Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Sonntag, 15. Mai 2022

Am Abend davor....

 Der Vollmond geht im SO auf. Um 21.00 Uhr ist er aus dem Horizontdunst draußen. Da er die Bahn der Novembersonne am Himmel beschreibt, wird er nach kurzer Nacht im SW untergehen, aber schon verfinstert....



Morgen früh ist Mondfinsternis

 Ab 4.30 Uhr kann man was sehen, der Mond steht aber sehr tief am SW-Horizont. Man muss also schon vorher einen guten Beobachtungsplatz wählen.

Wer einen stielen Aufstieg durch den Wald nicht scheut (ca. 30 Minuten), dem empfehle ich den Bismarckturm an der Konrad-Adenauer-Str.

Die NASA hat eine schöne Animation des Finsternisablaufs veröffentlicht:

Zu den Zeiten im Video muss man 2 Stunden dazuzählen...






ISS vor dem Mond

 In unserem Astronomieforum hat David Scherf eine tolle Beobachtung des ISS-Transits vor dem Mond veröffentlicht.

Er schreibt dazu:

Newtonteleskop, 200 mm mit 950 mm Brennweite.

Kamera: ASI294mc, Sensor auf -20°C gekühlt, Einzelbelichtungen 1 msec!

Entfernung der ISS: 700 km

Das erste Bild zeigt eine Zusammenstellung der Positionen.

In der ersten Animation sehen wir den Transit verlangsamt und in der zweiten Animation in Echtzeit (1 Sekunde).





Zwei Finsternisse

Sonnen-und Mondfinsternisse können immer nur stattfinden, wenn der Mond in der Nähe der Erdbahn steht, also dicht am sog. Knoten der Bahn. Gleichzeitig muss natürlich Neumond bzw. Vollmond sein. 

Deshalb folgen oft eine Sonnenfinsternis und eine Mondfinsternis aufeinander.

Das war jetzt auch der Fall: Am 30.4., also beim letzten Neumond gab es eine partielle Sonnenfinsternis, die man gut in Chile beobachten kann. Die Aufnahme hier ist im Mondtal nahe San Pedro de Atacama gemacht worden.

(Bild: P.Horálek/ESO)

Und am Montag früh können wir ab 4.30 Uhr tief im SW sehen, wir der untergehende Mond in den Kernschatten der Erde eintaucht.




Samstag, 14. Mai 2022

Es geht bald mit Vorträgen weiter....

 


In wenigen Wochen geht es wieder los...im neuen YouTube Kanal von FutureSpace!
Der erste Vortrag: Mi, 22.6., 18.00 Uhr
Vom Anfang und Ende des Kosmos

Aber auch live dabei sein in der Wilhelmsstraße 2.

Sternwarte auf dem SFN: Blick auf den Mond

 Seit langer Zeit beginnen wir Führungen in der Sternwarte auf dem SFN, immer freitags ab 21 Uhr bei wolkenfreiem Himmel.

Der Mond wird immer runder, am Montag früh ist Vollmond und wir können sogar den Beginn einer Mondfinsternis sehen.

Die Aufnahme entstand um 21.30 Uhr mit einem 600 mm Tele.




Freitag, 13. Mai 2022

ISS vermisst den Erdschatten

 In der kommenden Nacht  zeigt uns die ISS die Größe des Erdschattens an ihrem Orbit an:

Am Freitag taucht sie um 23.17 Uhr tief im SW auf und verschwindet sehr schnell im Erdschatten.

Schon beim nächsten Umlauf kommt sie um 0.59 Uhr im Osten links neben der Wega aus dem Erdschatten heraus.

Am Samstag können wir die ISS durchgehend verfolgen:

Sie taucht um 22.29 Uhr im SW auf, wandert dicht oberhalb des Mondes entlang und verschwindet im 22.39 Uhr im Osten.

Von Newton zur Kosmologie

 Man kann grundlegende Erkenntnisse über die Entwicklung des Kosmos allein aus den newtonschen Gesetzen gewinnen. Das zeige ich in meinem neuen Post aus meiner Blogserie "Von Newton zu..." auf meiner Homepage www.natur-science-schule.info, dort auf einer Unterseite im Bereich Physik.

