Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 26. September 2021

Neue Konjunktion bei Jupitermonden

 Am Samstag gegen 22.20 Uhr standen die beiden Jupitermonde Io und Europa mal wieder sehr dicht nebeneinander.

Im nicht nachvergrößerten 600 mm Telebild kann man sie kaum trennen.

Aber auf diesem (dem Anblick im Fernglas sehr ähnlich sehenden Bild) erkennt man wie Jupiter mit seinen Monden erneut ein kleines Stück gen Westen gezogen ist (nach rechts). Man vergleiche mit den früheren Posts.

Erst in der Nachvergrößerung lassen sich die beiden Monde gut trennen.


 


Samstag, 25. September 2021

Öffnung der Sternwarte auf dem SFN

 Ab sofort finden wieder regelmäßige Veranstaltungen in der Sternwarte auf dem SFN statt.

Jugendliche, insbesondere Mitglieder im SFN/AAK können freitags wie gewohnt ins SFN kommen. Um 18.00 Uhr treffen wir uns mit allen Astronomie Interessierten SFNlern und solchen, die es werden wollen.

Um 20.00 Uhr wird ab sofort jeden Freitag ein Online Programm gestartet.

Es beginnt mit einem 15 minütigen Kurzvortrag über ein aktuelles Thema  (ich gebe es spätestens am Freitag im Blog bekannt), bei klarem Himmel wird dann Online beobachtet. Bei Bewölkung wird der Vortrag vielleicht etwas verlängert oder durch eine Fragerunde ergänzt.

Die Vorträgr werden abwechselnd von Mark Woskowski und KP Haupt gehalten.

Zugang für Vorträge und Online-Führung immer unter: www.sfn-kassel.de/live

Sobald sich die Entwicklung der Pandemie langfristig einschätzen lässt, werden wir auch über Präsenzführungen neu nachdenken.



 


Fr: Sonnenuntergang am Hercules

 Der Boden des Kraters Hercules liegt schon tief im Schatten, die Kraterwände werden folgen.

Auch der Einschnitt des Rheita-Tales sieht ungwohnt aus.

Aufnahme: Fr, 24.9., 22.43 Uhr



Weitere Beobachtung der Jupiterbewegung

 Am Freitagabend, gegen 22.40 Uhr,  konnte ich sowohl im Weitwinkelbereich als auch mit dem 600-er Tele Jupiter (und Saturn) fotografieren.

Im Tele erkennt man, dass er innerhalb des letzten Tages ein kleines Stück weiter nach rechts gewandert ist.

Ich erwarte, dass Jupiter im Rahmen dieses Bildausschnittes stationär wird und dann etwas oberhalb zurückläuft.




Freitag, 24. September 2021

Ältester Stern der Galaxis entdeckt!

 NOIRLab News: Ältester Stern entdeckt

Etwa 180 Millionen Jahre nach  dem Urknall setzt die Bildung der ersten Sterne ein. Es sind massereiche Giganten (bis zu mehreren hundert Sonnenmassen) nur aus Wasserstoff und Helium und etwas Lithium.

Wa  anderes gab es damals noch nicht.

Diese Sterne sind schnell als Supernova explodiert und haben dabei erste schwere Elemente wie C, O, N, Fe etc. produziert.

Weitere Sterngenerationen haben diese Elemente immer mehr im Kosmos angereichert.

Forschende um Vinicius Placco (NOIRLab) haben solche super metallarmen Sterne gesucht und etwa 100 Kandidaten entdeckt (Astronomen nennen alle Elemente schwerer als Helium Metalle).

Mit dem 6,5 m Magellan-Teleskop in Chile haben sie Spektren aufgenommen.

Der Stern SPLUSJ2104-0049 hat unter allen die geringste jemals gefundene Menge an Kohlenstoff C. Er muss also zur zweiten Generation der Sterne gehören und direkt aus dem Urknallgas, angereichert mit dem Abfall der ersten Generation, entstanden sein.

Da die schweren Elemente die Abkühlung der Gaswolken bei der Sternentstehung begünstigen, können die Wolken zu kleineren Teilen fragmentieren und es können sich dann auch massearme langlebige Sterne bilden, die wir noch heute sehen können.

Bild 1: Entdeckungsaufnahme des ältesten Sternes (S-Plus Survey)

Bild 2: Aufnahmen des Sternes in verschiedenen Spektralbereichen, Spektrum (Placco et alo, 2021)




Und er bewegt sich noch...

