Sonnenuntergang in Kassel (Lara Bendig)

Samstag, 16. Februar 2019

Der Tag der 6 Planeten: Morgens

Heute habe ich mir vorgenommen sechs Planeten zu fotografieren, vierdavon kann man bequem mit freiem Auge sehen: Venus, Mars, Jupiter und Saturn.
Merkur dürfte mit freiem Auge machbar aber schwierig werden und für Uranus braucht man ein Fernglas.

Fangen wir mit Nummer 1 bis 3 an...

Eine wunderschone Morgendämmerung, nicht allzu kalt, zwitschernde Vögel...und am Horizont tauchen  Venus und Saturn auf, umringt von den Sternen des Sternbildes Schütze.
Aufnahme: 6.21 Uhr
Deutlich erkennt man die Bewegung der Venus im Vergleich zu gestern. Da war der Stern rechts neben ihr auf der linken Venusseite (siehe Plot vom 15.2.)


6.24 Uhr
6.26 Uhr

Jupiter steht schon fast im Süden. Sehr schön neben ihm der Antares mit dem Stachel des Skorpions.

6.29 Uhr

Die letzten beiden Bilder zeigen dann die immer heller werdende Morgendämmerung um 6.30 Uhr und um 6.32 Uhr.



Mal sehen, ob es gelingt heute Abend drei weitere Planeten zu sehen: Merkur in der Abenddämmerung im SW und dann Mars und Uranus.

Freitag, 15. Februar 2019

Blick zum Morgenhimmel: Venus überholt Saturn

In den nächsten Tagen werden wir morgens klaren Blick zu den Sternen haben. Da lohnt es sich schon gegen 6.30 Uhr an den SO - Himmel zu sehen:

Schon weit vorher geht der helle Jupiter auf, gegen 6.00 Uhr folgt ihm die noch hellere Venus.
Es ist gar nicht lange her, da hat Venus von rechts kommend den Jupiter überholt. Nun setzt sie an, den nächsten der großen Gasplaneten, den Saturn (scheinbar am Himmel) zu überholen.
Täglich nähert sie sich Saturn und am 18.2. steht sie dicht über ihm.

Siehe auch Post vom 4.2.

Venus und Saturn stehen im Sternbild Schützen, der Jupiter im unteren Schlangenträger (eigentlich nördlich Skorpion).
Die Bilder sind gegen  6.30 Uhr gemacht. In wenigen Minuten sind man das Fortschreiten der Morgendämmerung.
6.24 Uhr: Saturn über dem Baum, Venus rechts oberhalb, Jupiter in der Bildecke oben rechts


Venus, Saturn und Sterne des Schützen um 6.27 Uhr
Saturn, Venus und Jupiter in er Morgendämmerung um 6.30 Uhr

Offerner Kanal Kassel: "Dem Himmel näher: Die Sternwarten Chiles"

Heute Abend um 18.45 Uhr bis 20.10 Uhr läuft der Film von KP Haupt über die drei großen ESO - Sternwarten Chiles im Offenen Kanal Kassel.
In Form eines "Roadmovies" geht es von Santiago hoch durch die Atacamawüste in den Norden Chiles. In La Silla, Paranal und ALMA in 5100 m Höhe werden Astronomen bei ihrer Arbeit beobachtet.
Neben der beeindruckenden Landschaft, einem unglaublichen Sternenhimmel sieht man die Technik der Teleskope bis hin zu einem besuch im normalerweise nicht begehbarne Interferometertunnel beim VLT.

Der Film wird heute um 22.45 Uhr wiederholt und läuft auch im Samstags- und Sonntagsprogramm (da allerdings zu später Stunde).





Donnerstag, 14. Februar 2019

Mars rückt von Uranus weg

Nach meinem Vortrag über Quantenelektrodynamik konnte ich gegen 20.36 Uhr Mars und Uranus im Westen fotografieren.

Mars hat sich deutlich weiter bewegt, am 11,2, stand er ungefähr am unteren Bildrand (orange markiert). Uranus hat sich verglichen mit dem 11.2. auch etwas bewegt, damals stand er am oberen Rand der "9" (kleiner oranger Punkt) im Text unter Uranus.


