein Stern zu einem Schwarzen Loch SL, so sehen wir die Annäherung der Sterngröße an den Schwarzschildradius immer langsamer. Der kollabierende Stern scheint eingefroren zu werden, er erreicht für uns das exakte Stadium des SL nicht.

Noch mehr: Die vom Stern kommende Strahlung wird für uns immer energieärmer, der Stern röter, bis wir ihn gar  nicht mehr sehen können.

Eddington und Finkelstein haben gezeigt, dass diese Effekte von der Metrik herrühren, die Schwarzschild eingeführt hat, d.h. von der Art und Weise wie Raum-Zeit- Punkten Koordinaten zugewiesen werden.

In der Eddington-Finkelstein-Metrik verliert der EH seine Sonderstellung: Ein zum Zentrum des SL fallender Beobachter würde nichts besonderes bemerken, wenn er den EH überschreitet.

Das allgemeinste System aus Koordinaten, mit der ein SL beschrieben wird, ist die sog. Kruskal-Metrik.

Auch hier gibt es an Zeiten erinnernde Koordinaten T und an Orte erinnernde Koordinaten X.

Trägt man T gegen X auf, so erhält man ein besonderes Raum-Zeit-Diagramm, das Kruskal-Diagramm (nach wikipedia common, Ergänzungen von mir).

Der EH wird durch die beiden dicken Diagonalen dargestellt. Unsere Welt ist der rechts eingeschlossene Teil. In die Gegenwelt links kommen wir nicht, denn wir müssten den EH bei den Koordinaten (00) überqueren. Das geht nur mit einem Wurmloch...theoretisch...

Alle Bewegungen, die den EH aus unserer Welt überschreiten, müssen auf die grau unterlegte Singularität zulaufen. Der von den EH-Linien eingeschossene obere Teil ist das SL. Dort entwickelt sich alles in Richtung der (räumlichen) Singularität. So wie sich in unserer Welt alles Richtung Zukunft entwickelt. Insofern sind am EH die Wirkungen von Raum und Zeit ausgetauscht. 

Außerhalb eines SL kommt man nur in die Zukunft, innerhalb nur zur Singularität hin.

Auch  im gegenüberliegenden unteren Teil müssen alle Bewegungen in Richtung zunehmendem T gehen, sie kommen aus der unteren Singularität heraus, genau das sind die Eigenschaften eines Weißen Lochs WL.

Ein Weißes Loch hat also eine Singularität in der Vergangenheit, aus der alles kommt.

Beschreiben wir damit das, was wir in unserem Kosmos den Urknall nennen?



Samstag, 28. Mai 2022

Bald ist es so weit...

 In weniger als einer Woche geht es los:

Am Fr, 3.6. kann man ab 15 Uhr schon alles besichtigen, um 16.00 Uhr beginnt die feierliche Eröffnung.



Einstein kann flüchten, Newton nicht

Vor drei Jahren (April/Mai 2019) habe ich eine neunteilige Serie zur Frage: Was sind Schwarze Löcher? gepostet.

Wenn man im Blog den April 2019 und dann den Mai 2019 anklickt (rechts im Blog-Archiv), dann findet man diese Posts leicht und  kann man sie nochmal nachlesen.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Posts dazu einige Ergänzungen geben:

Ganz häufig werden Schwarze Löcher SL eher im Sinne der Newtonschen Gravitationstheorie eingeführt:

Die Masse eines Sternes ist so konzentriert, dass selbst Licht vom Rand des SL, dem Ereignishorizont EH nicht wegkommt.

Man vergleicht das oft mit einem Raketenstart von der Erde.  Bei der sog. Fluchtgeschwindigkeit, die oft auf die Oberfläche bezogen ist, kann die Rakete den Planeten verlassen, hat aber in großer Entfernung keine Geschwindigkeit mehr.

Ihr kinetische Energie ist also so groß wie die notwendige potenzielle Energie zum Verlassen des Planeten.

Daraus erhält man die korrekte Formel für den Radius des EH, also den Schwarzschildradius Rs, wenn man für die Fluchtgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit c einsetzt:

 Rs = 2*G*M/c².

Dabei ist M die Masse des SL, G die Gravitationskonstante und c die Lichtgeschwindigkeit.

Behandelt man weiterhin ein SL nur mit der Newtonschen Theorie, so könnte auch ein Raumschiff vom EH wegfliegen. Zwar kann es nicht mit Lichtgeschwindigkeit starten, aber es kann langsam beschleunigen und somit sich stückweise vom EH wegbewegen. Die Schwerkraft am EH ist eben nicht unendlich groß.

Auch die Ablenkung des Sonnenlichtes bei einer totalen Sonnenfinsternis ergäbe nur die Hälfte des beobachteten Wertes.

Der Grund ist in beiden Fällen, dass nur die Schwerkraft in Betracht gezogen wird, nicht aber die Änderung der Raum-Zeit.

Das passiert, wenn man das SL korrekt mit der Allgemeinen Relativitätstheorie ART beschreibt.

Der EH ist im Raum-Zeit-Diagramm als Kegel festgelegt und jede Bewegung muss innerhalb des sog. Lichtkegels sein (v<c). Vom EH aus führt dann aber jede Trajektorie nach Innen, egal wie und ob ich beschleunige.

Erst hier in der ART wird deutlich, dass Nichts vom EH wegfliegen kann, auch nicht durch anhaltende Beschleunigungen. Die entsprechenden Trajektorien (Flugbahnen) sind in der Metrik des SL schlichtweg verboten.

Um es kurz zu sagen:

Newton würde einem klassischen SL entkommen, Einstein einem richtigen SL nicht.

Ich habe die Idee in ein Minkowskidiagramm (Wikipedia) eingezeichnet.








Freitag, 27. Mai 2022

Konjunktion Mond-Venus

 Rico Janusch hat mir aus Ägypten die folgenden Bilder zugeschickt:

Wir sehen die schmale Sichel des abnehmenden Mondes 0,9 Grad unterhalb der Venus.

Die Aufnahmen sind am Freitag während der Morgendämmerung zwischen 4.35 und 5.00 Uhr über der Makadi Bay bei Hurgada gemacht worden.