 Deutlich erkennt man, wenn man den Post von gestern vergleicht, dass sich Jupiter ein kleines Stück weiter nach rechts Richtung Westen bewegt hat, er ist halt noch bis zum 18.10. rückläufig.

Man achte auf die "Sternenlinie" 46,44,42; aber auch an den unteren beiden Sternen erkennt man, dass Jupiter seine Position an der Dreieckspitze verändert hat.

Es war übrigens nur eine sehr kurze kleine Wolkenlücke, die mir am Donnerstag gegen 23.43 Uhr den Blick zu Jupiter ermöglicht hat.

Jupitermonde: Io, Europa und Callisto



Donnerstag, 23. September 2021

Ende des Überholvorganges steht bevor

 Beim Betrachten meiner eigenen Bilder der  letzten Woche ist mir aufgefallen, dass sich Jupiter inzwischen deutlich langsamer nach rechts (Westen) bewegt.

Die Bewegung nach rechts kommt zustande, weil die Erde auf ihrer inneren Bahn Jupiter überholt. Dann bleibt natürlich der langsamere Gasplanet am Himmel zurück.

Dies passiert immer um die Opposition herum. Man nennt diese Bewegungsphase "rückläufig".

Sie hat für Jupiter am 21.6. begonnen und wird bald am 18.10. enden.

Dann bleibt Jupiter endgültig stehen (stationär), um danach wieder nach Osten, also nchc links zu laufen.

Diese Bewegung nennt man rechtläufig (das hat was mit richtig, nichts mit der rechten Seite zu tun).

Am 20.8., mitten im Überholvorgang, war die Jupiteropposition, da stand die Erde genau zwischen Sonne und Jupiter.

Also, das gestern Abend aufgenommene Umgebungsbild des Planeten wird so ähnlich bald wieder zu sehen sein. Nur wird Jupiter dann auf anderer Höhe an den Sternen vorbeiziehen.

Ich habe nur wenig Darstellungen gefunden, die die richtige Orientierung besitzen, diese hier ist von br online.


 


Mare Crisium kurz vor Sonnenuntergang

Auch der abnehmende Mond war am Mittwoch gut zu sehen.

Das Bild entstand  am 22.9. um 21.45 Uhr.

 

Jupiter, von Sternen umzingelt

 Nach einem strahlenden Sonnentag blieb es auch am Abend klar.

Am Mittwoch konnte ich um 21.40 Uhr Jupiter, noch recht tief stehend, mit seinen Umgebungssternen fotografieren.

Bild 1: Überblickaufnahme Sternbild Steinbock mit Jupiter und Saturn, im Quadrat der Bereich vom Bild 2

Bild 2: 600 mm Tele, Jupiter mit seinen Monden und vielen Umgebungssternen. Sollte es am Donnerstag wieder aufklaren, wird man mit einem Fernglas die Bewegung des Gasriesen gut erkennen.

Bild 3: Jupiter mit Monden, nachvergrößert





Mittwoch, 22. September 2021

Das Stichwort 2: Zwerggalaxien

 Zwerggalaxien

Normale Galaxien haben oft viele hundert Mal mehr Sterne als die kleinen Zwerggalaxien.

Diese erscheinen auch immer sehr ungeordnet, ohne Spiralstruktur.

Trotzdem spielen die Winzlinge eine wichtige Rolle in der Evolution des Kosmos, ähnlich wie das Plankton Nahrungsgrundlage für riesige Meeresbewohner ist. 

Man vermutet zwei Wege, auf denen sich Zwerggalaxien bilden können:

- Sie umlaufen große Galaxien und sind gemeinsam mit ihnen entstanden.

- Sie entstehen, wenn große Galaxien nahe Vorübergänge haben und Teile der Galaxien herausgezogen werden, die dann als Zwerggalaxie autonom werden.


Im Standardmodell der Kosmologie geht man davon aus, dass alle großen Galaxien durch Verschmelzung kleiner Zwerggalaxien entstanden sind. Modellrechnungen ergeben, dass für jede große Galaxie immer noch etwa 500 Zwerggalaxien in der Nähe "übrig bleiben".

Und das ist ein Problem, denn oft werdnennicht mehr als 50 Zwerggalaxien um große Galaxien beobachtet. Bei unserer Galaxis sind gerade 15 Begleiter bekannt.

Es gibt noch ein zweites Problem:

Die Computersimulationen ergeben eine kugelförmige Wolke aus Zwerggalaxien. Beobachtet wird aber eher eine Verteilung in einer abgeplatteten Scheibe um die große Galaxie herum.

aie beiden Probleme der Zwerggalaxien werden wohl kaum das Standardmodell der Kosmologie stürzen, aber es sind noch viele Forschungen nötig, um zu einer besseren Übereinkunft zwischen Modell und Beobachtung zu kommen.