 Vergleichsbild vom 11.2.:
Vergleichsbild vom 6.2.

Mars INSight: Bohrstation abgesetzt

Man sollte eher von einem technischen Maulwurf reden, denn das Gerät frisst sich 5 m tief in dne Martsbodne hinein und zieht ein Kabel mit Temperaturmessern hitner sich her.

Damit soll die Temperaturveränderung und die Wärmeleitfähigkeit des Marsbodens bestimmt werden.

Mehr dazu in früheren Posts.

Gestern ist das Absetzen der Bohreinrichtung erfolgreich beendet worden.

credit:  NASA/JPL-Caltech/DLR


Seismometer: Bild vom 13.2.

Es kommen klare Nächte...

Wenn die Vorhersage stimmt, werden wir in den nächsten Tagen klare Nächte haben.

Leider macht der sehr helle Mond viele lichtschwache Objekte unbeobachtbar, andererseits lohnt sich einmal ein Fernglas-Spaziergang auf dem Mond. Wer sich den Wecker stellen möchte: Am Freitagfrüh zwischen 2 und 4 Uhr kann man den berühmten Goldenen Henkel sehen (siehe frühere Posts).

Sicherlich hat auch die Sternwarte auf dem SFN am Freitagabend ab 20 Uhr geöffnet und dort kann man durch die Fernrohre hindurch sich die Kraterwelt des Mondes ansehen und auch mit dem eigenen Handy fotografieren.

Von Abend zu Abend kann man die Bewegung des Mondes Richtung Osten erkennen und wie seine Phase zunimmt.

Mars steht abends im WSW, im Fernglas sieht man Uranus neben ihm.

Der Merkur taucht abends im WSW in der Dämmerung auf.

Der Morgenhimmel wird von Jupiter im SO (Monde im Fernglas!), später von Venus und Saturn dicht am Horizont geprägt. Da es inzwischen schon wieder recht früh hell wird, kommen eher die Frühaufsteher dazu sich diese drei Planeten anzusehen.

Damit kann man alle fünf Planeten, die mit freiem Auge sichtbar sind, in diesen Nächten beobachten. Und mit einem Fernglas kommt sogar der 6. Planet dazu!

Trotz des hellen Mondlichtes lohnt sich abends auch ein Blick zum Sternenhimmel:

Orion und Sirius stehen im Süden (siehe Plots der letzten Zeit und den Monatsbeitrag), im Westen stehen  Perseus und Cassiopeia und der Löwe mit Regulus geht im Osten auf.
Über dem Orion finden wir Aldebaran im Stier und die Plejaden.
Am Donnerstagabend steht der Mond links von Aldebaran.

Iridium-Flare am Freitag: 

Am Freitag tritt um 19.06 Uhr im NNO in einer Höhe von 48° zwischen den hinteren Kastensternen des Großen Wagens und dem Polarstern ein venusheller Lichtblitz auf: Eine Antenne eines Iridium-Satelliten reflektiert das Sonnenlicht über Kassel.



Mittwoch, 13. Februar 2019

Nebensonne



Mark Woskowski hat diese Aufnahme heute um 17.00 Uhr in Zierenberg gemacht. Sie ist aus zwei Bildern zusammengesetzt. Links steht die Sonne und über dem Bergrücken des Bärenberges bei Zierenberg sieht man rechts eine Nebensonne.
22° von der Sonne entfernt sieht man einen Farbstreifen, innen rot, nach außen blasser und bläuchlicher werdend.
An dieser Stelle stehen Wolken mit ausgerichteten Eiskristallen, die unter diesem Winkel besonders intensiv gebrochenes Licht (deswegen die Farbaufspaltung) zur Kamera lenken.
Sind die Wolken überall am Himmel, so bildet sich auch auf der anderen Sonnenseite eine Nebensonne.
Sind die Eiskristalle nicht ausgerichtet, so erzeugen sie einen Kreisbogen, das sog. Sonnenhalo.
Also sind Nebensonnen besondere Haloerscheinungen.