Homepage

Auch wenn es hier nicht danach aussieht: Mathematik spielt in dem Post keine große Rolle...die Friedmanngleichungen im Bild sind nur symbolhaft zu sehen.




Donnerstag, 12. Mai 2022

Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy, Teil 4

 Zuerst ein Größenvergleich der beiden SL in M87 und unserer Galaxis:


Hier ein Schaubild der ESO zum Aufbau eines Supermassiven Schwarzen Loches:


Singularität: 
Im Zentrum eines SL versagt die Physik. Dies wird durch eine Singularität ausgedrückt (alle Werte gehen ins Unendliche).
Ereignishorizont: 
Auch das ist eine Singularität, die aber durch Wahl eines geschicktes Koordinatensystems verschwindet. Am Ereignishorizont passiert eigentlich nichts, außer, dass ab da nichts mehr den Bereich innerhalb verlassen kann.
Photonen Sphäre:
Durch die starke Raumkrümmung wird Licht gefangen und bildet einen hellen Ring
Relativistische Jets: 
Einstürzende Materie wird durch Magnetfelder und Schwerkraft so abgelenkt, dass sie in schmalen Plasmastrahlen den Bereich des SL verlässt.
Innerer stabiler Orbit: 
Der innere Rand der Akkretionsscheibe, der in wenigen Stunde um das SL auf stabilen Bahnen umlaufen kann.
Akkretionsscheibe: 
Einfallende Materie sammelt sich aus Drehimpulserhaltung in einer dünnen Scheibe.

In Zukunft werden Rotationsfilme der Gaswolken um den Schatten des SL produziert. Einer der ersten Videos ist auf der Pressekonferenz gezeigt aber noch nicht zur Verfügung gestellt worden:
Man sieht wie die hellen Gasflecken um das SL herumwirbeln...

Ende für heute?

Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy, Teil 3

 Die insgesamt 8 Teleskope haben individuell unter Ausnutzung der Erdrotation Daten gesammelt und mit präzisen Zeitstempeln versehen . Diese wurden dann an Rechenzentren verschickt, wo das eigentliche Interferenzsignal erzeugt wurde und zu einem Bild des SL zusammengesetzt wurde.

Damit das bei einer Wellenlänge von 1 mm funktioniert, waren 25 Jahre Entwicklungszeit nötig.

Man sieht den Schatten des SL im Zentrum, umgeben von heißen Gasen und Lichtverstärkungen durch die starke Raumkrümmung der leuchtenden Gase hinter dem SL.

Bild EHT



Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy, Teil 2

 Damit fing die Pressekonferenz an:

Wir fliegen in 45 Sekunden zum Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße



Vergleich der beiden Aufnahmen des Schattens von Schwarzen Löchern


Nochmal das Bild unseres SL in besserer Auflösung



Breaking News: Meet the Black Hole at the Center of the Galaxy

 


mehr Infos kommen

Breaking News: Sensationelle Bilder aus dem Herzen unserer Galaxis, Vorabinformationen Teil 2

 Was wissen wir über das Zentrum unserer Galaxis?

In einem Bereich von 3 Lichtjahren gibt es etwa 10 Millionen Sterne. Staubwolken verhindern die direkte Beobachtung mit sichtbarem Licht. Die Entfernung zu uns liegt bei 27 000 Lichtjahren.

Mit Radiostrahlen erkennt man eine kompakte Radioquelle Sag A*, die sich als supermassives SL darstellt. Die Masse kann aus den Umlaufsdaten naher Sterne gut bestimmt werden, sie liegt bei 4 Millionen Sonnenmassen.

Der Nobelpreisträger Genzel hat u.a. den Stern S2 über Jahre beobachtet. Erst vor kurzem hat er weitere Sterne in unmittelbarer Nähe des SL untersucht, mit Hilfe des VLTI in Paranal, Chile, bei dem vier 8,4 m Teleskope als Interferometer für kurzwelliges IR zusammengeschaltet sind.

Der Ereignishorizont hat einen Radius von etwa 12 Millionen km, das sind nur wenige Mikrobogensekunden Durchmesser.