Das Bild, aufgenomen mit dem Hubble Space Teleskop HST, zeigt die Zwerggalaxie NGC 5477. Sie gehört zur Galaxie M 101 im Großen Bären. In ihr sind noch viele Gas- und Staubwolken und es gibt aktive Sternentstehung.

credit: ESA/HST/NASA



Dienstag, 21. September 2021

Jupiter nach trübem Tag

 So richtig klar wurde es am Dienstagabend nicht, aber immerhin kam Jupiter durch...

Man sieht an 45 Cap, dass Jupiter weiter nach Westen gewandetr ist.

Ich habe mal die ungefähre Bewgeung der letzten Woche eingezeichnet.



Sonne im Herbstpunkt

Die Jahresbahn der Sonne, die Ekliptik, ist um 23,5° gegen den Himmelsäquator geneigt. Im Sommerhalbjahr stand die Sonne bei uns auf der Nordhalbkugel über dem Himmelsäquator.

Am 22.9. oder 23.9. (Zeitpunkt schwankt wegen Schaltjahren und Ellipsenform der Erdbahn) schreitet die Sonne "von oben" durch den Himmelsäquator. Wenn sie auf ihm steht, sagt man, sie steht im Herbstpunkt und hat die Deklination 0°.

Dann geht sie genau im Osten auf und im Westen unter.

Dieses Jahr ist das am 22.9. um 21.21 Uhr.

Auch 2020 und 2025 wird es oder war es der 22.9.

In den Jahren 2019, 2022, 2023 und 2024 wird es der 23.9. sein. 

Da aber unsere Zeitrechnung und der wahre Verlauf der Sonne am Himmel voneinander abweichen (sonst hätten wir wegen der Ellipsenform der Erdbahn und der Neigung der Erdachse unterschiedlich lange Tage), tritt die Tag- und Nachtgleichheit erst am 24.9. und 25.9. ein:

Am 24.9. steht die Sonne 12h02m über dem Horizont, am 25.9. 11h 58m.

Am Tag des Herbstpunktes, dem 22.9.,  ist die Sonne immerhin noch 9 Minuten länger über als unter dem Horizont.

Erst ab dem 25.9. sind die Tage wieder kürzer als die Nächte.

Eigentlich ist das noch später der Fall...denn durch die Lichtbrechung der Atmosphäre sehen wir die Sonne scheinbar länger abends und früher morgens...der Effekt macht auch noch mal 6 Minuten aus. 

Berücksichtig man das, so muss man bis zum 27.9. warten, bevor man wieder kürzere Nächte erlebt.

Die Simulation mit Stellarium zeigt den Sonnenstand am 22.9. nach 17.00 Uhr, also sehr kurz vor dem Herbstpunkt. Ich habe die Erdatmosphäre weggenommen, damit man die Sonne und die Hilfslinien besser sieht.


 

 


 

Montag, 20. September 2021

Westwärts

 Auch Jupiter ist am Montagabend kurz durch die Wolken gekommen...

Der Mond Io steht ganz dicht am Belichtungsscheibchen, auch die drei Sterne sind wieder zu sehen. Man erkennt, dass Jupiter in den letzten Tagen weiter nach rechts (Westen) gewandert ist, so wie es während seiner Oppositionsschleife auch sein soll.

Zum Vergleich die Aufnahmen vom Do, Sa und So, zusammen mit der heute (Mo)

Bild Montag, 22.31 Uhr:

 

Sonntag, 0.55 Uhr


Samstag, 22.31 Uhr


Donnerstag, 23.00 Uhr




Vollmondnacht

 Es ist eine wolkige Vollmondnacht, aber das hat auch seinen Reiz.

Drei Stunden vor Vollmond, gegen 22.33 Uhr habe ich den Mond, umgeben von einem Hof (Beugung des Lichtes an Wassertropfen, d.h. außen rot, innen blau) fotografiert.

Jupiter steht viel weiter westlich, er hatte ja schon vor einem Monat seine Oppositionsstellung. Da die Erde ihn dabei "überholt", wandert er nach rechts, nach Westen. Und somit steht er westlich vom Oppositions-Mond, dem Vollmond.

Übrigens steht er jetzt da am Himmel, wo die Sonne zum Frühlingsanfang stehen wird.




Entlang der Ekliptik

 Nach einem trüben Tag klarte es nach Mitternacht auf.

