Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Dienstag, 3. März 2020

Sternenhimmel im März 2020


Der Mond, vier Planeten und sieben junge Sterne

Auch am abendlichen Sternenhimmel vollzieht sich im März der Wechsel der Jahreszeiten:

Noch sieht man nach Sonnenuntergang den  hellen Winterstern Sirius im Süden, rechts von ihm, also westlich, prägen die anderen Wintersternbilder den Anblick des Himmels: das Sternbild Orion mit dem Schulterstern Beteigeuze, dem rechten Fußstern Rigel und den markanten drei Gürtelsternen dazwischen. Westlich davon steht der rötlich leuchtende Aldebaran im Stier. Oberhalb vom Stier steht das Fünfeck des Fuhrmanns mit dem hellen Stern Capella.

Beteigeuze war einige Monate stark abgedunkelt, seit Ende Februar wird sie aber wieder stetig heller und strebt ihre alte Helligkeit (vergleichbar mit der von Rigel) an.
Inzwischen haben wir Vermutungen zum Helligkeitsabfall des Überriesen-Sternes: Sehr wahrscheinlich hat sich eine Gas- und Staubwolke, die von Beteigeuze selbst erzeugt wurde, vorgeschoben und ein Teil des Lichtes verschluckt. Die von vielen Menschen diskutierte Explosion des Sternes findet sicher statt, nur nicht so bald….

Schon in der Dämmerung steht hell leuchtend der Planet Venus als Abendstern im Westen.
Am Abend des 28.3. (das ist auch der bundesweite „Tag der Astronomie“) gesellt sich der junge Mond dazu. Über Venus und Mond sieht man den offenen Sternhaufen der Plejaden (das „Sieben-Gestirn“), während Aldebaran von den Hyaden-Sternen umgeben ist.
Im Westen Kassels wird man dann Venus, Mond und die beiden Sternhaufen über dem Herkules untergehen sehen, sicher ein sehr reizvolles Bild.
Ein Tag später, am 29.3. steht der Mond dann dicht bei Aldebaran in den Hyaden selbst.

Der Osthimmel aber wird nun abends von den Frühlingssternbildern geprägt:
Beginnen wir unsere Reise unter dem Frühlingshimmel mit dem Sternbild Großer Wagen, das jetzt am Frühlingsanfang hoch im Osten steht. Es fällt durch den charakteristischen Wagenkasten auf, an den die Deichsel, ein flaches Sternendreieck, anschließt.
Mit Hilfe des Wagenkastens kann man die Nordrichtung und damit den Polarstern finden:
Dazu verlängert man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne etwa um das Fünffache nach oben, dann trifft man auf den am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens stehenden Polarstern. Unter ihm ist dann der Nordpunkt des Horizontes.
Verlängert  man die Verbindungslinie der hinteren beiden Kastensterne des Großen Wagens dagegen nach unten, so zeigt sie auf den 78 Lichtjahre entfernten hellsten Stern im Sternbild Löwe, den Regulus.
Zwei weitere Frühlingssternbilder findet man mit Hilfe der Deichsel des Großen Wagens. Sie  beschreibt einen Bogen, der zum alten Riesenstern Arkturus im Sternbild Bootes führt und weiter zur Spica im Sternbild Jungfrau, die allerdings erst später in der Nacht aufgeht.

Es ist interessant, den Lauf des Mondes am Himmel im Monat März zu verfolgen.
Am 9.3. ist Vollmond, da ist er die ganze Nacht über zu sehen. Er steht der Sonne gegenüber, geht also abends recht genau im Osten auf und morgens im Westen unter.

Danach geht er immer später auf, seine Phase nimmt ab. Am 18.3. sehen wir ihn dann als schmale abnehmende Sichel morgens ab 5.30 Uhr im Osten neben den hellen Planeten Mars, Jupiter und Saturn. Am 19.3. steht er unterhalb von Saturn. Ein Tag später (20.3.) hat sich der Mars dem Jupiter am Himmel so angenähert, dass selbst die Mondscheibe kaum dazwischen passt.

Nach dem Neumond am 24.3. taucht der Mond dann am 26.3. als schmale zunehmende Sichel wieder abends im Westen auf und nähert sich bis zum 28.3. der Venus.

 Sternkarte:
Anblick für 28.3., 20.00 Uhr, Blick nach Westen (B. Holstein)



Planeten im März:
Merkur: Mit viel Glück um den 23.3. herum kurz vor Sonnenaufgang im Osten zu sehen
Venus:  Prägt den Abendhimmel als hell leuchtender Abendstern im Westen
Mars: Steht lange vor Sonnenaufgang im SO
Jupiter: Geht nach Mars morgens im SO auf
Saturn: Geht kurz vor Sonnenaufgang im SO auf

Angebot: Tag der Astronomie am 28.3.:
SFN sowie die Sternwarte auf dem SFN haben ab 15 Uhr für alle Interessenten geöffnet.
Es gibt nonstop Vorträge, Führungen, Sonne- und Sternbeobachtungen. Man kann die Venussichel im Fernrohr sehen und die Kraterwelt des Mondes.
Ein Team des SFN zeigt den selbst produzierten Film über die Besiedlung des Mondes.



Montag, 2. März 2020

Warum steht der Halbmond heute so hoch?

Der zunehmende Halbmond tauchte heute Abend schwach leuchtend durch die Wolkendecke hindurch auf, er steht ungewöhnlich hoch am Himmel
Woran liegt das?