Der Ereignishorizont ist das, was man den Rand des SL nennt: Ab hier kann selbst Licht nicht mehr fortfliegen. Aber schon weiter draußen werden Lichtstrahlen so abgelenkt, dass uns diese Bereiche ebenfalls schwarz erscheinen.

Die innerste stabile Bahn um das SL hat eine Umlaufszeit von nur 4,5 Minuten. Im Vergleich dazu muss dass EHT etwas 5 Stunden "belichtet" werden.

Gleich ist es soweit...im nächsten Post werde ich wohl ein Bild zeigen können...das in die Astronomiegeschichte eingeht...

Das Bild (ESO/Gravity) zeigt die Sterne in unmittelbarer Umgebung des SL im Zentrum der Galaxis.





Breaking News: Sensationelle Bilder aus dem Herzen unserer Galaxis, Vorabinformationen

Seit 15.00 Uhr wird eine weltweite Pressekonferenz abgehalten, von de r ich hie r berichte:

Embargo bis 15.07 Uhr 

Teilnehmer der Pressekonferenz:

  • The ESO Director General will deliver the opening words. EHT Project Director Huib Jan van Langevelde and EHT Collaboration Board Founding Chair Anton Zensus will also deliver remarks. A panel of EHT researchers will explain the result and answer questions. This panel is composed of:
    • Thomas Krichbaum, Max Planck Institute for Radio Astronomy, Germany
    • Sara Issaoun, Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian, US and Radboud University, the Netherlands
    • José L. Gómez, Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC), Spain
    • Christian Fromm, Würzburg University, Germany
    • Mariafelicia de Laurentis, University of Naples “Federico II” and the National Institute for Nuclear Physics (INFN), Italy 

Vorabinformationen:
Event Horizon Telescope Collaboration EHT
Gründung 2015 um durch Zusammenschaltung weltweit verteilter Radioteleskope unmittelbare Umgebung von supermassiven Schwarzen Löchern SL aufzunehmen.
Die von uns aus größten SL liegen im Zentrum von M87 und der Galaxis.

Verfahren: Very Long Baseline Interferometrie VLBI erzeugt erdgroßes Radioteleskop im mm- und submm-Bereich der Wellenlängen, unter 1,3 mm. Damit könnte man einen Tischtennisball auf dem Mond erkennen.

Um den Einfluss der Erdatmosphäre zu minimieren, sind Radioteleskope in großen Höhen wie ALMA (5100 m) in der Atacamawüste in Chile mit insgesamt 64 Teleskopen, in der Nevada in Spanien, auf Vulkanen in Hawaii und am Südpol eingesetzt worden.

Bei der ersten Beobachtungskampagne vom 4.-14-4-2017 wurden eingesetzt:
● Atacama Large Millimeter Array (ALMA) in Chile
● Atacama Pathfinder Experiment (APEX) in Chile
● IRAM 30-m Telescope at Pico Veleta, Spain
● James Clark Maxwell Telescope (JCMT) on Maunakea, Hawaii, USA
● Large Millimeter Telescope (LMT) Alfonso Serrano in Mexico
● South Pole Telescope (SPT)
● Submillimeter Array (SMA) on Maunakea, Hawaii, USA
● Submillimeter Telescope  (SMT) on Mount Graham in Arizona, USA

Damit konnte am 10.4.2019 das erste Bild der unmittelbaren Umgebung eines Schwarzen Loches in der 53 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 87 veröffentlicht werden.
Neue Auswertungen der Daten führten 2021 sogar dazu, dass man die Magnetfeldstruktruen im Gas um das SL registrieren konnte.
(siehe Post vom 24.3.2021
Es folgten weitere Untersuchungen von Quasaren und aktiven Galaxienkernen.
Die Auswertung der letzten Beobachtungsreihe 2021 wird heute veröffentlicht.

wird fortgesetzt



Noch ein Blick zum Mond

Bevor die ESO heute sensationelle Neuigkeiten zum Zentrum unserer Milchstraße verkündet (Live dabei sein hier im Blog um 15 Uhr), noch einen Blick auf den Mond (Mittwoch, 21.15 Uhr): 

Das Randgebirge von Sinus Iridium, der Regenbogenbucht, leuchtet hell in der Morgensonne. Allerdings scheint die Sonne auch schon auf den Mareboden, sod ass der Eindruck des "Goldenen Henkels" nicht mehr richtig entsteht.