New Horizon huscht vorbei

Die NASA hat ein Video veröffentlicht, dass den Vorbeiflug der Raumsonde am Kuiper Gürtel Objekt Ultima Thule zeigt.
Siehe auch die anderen Blogbeiträge hierzu.

Während dieses kurzen Vorbeifluges sind alle Bilder und Untersuchungen gemacht wordne, die jetzt nach und nach ausgewertet werden.
credit: NASA

Dienstag, 12. Februar 2019

Algol im Minimum und danach wieder heller werdend....

...jedenfalls fast...

Ich hab zu spät bemerkt, dass es aufgeklart war und konnte 46 Minuten nach dem Minimum den Perseus aus dem Fenster heraus fotografieren.
Algol hat normalerweise die Helligkeit 2,4 mag und sinkt im Minimum auf 3,4 mag. Dann ist er geringfügig schwächer als der neben ihm stehende Stern Rho (3,3 mag) und deutlich heller als der rechts oberhalb stehende Kappa (3,75 mag). Auf dem Bild erscheint er mir eher so hell wie der 3,0 mag helle Delta.
Im Normalfall wäre er etwas dunkler als der 2,15 mag helle Gamma And. Das ist heute nicht der Fall...Algol erscheint sogar dunkler als der 2,9 mag helle Sterne Gamma Per rechts neben Mirfak.
Die Schätzung mit 3,0 bis 3,1 mag für Algols Helligkeit scheint mir ganz gut zu passen..
Vielleicht kann ich in einer Stunde noch eine Aufnahme machen...dann könnte Algol etwa so hell wie der zweite Stern von oben in der Cassiopeia sein (37 Cas, 2,65 mag).
Die würde ich dann spätestens am Mittwoch hier in diesen Post setzen.

Übrigens: Es gibt richtige Schätzmethoden, um Helligkeitsvergleiche durchzuführen.
Am besten aber ist die Ausmessung der Fotografien.


Vergleichskarte (Algol im Maximum)
Das nächste Bild gelang mir um 23.33 Uhr. Die Bewölkung hat sich verändert (unten rechts zieht Nebel hoch), Perseus steht tiefer, also alle Sterne erscheinen schwächer...Man muss also helligkeiten vergleichen. Algol ist inzwischen deutlich heller als Sterne mit 3,0 mag, ich würde ihn auch heller als 44 Per mit 2,8 mag schätzen. Gamma Cas und Alpha Cas mit 2,2 mag erscheinen etwas heller, ich schätze Algol auf vielleicht 2,7 bis 2,8 mag.

Magnetfelder im Universum, Teil 2


 Das Magnetfeld der Sonne

Bei der Erde haben wir gesehen, dass ein Dynamoprozess das Magnetfeld (MF) erzeugt. Notwendig sind aber Saatfelder, d.h. ursprünglich vorhandene schwache Felder, die durch den Dynamoprozess verstärkt werden.
Bei der Sonne ist das sehr ähnlich und wir werden uns bald fragen, wo denn diese Saatfelder herkommen. Aber das wird in einem späteren Beitrag geklärt.

Die Sonne hat ein MF, das im Inneren erzeugt wird. Für den Dynamoprozess brauchen wir eine differentielle Rotation, eine Konvektion und geladene Objekte (Elektronen, Protonen). All das ist in der Sonne vorhanden.

Der sog. α - ω -Prozess, mit dem man die Entstehung des MF beschreibt, ist sehr schwer verständlich. Wir konzentrieren uns deshalb hier nur auf die Auswirkungen:

Die MFelder im Inneren der Sonne bilden sog. Flußröhren, die, weil magnetisches Plasma leichter ist als unmagnetisches, aufsteigen und durch die Photosphäre brechen.
Da magnetisches Plasma auch kühler ist, sehen wir die Durchbrechbereiche des MF als dunkle Sonnenflecken.
Das MF steigt über die Photosphäre, verdichtet dort die heiße und dünne Korona und erzeugt so leuchtende Gaswolken über den Sonnenfleckengruppen, die als Protuberanzen bekannt sind.