Die folgenden Bilder sind um 0.55 Uhr in der Nacht vom Sonntag auf Montag gemacht worden.

Bild 1: Mond, Jupiter, Saturn, eingezeichnet ist die Ekliptik. Jupiter und Saturn stehen leicht unterhalb, der Mond mit einer ekliptikalen Breite von - 5° deutlich unterhalb der Ekliptik. 

Bild 2: Jupiter mit den vier hellen Monden. Am Stern 45 Cap (vergleiche mit den Aufnahmen der letzten Posts) erkennt man schön die Bewegung des Planeten (600 mm Tele mit Nachvergrößerung)

Bild 3: Der Mond, 23 Stunden vor der Vollmondstellung: Man erkennt am linken Rand noch einige Kraterstrukturen







Sonntag, 19. September 2021

Nachts beim Radioteleskop

 Mein ehemaliger Kollege, Dr. Rüdiger Seemann, wohnt nun nicht mehr in Kassel, er hat es nicht weit zum Radioteleskop Stockert in der Eiffel.

Dort ist 1955 Deutschlands erstes Radioteleksop mit einem Spiegeldurchmesser von 25 m errichtet worden.

Nach 1979 wurde der Forschungsbetrieb eingestellt, aber bis 1993 wurden noch Studenten dort ausgebildet.

Seit 2005 wird es von einem Verein betrieben und Amateurastronomen und Funker können es nutzen.

R. Seemann hat mit mir über viele Jahre hinweg viersemestrige Astronomiekurse in der Oberstufe der ASS betreut...was waren das für Zeiten!





Der Mond wandert weiter

 Am Samstagabend stand der Mond unter Jupiter, aber er wird noch weiter wandern müssen, bis zum Vollmond, denn Jupiter ist nach seiner Opposition zur Sonne weiter nach rechts gewandert.

Aber immer wieder bedeckten Wolken die Himmelskörper.


Bild 1: Mond, Jupiter und Saturn (21.50 Uhr)

Bild 2: Jupiter mit Monden und Stern (22.21 Uhr)

Bild 3:  Mond mit dem hellen krater Aristarchus (22.37 Uhr)








Samstag, 18. September 2021

Das Stichwort 1: AGN

In dieser Postserie stelle ich in lockerer Folge Begriffe und ihre Erklärungne zusammen. Sie werdne mit Gloassar gelabelt. Damit kann man sich durch Anklicken dieses Labels einmal alle Inhalte, wie in einem Gloassr zusammenstellen.

 AGN: Active galactic nucleus   = Aktiver galaktischer Kern

Extrem helle aktive Region im Zentrum einer Galaxie, die ihre Energie durch den Einfall von Gas und Staub in ein großes Schwarzes Loch bekommt.

Its oft heller als die ganze Galaxie und strahl in allen Bereichen, von der Gama- bis zur Radiostrahlung.

Besodners aktive AGN nennt man auch Quasare.

Fliegt die abgegebene Strahlung in Form eines Jets direkt auf die Erde zu, so spircht man auch vom Blazar. 

Das Bild zeigt den AGN im Inneren der Galaxie Markarian 509

Bild: ESA/Hubble


 


Total benebelt...

 ...waren Jupiter, Mond und Saturn am Freitagabend...

Aufnahme: 21.54 Uhr

Aber um 21.00 Uhr konnte man wenigstens den Mond halbwegs sehen.




Freitag, 17. September 2021

Verjüngungskur für Weiße Zwerge

Etwa 98% aller Sterne enden als Weiße Zwerge (WZ). Dabei stoßen sie ihre äußere Gasschichten ab und legen den kleinen dichten Kern (etwa Erdgröße) aus Sauerstoff und Kohlenstoff frei.

Dieser kühlt dann aus und erkaltet.

Nun haben Forschende mit Hilfe von Aufnahmen des Hubble Space Teleskops HST entdeckt, dass WZ nicht so weit entwickelt erscheinen, wenn frischer Wasserstoff aus der Nachbarschaft auf sie herunterfällt und an der Oberfläche Kernfusion ("H-Brennen") startet.

Dann sehen die alternden Sterne jünger, also bläulicher aus.

In den beiden Kugelsternhaufen M3 und M13 wurden  700 Weiße Zwerge untersucht.

In M3 scheinen alle den normalen Alterungsprozess durchlaufen zu haben.

In M13 sind etwa 70% der WZ durch die zusätzliche Wasserstofffusion auf der Oberfläche "verjüngt".

 Bild: ESA/Hubble/NASA