Der Krater Tycho zeigt durch den höher werdenden Sonnenstand erste Strahlen.



Mittwoch, 11. Mai 2022

Sternwarte auf dem SFN öffnet wieder

 Ab jetzt wieder jeden Freitag um 21.00 Uhr für Beobachtungen, allerdings nur bei wolkenfreiem Himmel.

Bitte vorher unter info@sfn-kassel.de anmelden.

Kurzfristig freitags unter 01772486810

Im Gebäude des SFN und in der Sternwarte besteht aber noch Maskenpflicht.






Achtung Eilmeldung: ISS vor Mond

 In der Nacht vom Mi auf Do (12.5.) wird um 0.57 Uhr die ISS vor dem Mond entlang wandern. Zu sehen südlich einer Linie von Hof, Rammelsberg, Staufenberg, am besten in der Karlsaue.

In der Nacht vom Do auf Fr um 0.09 Uhr können die weiter nördlich wohnenden einen ISS Transit vor dem Mond beobachten: Linie Breuna-Westuffeln.

Man sieht leider die ISS vorher nicht, da sie im Erdschatten steht..., vor dem Mond kann man sie nur mit einem starken Tele oder einem Fernrohr sehen.

Einzelaufnahmen sind eher nicht zu empfehlen, man sollte den Zeitraum filmen und sich dann daraus die wenigen richtigen Einzelbilder zusammensuchen.




Di: Kopernikus taucht auf

 Der tägliche Blick auf den Mond: Dienstag, 21.05 Uhr

Die Schattengrenze schiebt sich weiter...der Krater Kopernikus taucht auf.

Auffallend ist der Krater Blancus, der den Krater Clavius an einer Seite mit einem gemeinsamen Wall berührt.



Dienstag, 10. Mai 2022

Schemenhafter Clavius

 Am Montag gegen 21.00 Uhr, noch in der Dämmerung, fotografierte ich den Mond wenige Stunden vor Halbmond. Der größte Mondkrater, Clavius, mit 230 km Durchmesser, taucht mit seinen Umrissen in der Mondnacht auf.




Eine Feuerkugel über Nordhessen

Mark Woskowski hat mir dieses Bild mit dem Text gesendet:

 Ich war am Sonntag seit langem wieder mal Nachts draußen spazieren. Ich hatte eine Kamera mit und wollte nahe Zierenberg ein nettes Bild von der Warte im Mondlicht machen. Eigentlich wollte ich eine kleine Testaufnahme machen und habe deshalb den Fokus noch nicht ganz getroffen gehabt. Ich habe mir während der 30s Belichtungszeit gedacht, dass diese Aufnahme nichts wird und völlig überbelichtet sein wird. Doch dann: wenige Sekunden nachdem ich den Auslöser gedrückt hatte, viel einer der beeindruckendsten Meteore vor mir in die Atmosphäre, den ich je gesehen habe. Vor meinen Augen zerfiel er sogar in Stücke und er nahm sich sehr viel Zeit dabei… plötzlich habe ich nur noch gehofft, dass dieses Foto doch noch etwas wird und siehe da: Es war trotz ISO 2000 F1.4 und 30s Belichtungszeit sogar alles gut zu erkennen. Leider saß der Fokus nicht ganz, dafür waren die Sterne sehr schön deutlich zu erkennen. Ich hatte unglaubliches Glück, denn ich war spontan draußen, hab spontan einen kurzen Halt gemacht, mich dagegen entschieden irgendwelche großen Einstellungen zu übernehmen und habe auch noch einen 10s Selbstauslöser drin gehabt, durch den ich 10s Pause hatte. UND spontan ist ein heller Meteor heruntergefallen, obwohl kein großer Meteorstrom gerade aktiv ist.

 Somit wurde eine Testaufnahme zu DER Aufnahme des Abends.

Ich habe dann am nächsten Morgen nur noch in Luminar 4 das Foto einen letzten Schliff verpasst und es zugeschnitten.

Sony a6400 mit Sigma 16mm bi F1.4 30s ISO 2000. Aufgenommen gegen 22:43 Uhr.