Die MF-Bündel in der Korona können sich kurz schließen und dabei gewaltige Energien freisetzen. Das nennt man Rekonnexion von MF.
Vermutlich führen diese MF-Energien zum Aufheizen der Korona, die ja mit einer Temperatur von 1 Millionen Grad deutlich heißer als die weit darunter liegende Photosphäre mit knapp 6000 Grad ist.
Besonders heftige MF-Kurzschlüsse (Magnetfelder verbinden sich und setzen dabei Feldenergie frei) beschleunigen Koronamaterie auf extrem hohe Geschwindigkeiten, so dass sie die Sonne als koronale Massenausbrüche (CME) verlassen können.
Treffen diese CME  auf die Erde, so rufen sie nicht nur zusätzliche kräftige Polarlichter hervor, sondern auch sog. magnetische Stürme.
Statistisch gesehen tritt alle paar hundert Jahre ein so heftiger Magnetsturm ein, dass alle elektrischen und elektronischen Geräte zerstört werden. Der letzte war im 19. Jahrhundert, da war das egal...der nächste wird uns Probleme machen....

Magnetfelder wickeln sich auf und polen sich alle 11 Jahre um
Magnetfelder der Sonnenflecken, angeordnet parallel zum Sonnenäquator
Sonnenfleck: Blick in eine magnetische Flußröhre

Verdichtung der Koronamaterie längs MF
Das Video zeigt den Weg der Energie aus dem Zentrum der Sonne über Magnetfelder bis hin zur Erde

Im folgendne Video sind tolle Zeitrafferfilme von Coronal Mass Ejections und Flares


wird fortgesetzt

Montag, 11. Februar 2019

Mars bei Uranus

Heute ist der Tag der Wolkenlücken...

In einer solchen konnte ich auch Mars und Uranus auf das Bild bekommen.
Inzwischen war viel Dunst und eine deutliche Hochbewölkung aufgezogen.

Leider konnte ich nicht die gleiche Brennweite wie am 6.2. wählen, da dann der Mond mit seinen Reflexen das gesamte Bild zerstört hätte.
Also statt 54 mm mit 320 mm ranzoomen. Bei der Vergrößerung war maximal 8 Sekunden Belichtung möglich (sonst hätte man wegen der Erddrehung Strichspuren gesehen). Also ISO rauf auf 640 (bei der Kamera eher grenzwertig).

Trotzdem ist alles zu sehen (Aufnahme 20.18 Uhr, Westen)

Mars steht fast auf gleicher Höhe wie Uranus (am 6.2. wäre er gar nicht auf dem Bild gewesen). Er ist deutlich weiter nach links oben gewandert.
Aber auch Uranus hat sich nach links oben bewegt:
Man vergleiche seinen Abstand zu HIP 8588 mit dem Abstand HIP 8599 zu Torcular (auf dem Bild vom 6.2. nicht bezeichnet, aber leicht zu finden).


Vergleichsbild 6.2.:

Sonnenaufgang im Kaukasus

Auch heute Abend war der Mond sehr gut zu sehen. Wir haben 6 Tage nach Neumond und der "Mand im Mond" ist vollkommen sichtbar.
Der Hercules zeigt nur noch einen kleinen Schatten am rechten Kraterrand.
Das Mare Serenitatis wird links vom Kaukasus Gebirge begrenzt. Eine 8600 m hohe Bergspitze steht schon im Licht der Sonne (siehe Ausschnittsvergrößerung). Das kleine Gebirge rechts davon ist Mt. Hadley.

Aufnahme um 17.59 Uhr mit 1200 mm (Fernglasanblick).
(Tipp: Ich habe ca. 15 Bilder kurz hintereinander gemacht, bei 2 Bildern war das Seeing so gut).
 