Der zunehemnde Halbmond steht 90° links (östlich) der Sonne ungefähr auf der Ekliptik (die scheinbare Jahresbahn der Sonne).

Da die Sonne durch die Erdbewegung bedingt einmal im Jahr von Westen nach Osten über den Himmel wandert, wird die Sonne diese 90° in einem viertel Jahr zurücklegen, also dort ungefähr Anfang Juni stehen.
Wir alle wissen aber, dass die Sonne im Juni hoch am Himmel steht. Der Halbmond heute zeigt also die ungefähre Sonnenstellung von Anfang Juni, steht also hoch am Himmel wie die Sommersonne.

In Stellarium kann man sich das gut ansehen:
Dort wird heute als Mondhöhe 59° angegeben. Wie kommt diese Zahl zustande?
Die blaue Linie ist der Himmelsäquator, senkrecht über ihm steht der Polarstern.
Wir wissen, dass die Höhe des Polarsterns über dem Horizont gleich der geographischen Breite ist. Also steht der Polarstern 51,5° über dem Nordhorizont.
Senkrecht zum Horizont geht es zum Zenit, und somit ist auch der Himmelsäquator in Kassel 51,5° vom Zenit weggekippt (Richtung Süden).
Blicken wir nach Süden, so bleiben somit  90°-51,5° = 38,5° als Höhe des Himmelsäquators in Kassel (immer...).
Die Eklitpik ist nun 23,5 Grad gegen den Himmelsäquator geneigt (weil die Erdachse um diesen Winkel verkippt ist). Somit steht heute der Halbmond im Süden 38,5° + 23,5° = 62° über dem Horizont.
Das ist zuviel gerechnet, denn wir müssen berücksichtigen, dass die Mondbahn 5° gegen die Ekliptik geneigt ist. Heute steht der Mond  etwas unter der Eklitpik. So kommen die 59° zusammen, die Stellarium angibt.

Wie sieht es mit dem abnehmenden Halbmond am 16.3. aus?
Der steht rechts von der Sonne, 90° entfernt. Er steht also da, wo die Sonne vor drei Monaten war, also am 16.12.2019. Und da stand die Sonne bekanntlich tief am Himmel.
Stellarium gibt eine Mondhöhe in Südrichtung von 15,5° an.
Das sind nach unserer Rechnung 38,5° - 23,5° = 15°. Das passt besser zur Angabe in Solarium, denn am 16.3. steht der Mond fast genau auf der Ekliptik.

Am 9.3. haben wir Vollmond. Der steht fast genau auf dem Himmelsäquator, wird  also 38,5° hochstehen und (fast) genau im Osten auf und im Westen untergehen.

Spannend, was man alles so überlegen kann, wenn der Halbmond durch die Wolken scheint....

Bilder: Stellarium







Kurz vor Sonnenaufgang

Die ISS zog heute morgen gegen 6.03 Uhr hoch über Kassel hinweg und kurze Zeit später zogen sich um 6.08 Uhr im SO die Wolken soweit zurück, dass alle drei Planeten (Mars, Jupiter und Saturn) gut zu sehen waren.



Mond am Sonntag

Immer wieder mal sah man am Sonntagabend die Mondsichel durch die Wolken hindurch, meistens mit einem Hof umgeben.
Aber um 19.32 Uhr hatte ich Glück, ein fast ungehinderter Blick auf den Mond war für etwa 5 Minuten möglich....
 





Sonntag, 1. März 2020

März 2020




ESO/M. Zamani

  2.3.: Mond bei Aldebaran, abends
15.3.: Mond bei Antares, morgens
18.3.: Mond bei Mars und Jupiter, morgens
19.3.: Mond bei Saturn, morgens
20.3.: Jupiter 0,5 Grad nördlich Mars
24.3.: Merkur taucht 5.45 Uhr im OSO kurz am Horizopnt auf
28.3.: Mond neben Venus, unterhalb Plejaden, abends,  Tag der Astronomie
29.3.: Mond neben Aldebaran unsd Hyaden, abends
 

Satelliten-Blitz und ISS

Vielleicht spielt das Wetter ja mit...

Heute, Sonntag:
20.28 Uhr Aufblitzen des Satelliten Meteop A an der Spitze des Cepheus, links neben Polarstern
                 so hell wie Venus!
 Gut sichtbar einige Kilometer links und rechts der Verbindungslinie Zierenberg -  Schauenburg - Homberg, sowie auf dieser Linie
In Wilhelömshöhe vielleicht noch sichtbar, in allen östlicheren bereichen ist der Satellit als lichtschwaches Pünktchen (4,5 mag) zu sehen (er kommt von oben auf die Cepheus-Spitze zu).

ISS für Frühaufsteher:

Ungewöhnlich, die ISS läuift am Nordhimmel über Kassel hinweg:

Mo, 6.02 Uhr WNW, unterhalb vom Polarstern entlang, bis 6.08 Uhr im O


Fast die gleiche Bahn am Mi: 6.03 Uhr bis 6.10 Uhr

Beteigeuze am 29.2.

Am letzten Tag des Februars konnte man auch den Orion wieder gut sehen.
Meine Helligkeitsschätzung ergab  0,9. Beteigeuze war wieder deutlich heller als Bellatrix, aber noch nicht so hell wie Rigel.