Zum Vergleich ein Bild, das der Lunar Orbiter aus der Mondumlaufbahn gemacht hat:

Lunar Orbiter: Aus der Mondumlaufbahn aufgenommen


Auf der Südhälfte des Mondes sieht man wieder besonders viele Krater an der Schattengrenze.


Achtung! Sonnenuhren heute extrem falsch!

Heute gehen Sonnenuhren knapp 15 Minuten nach, d.h. die Sonne steht erst um 12.15 Uhr im Süden!

Dieses  liegt daran, dass die Sonne am Himmel keine gleichmäßige (scheinbare) Bewegung ausführt. Durch die Erddrehung wandert sie ja täglich von Osten nach Westen, gleichzeitig bewegt sie sich aber durch den Umlauf der Erde um die Sonne ein kleines Stück von Westen nach Osten.
Da die Erdumlaufbahn eine Ellipse ist, bewegt sich die Erde im sonnennächsten Punkt ihrer Bahn (Anfang Januar) am schnellsten. Dadurch weicht die wahre Sonne bis zu 8 Minuten von einer gleichmäßig laufenden Sonne ab.
Wir kontrollieren den Sonnengang mit unseren Uhren. Diese aber richten sich nach der Zeiteinteilung längs des Himmelsäquators und gegen den ist die Sonnenbahn um 23°,5 geneigt. Aus diesem Grund läuft die Sonne am Himmel bis zu 10 Minuten schneller oder langsamer als es eine Uhr anzeigen würde.
Beide Effekte zusammen erzeugen die sog. Zeitgleichung, die also angibt, wie stark eine Sonnenuhr von einer mechanischen Uhr abweicht. Heute, am 11.2.,  steht die Sonne 15 Minuten zu spät im Süden, bei Novemberbeginn dafür 16 Minuten zu früh.

Übrigens: Nur an vier Tagen im Jahr zeigt eine Sonnenuhr die „richtige“ Zeit an: Am 16.4., 15.6., 1.9. und am 25.12.

Spiel mit Wolkenlücken....

Für kurze Zeit zogen heute Morgen Wolkenlücken über Kassel hinweg. Mal stand eine Lücke vor Venus und sie war sichtbar, mal vor Jupiter...und ganz selten waren beide Planeten zu sehen (Venus links unten, Jupiter rechts oberhalb der Bildmitte).
Zum Wochenende hin soll es wieder längere Zeit klare Nächte geben.

11.2., 7.12 Uhr
Falls heute Abend schon erneut Wolkenlücken auftauchen:

Iridium-Flare am Montag:

In Richtung NNO taucht zwischen den beiden Wagenkästen vom Kleinen Wagen und vom Großen Wagen um 19.20 Uhr ein helller Lichtblitz von einer Antenne eines Iridium-Satelliten auf.

Sonntag, 10. Februar 2019

Magnetfelder im Universum Teil 1


An den bewölkten Tagen in der kommenden Zeit soll eine kleine Artikelserie ein eher wenig populäres und eigentlich auch mathematisch sehr schwieriges Teilgebiet der Astronomie ganz ohne Formeln vorstellen:

Die Rolle der Magnetfelder im Universum

Man könnte auch sagen: "To B or not to B". Damit hat die Astrophysikerin Virginia Trimble deutlich gemacht, dass magnetische Prozesse für viele Strukturen im Universum mitverantwortlich sind.

Im Blog www.astronomiekassel.blogspot.com sind jedesmal mehr Bilder und ev. auch Videos zu sehen.

Teil 1: Das Magnetfeld der Erde

Fast das gesamte Erdmagnetfeld entsteht durch einen Dynamoprozess im äußeren, flüssige, Erdkern. Konvektion und Rotation bewegen geladene Bereiche, die in einem Saatfeld (ursprünglich vorhanden) verstärkte Ströme und damit ein verstärktes Magnetfeld erzeugen.
Ein winziger Anteil entsteht durch elektrische Ströme in der Atmosphäre und ein noch kleinerer Teil ist das Magnetfeld vom Gestein.

Am geographischen Nordpol sitzt der magnetische Südpol (und umgekehrt). Die Magnetpole bewegen sich, bis vor kurzem eher gemächlich und vorhersehbar. Seit wenigen Jahren hat aber der Südpol richtig an Fahrt aufgenommen, er rast geradezu auf Sibirien zu. 1831 war er noch in der kanadischen Arktis.


Der Sonnenwind (abgeblasene Korona) drückt das Erdmagnetfeld auf der Sonnenseite zusammen und zieht es auf der Rückseite zu einem langen Magnetschweif auseinander. An den Polarkreisen eindringender Sonnenwind erzeugt dann die Polarlichter.
aus Leifiphysik.de
 Veränderung des Erdmagnetfeldes:
credit: NOAA


aus Leifiphysik.de
Das Erdmagnetfeld fängt energiereiche kosmische Strahlen ab und schützt uns vor ihnen.

Samstag, 9. Februar 2019

Sonnenaufgang am Hercules

Durch Nebel hindurch konnte man heute Abend die vier Tage alte Mondsichel gut im SW erkennen.
Das Mare Crisium steht recht dicht am Rand der sichtbaren Mondscheibe (d.h. die Libration ermöglicht uns eher den Blick auf die andere, leider heute dunkle, Seite, vergleiche den Post vom 14.1.).

Auffällig sind die beiden Krater Atlas und Hercules oberhalb des Mare Crisiums. Die Sonne beleuchtet die linke Wand des Hercules, der 2,3 km tiefe Boden liegt noch im Dunklen.
Der Krater hat einen Durchmesser von 71 km.
Aufnahme um 17.39 Uhr.



 


Oberhalb vom Mond (hier überbelichtet) steht der Mars zur Zeit.


Wolkenlücke am Morgen...

Für kurze Zeit tauchten die inzwischen weit voneinander getrennten Planeten Venus (links) und Jupiter im SO in der Morgendämmerung auf.
Das Bild entstand um 7.10 Uhr.


Zum Vergleich: Am 22.1. stand Venus noch oberhalb vom Jupiter. Sie nähert sich jetzt immer mehr der Sonne am Himmel, läuft im rechten Bogen  hinter die Sonne. Aber erst ab Mitte Juli ist sie vom Morgenhimmel verschwunden.


Freitag, 8. Februar 2019

Foto der Woche: Geburt eines Planetensystems


AS 209 heißt dieses System aus einer protoplanetaren Scheibe um einen jungen Stern herum. Wir blicken genau von oben auf das System und das Bild vom Mikrowellenarray ALMA in Chile enthüllt feinste Strukturen.
Diese Strukturen scheinen stabil zu sein und das Wachstum junger Planeten erst zu ermöglichen.
AS 209 liegt in 400 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schlangenträger.
 Vor vier Jahren hatb sich ein Team aus dem SFN mit der Planetenentstehung beschäftigt und durch eine Computersimulation herausgefunden, dass die Gravitations größerer Massenzentren notwendig ist, damit der Staub auifgesammelt wird und sich große Planeten daraus entwickeln.
Sie wurden damit Bundessieger in Astronomie.


Credit:
ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), S. Andrews et al.; NRAO/AUI/NSF, S. Dagnello

Donnerstag, 7. Februar 2019

Blick auf den Orionnebel

Kurz nachdem ich gestern abend Mars und Uranus fotografiert hatte, schwenkte ich die Kamera Richtung Orion im SW (34 mm, ISO 400, 15 sec, F4,0). Orion hat anscheinend die ISS-Attacke vom Dienstag gut überstanden:


Bernd Holstein hatte am Abend vorher mit dem Tele (und Nachführung) den Orionnebel fotografiert  (Apo 800X115 EOS 1200 mm, ISO 400, 20 sec / 5. Feb 19 / 22:04 Uhr):


Sehr schön erkennt man die Dunkelwolken, die das Licht versperren, die jungen Trapezsterne in der Mitte strahlen die Gase und den Staub dahinter an und bringen sie zum Leuchten.

Dieses riesige Sternentstehungsgebiet ist 1350 Lichtjahre von uns entfernt.